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Autor Thema: Wer sich als Fantasyautor outet...  (Gelesen 36436 mal)

Leandors

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #150 am: 18. August 2011, 18:02:17 »
Wie einige schon bemerkten, glaube ich auch, das Erwähnen von Schreiben oder Zeichnen löst meistens noch diese "Och, wie putzig!"-Reaktion aus.
Vor allem als Junge wird man da ziemlich schnell in eine Schublade verfrachtet, aus der man nicht mehr so schnell heraus kommt.

Von meinen Kollegen weiss niemand, dass ich schreibe. Die interessieren sich auch überhaupt nicht für Bücher und bekommen schon einen Schreikrampf, wenn sie eines für die Schule lesen müssen. Für die ist lesen eine Zeitverschwendung und sonst nichts. :no:

Meine Patentante ist eigentlich die einzige, der ich vom Schreiben erzählt habe. Sie liest sich das Ganze auch gerne durch, ist aber eigentlich nicht so auf dem  Fantasy-Trip. Meinen Eltern habe ich's jetzt nicht speziell gesagt. Sie sehen aber meine ganzen Notizen, selbst gemalte Landkarten usw., also haben sie schon ungefähr eine Ahnung was ich den ganzen Tag in meinem Zimmer treibe.

Serena Hirano

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #151 am: 18. August 2011, 18:24:04 »
Hi Leandors,

wahrscheinlich sind Deine Eltern aber zufrieden im Sinne von "Da machter kein anderes dummes Zeug"...  ;)

Nun ernsthaft, das tut mir leid! Von der männlichen Warte hab ich das noch gar nicht betrachtet. Frauen wird ja derart niedliches Verhalten gerne noch nachgesehen. Finde ich wirklich ne Sauerei. Auch ohne den anderen Thread wieder auftun zu wollen, es gibt so schon wenige Kerle genug, die sich wirklich intensiv mit Fantasy oder Büchern im Allgemeinen auseinandersetzen. Fehlt dann nur noch der Klassen-/Bürodepp zu sein, nur weil man seinen kreaviten Horizont einsetzt.  :seufz:

Offline Sven

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #152 am: 18. August 2011, 18:59:23 »
... es gibt so schon wenige Kerle genug, die sich wirklich intensiv mit Fantasy oder Büchern im Allgemeinen auseinandersetzen.

Aber es gibt sie  ;)
Beste Grüße,
Sven

Serena Hirano

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #153 am: 18. August 2011, 19:05:33 »
*theatralisch auf die Knie fall, zum Himmel blick und den dankbarsten Gesichtsausdruck aufleg, den ich grad hervorkramen kann*

Na und das is gut so! Sonst wärs echt einsam unter Mädels, wenn uns keiner im Zaum hält  :rofl:

Derexor

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #154 am: 18. August 2011, 20:14:21 »
Irgendwie hab ich nicht so das Gefühl, dass es wenige Jungs gibt. Nun gut, zugegeben, ich kenne mehr Jungs als Mädchen.

OnTopic: Ich gehe damit eigentlich sehr freizügig um und mehr als "Ist dein Buch schon fertig?" bekomme ich nicht zu hören.

Flafi

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #155 am: 18. August 2011, 21:13:11 »
Also in meinem Lebenslauf habe ich unter Hobbys stehen:
Zitat
Lesen, kreatives Schreiben, Pen & Paper Rollenspiel, Sport (Joggen), (Online-) Videospiele

Lesen und Schreiben werden bei Vorstellungsgesprächen seltener angesprochen. Aber es ist immer interessant zu sehen, wie sich die potentiellen Chefs verhalten, wenn man ihnen erklärt, was P&P RPG ist *g*
Aber hey, ich pflege soziale Kontakte! Das ist wahrscheinlich immer die Essens, die diese Leute dann daraus ziehen.

Vor vier Jahren, bei einem Vorstellungsgespräch in der Firma, wo ich letztendlich meine Ausbildung anfing, kam der Punkt Schreiben auf.

