Tintenzirkel - Das Fantasyautor:innenforum

Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Janika am 11. Dezember 2012, 14:10:52

Titel: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Janika am 11. Dezember 2012, 14:10:52
Hallo ihr Lieben,


seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit einem Problem, das ich nun mit euch teilen will. Ich bin gespannt, wie ihr es damit haltet.
In all meiner Zeit als Schreiberling habe ich mich immer mal wieder im Plotten versucht, es aber schnell wieder aufgegeben, weil ich einfach gescheitert bin. Seit ich im Tintenzirkel bin, habe ich Threads gewälzt un es vermehrt versucht - bislang weiter ohne wirklichen Erfolg. :gähn:

Jetzt interessiert mich - wie genau plottet ihr? Es gibt da ja sicher unzählige Möglichkeiten, jeder hat für sich seine für ihn/sie funktionierende Variante gefunden. Ich bin so weit leider noch nicht, ich weiß nur, dass ich mit der Schneeflocken-Methode nicht klarkomme.
Also, welche Variante verwendet ihr, und wie funktioniert die? Oder habt ihr eine eigene Vorgehensweise entwickelt?

Und meine zweite, damit verknüpfte Frage: Wie habt ihr gelernt, zu plotten? Es gibt sicher Leute unter euch, die das nicht von Anfang an konnten, so wie mich. Wie seit ihr zu Plotting-Profis geworden oder zumindest zu -Könnern?

Ich bin neugierig und hoffe, dass die Antworten hier sowohl mir als auch anderen Tintenzirklern mit meinem Problem helfen werden! 8)


Gruß
Janika
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Erdbeere am 11. Dezember 2012, 14:25:01
Gute Frage. Ich weiss gar nicht, ob ich wirklich nach Methode plotte, oder einfach kreuz und quer aufschreibe, war mir in den Sinn kommt.

Mit der Schneeflockenmethode habe ich es einmal versucht und bin kläglich gescheitert. Ich kann nicht plotten, wenn ich so enge Vorgaben habe, an die ich mich halten muss. Ich hätte damals gern Schritt 10 gemacht, obwohl ich erst bei Schritt vier war, weil mir dazu was einfiel, aber ging eben nicht, weil ich Schritt vier noch nicht gemacht hatte. Oder so ähnlich.

Für mich funktioniert folgendes: Als erstes habe ich immer die Figuren. Allein von ihren Motiven, Beweggründen und Zielen und von der Konstellation untereinander ergeben sich bereits einige Möglichkeiten an Plot. Meist habe ich gleichzeitig mit den Figuren (oder zumindest einer Figur) eine vage/konkrete Idee oder eine ganze Szene (meist eine Schlüsselszene) im Kopf, die ich dann aufschreibe.
Aufgrund dieser Bruchstücke werfe ich Angelhaken in alle Richtungen aus. Ideen werden herangezogen. Was sich gut und richtig anfühlt, wird genommen, der Rest wieder in den Pool geworfen. Nach und nach kann ich diese Ideen aneinander reihen, bis sich ein halbwegs dichter Plot ergibt.
Die Ideen und Plotstücke kommen aber nicht alle auf einmal. Manchmal bleiben selbst dann noch grosse Lücken, wenn ich bereits mit dem Schreiben begonnen habe. Das tolle ist jedoch, dass sich meist alles wie von selbst fügt, oder dass mir z.B. auf dem Weg zur Arbeit plötzlich ein Lichtlein aufgeht.
In meinem Kopf kann ich bereits die ganze Geschichte mit rotem Faden und allem sehen, doch ich schreibe mir trotzdem immer alles auf, denn während ich es aufschreibe, erkenne ich, dass mein Hirn mir manchmal Streiche spielt. Mir kommen neue Ideen, Logikbrücke fallen mir auf etc. pp. Und wenn ich einmal in einem Plotloch feststecke, lasse ich meinen Figuren freie Hand, die wissen meist ganz gut, wohin die Geschichte gehen soll.


Edit: Gelernt habe ich durch Übung. Ich weiss, klingt doof, ist aber so. Ich gehe das Plotten meist so an, als müsste ich ein Referat vorbereiten. Thema, Vorwort, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Fazit. Recherche, Recherche, Recherche (aus der sich meist auch wieder Ideen für den Plot ergeben), roter Faden, alles muss schlüssig sein. Ich bin wahrscheinlich die Einzige, die so arbeitet. ;D
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Naudiz am 11. Dezember 2012, 14:28:43
Das ist eine interessante Frage, Janika.

Für mich war das Schreiben lange Zeit eine rein intuitive Sache. Plotten? Nee, dat is' nix für mich. Als ich mich dann aber immer wieder in Sackgassen schrieb, in denen ich nicht wusste, wie es nun weitergehen soll, versuchte ich es mit dem Plotten - leider nur mit mäßigem Erfolg. Von den gängigen Methoden fühlte ich mich in meiner Kreativität eingeengt und landete noch eher in einer Schreibblockade als vorher. Also habe ich schlichtweg weitergemacht wie früher, nämlich Drauflosschreiben, und gehofft, dass die Fäden irgendwann von selbst zusammenlaufen. Und wieder geriet ich nur in Sackgassen.

Dann kam der NaNo 2011. Ich wusste, wenn ich hier nicht genau plane, wohin die Reise gehen soll, würde ich scheitern. Trotz meiner schlechten Erfahrungen mit dem Plotten setzte ich mich hin und schrieb die Geschichte in Stichpunkten auf - nur die wichtigsten Plotpunkte, keine Nebensächlichkeiten. Der NaNo kam, und: Meine simple Art zu plotten funktionierte. Dadurch, dass ich nur die wichtigsten Sachen aufgeschrieben habe, agierte ich nicht in einem zu starren Rahmen und konnte deswegen immer mal wieder neue Ideen mit einbringen, auf die ich erst während des Schreibens kam. Trotzdem ging ich nie verloren, da ich die Grundpfeiler ja bereits errichtet hatte - ich musste nur den Raum dazwischen mit Ideen füllen.

Diese Art zu plotten hat sich in bisher zwei NaNos bewährt, und ich benutze sie bis heute erfolgreich. Und gelernt habe ich sie nur von mir selbst und dank meiner gescheiterten Gehversuche mit anderen Plotmethoden.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Fianna am 11. Dezember 2012, 14:44:28
Ich habe eine Mischung aus verschiedenen Tipps oder teilweise nur Informationen zusammen gefügt, so dass es für mich passt. (EDIT: Ich lese keine Schreibratgeber, spätestens seit einigen Forumsdiskussionen, die mich als passiven Mitleser dazu brachten zu glauben, dass die Autoren alles um eine ideologie aufbauen. Ich brauche keine Ideologie, z.B. was eine Geschichte vorantreibt o.,Ä. (doofes Beispiels) sondern Werkzeuge; also lese ich Autorenblogs und Hintergrundberichte zu Romanen, teilweise lese ich die Methode noch in der Schreibwerkstatt nach, wo Jacky das in ihrem Blog erklärt, und dann picke ich mir die Werkzeuge raus, die für mich funktionieren.)


- Als erstes habe ich i.d.R. einen Konflikt im Kopf (ganz selten bekomme ich den Genre-Jieper und möchte für ein von mir nie zuvor beackertes Genre eine Story schreiben, dann suche ich zuerst den Konflikt). Meistens ist es der Hauptkonflikt.

- Dann überlege ich mir, welche Personen daran beteiligt sind und ob sie (Charakter, Vita, innerer Konflikt) da reinpassen.

- Als nächstes überlege ich mir ganz kurz die Handlung. Das ist NICHT dieses Schneeflockenmäßige "Die Handlung in einem Satz" weil ich da sicher zu viele Infos drin habe und dafür 3-5 Sätze brauche (bei sehr komplexen Handlungen etwas mehr).

- Dann habe ich Konflikt, Lösung, 'was passiert?' sowie ein grobes Bild der wichtigsten Protagonisten.  Das klopfe ich ab, ob es stimmig ist, z.B. passt teilweise die Vita des Protagonisten nicht (mehr) zu der Handlung, der Charakter hat keinerlei Schwächen oder aber seine Motivation ist nicht ganz klar. Das behebe ich.

- Wiederum als nächstes klopfe ich die 'Gegebenheiten' der groben Handlung ab: passt das Setting? Ist es stimmig oder muss ich ein neues Land erfinden? (--> was für Faktoren müssen da sein? Herrschaftsform, Magie, Gesellschaft, Religion --> nur die gröbsten Dinge erstmal, die für die Handlung wichtig sind, und schauen, ob man die notwendigen Faktoren mit den bisherigen groben Dingen stimmig zusammen bringen kann)
Bei historischen Settings: passt es oder muss ich den groben Plot an die historischen Umstände anpassen?
Ist Motiv/Tätersuche/Lösung klar (bei einem Krimi); ist stimmig, wieso es zu dieser Eskalation kommt (bei einem Krieg); ist klar, wieso sich der Protagonist selbst Weg steht; sind Motive/Konflikte/Lösungen in diesem Genre abgeschmackt oder kann man es verwenden...

- Dann unterteile ich die Handlung in grobe Teile, die ich einzeln bearbeite bei der Plotentwicklung. [Edit: Ich meine damit Orientierungspunkte: die Handlung oder Charaktere erreichen an dieser Stelle einen Punkt, der notwendig für die Handlung ist.)
Diese waren oft auch örtlich gebunden oder an andere Dinge; bei meinem neuesten Projekt versuche ich, darüber eine 3-Akt-Struktur zu legen. (Das hat nichts mit diesem aristoteleischen Aufbau zu tun, ich habe den Krimi-Plot einfach grob in Drittel geteilt. Bei einem anderen Projekt mache ich vielleicht 4 oder 5 Akte).

- Dann plotte ich und schreibe parallel Charakterblätter zu den auftretenden Personen.

- Dann schaue ich, ob meine Personen stimmig sind, ob ihre Handlung innerhalb des Plots wirklich logisch ist.

- Dann schaue ich, welche Personen fehlen, das sind meist Nebenfiguren, die oft aber eine wichtige Rolle im Plot haben. Also entwickle ich um diese Funktion einen glaubhaften Charakter.

