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Dinge, die ein*e Autor*in nicht hören will

Begonnen von Nika, 20. Dezember 2012, 12:35:55

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Coppelia

Unter anderem, wobei ich die Frage selbst im Nachhinein irgendwie doof gestellt fand und es mir leid tat, dass ich es überhaupt gemacht habe. :) Schließlich ist es eine Frage, die ich selbst klären müsste. Dafür kann ich nicht die Zeit anderer in Anspruch nehmen.
Es ist aber halt typisch mein bester Freund - einfach schonungslos ehrlich. Und dafür mag ich ihn ja auch. :)

Maja

Ich kann dir sagen, was ich an deinen Geschichten mag, Coppi. Zum einen deine Figuren, die ausgefeilt sind und glaubwürdig und immer plausibel, und die einem ans Herz wachsen, ohne dabei direkt sympathisch sein zu müssen, und deine poetische Sprache. Ich finde deine Geschichten extrem intelligent und elegant. Und ich wünsche ihnen wirklich endlich den verdienten Erfolg.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Coppelia

#437
Vielen Dank, @Maja, das ist echt lieb von dir. :knuddel: Schau'n mer mal. :) Ein wichtiger Punkt wird sicher sein, Stärken in Eigenwerbung zu verwandeln. :rofl:

Edit: Vielleicht kann ich dich mal für eine "Quote" (oder wie heißt das Zitat bekannter Autor*innen auf unbekannten Büchern?) ansprechen. :rofl:

Maja

@Coppelia
Dofort, jederzeit und für jedes Buch. Ich weiß nur nicht, ob mein Name, den immer noch kein Schwein kennt, zieht - aber geehrt fühle uch mich trotzdem und schreibe dir so viele Testimonials, wie du easen kannst.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Coppelia

Danke, @Maja. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen rumblödeln, aber wenn du das schon anbietest, komme ich vielleicht wirklich drauf zurück. Auf jeden Fall kennen dich mehr Schweine als mich. ;D

moonjunkie

Neulich habe ich mehreren neuen Bekannten nebenbei erzählt, dass ich schreibe. Einige konnten damit nichts anfangen (und ja, das waren die, die eh nie zum lesen kommen) und eine Frau fand es ganz toll. Sie wollte allerdings ständig, dass ich einen Krimi schreibe, obwohl ich vorher gesagt hatte, was ich schreibe und dass ich mal einen Krimi probiert habe, da aber viel mehr Planung und Übung noch nötig ist). Dann kamen ständig Vorschläge, was ich schreiben könnte und vor allem hat sie ständig vermutet, dass ich alle ihre Lebensgeschichten notiere. Und sie suchte noch eine Biografin für sich ... öh. Aber insgesamt waren die Reaktionen schon positiv, auch wenn manche nichts damit anfangen konnten.

Die Krönung ist allerdings eine gute Freundin von mir, die seitdem ich Liebesromane schreibe und sogar Heftromane, das ganze extrem belächelt. Sie hat sogar neulich einfach mal meinen einen Roman genommen und den letzten Satz gelesen und gemeint: oh, wie schnulzig! Ich nehme es ihr nicht krumm, weil ich sie kenne, aber eigentlich ist es schon nicht sonderlich nett. Sie selbst liest natürlich ausnahmslos Krimis und Thriller, keine Fantasy und auf keinen Fall Liebesromane.

Meine Tante hat meine ersten Romane auch noch gerne gelesen, aber als dann meine Hauptfigur Sander sich in Wind verwandeln konnte, ist sie ausgestiegen. DAS könne sie auf keinen Fall nachvollziehen (obwohl sie ansonsten ziemlich viel Fantasy liest), kurios.

