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Autor Thema: Das Schreiben und die Musik  (Gelesen 5984 mal)

HauntingWitch

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Das Schreiben und die Musik
« am: 04. September 2014, 15:52:19 »
Wir haben ja schon einige verstreute Sachen über Musik und hier und da mal darüber gesprochen, wir haben Threads mit Musiktipps und darüber, wie man Musik in Romane einbaut, aber so etwas Allgemeines fehlt irgendwie. Ich habe auch mit der Suche nichts gefunden (ausser den „Songs zu Charakteren“-Thread, aber der ist mir schon wieder zu spezifisch). Falls die Mods anderer Meinung sind, dürft ihr mich gerne pfannen und verschieben. ;-)

Vor Kurzem ist es mir wieder passiert: Ich hörte einen Song und hatte die Idee für eine Geschichte, eine Kurzgeschichte nur, aber die Idee kam von dem Song. Ich habe dann festgestellt, dass mir das recht oft passiert. Auch werden meine Charaktere sehr stark von Musik geprägt, ich habe für jeden Charakter mindestens einen passenden Song, ich habe Songs für Situationen und Orte, für bestimmte Stimmungen, die mit Charakteren zusammenhängen und so weiter…

Musik ist eine sehr grosse Inspirationsquelle für mich, ich würde sogar sagen, fast noch ein kleines bisschen grösser als Bücher und Filme. Ich versetze mich mittels Musik in die richtige Schreibstimmung und ich finde mich mittels Musik in meine Charaktere und Welten ein. Manches kann ich mehr oder weniger steuern, anderes passiert völlig unbewusst und zufällig.

Ich wollte mal wissen: Wie ist das bei euch so? Dass hier viele durch Musik inspiriert werden, weiss ich aus oben genannten Erwähnungen, aber wie ist es genau? Wie wichtig ist euch die Musik für das Schreiben? Setzt ihr sie gezielt ein oder eher weniger? Wie weit geht es?

Issun

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #1 am: 04. September 2014, 16:08:45 »
Für mich ist Musik eng mit dem Schreiben verbunden. Bestimmt ginge es auch ohne, aber es wäre nicht dasselbe. Ich höre sehr häufig Musik, während ich schreibe, und sehr viel Inspiration rührt von Songs her. Wenn ich in ein Lied abtauche, mich auf nichts anderes konzentriere als die Musik, spielen sich automatisch bestimmte Szenen vor meinem geistigen Auge ab, und das sind meist die intensivsten und solche, die sich gut umsetzen lassen.

Ich assoziiere Lieder gerne mit bestimmten Charakteren. Eine Zeitlang habe ich mir sogar für die wichtigen Charaktere Songlisten angelegt, auf die ich jetzt noch zurückgreife. Allerdings kann es sein, dass ich die Lieder nach einer Weile als nicht mehr so passend für eine bestimmte Figur empfinde, weil die Figur sich in der Zwischenzeit verändert hat.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht der einzige Musikfanatiker hier bin.  ;)

Offline Aylis

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #2 am: 04. September 2014, 16:19:28 »
Musikfanatiker bin ich zwar auch, aber ich muss sagen, dass Musik mir mehr ein Hilfmittel für mein Leben ist. :p
Klingt vielleicht ganz schön doof, aber ich werde eher weniger durch Lieder inspiriert. Lieber verbinde ich beide Mittel der Kunst im Nachhinein, wie beispielsweise Charaktersongs suchen oder zu bereits erschaffenen Szenen passende Musik suchen.

Oft schreibe ich über Musik, also die Kraft mit Musik etwas zu verbinden oder die Charaktere spielen ein Instrument, das an Wichtigkeit erlangt.