- Bei dem Auftreten vieler Personen/Nebenfiguren tippe ich das in eine (sehr unordentliche und in den Zellen übervolle) Tabelle und schaue, ob sich Muster in den Personen wiederholen. Ich habe mich da an einem Konzept von Kerstin Pflieger orientiert, die ihre Arbeitsweise anscheinend aus diversen Schreibratgebern generiert hat. Ich mache da aber andere Überschriften als sie. *nachguck* Aktuell sind es bei meinen kriegführenden Elben 'Name', 'Position', (die nächsten beiden Punkte habe ich von Kerstin Pfliegers Blog übernommen:) 'was will er erreichen?', 'was hält ihn davon ab?', 'Storyline'. beim letzten Punkt fasse ich grob die Person im Plot zusammen, was sie tut oder wie sich entwickelt --> das Allergröbste.

- Dann prüfe ich alles, ob es stimmig zusammen geht. Irgendwo dazwischen mache ich etwas Weltenbau bei Fantasygeschichten. Immer wenn es eben erforderlich ist, z.B. die Geschichte einer Person oder die Hindernisse der Handlung gehen auf Gegebenheiten der Fantasywelt zurück, so dass ich parallel zum Arbeiten an der Welt schraube.

- Dann denke ich eine Anfangssituation aus (oft ist da viel Vorgeschichte bei, die in Rückblenden oder in eingestreuten Infos vermittelt wird) und eine Endsituation. Daraus mache ich dann Anfangsszene und Endszene.
Ich überprüfe, ob mein Plot mit den Charakteren wirklich auf dieses Endszenario hinsteuert oder ob es Autorenwillkür ist. Dann passe ich entweder das Ende an oder, wenn das Ende entscheidend ist, drehe ich an Plot oder Charakteren, bis es passt.


Bei einem anderen Projekt habe ich die Storyline aus Sicht des Hauptcharakters zusammen gefasst - was er weiss, wie er warum handelt um was zu erreichen, wie er sich entwickelt.
Das habe ich seitdem bei anderen Projekten nicht mehr gemacht, aber ich denke, ich werde es vereinzelt beibehalten, mir fallen manche Projekte ein, bei denen das mir hilfreich ist. Es gehört aber nicht zum Standardprogramm.

_____
Als nächstes werden die Abschnitte 1-? unterteilt und ich notiere in Stichworten die Szenen, die notwendig sind, um die Handlung so abrollen zu lassen. Dann schaue ich, ob meine Szenen wirklich logisch zu den Ende von Abschnitt 1 führen, denn sonst sind Abschnitt 2 und evt die ganze Handlung in Frage.
Nachdem alles stimmig gemacht wurde, schaue ich, ob alles gut verteilt ist, also z.B. nicht die Charaktere aus dem wichtigen Teil 9 erst auch da auftauchen; ob ich Action, Hintergrund etc ausgewogen habe; und so weiter.

Dann schreibe ich die Szenen und passe (vermutlich) zwischendrin den Plan an.

___________

Soweit bin ich noch nicht gekommen, da ich das mit den Abschnitten und Szenen erst bei meinem letzten Projekt eingeführt habe.