Angela


ZitatDie Krönung ist allerdings eine gute Freundin von mir, die seitdem ich Liebesromane schreibe und sogar Heftromane, das ganze extrem belächelt.
Ich denke, vielen Menschen macht es Angst, wenn Freundinnen/Freunde Dinge machen, die sie nicht nachvollziehen können/die ungewöhnlich für sie sind. Also machen sie es lächerlich/ werten es ab.
Ich rede in meinem Umfeld nur mit wenigen Leuten über mein Schreiben. Wenn da einmal so ein entsprechender Spruch kommt, nie wieder.

moonjunkie

@Angela
Da könntest du recht haben. Gerade, weil meine Freundin auch selbst nie Liebesromane lesen würde - oder Fantasy. Also die beiden Dinge, die ich schreibe. Einige können einfach auch überhaupt nichts damit anfangen.
Insgesamt bekomme ich aber viele positive Reaktionen und maximal ein distanziertes Interesse, weil derjenige selbst nie liest.

Den Spruch "Ich wollte auch immer mal ein Buch schreiben" habe ich aber auch schon oft gehört, nicht zuletzt von einer anderen Tante. Ich befürworte das immer, aber vermutlich findet sie dann doch nie Zeit dafür.

@Coppelia
Manchmal fällt es einem auch einfach schwer, die guten Dinge in Worte zu fassen, die ein Autor oder eine Autorin besonders machen. Das heißt ja überhaupt nicht, dass du keine besonderen Fähigkeiten da hast. Ich habe auch noch ein Buch von dir im Regal stehen, wozu ich noch nicht gekommen bin, kann also auch nichts dazu sagen, was dein Schreiben besonders macht. Aber Maja hatte das ja schon schön herausgestellt.
Oft bleibt es bei Urteilen über Bücher (gerade bei Leuten, die selbst nicht schreiben, sich also mit dem Handwerk gar nicht so sehr beschäftigen) bei einem: "mag ich" oder "mag ich nicht". Nimm das also nicht persönlich und erst recht nicht als sinnvolle Einschätzung deines Könnens. Selbst herauszufinden, was man besonders gut kann beim Schreiben, finde ich übrigens doppelt schwierig. Da ist man einfach zu nah dran. Ich kann das nur aus Rezensionen oder Rückmeldungen zu meinen Geschichten ablesen und selbst da ist es ja auch noch oft Geschmackssache.

Schneerabe

Uh ich hab auch mal was das ich nicht mehr hören mag:

Bitte warten, haben sie Geduld.
(Nur damit die Geduld dann mit einem fortwährende Schweigen belohnt wird, das eine Absagte bedeutet, versteht sich, versteht sich)

Ich habe Verständnis für die Lage von Verlagen, so ist nich... natürlich sind sie überlastet, unterbesetzt und alles. Ich weiß wie es dazu kommt und das man es nicht ändern kann. Ich will einfach nur auch mal jammern schätze ich.
.
Ich habe in... 4 Jahren? Bestimmt schon über 100 Bewerbungen verschickt und ich habe abgesehen von den paar Zweizeilern meiner EX-Agentur 0-Feedback bekommen. (Und die konnten mir auch nicht sagen woran es scheitert) Ich weiß auch, warum das Verlagswesen kein Feedback mehr geben kann (Überlastung ja ich weiß, habe Mitleid, irgendwie, manchmal, wenn mich das vornehme Schweigen gerade nicht innerlich tierisch anfrisst)

Was ich nicht hören will ist also auch teilweise das ich schlicht und ergreifend GAR NICHTS höre. Wie soll man sich denn irgendwann mal weiterentwickeln wenn NIEMAND mit einem redet? Das macht mich manchmal einfach wütend, dieses endlose ins Blaue hinein tappen und mit der Wahrsagerkugel hoffen das man möglicherweise auf der richtigen Fährte ist was das "Problem" an einem angeht... Kennen bestimmt auch andere hier... Naja dann geh ich mal wieder stoisch Tee trinken.
"To hell or to Connacht."

Das AnKa

#444
Zitat von: Schneerabe am 28. April 2020, 21:35:39
Ich habe in... 4 Jahren? Bestimmt schon über 100 Bewerbungen verschickt und ich habe abgesehen von den paar Zweizeilern meiner EX-Agentur 0-Feedback bekommen. (Und die konnten mir auch nicht sagen woran es scheitert) Ich weiß auch, warum das Verlagswesen kein Feedback mehr geben kann (Überlastung ja ich weiß, habe Mitleid, irgendwie, manchmal, wenn mich das vornehme Schweigen gerade nicht innerlich tierisch anfrisst)

Was ich nicht hören will ist also auch teilweise das ich schlicht und ergreifend GAR NICHTS höre. Wie soll man sich denn irgendwann mal weiterentwickeln wenn NIEMAND mit einem redet? Das macht mich manchmal einfach wütend, dieses endlose ins Blaue hinein tappen und mit der Wahrsagerkugel hoffen das man möglicherweise auf der richtigen Fährte ist was das "Problem" an einem angeht... Kennen bestimmt auch andere hier... Naja dann geh ich mal wieder stoisch Tee trinken.