Fünf Abteilungsleiter hörten sich an, was ich denn da mache. Dass ich Welten und neue Völker erfinde, darüber schreibe, dass im Web veröffentliche. Bis auf eine Dame, hatten alle einen aufgesetzt interessierten Gesichtsausdruck. Ihre Augen wurden immer größer *g*
Ich hab den Job bekommen, letztendlich war meine erste abgebrochene Ausbildung das schwerwiegendere Problem.

Auf der anderen Seite, hätte ich bei einer Bewerbung als Webprogrammierer, nicht meine beiden Webseiten als meine Referenzen angegeben sollen.
Der konnte aber schon bei der Erklärung meiner Hobbys nicht viel damit anfangen.

Mein bester Freund meint immer nur "sowas unlogisches interessiert mich nicht". Wobei er mit unlogisch einfach Dinge meint, die nicht in die Wahre Welt passen. Das Actionfilme aber immer übertrieben unlogisch sind, will er nicht hören *g*
Ist halt nur manchmal schwer, ein Gesprächsthema zu finden, dass mich halt eher interessiert...

Also alles in allem war das Fantasy Schreiben halt etwas, was ich tue und was ich auch jedem erzähle. Was die Leute letztendlich damit anfangen, ist meist deren Sache.
I am what I am ;)

Gruß
Flafi

Offline Sven

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #156 am: 18. August 2011, 21:33:37 »
Also alles in allem war das Fantasy Schreiben halt etwas, was ich tue und was ich auch jedem erzähle. Was die Leute letztendlich damit anfangen, ist meist deren Sache.
I am what I am ;)

So siehts aus!
Warum sollte man sich für andere verstellen?
Ich verdreh auch immer die Augen, wenn ein Kumpel wieder zu nem Fußballspiel geht. Da habe ICH dann nichts für übrig.
Wenn man schreibt, ist es halt schwieriger, Leute zu finden, die das Interesse teilen.

Allerdings glaube ich, dass Nerds inzwischen für cooler angesehen werden, als Autoren. Wenn es peinlich wurde konnte man früher noch sagen: "Hey, da drüben steht ein Nerd." Inzwischen stehen die Nerds mit den coolen Mädchen zusammen, tauschen Big Bang - Sticker aus und sagen: "Guck mal, da ist einer, der schreibt."
Beste Grüße,
Sven

Serena Hirano

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #157 am: 18. August 2011, 23:25:42 »
Inzwischen stehen die Nerds mit den coolen Mädchen zusammen, tauschen Big Bang - Sticker aus und sagen: "Guck mal, da ist einer, der schreibt."

Ganz ehrlich, es wird aber auch Zeit, dass die Nerds an die Macht kommen. Neue Wege braucht die Welt  :rofl: 
Ich glaube/hoffe ja auch, dass diese "Ich bin ein Mann, ich muss nur gut gebaut sein, Grips is was für Hirnies und wenn im Film nicht ganze Völker verbluten iser scheiße"-Thematik jetzt aus Frauensicht mal zu einem Ende kommt.

Naja, gut gebaut sein könn se ja ruhig weiterhin  ;D

Offline Venetia

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #158 am: 21. Januar 2021, 19:09:15 »
Wie einige schon bemerkten, glaube ich auch, das Erwähnen von Schreiben oder Zeichnen löst meistens noch diese "Och, wie putzig!"-Reaktion aus. Fußball ist ein anerkannter Sport, Schach stellt gleich die persönliche Intelligenz und strategische Überlegenheit dar, aber Schreiben...okeeeeee...is nett, und?...Es sei denn man kann gleich mit dem Wort "Autor" und "Veröffentlicht" protzen, das können aber a, nur die wenigsten und b, ises grenzwertig.
Wenn dann noch Fantasy erwähnt wird, kommts gleich ganz dicke und man wird von oben bis unten gemustert, als ob sie dann wirklich erwarten es blitzt gleich und dann steht jemand im Zaubererumhang oder mit Prinzessinenkleid vor ihnen.