Ob es also funktioniert oder ob ich die Szenen zwischendrin umschmeisse, weiss ich nicht.
Allerdings wollte ich mit den Abschnitten dafür sorgen, dass mein grober Plotplan bzw. meine Konfliktlösung oder meine Endsituation auch wirklich bestehen bleiben und ich mich in keine Sackgassen schreibe. So kann ich mich nur bis zu einem Abschnittsende verlaufen, an dessen Ende eine wichtige Handlung oder eine wichtige Erkenntnis eines Protas steht, und kann schauen, wie ich anders zu dieser Handlung/Erkenntnis/was-auch-.immer vom Abschnittsende komme.

~~~~~~~

Da ich schon Projekte wegen zuwenig Planung an die Wand oder in eine Sackgasse gefahren habe, finde ich das System bisher sehr gut. Der Beginn der Arbeitsweise wechselt bei mir oft (teilweise Charaktere vor Handlung), je nachdem was zuerst da ist und was auf einen Punkt "ausstrahlt".
Komplett erprobt habe ich es bisher nur an KGs, der Roman-Test steht noch aus :) Bisher klappts aber gut und ist notwendig, weil ich i.d.R. komplexe politische Situationen verarbeite, und da ist der Nachteil, dass es teilweise verdammt schwer auszudenken ist. In der Hinsicht ist ein historisches Setting besser, denn was ich mir beim Brainstorming so zusammen denke, passt nicht immer zum Plot oder Setting, also finde ich das bisher erprobte für absolut notwendig - für mich.

Ob ich das szenenweise Planen und Schreiben auch durchziehe, schaue ich mal :)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: sirwen am 11. Dezember 2012, 14:48:20
Ich glaube, wie du für dich am besten plottest, musst du herausfinden, in dem du es machst, also Erfahrung sammelst. Je nach Projekt kann es nämlich auch anders sein.
Bei mir ist es oft so, dass ich auch zu Beginn Figuren habe. Und ich benutze tatsächlich das MP3-Orakel als Ausgangspunkt für manche Geschichten. Meistens ist es so, dass eine Geschichte oder ein Plot lebt und sich verändert. Ich habe dann eine vage Idee und beginne zu schreiben. Nach ein paar Seiten bekommt man ein Gefühl für Figuren, Welt und Plot, je nachdem kann da ein bereits im Voraus detailliert geplanter Plot arg einschränken. Wichtige Grundpfeiler, wie Naudiz sie erwähnt, sollte man aber schon aufschreiben, dann sieht man auch, wie viel Platz für anderes Geschehen dazwischen bleibt.

Was mir beim Plotten extrem hilft, ist, sich im Klaren zu sein, welche Figur welche Motivation hat. Je nachdem funktionieren dann nämlich schön geplante Plot-Twists nicht, einfach weil es nicht zur Figur passt. Dann muss man flexibel sein.

@Janika: Probier doch einfach aus. Niemand zwingt dich dazu, diese oder jene Methode zu benutzen, also sei einfach frei und fang an. Wenn das Projekt scheitert, bist du auf alle Fälle auch um ein Stück Erfahrung reicher. Es kann nicht immer klappen, aber was soll's :).
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Zanoni am 11. Dezember 2012, 14:48:27
Also ich bin ein absoluter Heldenreise-Modell-Anhänger - damit habe ich bisher die allerbesten Ergebnisse erzielt (sowohl bei eigenen Stoffen wie auch denen anderer).

Am Anfang steht eigentlich immer der zentrale Konflikt, also der dramatische Höhepunkt der Geschichte (idealerweise mit äußeren und inneren Konflikten gleichermaßen). Wenn der Punkt klar ist, geht es um die Frage, wie die Ausgangssituation und das Ende, nach dem zentralen Konflikt, aussehen. Was geschieht mit der Hauptfigur? Das sind dann schon die wichtigsten Punkte einer Geschichte, die man beim Plotten unbedingt im Auge behalten sollte. Tja, und dann kann es auch schon an die Ausgestaltung der Details der Geschichte gehen. Weil man dann bereits weiß, was das Wichtigste an der Geschichte ist, lassen sich die vielen Details meist sehr gut auf diese Punkte ausrichten.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Ludovica am 11. Dezember 2012, 14:49:23
Bei mir fängt der ganze Prozess eigentlich ähnlich an wie bei Erdbeere. Als erstes sind eigentlich immer die Charaktere oder sehr grobe Ideen für ein Setting da, in das sich dann nach und nach Charaktere einschleichen.

Als Beispiel aus der High Fantasy: Bei der Geschichte, die ich momentan in meinem Kopf plotte, obwohl ich eigentlich meine Nano-Geschichte fertig schreiben sollte ( :versteck:) hat sich zum Beispiel ganz am Anfang eine Dame in meinem Kopf eingenistet, von der ich anfangs nur wusste, dass sie ein hohes Tier in der Wache eines Stadtstaates ist. Ich hab diese Dame einige Tage mit mir herumgetragen, und langsam hat sich die Idee ausgeweitet: Die Stadt hat Gestalt angenommen, soziale Konflikte sind aufgetaucht, Machtstrukturen haben sich langsam ausgebreitet, und ausgehend davon sind neue Charaktere entstanden.

Nachdem ich die allgemeine Struktur des Settings (Kultur, soziale Ordnung, soziale Probleme etc.) hatte, habe ich dann angefangen, mir mehr Gedanken über die Charaktere zu machen. Was sind ihre größten Ängste? Was wollen sie? Und dann habe ich begonnen, den Plot an den Problemen meiner Hauptcharaktere aufzuziehen. Erst, nachdem ich für jeden einzelnen eine Art groben Handlungsstrang hatte, habe ich aus diesen Handlungssträngen eine Art Hauptplot herauskristallisiert. Dann noch ein paar mehr Charaktere, mehr Hintergründe, jede Menge Nebenplots (die alle aus dem Nichts auftauchen und mich halb in den Wahnsinn treiben), und schon ist das Chaos im Kopf perfekt.

Um ehrlich zu sein, ist das ein bisschen so, als hätte man eine Schüssel voller Keksteig - eigentlich ist alles drin, was man braucht, aber essen kann man es trotzdem noch nicht. Deshalb fange ich an dieser Stelle an, das ganze in Form zu bringen. Dabei orientiere ich mich tatsächlich auch an der Schneeflockenmethode, aber eben nicht so, dass ich die ganze Geschichte von Anfang an damit plotte, sondern ich mache meistens die ersten drei, vier Schritte (also, sehr grobes Outline + Charaktere und ihre Motivation). Das hilft mir persönlich vor allem dabei, einfach eine Struktur in das Chaos in meinem Kopf zu bringen. Wenn ich all diese Nebenplots, Charaktermotivationen und Kulturalbereien in fünf einfache Sätze bringen muss, macht das das ganze schon um einiges klarer.

Damit habe ich jetzt also eine Einsatz-, eine Fünfsatz- und eine einseitige Zusammenfassung meiner Geschichte, außerdem alle Charaktere + ihre Motivation auf einen Blick. Außerdem habe ich aus der Chaos-Phase meistens noch ein Dokument, in das ich eine ganze Menge Dinge schreibe, die mir zu allen möglichen Dingen in der Story eingefallen sind (ich experimentiere im Moment mit tiddlywiki, falls das jemandem etwas sagt).

Meistens versuche ich anschließend auch noch Schritt 5 so weit wie möglich durchzuhalten, also die Geschichte auf einer Seite von jedem meiner Protagonisten und Antagonisten erzählen zu lassen, aber meistens schaffe ich nur meinen Perspektivträger, weil ich dann einfach schon zuviel Lust auf die Szenenlisten habe  :-X Während dieser ganzen Schritte wird mein Chaos-Dokument auch immer größer und größer, weil mir hundert tausend Details zu Charakteren, Welt und Story einfallen, und oft finde ich gerade bei Schritt 5 auch sehr viel mehr über meine Protas heraus, wodurch ich dann manchmal sogar den Plot ändern muss (das hatte ich bei meinem Nano-Projekt, und es hat mich einiges an Nerven gekostet)

Dann gehts an die Szenenliste. Ich orientiere mich hier mehr an Elizabeth George's Methode (dass jede Szene in einer anderen begründet sein muss und auf eine andere hinausläuft) und schreibe vor allem auf, was passieren muss, was der Leser erfahren muss, und welche Charaktere mitspielen (meistens sind das etwa zwei Zeilen pro Szene). Ich teile das normalerweise nach der Schneeflockenmethode (und meinen 5 Sätzen) in 4 Teile auf (wobei ich versuche, die ersten drei mit Katastrophen enden zu lassen, was nicht immer 100% gelingt) Und zwischendurch wird wieder munter am Chaos-Dokument herumgespielt.

Und wenn ich soweit bin, kann ich mich meistens eh nicht mehr zurückhalten, loszuschreiben  ;D Während dem Schreiben zeigt sich allerdings meistens, dass meine Szenenlisten unvollständig sind, oder eine falsche Reihenfolge haben, oder unlogisch sind.... Aber naja, man kann ja alles verschieben, löschen, Zeug einfügen...  ;D Kein großes Problem.

'Gelernt' habe ich den zweiten Teil (der kein absolutes Chaos ist) übrigens durch Trial-and-Error. Ich hab einige Zeit mit der Schneeflockenmethode herumgespielt und mir dann genau die Dinge rausgepickt, die für mich funktionieren, und bei Elizabeth George's Schreibratgeber war es dasselbe. Hin und wieder hab ich auch mal auf Andreas Eschbachs Seite geschaut und mir da das eine oder andere mitgenommen, oder hier aus dem Forum, aber generell kommen die Hauptimpulse für den geplanten Teil von den Schneeflöckchen und der George  :P
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Michaela am 11. Dezember 2012, 15:16:09
Ich bin jemand der sehr stark plottet, weil mir sonst meine Geschichten aus dem Ruder laufen. Ich brauche diese Richtschnur um mich daran entlang zu hangeln. Allerdings sind meine Plots auch wirklich nur eine Richtschnur. Im Laufe des schreibens verändern sie sich meist noch einmal ganz ordentlich, weil ich neue Ideen habe oder merke, das es anders viel besser funktioniert.

Ich bin ein Fan der Heldenreise und des sieben Stufen Plots. Da ich eigentlich nur Mind - Plots schreibe, fängt bei mir auch alles mit den Protagonisten an. Bevor ich die nicht in und auswendig kenne, beginne ich nicht mit dem Plot. Die Weltkonstruktion muss ebenfalls bereits ausgearbeitet sein, damit ich weiß, was für äußere Konflikte eine Rolle spielen. Wenn ich das alles habe, weiß ich welches Problem mein Protagonist hat und mit diesem Problem beginnt der Plot. Mein Prota versucht das Problem zu lösen, scheitert und macht es noch schlimmer. Das wiederholt sich mindestens vier Mal im Plot, wobei die Situation immer schlimmer und gefährlicher wird. Am Ende unternimmt mein Prota einen letzten alles entscheidenden Versuch die Situation noch zu retten. Entweder er ist erfolgreich oder scheitert entgültig. Als letztes kommt die Bestätigung.

Ich habe mehrere Schreibseminare und viele Jahre ausprobieren gebraucht um hinter den Aufbau von Geschichten zu kommen. Inzwischen klappt das ganz gut.

LG Michaela
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Churke am 11. Dezember 2012, 15:26:44
Ich glaube, das Problem beim Plotten ist die Inspiration. Logik und Strigenz sind gebucht - aber die genialen Ideen kommen mir beim Schreiben. Daher ist es für mich überhaupt nicht interessant, so wie Ludovica nichts dem Zufall zu überlassen. Ich lege auch Welten, Settings und Charaktere so vage wie möglich fest, um möglichst viel Freiraum zu haben.