Sehr wichtig wird die Musik vor allem in Fanfictions, wie ich festgestellt habe und fragt mich jetzt bitte nicht, warum ausgerechnet da.
Dort forme ich schon mal Charaktere aus Liedern etc. Für richtige, eigene Prosagedanken ist das aber irgendwie nicht so mein Fall.
Da lasse ich mich lieber nebenher von klassischer Musik oder anderen, instrumentalen Stücken beschallen, um richtig in etwas zu versinken.
Das aber auch nicht immer.
Manchmal lenkt sie mich sogar eher ab, weil manche Stücke dann einfach nicht passen.

Größtenteils sind Musik und Schreiben also getrennte Künste für mich - insofern, dass ich keine extra Playlist für verschiedene Werke erstelle oder ganze Plots danach auslege (Auch wenn das MP3-Orakel ganz witzig ist).
Es ist nichts wie es scheint.

Offline Klecks

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #3 am: 04. September 2014, 16:31:56 »
Ich habe auch gedankliche Soundtracks, die für mich untrennbar mit a) der ganzen Geschichte, b) bestimmten Figuren und c) bestimmten Szenen verbunden sind. Wenn ich nach einer langen Projektpause in ein Projekt wieder reinfinden will, höre ich mir die Lieder an, die ich mit ihnen verbinde, dann klappt es immer.  :D

Inspiration bekomme ich von Liedern allerdings nicht. Ich finde sie in fast allem, aber in Liedern seltsamerweise nicht. Die Lieder verbinde ich erst mit einer Szene, wenn die bereits steht, gedanklich oder schon getippt. Der Soundtrack kommt also immer danach.

Online pyon

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #4 am: 04. September 2014, 18:20:20 »
Für mich hat die Musik und das Schreiben auch miteinander zu tun.
Musik inspiriert mich manchmal. Aber wenn sie es tut, dann habe ich eher bestimmte Szenen oder Augenblicke im Kopf und nicht ganze Geschichten. Diese werden erst danach drumherum gesponnen. Aber mehr als einmal habe ich diverse Lieder in Dauerschleife gehört, während ich dazu passende Szenen geschrieben habe. Musik hilft mir dabei recht gut, da sie dazu beiträgt mich mehr in die Stimmung bestimmter Augenblicke hinein zu versetzen, ob es nun gefährlich, melancholisch, traurig oder glücklich ist. Es hilft zumindest mir dabei, die Umgebung noch mehr auszublenden und mich mehr auf das Schreiben und das Geschehen in der Geschichte zu konzentrieren.
Besonders Soundtracks bieten sich dafür gut an. Bei Liedern mit Lyrics werde ich von denen dann doch immer mal wieder abgelenkt.  ::)

Ganze Playlist für Charaktere habe ich noch nie erstellt - aber eigentlich eine sehr gute Idee! Vielleicht versuche ich das auch einmal.  :hmmm:


Kampfmops

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #5 am: 04. September 2014, 18:30:12 »
Für mich hat Musik sehr viel mit meinem Leben und meinen Geschichten zu tun.
Sie inspiriert mich und baut mich auf. Ich habe auch "die" Musik für bestimmte Szenen.

Für Charakteren direkt, habe ich glaube ich zumindest keine Musik.
Aber ich höre z.B. in Schlachtszenen immer die gleichen Lieder. (Oft Hip-Hop und Rap Instrumentals, die eigentlich für Battle-Rap geschrieben wurden, da sie von der Grundstimmung dem sehr nahe kommen).

Mit Text höre ich auch oft Lieder, aber die muss ich dann immer abstellen, weil ich sonst anfange mitzusingen und somit das schreiben lasse.

Erdbeere

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #6 am: 04. September 2014, 18:41:41 »
Wenn ihr wüsstet, wie lange meine Playlist auf iTunes ist, die ich mit NaNo/Schreibmusik beschriftet habe... ::)