Ganz toll find ich dann ebenfalls diese Pseudo-grins-ich-zeige-Interesse-Leute: "Ich als guter Freund ( :o ) bekomm doch bestimmt eine Widmung?", "Wenn ich es lese und Tips gebe, bekomm ich dann Prozente wenn Du mal reich wirst?", "Wie schön, dann kenn ich ja bald einen Bestsellerautor, hihihi!" Da ist mir ein: "Klingt schön, aber an so was hab ich kein Interesse!" noch 1000Mal lieber!

Neben der "Och, wie putzig!" lege ich die "Wie langweilig"-Reaktion hin. Die habe ich leider schon sehr oft einstecken müssen, weil es kaum jemanden in meinen Umfeld gibt, der sich dafür interessiert, was ich schreibe. Besonders schwer fällt es mir zum Schreiben und Lesen zu stehen, wenn ich irgendwo neu bin. "Und, was machst du so? Was Hobbys?" - und schon bin ich noch mehr unsicher. Wie du geschrieben hast: Fußball ist anerkannter Sport, Schach stellt gleich die persönliche Intelligenz und strategische Überlegenheit dar, aber Schreiben...okeeeeee...is nett, und?...
Ganz genau. Für andere ist das Schreiben langweilig, grau, uninteressant. Vor allem wenn sie nicht mehr lesen als die Pflichtlektüren oder das Wetter. Austausch ist gleich: 0.
Und ja, mit Fantasy setzt man dann noch einen obendrauf. "Kindisch und unprofessionell", außer man ist natürlich berühmt und erfolgreich damit geworden. Ich habe das Gefühl, das vor allem bei Jüngeren die Entscheidung zwischen cool sein und man selbst sein zu schwer zu tragen ist. Als ich geplaudert habe, dass ich phantastische Texte schreibe, war ich raus. Raus aus der Einladungsliste, der Gruppe, der Unterhaltungen und allem, was eben "cool" war. Nur, weil die meisten nicht wussten, was sie mit mir anfangen sollen. Vermute ich.

Pseudo-grins-ich-zeige-Interesse-Leute, oh ja. Mein Freund selbst ließt nicht, schreibt nicht. Aber nach meinen Texten fragt er. Ich schicke, es kommt nichts zurück. Weil er sie eben doch nicht ließt. Ich bin ihn auch nicht mehr böse deswegen: Es ist eben nicht sein Ding, er kann damit nichts anfangen. (Wir haben darüber geredet) Nur wäre es mir lieber, wenn er es mir vorher gesagt hätte. Gleiches bei meiner Mutter. Sie wusste schon früh, dass ich gerne schreibe und lese. Ich habe ihr auch Texte gezeigt und ihr erklärt, wo sie sie (auf Wattpad damals :D) finden kann. Sie zeigte sich froh und interessiert, hat aber niemals wieder darüber geredet. Ich verstehe so etwas nicht ganz, warum man Interesse vorheuchelt. Ich will ja niemanden damit rumkriegen oder meine Lebensgeschichte vorlesen. Da wäre mir auch die Wahrheit lieber, damit man ein anderes Thema aufgreifen kann.
Zuerst waren ihre Augen Asche, dann wollten sie nicht mehr fliegen. Nach wenigen Tagen verloren sie ihr Feuer, bis sie kurz darauf starben.

Offline Curlincess

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #159 am: 12. Juli 2021, 17:38:24 »
Ich muss sagen, ich erzähle allgemein ungern, dass ich schreibe. Weil eben viele nichts damit anfangen können und das Ganze mehr oder weniger belächeln. Und dann auch noch Fantasy! Jaa, Fantasy ist halt mein Ding, na und?  ::)
Das ist so unfair, Geschichten schreiben, und vorallem im Fantasybereich, ist so viel mehr als alle immer glauben!