Ich habe mir angewöhnt, den Plot parallel zum Schreibprozess zu erstellen. Ich nehme mir dann immer wieder den Plot vor, ändere, ergänze und prüfe, ob das so hinhaut. Letzteres ist wichtig, da ich beim Plotten viele Löcher und Logikfehler erkenne und hoffentlich beseitige.

Allerdings habe ich auch keine Abgabetermine im Nacken. Meine Methode bedeutet, dass man auch mal 50 Seiten streichen muss, weil sie sich gerade als überflüssig erwiesen haben. 
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Rosentinte am 11. Dezember 2012, 18:10:09
Mein Plot besteht meist zunächst aus einer Idee, die in etwa des Ein-Satz-Plots der Schneeflockenmethode entspricht. Die Schneeflockenmethode habe ich auch ausprobiert, allerdings nie komplett, weil ich genau weiß, dass ich das Schreiben bei einer voll ausgeführten Schneeflockenmethode langweilig finden würde.
Hilfreich finde ich die Idee, von einem Satz auf fünf zu kommen und diese dann noch mal zu fünf Sätzen auszuformulieren. Aber dann komme ich meist nicht weiter.

Was mir inzwischen hilft, von einem Satz auf einen ausführlicheren Plot zu kommen, ist ein "Stufendiagramm" wie es auch James N. Frey empfiehlt (den habe ich allerdings erst später gelesen) zu erstellen. Das funktioniert so, dass ich mir ein großes weißes Blatt nehme und den Anfang der Geschichte kurz aufschreibe. Dann kommt der nächste Schritt in der Geschichte, dann der nächste, der sich aus den ersten beiden ergibt usw. So entsteht Schritt für Schritt ein detaillierter Plot in Stichpunkten.
Dann formuliere ich diese Stichpunkte zu einer Zusammenfassung aus, die meist etwa 1,5 Seiten Times New Roman 12 pt entspricht oder 3-4 Seiten handschriftlich. Was mir dann sehr hilft, ist, mit dieser Zusammenfassung in eine Plotgruppe zu gehen. Die anderen Mitglieder weisen einen meist auf Verständnisprobleme, Logikbrüche oder Plotlöcher hin oder können einem Anregungen dazu geben.
Mit einer überarbeiteten Version dieser Inhaltsangabe unterteile ich dann die Handlung in Szenen und (je nach Roman) in Kapitel. Dann lasse ich den Plot erst mal eine Zeit lang ruhen. Später kann ich dann meist 2-3 Kapitel noch mal rausschmeißen, was die Handlung beschleunigt.
Wenn ich dennoch das Gefühl habe, dass der Plot noch nicht gut ist, setze ich mich an ein 7-Stufen- bzw. das 5-Akt-Modell. Mein Problem ist, dass meine Romane oft irrelevante Szenen etc. enthalten, das finde ich dann meistens mithilfe dieser Modelle heraus.

Weltenbau betreibe ich während der Anfangsphase des Plottens. Wenn die Inhaltsangabe steht, dann ist der Weltenbau (so weit man das sagen kann) abgeschlossen.

Ist der Feinplot fertig, führe ich außerdem detaillierte Charakterinterviews. Das ist zwar eine Sisyphusarbeit, aber meist bekomme ich dadurch noch mal ein besseres Gefühl für die Geschichte und kann den Plot ggf. ändern.


Gelernt habe ich das Plotten hier im Zirkel, indem ich mir die verschiedenen Methoden, die hier besprochen wurden, angesehen habe und das beste für mich herausgepickt habe. Das Erstellen des Stufenmodells kam bei mir allerdings "intuitiv". Ich denke auch, dass man das Plotten auch durch das Schreiben lernt. Einen Roman, den ich nicht gut durchgeplottet habe, habe ich nämlich total an die Wand gefahren, seitdem weiß ich, dass ich mir doch mehr Arbeit machen muss. Ich an deiner Stelle, Janika, würde erst mal verschiedene Methoden für KGs ausprobieren und mich dann mit der, die mir am besten lag, an den Roman setzen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Cairiel am 11. Dezember 2012, 19:03:13
Bei mir läuft das Plotten so ab: Ich nehme ein paar Ideen, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, und bastle sie grob zusammen. Dann kommen die Hauptcharaktere dran. Als erstes bestimme ich, aus welchem Land meiner Welt sie stammen und wo die Geschichte spielen soll. Ich lege die Rollen der Charaktere fest, entwerfe ihre Ziele, Konflikte, ihre Motivation, ihre Lebensgeschichte, ihren Charakter, ihr Umfeld.

Anschließend wende ich mich wieder der Handlung zu und unterteile sie in die größten Konfliktpunkte, meist sind es drei. Der letzte Konflikt, das Finale, ist natürlich der größte. Um diese Punkte herum baue ich auf, was passieren muss, damit die Charaktere zu den jeweiligen Konflikten gelangen.
Im nächsten Schritt mache ich mir Gedanken um die Logik - passt alles zusammen? Eventuell müssen noch ein paar Handlungspunkte hinzugefügt werden, damit der Held z. B. eine wichtige Info erhält oder ein Schlüsselereignis stattfinden kann.

Wenn ich mir sicher bin, dass alles passt, spreche ich manchmal noch mit einer anderen Person darüber und lasse mir von ihr Fragen stellen. Da kommen meist noch so einige Punkte auf, die ich dringend beachten will und einbaue.
Hin und wieder schreibe ich eine ein- bis zweiseitige Nacherzählung der Geschichte aus der Sicht des Protagonisten, einiger wichtiger Nebencharaktere und des Antagonisten. Da kommen mir eigentlich  immer noch Ideen, die ich unbedingt einbauen will und dann auch bei meinen Punkten einbaue.

Anschließend entwerfe ich mir anhand dieser Übersicht die Kapitel. Ich schreibe mir genau auf, was alles in welchem Kapitel passieren soll. Während ich mich anfangs nie an diesen Kapitelplan halten konnte, weil es zu viel/zu wenig für ein Kapitel geworden ist, kann ich es mittlerweile ziemlich gut einschätzen. Anhand der Kapitelunterteilung beginne ich dann zu schreiben, oftmals völlig durcheinander, bei welchem Kapitel ich gerade Lust habe.

Damit kann ich ziemlich schnell schreiben, weil ich genau weiß, was ich zu schreiben habe. Nachteil an der ganzen Sache ist es, dass ich unflexibel für spontane Ideen während des Schreibens werde. Aber es ist nicht unmöglich, neue Ideen einzubauen, wie ich heute schon wieder feststellen musste. Gibt dann eben das ein oder andere Zusatzkapitel und ich muss ein wenig umplanen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Linda am 11. Dezember 2012, 19:43:07
Die Reihenfolge bei mir ist:

Idee/Thema
Anfang (Figur)
Ende
Wendepunkte
Handlungsstränge (wenn mehrere)

Das sind die Knochen.
Der wichtigste Fleischteil ist die Hauptfigur, wenn sie nicht schon zu den Knochen gehört, also die Art der Story festlegt (bspw Magiebegabter, Kämpfer, Jugendlicher mit Entwicklungspotential).

Der genauere Ablauf ergibt sich in den Tagen um die Idee, die ich daher immer wieder im Kopf herumwälze, bis alles stimmig ist und sich richtig anfühlt.

Gelernt habe ich das vermutlich durch Lesen sehr sehr vieler Bücher der verschiedensten Genres.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Coppelia am 11. Dezember 2012, 20:35:32
Eigentlich plotte ich nicht "anständig". Zu Plots komme ich trotzdem irgendwie.

Meist habe ich am Anfang eine Idee, die sich für mich interessant anhört. Diese Idee ist meist ein Handlungsfetzen oder eine bestimmte Figur. Und wenn ich Glück habe, weiß ich dann auch bald, was sonst noch so passiert, wer vorkommt und wo das Ganze hinführt. Wenn ich soweit bin, frage ich mich, worum genau es in der Geschichte eigentlich geht. Für mich ist es wichtig, dass die Geschichte eine Art Oberthema hat, mit dem sie sich befasst und das dem Leser durch die Figuren nahe gebracht wird. Vielleicht ist es das, was manche Schreibratgeber als "Prämisse" bezeichnen. :hmmm:
Wenn ich dann weiß, worum es geht und wohin es führt, kommt meist eine sehr konfuse Ideen-Find-Phase. Mir schießen dann einzelne Szenen und Ereignisse in den Sinn, die während dieser Geschichte stattfinden. Die sind häufig sehr konkret und detailliert und scheinen mit der eigentlich Handlung oft nicht unbedingt so viel zu tun zu haben. Ich sammle diese Ideen dann erstmal und überlege mir, welchen Sinn sie in der gesamten Geschichte haben könnten.
Im Lauf der Zeit bildet sich so nach und nach die Handlung heraus. Und die letzten Lücken schließen sich dann beim Schreiben.
Das Plotten dauert auf diese Weise relativ lange. Oft braucht es Jahre von der Idee bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mit dem Roman anfangen muss. Dafür ist es ein tolles Erlebnis, wenn mir plötzlich ein bisher noch fehlendes Handlungsteil zufällt wie ein perfektes Puzzlestück. :)

Ich habe auch "am Reißbrett" geplottet und kann das theoretisch auch wieder tun, aber lieber warte ich darauf, dass Ideen von allein kommen und ihren Platz suchen. Und weil das auch ständig passiert, bin ich sicher, dass mir auch für die nächsten Jahre der Schreibstoff nicht ausgeht.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: K a t e am 11. Dezember 2012, 21:21:12
Vor zwei Jahren wusste ich noch nicht einmal, was das Wort Plot bedeutet! Okay, das war jetzt ein bisschen übertrieben, aber es trifft den Grundgedanken. ;)

Ich war eine Ich-schreibe-einfach-und-schau-dann-was-rauskommt-Tipperin. Ich ging immer mit viel Enthusiasmus und Ideen in das Projekt und in der Mitte verlor ich dann meine Fäden aus den Augen; meine Motivation war dahin und mein erster Elfenroman verstaubt deswegen auf meinem PC.

Da meine Geschichten meist mit einem Charakter beginnen, der sich hartnäckig in meinem Kopf festsetzt, arbeite ich jetzt immer erst die Protagonisten aus: Ihre Vergangenheit, Motive, Wünsche, Ängste, Sehnsüchte, Freunde und Familie. Dabei kommen dann die ersten groben Ideen, zwischenmenschliche Konflikte und die ein oder andere Szene von ganz allein. Das wird dann alles brav notiert.
Dann geht es an die Welt: Wo spielt es? Wie sieht es dort aus? Gerade plotte ich an einem Sci-Fi Projekt, wo ich mir auch noch die einzelnen Sonnensysteme, Planeten, Völker usw. zurecht legen muss.
Wenn die "Kulisse" steht und die Schauspieler alle fertig geschminkt sind, kann ich mit dem Drehbuch loslegen. Hier plotte ich nicht besonders detailliert, sondern überlege mir wirklich nur meinen roten Faden (der meistens in der Mitte irgendwo ein Loch hat :versteck:).

Sobald das Grundgerüst steht und ich weiß, worauf das alles hinauslaufen soll, fange ich an zu Schreiben. Das Gute ist, dass ich mich dank dem roten Faden, dem ich einfach nur folgen muss, nicht zu sehr einzuschränken brauche: Wenn eine Idee noch kommen sollte, wird sie einfach eingebaut und ich kann fast völlig frei schreiben. :)
Und falls ich dann doch einen Hänger haben sollte, kann ich einfach meine Stichpunkte zum Inhalt durchlesen.