Das kann ich gut nachvollziehen. Scheint überall eine Unart geworden zu sein, keine Rückmeldung zu geben. Es ist zwar natürlich so, dass wir alle wissen, dass Kunden/Verlage/Auftraggeber viel zu tun haben. Aber ich versuche es immer mit mir und meiner eigenen Arbeitsweise zu vergleichen. Wenn ich gerade an meine Kunden, Auftraggeber und Teilnehmer denke: Ich gebe zumindest immer das Feedback, dass ich kein Feedback geben kann aufgrund Maximalauslastung und rege dann dazu an, wenn diese unbedingt mehr Rückmeldung brauchen, dass Sie sich doch bitte ab KW 123 bei mir melden mögen - gerne telefonisch. Bei uns in der engeren Familie war schon immer jeder selbstständig und egal, wie sehr die Bude gedampft hat, für Feedback war immer Zeit und ist in jedem Falle wichtig. Insbesondere, weil Kunde und Auftraggnehmer ja oft fließend ineinander übergehen, gerade in Branchen mit Content (was man sicherlich ganz gut auf den Fantasy-Buchmarkt übertragen kann, ich schätze mal, im Genre läuft das ja nicht sooo viel anders als im fachliterarischen Bereich). Ich hätte dann immer Angst, dass das auch negativ auf meinen ganzen Betrieb zurück fällt hins. PR. Aber naja, hat ja jeder eine andere Philosophie dahingehend...

---

So, und was ich nicht mehr hören kann:

X: "Was machst du jetzt eigentlich beruflich?"
Le me: "Schreiben."
X: "Achso, dann bist du jetzt quasi Hausfrau geworden. Na, dein Mann verdient ja gut."

-> Aha. Deswegen sitze ich täglich von 8 bis 21 Uhr im Büro :wums:

Oder, der Klassiker:

X: "Schreiben? Davon kann man leben? Glaub' ich nicht!"

(kurze Anmerkung am Rande: Ich arbeite in erster Linie als Fachautorin und Fantasy ist zZt nur Hobby. Aber trotzdem.)

Coppelia

@Schneerabe
Ja, ich kenne das Probleme exakt. Geht mir ganz genau so. Was dabei herauskommt, jedenfalls bei mir, ist ein merkwürdiges Paradox. Einerseits zwar das Gefühl, gute Geschichten zu schreiben. Andererseits das Gefühl, irgendwie alles falsch zu machen, ohne dass ich weiß, was es ist, oder jemals dahinterkomme. Zumal ich ja schon mal im professionellen Bereich war.
Ich glaube, weiterentwickeln kann man sich schon für sich selbst ganz gut, nur sich in die "richtige" Richtung zu entwickeln ist sehr schwer. Jedenfalls für mich.

Tasha

#446
Zitat von: Das AnKa am 07. Mai 2020, 09:55:53

So, und was ich nicht mehr hören kann:

X: "Was machst du jetzt eigentlich beruflich?"
Le me: "Schreiben."
X: "Achso, dann bist du jetzt quasi Hausfrau geworden. Na, dein Mann verdient ja gut."

-> Aha. Deswegen sitze ich täglich von 8 bis 21 Uhr im Büro :wums:




Der Kommentar würde mich aber auch extrem nerven, muss ich sagen! Das klingt so herabwertend dem gegenüber was du tust. Ich glaube ganz ehrlich ich würde versuchen mit Leeuten, die so etwas ablassen möglichst nur noch wenig engeren Kontakt zu haben.