Pseudo-grins-ich-zeige-Interesse-Leute, oh ja. Mein Freund selbst ließt nicht, schreibt nicht. Aber nach meinen Texten fragt er. Ich schicke, es kommt nichts zurück. Weil er sie eben doch nicht ließt. Ich bin ihn auch nicht mehr böse deswegen: Es ist eben nicht sein Ding, er kann damit nichts anfangen. (Wir haben darüber geredet) Nur wäre es mir lieber, wenn er es mir vorher gesagt hätte. Gleiches bei meiner Mutter. Sie wusste schon früh, dass ich gerne schreibe und lese. Ich habe ihr auch Texte gezeigt und ihr erklärt, wo sie sie (auf Wattpad damals :D) finden kann. Sie zeigte sich froh und interessiert, hat aber niemals wieder darüber geredet. Ich verstehe so etwas nicht ganz, warum man Interesse vorheuchelt. Ich will ja niemanden damit rumkriegen oder meine Lebensgeschichte vorlesen. Da wäre mir auch die Wahrheit lieber, damit man ein anderes Thema aufgreifen kann.

Jaa das verstehe ich. Meine Schwester hat mir schon vor einem Jahr versprochen, mein Manuskript zu lesen, hat es aber bis heute nicht geschafft... Dann soll sie halt gleich sagen, dass sie kein Interesse hat, bin ja nicht böse. Und so warte ich die ganze Zeit auf ihre Rückmeldung und es kommt nix. Das tut tatsächlich mehr weh, als wenn sie mir von Anfang an gesagt hätte, dass sie keine Zeit/keine Lust hat.
Von meinen Exfreunden brauch ich gar nicht anzufangen...

Offline Mari

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #160 am: 14. Juli 2021, 16:47:35 »
Also zu sagen, dass ich in meiner Freizeit schreibe, finde ich nicht problematisch. Ich erwarte eh nicht, dass sich jemand dafür interessiert. Dass gewisse Menschen meine Bücher lesen, habe ich auch schon aufgegeben. Ich nehme mir dafür die Freiheit, sie als "rubber-dug" zu verwenden. Oder wie Sherlock den Schädel. Ich quatsche sie einfach zu mit meinen Ideen, damit mir beim Quatschen was ein-/auffällt.

Was ich nur selten fallenlasse ist das Genre. Nicht wegen Fantasy, sondern wegen dem "Romantic". Das weckt nur Assoziationen mit Groschenheften oder Twilight und in beidem sehe ich mich nicht.

Offline Exlibris

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #161 am: 24. Juli 2021, 13:17:35 »
Ach ja, das Outing ...

Mit dem Schreiben bin ich tatsächlich bei den meisten auf wenig Probleme gestoßen. Bezüglich Genre halte ich es ähnlich wie @Mari - man erkennt meistens ohnehin relativ schnell, ob sich jemand für Literatur interessiert. Wenn jemand nach Details fragt, erörtere ich gern meine Konzepte, aber das kommt sehr selten vor.

Generell bin ich in meinem unmittelbaren Umfeld eher für meinen Lateinfetisch bekannt als für meine Schreibtätigkeiten. Das ist wohl - man glaubt es kaum - für viele erfassbarer als die Aussage "Ich schreibe in meiner Freizeit Texte und veröffentliche sie irgendwo". Viele Menschen in meinem Bekanntenkreis hatten Latein in der Schule oder sind zumindest in irgendeiner Form damit in Berührung gekommen (oft mit seelischen Narben verbunden). Das sorgt für Assoziationen, das Schreiben anscheinend für weniger.

Das Genre lasse ich, wie gesagt, selten fallen. Uninteressierte Menschen fragen ohnehin meist nicht nach.

@Curlincess Wer kennt es nicht? Ich muss zugeben, dass ich Leuten in meinem Bekanntenkreis nur wenig zu lesen gebe - und dann oft Kurzgeschichten. Trotz Enttäuschungen wurde ich aber auch oftmals sehr positiv überrascht. Ich kenne einige wirklich wundervolle Menschen, die sich für meine Geschichten Zeit genommen und mir eine ehrliche Rückmeldung gegeben haben. Ob sie auf ganze Manuskripte aber genauso reagiert hätten, ist eine andere Frage. Man verlangt doch einiges von einem Menschen, wenn man ihm einen Roman vorsetzt. Manche BetaleserInnen aus dem privaten Umfeld überschätzen sich im Moment der Zusage auch möglicherweise selbst. Aber dann, wenn sie abends nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommen und vielleicht das Dokument am PC erblicken - "noch 250 Seiten" o. ä. - überkommt sie möglicherweise die Resignation. Besonders dann, wenn das Buch nicht ihrem Genre entspricht ...