Musik und Schreiben gehören für mich definitiv zusammen. Ohne geht gar nichts. Das hat damals schon angefangen, als ich als Teenie FanFiction geschrieben habe. Ich musste nur ein bestimmtes Lied hören, schon hatte ich diese eine Schlüsselszene im Kopf, um die herum ich dann ganze Geschichten gewoben habe.
Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schlimm (*hüstel*), aber ich habe immer noch einzelne Lieder für ganz bestimmte Szenen. Zu Figuren eher weniger, es sei denn, ich stolpere praktisch drüber und finde einen Song, der wie die Faust auf's Auge passt. Aber ich habe eine ganze Reihe von Songs, die ich zum einen für z.B. das Finale, eine Prügelei, für eine Sex-Szene oder für einen waghalsigen Flug unter der Kettenbrücke durch habe, zum anderen für bestimmte Stimmungen. Soll die Szene eher düster sein, heiter, nervenaufreibend oder melancholisch? Ich habe Songs, jawohl.

Schlussendlich lasse ich immer Musik im Hintergrund laufen, sobald ich mit Schreiben oder Überarbeiten beginne. Meist eher leise, so als Hintergrundgeplätscher, was jedoch sofort lauter gestellt wird, sollte ich Stimmung oder diesen einen tollen Song brauchen.
Auswahlkriterien, nach denen ich Lieder auf meine Playlist packe, habe ich kaum. Gefällt mir ein Song, kommt er drauf. :vibes:

Offline Christian

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #7 am: 04. September 2014, 19:31:14 »
Ohne die passende Musik geht bei mir nicht viel. Genauso wie ich am Plot bastele, baue ich mir parallel einen Schreibsoundtrack. Ebenso wie ich Veränderungen am Plot vornehme, verändere ich auch den Soundtrack. Ich habe entsprechende Songs zu den Protagonisten und Antagonisten und - ganz wichtig - einen "Abspann-Song". Dazwischen gibt es dann immer Lieder zu bestimmten Szenen, Emotionen oder was ich sonst so brauche. Ob Musik mich inspiriert, kann ich nicht genau sagen. Das ist mehr so eine Wechselwirkung. Aber auf jeden Fall trägt sie mich bei der Arbeit und sagt mir z.B. ob ich die richtige, also beabsichtigte Stimmung oder Atmosphäre bspw. erschaffe. Dazu muss ich sagen, dass ich Synästhetiker bin, Sinneseindrücke bei mir also quasi mehrfach belegt sind, wenn man es so ausdrücken möchte. Meine Projekte, Szenen usw. haben z.B. oft eine bestimmte Farbe, genauso wie Musik (vor allem wenn sie auch Text/Gesang beinhaltet) bei mir oft eine Farbempfindung hervorruft. Und diese Farben müssen insgesamt passen, sowohl innerhalb des Projekts, als auch in der "Wechselwirkung" mit der Musik. Wenn diese Farben passen, dann weiß ich, dass ich ungefähr richtig liege.
Als ich zu Schreiben begonnen habe, habe ich, so wie wahrscheinlich viele andere auch, eher auf Soundtracks zurückgegriffen, die dann leise im Hintergrund liefen. Inzwischen höre ich beim Schreiben auch oder vor allem Musik mit Text und das schreiend laut. Wobei das von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein kann. Beim Überarbeiten höre ich gar nichts.
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Offline Dahlia

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #8 am: 04. September 2014, 19:54:24 »
Musik ist für mich auch der Quell der Inspiration und ohne halte ich keinen Tag aus! Ich hab Charakter-Songs, manchmal ganze Soundtracks, mit dem MP3-Orakel hab ich auch schon erfolgreich meine Plots vorangetrieben und manche Lieder sind schon unweigerlich mit Szenen/Charakteren in meinem Kopf verknüpft.

Aber:
Mit Text höre ich auch oft Lieder, aber die muss ich dann immer abstellen, weil ich sonst anfange mitzusingen und somit das schreiben lasse.
Genauso geht es mir auch - was schlimm ist, da mich manche Lieder wirklich sehr in Bezug auf Charaktere oder Szenen inspirieren oder in die richtige Stimmung versetzen. Aber meinem Roman ist nicht geholfen, wenn ich lautstark "Defying Gravity" schief mitsinge, anstatt die Szene abzuschließen :d'oh:
Stattdessen höre ich beim Schreiben selbst viel Instrumental, häufig Filmsoundtracks, wo die Tracks ja schon darauf angelegt sind, in einer bestimmten Szene die Stimmung zu unterstützen.
Beim Plotten und Überarbeiten dürfen dann aber wieder meine eigenen Soundtracks laufen.