Gelernt habe ich es nie wirklich... Und ich glaube auch, dass man so etwas schwer lernen kann. Man muss einfach seinen Weg finden, jeder kann anders plotten und hat eine ganz andere Art eine Geschichte aufzubauen und zu schreiben.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Janika am 11. Dezember 2012, 21:26:31
Danke schon einmal für die vielen, interessanten Antworten! Ich habe alle bereits mehr oder minder aufmerksam gelesen, so wie die Zeit heute es eben zuließ - und ich möchte gerne einige der Vorgehensweisen ausprobieren in nächster Zeit! Gerade mit deiner Art, K a t e, kann ich mich gut identifizieren, und auch deines, Coppelia, könnte zu mir passen. Ich habe meistens bei einer Buchidee nicht viel mehr im Kopf als ein bis drei Personen, ein paar (wirklich detaillierte!) Szenen - und den heftigen Wunsch der Protas, doch bitte das Kernproblem und die Handlungsstruktur zu finden.
Ich bin schon sehr gespannt, ob ich unter euren Methoden etwas finde, womit ich beginnen kann, und ob ich so endlich aus meinem Drauflosschreiber-Trott herauskomme!

Gruß
Janika
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: K a t e am 11. Dezember 2012, 21:41:05
Janika, ich bin wohl der Plotfaulste Schreiberling auf diesem Planeten und habe es auch geschafft, aus diesem Trott herauszukommen. Du wirst das auch schaffen! :jau:

Einfach probieren und experimentieren - deine Methode findest du dann von ganz allein!
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: FeeamPC am 12. Dezember 2012, 18:40:12
Gelernt ist vermutlich nicht der richtige Ausdruck. Man kann eine Plot-Methode lernen, aber man lernt nur durch Versuch und Irrtum, welche Plot-Methode man selbst zum Plotten gebrauchen kann. Die Methode muss einem liegen.
Ich zum Beispiel kriege Ameisenlaufen, wenn ich etwas zu detaillliert ausarbeiten soll. Meine Plots bestehen aus einer vagen Idee, begleitet von einem Anfang, der meist schon eine fertige Szene ist, einigen Zwischenszenen, die mir einfach aus der Feder fließen und keinerlei Zusammenhang zu haben scheinen, und einer ganz groben Vorstellung davon, wie das Ende aussehen soll.
Sozusagen ein Buch in zwei Sätzen und drei bis fünf Szenen.
Daran arbeite ich mich dann durch, suche den Stoff, der die Lücken zwischen den Szenen füllt und sie logisch verbindet.
Wenn ich Maler/Architekt wäre, würde das heißen: ich male ein Haus aus fünf Strichen wie ein Kleinkind, statte es  mit drei bunten Fenstern an x-beliebigen Stellen aus, und überlege dann, welchen Grundriss ein Haus mit so komisch angeordneten Fenstern haben sollte.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 13. Dezember 2012, 17:09:31
Tatsächlich eine spannende Frage. Und ehrlich gesagt, habe ich mir über das „wie“ und die Funktionsweise meines Plottens noch nie so richtig Gedanken gemacht. Vor dem Tintenzirkel wusste ich noch nicht einmal, dass man so etwas plotten nennt, geschweige denn, dass man es sehr gezielt angehen kann.

Mir geht es ähnlich wie Erdbeere und Ludovica, es ist ein eher intuitiver Prozess. Anfangs habe ich meistens einen Charakter, der zunächst einmal nur ein Bild in meinem Kopf, ein bestimmter Wesenstyp und evtl. ein Name ist. Meistens schweben die dann in meinem Hinterkopf herum, bis mir plötzlich die dazu passende Grundidee für eine Geschichte kommt (das passiert ebenfalls eher zufällig, inspiriert von allem Möglichen). Manchmal habe ich auch den Charakter und den Ansatz für die Geschichte auf einen Schlag.

Ist es mal soweit, fange ich an, aufzuschreiben. Was weiss ich bereits über meinen Charakter, über seine Geschichte, über das Setting? Oft fallen mir beim Notieren schon tausend Fragen ein, die noch beantwortet werden müssen, die schreibe ich ebenfalls auf (lasse sie aber vorerst mal noch offen).

Anschliessend überlege ich, was noch fehlt: Welche weiteren Charaktere brauche ich? Was gibt es in meiner Welt/Stadt für Eigenheiten? Was für Gegenstände sind wichtig? Und so weiter. Sobald ich mal in einem bestimmten Fluss bin, geht es wie von allein. Habe ich erstmal alles, beantworte ich nach und nach die offenen Fragen. Der Rest kommt mir während dem Schreiben selbst in den Sinn. Das bringt dann zwar die eine oder andere Umstellung oder Bastelei mit sich, aber irgendwie drehen kann ich es immer.

Um herauszufinden, was einem am besten von der Hand geht, gibt es vermutlich nur eins: Ausprobieren. Dann wirst du deine Lösung schon finden.  ;)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: canis lupus niger am 14. Dezember 2012, 20:31:32
So ähnlich wie Hauntig Witch mache ich das auch. Erst ist da eine Idee von einem Charakter oder/und einer Szene, und die gärt dann eine Weile in mir herum, bis ich anfange, sie aufzuschreiben. Nach den ersten 20 bis 50 Seiten kreativem Chaos fange ich erst an zu plotten, und auch dann nur ziemlich grob. Die Einzelheiten ergeben sich dann beim Weiterschreiben, was auch schon mal umfangreiche Änderungen im bereits geschriebenen Teil erfordert. Das Ganze ist vermutlich ziemlich unwirtschaftlich, aber ich muss davon ja nicht leben.

"Gelernt" in dem Sinne habe ich das Plotten eigentlich gar nicht, wenn man nicht das Erstellen eines Konzeptes bei einer Klausurarbeit als Vorläufer sehen will. Learning by doing, eben.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Berjosa am 19. Dezember 2012, 12:09:22
Ich kann ausnahmsweise ziemlich genau sagen, wie ich plotten gelernt habe. Das ist so eine Wundergeschichte aus dem Schreibseminar-Reklameheftchen - nur, dass es nach dem ersten Buch nicht immer so weiterging.

Als ich noch jung und frisch war, habe ich immer munter drauflos geschrieben, immer mal wieder den Faden verloren und selten etwas fertig gebracht. Mit ein paar Schreibratgebern bin ich an der einen oder anderen Stelle weitergekommen, aber ich konnte mir nie so richtig vorstellen, was die Autoren derselben wohl mit Plotten meinen.
Irgendwann, vor sechs, sieben Jahren, bin ich auf einen Online-Schreibkurs zum Thema "Exposé schreiben" gestoßen. Darin wurde unter anderem ein "Plotmodell" vorgestellt, anscheinend eine deutlich abgespeckte Variante des Drei-Akt-Modells. Das habe ich, o Wunder, kapiert und halte mich seitdem dran, wenn ich ein Exposé schreiben soll. Vielleicht hat die Dozentin das genau richtig für mich erklärt, vielleicht war nach Jahren des Rumprobierens einfach die Zeit für ein theoretisches Gerüst gekommen.
Passenderweise habe ich mithilfe eines nach diesem Modell gestrickten Exposés einen Mittelalter-Krimi untergebracht und eine Agentur gefunden.

Das Modell verwende ich allerdings in der Regel erst dann, wenn es tatsächlich ans Exposé schreiben geht oder die Geschichte für eine Ausschreibung fertig werden soll. Bis es so weit ist, lasse ich die Figuren erzählen und notiere Ideen, wie es weitergehen könnte/sollte, in Klammern ins Manuskript.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Abakus am 19. Dezember 2012, 21:53:13
Nun, ich habe viele Wege ausprobiert, um einen Plot zu erstellen und bin oftmals gescheitert. Aufgrund dessen halte ich es wie Thomas Edison, der einmal sagte, dass er "1000 Wege" kenne, "wie man keine Glühbirne baut". Den Weg zum fertigen Plot habe ich nach langem Probieren gefunden und komme auf diese Art und Weise gut zurecht. Auch - und das sei dazu gesagt - wenn ich für mein aktuelles Projekt fast vier Jahre geplottet habe.

Wenn es ums plotten geht, bin ich ein Perfektionist. Wenn die Idee soweit gereift ist, dass ich die ungefähre Handlung im Kopf habe, beginnt die eigentliche Arbeit. Der Plot muss in sich logisch sein, jede Szene muss explizit geplant werden.
Außerdem wollte ich mit "Krieg der Himmel" einen Plot auf die Beine stellen, der ähnlich wie der Handlungsstrang von Akte X aufgebaut ist. In der unerreichten Mutter aller Mystery-Serien tauchte in einer x-beliebigen Folge ein Gegenstand etc. auf, der fünf Folgen später von Bedeutung wurde, den der Zuschauer aber gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. So habe ich es im Plot auch bewerkstelligt, was nicht gerade einfach war, dennoch umsetzbar. Ich lasse einen Gegenstand auftauchen bzw. erwähne ihn kurz, der, so ist es geplant, ca. 200 Seiten später wieder auftaucht und an Bedeutung gewinnt. Außerdem tauchen zwei Charaktere im Plot immer wieder auf, über die ich den Leser allerdings im Dunkeln lasse, die jedoch maßgeblich die Handlung mit vorantreiben (durch diverse Aktionen, an denen sie beteiligt sind und danach direkt wieder verschwinden). Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht allzu viel über die beiden Herren, sie sind doch sehr wortkarg gewesen, als sie sich mir vorstellten. Aber das, was sie sagten, hat mich tief beeindruckt.  :darth:

Dennoch bin ich auch immer auf der Suche nach weiterer Inspiration. So auch jetzt, wo der Plot fertiggestellt ist und ich bereits schreibe. Dinge, die hineinpassen, lasse ich zusätzlich miteinfließen, manchmal auch nur in einem Dialog. Beispielsweise erwähne ich indirekt hin und wieder die Kreuzigung, mal in einem Dialog, mal in einer Beschreibung (so ist es geplant), ohne jedoch näher auf die Kreuzigung an sich einzugehen. Ich nenne keine Namen, sondern lasse das einfach so stehen.

In einer eher lustigeren Szene spricht der Beschützer meines Protas, Ian-el, sehr abfällig über Putten und das er deswegen seit Jahrhunderten bestimmte Kirchen meidet. Solche Szenen, wenn sie mir in den Sinn kommen, versuche ich direkt im Plot fest zu verankern. Das klappt manchmal hervorragend, manchmal finde ich nicht auf Anhieb die passende Stelle.

Das ist meine Methode.  :)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: serenade am 19. Dezember 2012, 22:53:48
Ich habe im Sommer ein Seminar besucht, bei dem es eigentlich um Figurenbau ging. Nebenbei wurde aber auch das Thema "Plotten" angeschnitten. Die Kursleiterin (Kathrin Lange) hat dabei den Tipp gegeben, dass man sich als erstes fragen soll, was die absolut stärkste Szene ist, die einem für das Buch, das man schreiben will, vorschwebt. Oft ist diese Szene überhaupt der Aufhänger für das Buch (z.B. ein Bild aus einem Traum). Zu dieser Szene soll man sich ein Stichwort (oder auch mehrere Worte) notieren. Danach soll man kreisförmig um diesen Stichpunkt weitere Stichpunkte aufschreiben, die den logischen Ablauf der Geschichte widerspiegeln (sprich: Was muss logisch dieser Szene vorausgegangen sein? Was muss danach kommen?), bis Anfang und Ende des Kreises zusammentreffen (die natürlich nicht mehr logisch aufeinanderfolgen ;). Diese Methode wirkte jedenfalls für mich recht intuitiv...