Aber das sind nur meine Erfahrungen. ;D
"Turning history into avantgarde"
- Krzysztof Penderecki

Offline Linda

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #162 am: 24. Juli 2021, 14:25:49 »
Manche BetaleserInnen aus dem privaten Umfeld überschätzen sich im Moment der Zusage auch möglicherweise selbst. Aber dann, wenn sie abends nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommen und vielleicht das Dokument am PC erblicken - "noch 250 Seiten" o. ä. - überkommt sie möglicherweise die Resignation.

Das folgende bezieht sich nicht nur auf den zitierten Post, (also nicht böse werden) und das Thema "Erst Interesse, danach Schweigen im Walde" ist ein sehr schmerzhaftes für Autoren, wie ich auch finde.

Für Betaleser-Meinungen gibt es einen Trick. Wenn ich nicht gerade weiß, der/diejenige hat einen Laserdrucker zur Hand oder liest prinzipiell kein Papier (weil er einen E-Book-Reader hat), oder es ist zeitlich nicht anders drin, dann gebe ich nur Papierausdrucke raus. Ja, per Post.
Das senkt die Hemmschwelle, sich dranzubegeben. Das Manuskript liegt dann auch sichtbar herum und bringt sich in Erinnerung. Wer liest schon zum Spaß freiwillig am Bildschirm?

Ich selbst würde auch für niemanden irgendwo im Internet auf Seiten rumsuchen und mir unformatierte Texte runterladen, am besten noch zig einzeln gespeicherte Kapitel, die ich zum Drucken dann in eine Datei zusammenfummeln und formatieren darf. Wenn ich jemandem eine Meinung zu seinem Text gebe und Zeit investiere, dann erwarte ich auch selbst ein Mindestmaß an Rücksichtnahme, in diesem Fall wenigstens die komplette Datei in einem Stück in meinem E-Mail oder Schneckenpost-Postfach.
Muss ja nicht gleich der 700 Seiten-Roman sein (hüstel) Kurzgeschichten per Post kosten 1,55 + Umschlag, Tinte und Druckerpapier.
“We like to think we live in daylight, but half the world is always dark, and fantasy, like poetry, speaks the language of the night.”

― Ursula K. Le Guin

Offline NatNat

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #163 am: 24. Juli 2021, 14:39:37 »
Ich habe mich Jahrelang versteckt und meine Leidenschaft für mich behalten. In der Realschule hatte ich eine Freundin, die ebenfalls geschrieben hat, die wusste davon dann auch, alle anderen hatten keine Ahnung.
"Komisch" und "Anders" war ich trotzdem.  ::)
Später hatte ich dann meine beiden besten Freunde (mit denen ich inzwischen seit fast 15 Jahren befreundet bin), die mich damals schon immer ermutigen wollten, zu veröffentlichen.
Jetzt, wo ich begonnen habe, mein Leben neu zu ordnen, umzukrempeln und an mir, meinen Depressionen und meiner Vergangenheit zu arbeiten, stehe ich ganz offen dazu.
Fragt man mich, was ich gerne mache, sage ich, dass ich nahezu jede freie Minute mit dem Schreiben verbringe.

Im Gegensatz zu vielen hier werde ich dafür nicht belächelt, im Gegenteil. Die Menschen sind regelrecht begeistert, löchern mich mit Fragen oder erzählen mir, dass sie früher auch einmal Fanfictions geschrieben haben und feststellen mussten, wie viel Arbeit das ist. Ich werde gefragt, ob ich meine Werke veröffentlichen möchte, ob ich wohl mal eine Leseprobe rausrücken könne und und und.
Ich muss wirklich sagen, die Resonanz ist riesig.
Klar gibt es auch viele, die lesen eben kein Fantasy, aber auch die sind total interessiert daran. Und dabei ist es bisher völlig schnuppe, ob es sich hierbei um Bekannte von mir oder neue Arbeitskollegen handelt.