@Coppelia und @Schneerabe Schweigen ist echt manchmal das unangenehmste feedback. Ich kann wirklich auch die Verlage verstehen, aber eben auch, wie es euch damit geht. Da wäre jede harsche Kritik manchmal besser, damit man zumindest weiß, woran man arbeiten kann.
Eine Freundin von mir, die beim Sadwolf Verlag arbeitet hat mir allerdings gerade erst vorgestern wieder gesagt, dass eine Ablehnung oft gar nicht an der Qualität liegt, sondern einfach an der begrenzten Kapazität der Verlage. Das hilft einem dann natürlich auch nicht weiter, das zu hören, aber selbst eine Standartabsage wäre ja manchmal gut, damit man aufhören kann zu warten. Ich glaube davor scheuen dann wieder einige Lektoren zurück, weil sie denken es entmutigt die Schreiber...


Was ich als Autor nicht mehr hören will ist alles, was in die Richtung geht, ob man nicht lieber etwas "Richtiges" machen möchte. Heutzutage höre ich das nicht mehr, weil ich ja sowieso einen anderen Beruf habe, aber ich muss sagen, dass mich das früher schon entmutigt hat, überhaupt ernsthaft zu schreiben und dafür viel Zeit zu verwenden.
We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars (Oscar Wilde)

Robin

Zitat von: Natascha am 07. Mai 2020, 11:32:02Was ich als Autor nicht mehr hören will ist alles, was in die Richtung geht, ob man nicht lieber etwas "richtiges" machen möchte. Heutzutage höre ich das nicht mehr, weil ich ja sowieso einen anderen Beruf habe, aber ich muss sagen, dass mich das früher schon entmutigt hat, überhaupt ernsthaft zu schreiben und dafür viel Zeit zu verwenden.

Das könnte ich aufsticken, einrahmen und mir ständig vor Augen halten. So quasi eine kleine Tafel mit Dingen, die man in meiner Anwesenheit nicht laut zu sagen und nicht leise zu denken hat.  ::)  Ich höre es jetzt noch beim Übersetzen... "Mach doch was Richtiges daneben!" Nope. Selbst ein 20-Stunden Kassenjob würde meinen Übersetzungsberuf unnötig erschweren.

Dinge, die ich als Autor auch nicht mehr hören will: "Woher willst du das wissen, wenn du es selbst nicht erlebt hast?" (Heute schon wieder zwei Male.) So was nennt sich Recherche.  :wart:
~Work in Progress~

Gizmo

Also so generell zum Thema "etwas Richtiges machen": Die entsprechenden Leute würde ich in der aktuellen Situation mal gerne sehen, wenn jeder "etwas Richtiges" macht und sie in der Bude hocken müssen ohne Bücher, Games, Filme, Serien (die kommen genauso wenig von Netflix wie Strom aus der Steckdose), Comics und so weiter und so fort.
Entschuldigt, das klang jetzt angefressen, aber etwas ähnliches habe ich mir in letzter Zeit auch mal öfter anhören dürfen...
"Appears we just got here in the nick of time. What does that make us?"
"Big damn heroes, sir!"
- Joss Whedon's "Firefly", Episode 5, "Safe"

Federstreich

Zitat von: Gizmo am 07. Mai 2020, 12:54:35
Also so generell zum Thema "etwas Richtiges machen": Die entsprechenden Leute würde ich in der aktuellen Situation mal gerne sehen, wenn jeder "etwas Richtiges" macht und sie in der Bude hocken müssen ohne Bücher, Games, Filme, Serien (die kommen genauso wenig von Netflix wie Strom aus der Steckdose), Comics und so weiter und so fort.
Entschuldigt, das klang jetzt angefressen, aber etwas ähnliches habe ich mir in letzter Zeit auch mal öfter anhören dürfen...
Mag angefressen klingen, ist aber so wahr! Stimmt. In solchen Situationen müsste man sagen: "Ok, mach ich. Aber werf gefälligst Radio, Fernseher, Bücher und Computerspiele weg. Braucht man dann ja gar nicht. Es genügt die Tageszeitung." Und wehe, da ist ein Comic drin! Erst dann verstehen diese Menschen, was sie da sagen. Vielleicht.