Ich selbst orientiere mich aber eher an dem "Stufendiagramm" wie bei James Frey, das ja bereits genannt wurde. D.h. bei mir konkret: Ich nummeriere Szenenblöcke durch, die logisch aufeinander folgen. Für jeden Szenenblock gibt es außerdem Unterpunkte. Dabei versuche ich insgesamt den Plot so zu gestalten, dass sich die Konflikte über die Szenenblöcke hinweg bis zum Höhepunkt immer weiter aufschaukeln bzw., dass Spannung aufgebaut wird. Außerdem soll innerhalb der Szenenblöcke ebenfalls jeweils Spannung aufgebaut werden.
Ich plotte nur in groben Stichpunkten, die ich aber mit immer weiteren Details ausschmücke, wenn ich an der Rohfassung arbeite. Das Stufendiagramm ist insofern bei mir kein fertiges Konzept, sondern verändert sich mit dem Schreibprozess. Allerdings schreibe ich getrennt vom Plot (Stufendiagramm) vorab Kurzbiographien der Personen, um erst einmal zu wissen, mit wem ich es zu tun habe (dabei orientiere ich mich an den Stichpunkten, die im Schreibratgeber von Elizabeth George genannt werden).
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Anjana am 13. Januar 2014, 09:59:38
Ich hoffe, es ist okay, wenn ich dieses Thema aus dem Archiv wieder hervor krame.

Mich interessiert ja vor allem das Thema Plotten. Bislang bin ich vor allem mit der Schneeflocke in Berührung gekommen und konnte absolut gar nichts damit anfangen. Die KG nach der ganzen Vorarbeit noch schreiben zu müssen war der pure Horror und das mühsamste, was ich je geschrieben habe. Und irgendwie bin ich immer davon ausgegangen, dass jede Form des Plottens ähnlich komplex ist. Interessant zu lesen, dass dem nicht so ist und hier offenbar doch mehr Leute sind, die sich ebenfalls nur an Stichworten entlang hangeln.
Bei mir ist das Plotten momentan ein Prozess, der neben dem Schreiben her läuft. Ich habe zu Anfang (fast) immer eine grobe Idee. Manchmal ist es nur ein Setting, manchmal ein einzelner Handlungsstrang. Meist sammle ich dann im ersten Verlauf ganz grobe Stichpunkte, was passieren soll. Nebenfiguren werden dabei nur nach ihrer Funktion benannt. Dann fange ich an zu schreiben. Die ersten Seiten sind bei mir immer ein warmschreiben und werden meist auch wieder stark gekürzt. Obwohl ich inzwischen bereits dazu übergegangen bin, den entstehenden Infodump, durch den ich meine Figuren und Geschichten kennenlerne, direkt als Stichpunkte auf das Papyrus-Klemmbrett zu schreiben, statt in den Text selbst. Die lose Stichpunktsammlung wird dadurch immer mehr unterfüttert, bis ich das Gefühl habe, genug Gerüstmaterial zusammen zu haben. Wobei ich trotzdem oft noch große Lücken habe und Erklärungenund Hintergründe noch fehlen. Aber bisher hat sich das noch jedes Mal gefügt.^^
Dann wird (immer neben dem eigentlichen Schreiben) geordnet und ich beginne die nächsten Stichpunkte unter meinen Text zu kopieren, damit ich sehe, wohin die Reise führen soll. Wie lange es dauert, bis ich beim nächsten Punkt ankomme, weiß ich dabei nie so genau. Manchmal fügen die Figuren kleine Exkurse ein, oder es entstehen durch Nebensätze im Text, meist Dialoge ganz neue Handlungsstränge, die ich dann in meine Stichpunkte einflechte. Sobald eine Szene geschrieben ist, wird sie im Textdoc gelöscht und in den Stichpunkten abgehakt.
Wirklich gelernt habe ich die Methode nicht, ich habe im Grunde schon die erste Geschichte so geschrieben. Nur, dass ich mir damals noch nicht bewusst war, wie wichtig es ist, zumindest dieses Gerüst zu haben. Bislang habe ich 2 Manuskripte damit beendet. Beide Male hatte ich in der Mitte immer ein Gefühl von Überforderung, was die ganzen offenen Stränge anging, aber nachdem ich das beim 1. Projekt hinbekommen habe, hat mich das beim 2. nicht mehr so gestresst. Ich denke, das ist ganz normal bei dieser Art zu schreiben, wenn man etwas wieder aufgreifen muss, die Figuren es aber einfach noch nicht zulassen. Irgendwann führt auch der aktuelle Exkurs zurück zur Haupthandlung und ich kann die losen Fäden wieder aufgreifen.

Meine Kurzgeschichten schreibe allerdings in der Regel komplett ohne Vorarbeit und Stichpunkte mache ich mir nur, wenn ich sie nicht an einem Tag runter schreibe.
Ganz selten kann es auch mal sein, dass ich auch ohne Idee anfange zu schreiben. Beispielsweise, als ich die Tastatur meines neuen Tablets ausprobieren wollte. Daraus entstand ein nettes kleines Projekt, das inzwischen zumindest von den Ideen dafür, recht umfangreich geworden ist.

Was mir allerdings auch komplett fehlt, und das ist wohl auch der Grund, warum ich immer sage, dass ich nicht plotte, ist, dass ich nicht planmäßig vorgehe, wenn ich die Geschichte entwickle. Anders gesagt, nicht ich entwickel die Geschichte, sondern sie entwickelt sich selbst. Ich achte weder auf Spannungsbögen, noch auf eine Aktstruktur oder sonst irgendetwas. Das einzige, was ich von außen in die Geschichte lege, sind Konflikte. Aber auch nur in der Form, dass ich Konflikt in die Stichpunkte einfüge und darauf warte, dass sich an der Stelle irgendein Konflikt ergibt. Aber ich denke, dass ich zu dem Thema hier im TiZi sicher noch einiges an Input bekommen werde.

Was für mich ebenfalls überhaupt nicht funktioniert, sind Charakterausarbeitungen. Sobald ich versuche, einen Charakter zu entwerfen wird er eine total leblose Schablone. Ich brauche ein lebendiges Gefühl für eine Figur, die ich dann, wie im richtigen Leben nach und nach kennenlerne. Das führt manchmal dazu, dass die Charas noch ein Feintuning brauchen, oder Facetten für den Leser nicht ganz eindeutig sind, aber bislang war das für die meisten Betaleser kein Problem.

Soweit also mal zu meiner Art zu plotten, auch wenn der Thread schon recht alt ist. Aber vielleicht gibt es ja noch den einen oder anderen, für den das Thema ebenfalls interessant ist.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Christopher am 13. Januar 2014, 10:15:06
Aus aktuellen Anlass kann ich ja mal einen Einblick geben, wie ich das jetzt mache.

Vorweg:
Für mein Herzensprojekt habe ich, als ich es begonnen habe, kaum bis gar nicht geplottet. Ich kannte den Endpunkt wo ich hin wollte. Ich kannte einige Stationen dazwischen die ich abhaken wollte und das wars. Danach habe ich mich mit meinem Charakter auf die Reise zu diesen Punkten begeben, die Stück für Stück ans Ziel führten, bzw. dieses einleiteten oder vorbereiteten.

Da das ganze aber über mehrere Jahre gelaufen ist, habe ich natürlich einiges dazugelernt und dieses gelernte genutzt und eingebaut.

Nun zum aktuellen Anlass:
Da der NaNo mir sehr viel Spaß gemacht hat, es als Rebell aber nur quasi ein "unehrlicher" NaNo war wollte ich dieses Jahr "richtig" mitmachen. Die grobe Idee hatte ich bereits letztes Jahr, aber aktuell steht mein Herzensprojekt noch allem vor. Kurz: Ich sammle bereits Ideen und plotte, kann/darf aber nicht dran schreiben.

Das mache ich wie folgt:
1. Anfang und Schluss
Ich male mir aus/lege für mich fest, wo ich am Anfang stehe und wie das Ende aussehen soll. Das ist für mich deswegen der erste und wichtigste Schritt, weil ich ein Ende gerne ankündige, vorbereite und Details und Andeutungen in die Geschichte einstreue, die dieses dann plausibel erscheinen lassen, bzw. in dem Leser das Gefühl wecken: "Ja, da war was, das macht Sinn..."

2. Figuren
Ich suche mir meine Hauptfigur (auch wenn die im 1. Schritt meistens bereits bestimmt wurde) die Figuren die sie als "Helfer" und diejenigen welche sie als "Gegner" braucht. Überlege mir den Zweck der Figuren den sie erfüllen sollen und brainstorme dann einfach. Was könnten/müssten sie tun, wie mit der Protagonistin interagieren, welche Hintergründe, Motivationen, Antriebe, Motive und damit zusammenhängende Charaktereigenschaften müssen sie haben?
All diese Dinge notiere ich mir zu den Charakteren und versuche sie vor Augen zu halten. Ein vollständiger Charakterbogen der einschließlich ihres Lieblingsgerichts alles über sie sagt, ist zu ausführlich und zu 80% nutzlos weil ich all diese Dinge nicht einbringen kann, und meiner Meinung nach auch nicht sollte.

3. Eckpunkte
Ausgehend von 1. überlege ich, welche Wege und Kreuzungen die Charaktere nehmen müssen, um am Ende am gewünschten Ziel zu stehen. Wie muss der Charakter reagieren, warum entscheidet er sich für den Weg der zum Ziel führt, was muss vorher passieren, damit er diesen Weg wählt - und keinen anderen?

4. Extras
Was möchte ich noch einbringen, abgesehen von der eigentlichen Geschichte? Dinge, die ich gerne schreiben würde :)

5. Details
Was für Details kann ich wo einbauen, um das ganze noch besser zu machen? Wo deute ich etwas an, was einer von zehn Lesern bemerken könnte, als geplantes Detail erkennt und anderen mitteilt, die daraufhin noch mal lesen wollen, um diese kleinen verstecken Hinweise zu finden?
Punkt 5 ist ein besonders großer Spaß für mich ;D


Die Schneeflockenmethode und andere Methoden unterscheiden sich vermutlich nur in ihrer Vollständigkeit von dem was ich tue. Vermutlich vergesse ich das eine oder andere in meiner Planung, was durchaus wichtig ist. Aber diese grundlegenden Dinge, mache ich vermutlich völlig instinktiv richtig. Mit diesen Methoden habe ich noch nicht gearbeitet, ich weiss also nicht, ob ich damit diese Idee "totplanen" würde, oder ob sie noch besser wird. Man darf gespannt sein ;D
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: traumfängerin am 13. Januar 2014, 11:23:00
Als ich mit dem Schreiben begonnen habe, hatte ich von Plotten keine Ahnung - und brauchte ein Jahr zur Überarbeitung, bei der ich fast das komplette Manuskript neu schrieb.  :happs:

Um mir das zu ersparen, gehe ich nun wie folgt vor: Am Anfang ist eine Idee (witzigerweise oft aus einem Traum). Aus dieser entwickele ich einen groben ersten Handlungsverlauf, den ich mir als Szenenfolge notiere. Meine Charaktere tragen dabei noch so schöne Namen wie: Protagonist, Antagonist, Polizistenchef, Managerverdächtiger o.ä. Nachdem ich den Plot ein wenig ausgefeilt und mit neuen Ideen ergänzt habe, kommt Schritt zwei: die Ausarbeitung der Charaktere.

(Bei einem Krimi schiebe ich noch den Mord dazwischen. Wer, warum, wie usw., falsche Fährten legen. Aber ohne das wäre der Plot ja auch unvollständig).

Ich sehe mir alle wichtigen Charaktere an. Was für einen Hintergrund haben sie, gibt es ein traumatisches Erlebnis in der Vergangenheit, was sind ihre Stärken und Schwächen, was ist ihre Motivation, haben sie einen Grundkonflikt (zumindest die Hauptfiguren sollten einen haben)? Und natürlich auch, wie sehen sie aus und wie heißen sie? Das empfinde ich als wirklich nervig, aber wenn ich mir hier schon Gedanken darüber mache, muss ich das später nicht mehr tun, und kann dann entspannter zum Schreiben kommen.