Ich denke, oft kommt es auch darauf an, wie man dazu steht, dass man schreibt. Wo ich noch meine Selbstzweifel hatte, waren die Reaktionen eher gemischt, teils wurde man belächelt. Seitdem ich offen dazu stehe und generell kein Problem damit habe, was andere über mich oder mein Hobby denken, stehen die Menschen dem sehr positiv gegenüber. Das ist eine wirklich seltsame Beobachtung, finde ich.  ??? ;D

Generell finde ich den Austausch mit anderen auch unfassbar wichtig. Teils frage ich die Menschen, mit denen ich mich über das Schreiben unterhalte, sogar, was genau ihnen denn an Büchern wichtig ist. Da kann man unfassbar viel mitnehmen.

Und ja, mit Fantasy setzt man dann noch einen obendrauf. "Kindisch und unprofessionell", außer man ist natürlich berühmt und erfolgreich damit geworden. Ich habe das Gefühl, das vor allem bei Jüngeren die Entscheidung zwischen cool sein und man selbst sein zu schwer zu tragen ist. Als ich geplaudert habe, dass ich phantastische Texte schreibe, war ich raus. Raus aus der Einladungsliste, der Gruppe, der Unterhaltungen und allem, was eben "cool" war. Nur, weil die meisten nicht wussten, was sie mit mir anfangen sollen. Vermute ich.

Ich bin gerade echt schockiert, was echt für Menschen gibt.  :hmhm?:
Was ist an Fantasy denn bitte "uncool"? Fantasy hat so verdammt viele Facetten. Muss doch nicht jeder Krimis schreiben.

Also alles in allem war das Fantasy Schreiben halt etwas, was ich tue und was ich auch jedem erzähle. Was die Leute letztendlich damit anfangen, ist meist deren Sache.
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Ich verdreh auch immer die Augen, wenn ein Kumpel wieder zu nem Fußballspiel geht. Da habe ICH dann nichts für übrig.
Wenn man schreibt, ist es halt schwieriger, Leute zu finden, die das Interesse teilen.

Auch wenn dieser Kommentar schon ewig alt ist: Genau das ist auch meine Devise.
Und das, was Vera F. Birkenbihl mal erzählte, scheint zu stimmen: Menschen spiegeln dich. Die meisten zumindest.
Seit ich offener damit umgehe, tut es auch meine Umwelt.
Wer diese Frau nicht kennt: Googelt sie. Eine ganz wundervolle Person!

Und bei mir ist es ähnlich: Wenn mir jemand von Partys und Saufen erzählt, könnte ich auch die Augen verdrehen. Dennoch höre ich ihnen zu, dafür hören sie mir dann auch zu.

Offline Frostschimmer

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Re: Wer sich als Fantasyautor outet...
« Antwort #164 am: 27. Juli 2021, 13:04:47 »
@NatNat: Viele finden das sogar weit mehr als „uncool“.
Bis heute ist es so, dass die Leute an der Uni oft eher peinlich berührt reagieren, wenn ich ihnen von meinem Hobby erzähle, sogar auf die Enthüllung, dass ich Videospiele mag, reagieren die meisten weniger irritiert.

Früher, in der Zeit, als ich mit meinem großen Fantasywerk angefangen habe, habe ich das manchmal auch in der Schule, zum Beispiel in Freistunden, in einen speziellen Collegeblock geschrieben – bis zu einem bestimmten Tag. An dem Tag hat einer meiner Lehrer den Block, den ich auf dem Tisch vergessen hatte, genommen und sich darüber lustig gemacht, dass ich wohl an einem Roman schreibe. Am Tag drauf hat so ein Volldepp mir den Block abgenommen, Teile aus meinem Text laut lachend vorgetragen, sich über meine Ambitionen lustig gemacht und den Block in den Müll geworfen. :no: Ich habe den aus dem Müll gefischt und daraufhin Zuhause gelassen. :ithurtsandstings!: Danach habe ich in der Schule nur noch wenig geschrieben und Zuhause immer alles sofort abgeheftet.

Inzwischen habe ich aber auch schon positive Erfahrungen gemacht, was mich sehr freut.
LG
Frostschimmer

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