Kampfmops

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #9 am: 04. September 2014, 20:09:11 »
Oh bei dem mitsingen, kommt es oft drauf an, was man singt.
Schief singen geht bei mir, aber man darf  sich da nichts einreden lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das ich einfach zu den falschen Liedern mitgesungen habe.
Dann kam die Rettung mit "Dem Song", doch da kann ich dann nicht mehr schreiben. Oh einige Sachen würde ich echt gerne lernen, vor allem Guteralgesang. Aber da weiß ich nicht, wie man das lernen kann, weil man kann sich wenn man es falsch macht ganz schön die Stimmbänder ruinieren.

Und der Song ist ...
Spoiler (click to show/hide)
.

Offline Christian

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #10 am: 04. September 2014, 20:24:43 »
Oh einige Sachen würde ich echt gerne lernen, vor allem Guteralgesang. Aber da weiß ich nicht, wie man das lernen kann, weil man kann sich wenn man es falsch macht ganz schön die Stimmbänder ruinieren.
[Off-Topic]: Ein ganz guter Einstieg ins Thema gutturaler Gesang sind die DVDs von Melissa Cross. Dort lernt man vor allem die Grundlagen (die sich nicht so sehr von 'normalem' Gesangsunterricht unterscheiden), die man braucht, um sich die Stimmbänder nicht sofort zu ruinieren. [/Off-Topic Ende]
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Kampfmops

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #11 am: 04. September 2014, 20:32:51 »
Oh tut mir leid. Ich habe das ganz schön OT werden lassen. Vielen Dank Christian. Das werde ich mal ausprobieren.  :jau:
Jetzt aber: [OT-Ende]

Was ich auch toll finde, ist wenn man (wenn man ein wenig musikalisch ist), selber Lieder oder Instrumentals schreibt. Vor allem mit den Gefühlswelten der Charaktere kann man da sehr gut spielen.

Offline Klecks

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #12 am: 04. September 2014, 21:39:26 »
Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D

Notrya

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #13 am: 04. September 2014, 21:44:53 »
Ich brauche Musik auch unbedingt zum Schreiben. Vor allem zum Plotten, und da dann gerne auch mit Gesang, beim Schreiben selbst allerdings geht nur Instrumentalmusik. Für's Plotten und zum Einstieg in die Geschichte habe ich Playlisten aus Liedern, die zur Geschichte insgesamt oder zu einer bestimmten Figur /Szene gehören. Da meine Figuren die unangenehme Angewohnheit haben, früher oder später Gefahr zu laufen, ihren Charakter zu verändern, helfen mir die zu ihnen passenden Lieder dabei, genau das zu vermeiden. ;D

Eine wirkliche Inspirationsquelle ist Musik für mich aber irgendwie nur beim Dichten. Da bringt mich die Musik - ob nun ein ganzes Lied, ein Wort, eine Melodie ... - auf Ideen, die mir sonst nie gekommen wären. Beim Romaneschreiben ist mir sowas, glaube ich, noch nicht passiert.

Offline Klecks

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Re: Das Schreiben und die Musik
« Antwort #14 am: 04. September 2014, 21:48:58 »
Eine wirkliche Inspirationsquelle ist Musik für mich aber irgendwie nur beim Dichten. Da bringt mich die Musik - ob nun ein ganzes Lied, ein Wort, eine Melodie ... - auf Ideen, die mir sonst nie gekommen wären. Beim Romaneschreiben ist mir sowas, glaube ich, noch nicht passiert.

Ich finde, Lieder sind oft Gedichte mit Melodie, von Instrumenten untermalt. Vielleicht hängt das bei dir deshalb so zusammen.  :D

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