Nach jedem einzelnen Charakter kehre ich zum Plot zurück und überlege, welche Szenen ich umbauen muss oder welche ich neu einfügen muss (z.B. um eine Stärke oder Schwäche des Protagonisten deutlicher herauszustellen), oder inwieweit sich die ganze Handlung verändert, weil das, was ich eigentlich geplant hatte, nicht mit dem Charakter einer Person übereinstimmt. Mit jedem einzelnen ausgearbeiteten Charakter sollte der Plot besser und weniger klischeehaft werden, was natürlich nicht immer gelingt.

Den nun überarbeiteten Plot (in Form einer ausformulierten Szenenfolge, die dann schon gut und gerne 20 Seiten umfassen kann) überprüfe ich noch einmal auf Grundlagen guten Schreibens: Gibt es genügend Konflikte, die sich steigern, ist er spannend, ist das Verhalten der Personen motiviert und nachvollziehbar, gibt es überraschende Wendungen, habe ich Höhepunkte an den richtigen Stellen? Hierfür eignet sich unter anderem ein Exposé ganz gut (außerdem erleichtert mir das die Arbeit am Ende. Noch gelingt es mir nämlich mich kurzzufassen). Mankos bessere ich aus und muss dazu teilweise auch die Charakterdarstellung noch einmal überarbeiten.

Dann kann ich anfangen zu schreiben, wobei trotz allem der Plot für mich ein Gerüst bleibt. Denn natürlich fliegen mir noch neue Ideen zu, die die Handlung umschmeißen, weswegen ich den Plot während des Schreibens immer wieder anpasse.

Bei Kurzgeschichten sehe ich das übrigens entspannter. Hier schreibe ich meist nur einen groben Plotplan und lege dann los. Da eine spätere Überarbeitung der Charaktere oder Handlung im Text selbst nicht mit so viel Mühe verbunden ist (es sind einfach weniger Seiten, die im Fall des Falles überarbeitet werden müssen), erlaube ich mir dieses Risiko.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 13. Januar 2014, 14:00:42
In den meisten gegenwärtigen Fällen plotte ich wenig bis überhaupt nicht. Mein Erstling ist durch Bauchschreiben entstanden, mein zweiter Roman war durchgeplottet. Ich mag plotten eigentlich nicht und versuche, es zu lassen - wenn es irgendwie geht, ohne dass ich mich total verzettele.

Bei Krimis mache ich eine Ausnahme. Die plotte ich von Szene zu Szene, von Satz zu Satz komplett durch, weil ich da manchmal schon beim Krimilesen nicht mitkomme und bei Nicht-Fantasy zu Logiklöchern neige. Deshalb frage ich mich auch, wie ich es letzten NaNo geschafft habe, über 300 Seiten mit logischer Krimihandlung zu füllen. :pfanne:

Mein derzeitiges Fantasy-Projekt wird ein richtiger Wälzer, wenn es so weitergeht, und ist nicht geplottet.

Mein Problem mit dem Plotten ist, dass ich beim Schreiben keine Überraschungen mehr übrig habe. Ich weiß alles - und das bremst mich aus. Ich würde nicht sagen, dass es mich langweilt, denn Schreiben macht immer Spaß. Plotten ist harte Arbeit, Schreiben auch. Meine Motivation, ein geplottetes Werk tatsächlich zu schreiben, ist aber nahezu immer im Keller. Für mich fühlt es sich an, als wäre Plotten eine sehr sachliche Herangehensweise, und das raubt mir ein wenig die Kreativität beim Schreiben an sich. Bei meinem Krimi hat es super funktoniert, aber der Plot stand auch schon seit Wochen bereit, in denen er mich nicht gereizt hat, obwohl ich die Geschichte liebe. Einerseits war es schön, beim Schreiben alles fertig zu haben und mich daran entlanghangeln zu können; andererseits war das anstrengender als jegliches Bauchschreiben, weil bei Letzterem bei mir der kreative und der logisch aufbauende Prozess gleichzeitig stattfindet und beides gleichberechtigt und wohldosiert ist. Damit komme ich am besten zurecht. Habe ich geplottet, fühlt sich das Auspowern einfach extrem anstrengend an. Habe ich nicht geplottet, kann ich das Kreative intensiver genießen.

Ich habe beschlossen, überhaupt nicht mehr zu plotten - außer, wie gesagt, bei Krimis. Es war wunderschön, den Krimi zu schreiben, und ohne Plotten hätte es auch nicht funktioniert, aber ich weiß, dass es sich ohne Plotten noch schöner angefühlt hätte. Deshalb habe ich in den letzten Tagen, weil mein Fantasy-Projekt so gut läuft, beschlossen, dass es bei mir jetzt nur noch Bauchschreiben geben wird. Alles andere wird bei mir außerhalb von hochkonstruierten Krimis nicht mehr funktionieren.  :omn:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Malinche am 13. Januar 2014, 14:45:06
Mein Problem mit dem Plotten ist, dass ich beim Schreiben keine Überraschungen mehr übrig habe. Ich weiß alles - und das bremst mich aus.

Das finde ich persönlich ja immer spannend - ich gehöre nämlich wiederum zu den Leuten, die unbedingt plotten müssen, weil sie sonst gar nicht vorankommen. Aber bei mir ist es so, dass ich mich von der Illusion, ich würde alles wissen, längst verabschiedet habe. Ich benutze meinen Plot als groben Fahrplan, aber oft genug entwickeln meine Figuren Eigendynamik und machen etwas ganz anderes, als ich es geplant habe (und meistens haben sie auch die besseren Ideen). Mittlerweile denke ich, dass ich diese Eigendynamik gerade deshalb besonders gut spüre, weil ich eben plotte und so den Unterschied sehe, was passieren sollte und was tatsächlich passiert.

Das geht aber wahrscheinlich auch nur, weil ich meine Plotarbeit als Hilfsmittel und nicht als Stahlkorsett begreife - heißt, ich sage mir von vornherein, dass Änderungen und Überraschungen noch möglich sind, und ich habe eigentlich noch kein Buch geschrieben, in dem es dann nicht auch welche gegeben hätte. Und selbst, wenn alles nach Plan läuft, sind meine Plots häufig Formen ("A und B streiten sich heftig wegen C"), bei denen ich gespannt darauf bin, wie meine Figuren sie konkret mit Inhalt füllen werden ("Verdammt, dass A jetzt diese beleidigende Gurkensalat-Metapher ins Feld führt, war so nicht geplant - jetzt sind sie noch tiefer zerstritten, als ich dachte!").

Dafür bewundere ich auch Leute, die rein nach Bauch schreiben können. Das habe ich früher auch gemacht, und ich liebe es auch, wenn sich während des Schreibens plötzlich alles zusammenfügt und Sinn ergibt. Darauf kann ich mich aber nicht mehr verlassen, der letzte Roman, den ich ohne Plotten angefangen habe, blieb bei 50.000 Wörtern im Nebel stecken, weil ich selbst keine Ahnung hatte, welchem großen Rätsel meine Figuren da nachjagen, und die Geschichte selbst sich hartnäckig weigerte, mit einer Antwort rauszurücken. Das hätte ich ohne Plotten nie lösen können. :) (Und das war für mich auch der Punkt, an dem ich Plotten gelernt habe - weil es da wirklich akut nötig wurde.)

Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Fianna am 13. Januar 2014, 14:51:55
Ich persönlich habe mir früher einmal vorgenommen, alles bis in die kleinste Szene durchzuplotten.

Nun habe ich wegen des Kampfschreibens einige Szenen einfach mal geschrieben, und das war eigentlich die ideale Mischung. Ich hatte zuvor an sich sehr viel geplottet (es ist aber auch ein Fantasy-Krimi, bei Krimis muss man viel plotten), aber z.B. die Nebenfiguren oder Verdächtigen nicht ausgearbeitet.
Es gibt dann z.B. 2 Personen aus 2 Familien, die an einer Szene teilnehmen, weil sie mit dem Verstorbenen (nicht dem Mordopfer, das zur Ermittlung führt) befreundet waren. Mehr war mir nicht klar.

Einzelheiten habe ich mir aus den Fingern gesogen, und das war dann letzendlich doch sehr praktisch.
Ich weiß natürlich nicht, wie es sich langfristig gestaltet, aber das Nicht-Planen der Nebenfiguren (abgesehen von Funktion und grobem Hintergrund) und das Vermeiden eines Feinplotting hat sich bisher als sehr hilfreich erwiesen.

Ich hangel mich dann von Eckpunkten und den wichtigsten Figuren durch, und die Einzelheiten erfinde ich beim Schreiben, das ist wohl die ideale Methode. Ich bin einerseits ein Planungsmonster, andererseits schreibe ich dann nicht und plane weitere andere Projekte, wenn ich zuviel plotte.



Diese Mechanismen des Feinplotting, die ich einmal gesehen habe (Szene, Zweck, Datum, Mondphase notieren sowie einige andere Dinge) werde ich dann während des Schreibens oder während des Überarbeitens nutzen, aber nicht wieder versuchen, das im Voraus alles festzulegen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 13. Januar 2014, 15:18:24
@Malinche: Und ich bewundere von Herzen jeden plottenden Autor. Bei mir läuft es anders herum - ich bleibe meistens hängen, wenn ich geplottet habe, und komme am besten zum Ende, wenn ich bauchschreibe.  :hmmm:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Takara am 13. Januar 2014, 16:45:02
Also ich mache das nach und nach für jedes Kapitel.  Ich plotte jetzt z.B das erste Kapitel, dann schreibe ich es, dann plotte ich das zweite Kapitel, dann schreibe ich es usw.

Anders funktioniert es nicht bei mir, weil ich immer so viel ändere, dass ich alles nur noch in den Papierkorb verschieben kann. Aber ganz ohne geht es auch wieder nicht, weil ich sonst wichtige Sachen vergesse...

Ich mach das so: Ich lege eine zweispaltige Tabelle an... Auf die eine Seite schreib ich, wie das Kapitel ablaufen soll und auf die andere Seite, welche Informationen etc. dazu wichtig sind.

Spalte 1:

1) Paul fährt zu Luise
2) Paul fährt vor ihrem Haus vor
3) Luise öffnete die Tür
usw.

Spalte 2:

zu 1) Pauls Gedanken zu Luise beschreiben
zu 2) Luises Haus beschreiben eventuell Umgebung
zu 3) Luises Aussehen beschreiben
usw.

Die Aufteilung ist wichtig für mich, weil ich manchmal die Dinge aus Spalte 2 einfach vergesse und so denke ich wenigstens dran. Ich schreib diese Dinge auch lieber in Spalte 2 rein, weil Spalte 1 sonst zu unübersichtlich wird. Diese Methode benutze ich auch erst seit meinem neuen Projekt und bis jetzt funktioniert sie sehr gut

LG
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Fianna am 13. Januar 2014, 17:02:07
Aber vorher setzt Du doch das Ende fest ;)
Hast Du da bestimmte Wendepunkte, an denen Du Dich entlang hangelst (Ereignis X passiert ca nach einem Drittel, dann passiert dies und jenes und dann kommt Ereignis Y)?
Oder hast Du Dir nur vorher überlegt, worum es geht und diesen Konflikt überlegt, wie er sich entwickelt und steigert und auflöst, aber genaue Ereignisse, die damit in Verbindung stehen, entwickelst Du erst mit dem Schreiben?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 13. Januar 2014, 17:08:33
Ich mache das ziemlich genau wie Malinche. Ein Plot, der kein Stahlkorsett ist. Ich habe festgestellt, dass es sich für mich wesentlich einfacher schreibt, wenn ich weiß, was als nächstes kommt. Meine Charas können mich dennoch immer wieder mal überraschen, so dass ich umplanen darf. Und wie einzelne Szenen mit Leben gefüllt werden, ist trotzdem sehr spannend.

Seit ich plotte, bekomme ich Geschichten fertig. Noch ist das recht neues Pflaster für mich, allzu lange mache ich das noch nicht. Und all die Anfänge und halb fertigen Geschichten in den diversen Ordnern gegen das, was ich im letzten Jahr fertig bekommen habe, sprechen eine ziemlich deutliche Sprache, dass ich das Plotten beibehalten werde.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Takara am 13. Januar 2014, 18:07:33
Ich bin mir zwar gerade nicht sich ob du mich meinst Fianna, aber ich antworte trotzdem ;)

Zitat
Aber vorher setzt Du doch das Ende fest ;)
Klar :D Ich weiß wo ich ungefähr hin möchte am Ende.

Zitat
Hast Du da bestimmte Wendepunkte, an denen Du Dich entlang hangelst (Ereignis X passiert ca nach einem Drittel, dann passiert dies und jenes und dann kommt Ereignis Y)?
Im Kopf hab ich eine Reihenfolge, wie meine Ereignisse ungefähr ablaufen sollen, aber ich lege mich da nicht so genau fest, weil ich meisten noch was großes dazwischen schiebe oder auch ein Ereignis weglasse.

Zitat
Oder hast Du Dir nur vorher überlegt, worum es geht und diesen Konflikt überlegt, wie er sich entwickelt und steigert und auflöst, aber genaue Ereignisse, die damit in Verbindung stehen, entwickelst Du erst mit dem Schreiben?
So ähnlich. Wie gesagt, ich hab ein paar Ereignisse wo ich drauf hinarbeite (gilt sowohl für die Haupthandlung, als auch für die Nebenhandlung) , aber wie gesagt ich lasse immer genug Raum, damit ich was ändern oder weglassen kann.

LG
Takara
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Sternsaphir am 15. Januar 2014, 13:25:18
Bei mir ist das unterschiedlich. Meist habe ich erst nur eine Idee. Diese Idee besteht oft aus einer einzelnen Begebenheit (z.B. Landschaft oder Kultur) oder einfach das Kernthema der Geschichte (was will ich erzählen?).

Dann fange ich einfach an.
Während des Schreibens fügt sich dann alles andere ein. Also ich bekomme immer mehr Ideen. Aus einer einfachen Szene schaffe ich dann die Nebenfiguren, ich bekomme Einfälle zu Geschehnissen und wie sie sich auf die Protagonisten oder die Grundstruktur der Geschichte auswirken.
Einen festen Fahrplan habe ich am Anfang meist nicht, oft weiß ich nicht mal, wie die Geschichte ausgeht (nur ganz im groben), wer überlebt, wer stirbt etc. Das entscheidet sich einfach während des Geschichteschreibens und dann geht es recht schnell: Je mehr ich schreibe, desto mehr entwickelt sich der Plot in meinem Kopf und nach ca. zwei Kapiteln habe ich dann auch die groben Eckpunkte für meine Handlung, die sich dann beim Schreiben immer mehr verfeinern.

z.B. Ich beginne die Geschichte mit einer Jagd. Also beschreibe ich die Jagd, dabei bekomme ich die Idee für einen Jagdunfall. Und schon habe ich eine Handlungsbeginn. Vielleicht kommt den Protagonisten ein Fremder zu Hilfe. Schon habe ich eine Nebenfigur, die vielleicht später sogar eine Hauptfigur wird oder zumindest noch mal auftauchen wird. Ich liebe es nämlich, alles miteinander zu verstricken.

Aber ich muss gestehen, dass ich doch deutlich mehr plotte als früher, wo ich einfach ohne überhaupt einen Anhaltspunkt loslegte.
Es hat beides seine Vor- und Nachteile. Beim Plotten weiß man ungefär, was auf einen zukommt, beim "Einfach-losschreiben" kann man sich selbst noch überraschen lassen. Beim zweiteren musste ich aber öfters mal nachdanken, wie es weitergehen soll, während ich beim Plotten zumindest die Richtung weiß.

Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Darielle am 18. Januar 2014, 13:24:17
Ich kann mich Sternsaphir nur anschließen. Anfangs habe ich ohne Plan drauflos geschrieben. Ich kam nie weiter als bis Seite 8. Beim zweiten bzw. dritten Projekt wurde ich dann schon genauer, ließ mir aber genug Luft, um beim Schreiben dennoch Überraschungen erleben zu können. Letztlich erwies sich dies aber als komplett hinderlich, weil ich dann nicht mehr von Punkt zu Punkt kam, denn der Prota bog zwischendurch einfach ab.
Heute plotte ich in Stichpunkten grob vor, um erstmal die ganzen Plotpoints klar zu haben, den Spannungsbogen eben. Wenn es dann an die einzelnen Kapitel geht, plotte ich die ganz konkret vorher im Detail vor. So kann ich im Kapitel noch etwas neues entdecken und komme trotzdem nicht vom Weg ab. Mein Problem ist nämlich, wenn ich zu intensiv plotte, dass es dann schon zu langweilig wird, die Geschichte auch zu schreiben.
Zusätzlich spielen die Charaktere mehr und mehr eine Rolle. Anfangs waren sie nur Mittel zum Zweck. Heute geht es mir neben dem Handlungsstrang auch sehr um die Figuren, ihre Motive und Gefühle. Ich schreibe jedoch keine Charakteristiken, denn ich kenne meine Pappenheimer einfach. Und so fügen sie sich in den Plot ein, bekommen je weiter die Geschichte voran schreitet, immer mehr ein Gesicht und werden eigenständige Wesen, ja geradezu menschlich. Diese Vorgehensweise ist für mich inzwischen ideal.

Natürlich habe ich mich auch mal mit der handwerklichen Seite am plotten befasst. Aber das ist mir zu umständlich. Bei mir müssen die Dinge sich einfach fügen, sie müssen natürlich wachsen, sonst entsteht viel zu sehr deus ex machina. Ich hoffe, dass sich die Technik auch noch für die Folgebände meines geplanten Mehrteilers als sinnvoll erweist.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Chris am 18. Januar 2014, 20:55:32
Obwohl ich eine "Bauchschreiberin" bin, habe ich - durch Zufall - meine Plot-Bibel gefunden. Ist zwar unglaublich viel Vorarbeit, aber macht Spaß und mich bringt es auch über Seite 150 hinaus, ohne dass ich feststellen muss, dass mir ein Wendepunkt fehlt.

http://rockyourwriting.com/free-downloads/

Viel Spaß und liebe Grüße
Chris
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Aylis am 20. Januar 2014, 18:57:45
Also eigentlich bin ich jemand, der immer völlig planlos drauflos schreibt und einfach alles fließen lässt.
Da ich aber meistens dann irgendwann mittendrin anfangen muss, alles über den Haufen zu werfen, dachte ich ein wenig Planung schadet ja nicht.
Ich habe also einfach Interesse halber mal die Schneeflockentaktik ausprobiert und festgestellt: Planung kann auch mein Ding sein.
Allerdings verstehe ich jede Kritik daran vollkommen.
Ich mag es einfach, wenn mir mal ein wenig auf die Finger geguckt wird, auch wenn ich mich nicht ganz an Seitenanzahlen und Zeitangaben gehalten habe.
Da muss man meiner Meinung nach auch einfach varriieren können, denn hätte ich mir wirklich immer eine Woche oder eine Stunde genommen, wäre die Lust flöten gegangen.
Mir hat es außerdem sehr geholfen, dass ich eine Seite gefunden habe, die die nächsten Schritte gar nicht anzeigt.
Es ist tatsächlich wie eine Anreihung an Aufgaben, die ich erst einmal überstehen muss, bis ich den nächsten überhaupt einsehen darf.
Da lag einfach mehr Kitzel und Versteckspiel drin und es war dazu noch sehr anschaulich.

Fazit: Schneeflockenmethode klappt wunderbar für mich -  wenn ich mir gewisse Freiheiten lasse. Jetzt bin ich beinahe durch und hatte echt Spaß daran.  :jau:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Felicity am 20. Januar 2014, 19:10:37
Oh jee, die Schneeflockenmethode. Ich habe es einmal ausprobiert und bin schon ganz am Anfang verzweifelt. Das war mir viel zu viel Arbeit, viel zu viel Planung und irgendwie zu wenig Freiraum.
Ich plotte nach keinen bestimmten Prinzip, sondern teile mir den Roman in "Stationen", die die wichtigsten Geschehnissen im Buch darstellen. Dazu stelle ich mir die dann die Frage: Was soll passieren und in welcher Reihenfolge? Zu jeder dieser Station gibt es dann drei bis zehn Sätze, die ganz knapp den Inhalt des Ereignisses wiedergeben.
Anschließend überlege ich mir noch, welche Stationen sich in einem Kapitel zusammenfassen lassen und welche sogar mehrere Kapitel beanspruchen. Während ich schon schreibe, fallen mir dann oft auch noch neue Dinge ein, die unbedingt hineinmüssen und da ich alles in zeitlicher Abfolge habe, ist es dann nicht mehr schwer, eine neue Station einzubauen bzw. etwas bei einer Station zu ergänzen.
Gedankenblitze, die ich auf keinen Fall verlieren möchte, schiebe ich natürlich auch in diese Stationen. Dann schreibe ich vielleicht eine Szene, die erst viel später kommt und füge sie dann in die passende Station ein, um irgendwann darauf zurückgreifen zu können.
Alles in allem kostet mich die Plotarbeit nicht viel Zeit - vielleicht ein oder zwei Stunden. Doch ganz ohne Plot geht es auch nicht, so komme ich nicht weit.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Aylis am 20. Januar 2014, 19:18:05
Ich denke, man muss immer sein eigenes Mittelmaß finden. Bei meinem Hauptprojekt beispielsweise, muss sicherlich noch einiges gemacht werden.
Nach der Schneeflockenmethode hätte ich es sicher nicht schreiben können, aber so ganz ohne Planung war es eben auch totaler Mist.
Jetzt muss ich von hinten herauf alles aufarbeiten  :wart:
Aber natürlich muss man vor allem das machen, was einem gefällt. Dieses Mal war es eben das Schneeflockenprinzip, das nächste Mal lege ich sofort wieder los.
Im Prinzip kann man das Plotten nur durch Erfahrungswerte lernen.
Und im Vordergrund steht für mich immer noch das Gefühl, die Botschaft, die ich vermitteln möchte. Das kann mir weder zu viel Chaos, noch zu viel Planung nehmen.
Letztens haben wir im Englisch Unterricht"Finding Forrester" gesehen und ich war sehr amüsiert  :jau:

"The first key to writing is...to write. Not to think." :)

Nun, ich denke, man sollte eben nicht an Planung verzweifeln. Aber man kann eben auch am Chaos scheitern und die Schneeflockenmethode kann dir dabei helfen.
Hauptsache, dir geht die Lust an der Sache nicht verloren.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Felicity am 20. Januar 2014, 19:22:09
Zitat
Im Prinzip kann man das Plotten nur durch Erfahrungswerte lernen.

Da hast du definitiv Recht! Ich glaube, niemand kann einem vorschreiben, wie derjenige plotten soll/muss, das kommt ganz auf die Person an. Vielleicht bringen ja einige ein Buch zu Papier, ohne dass sie davor überhaupt etwas für den Plot tun und andere nur dann, wenn sie sich monatelang der Planung und dem Plotten widmen. Wäre ja auch ziemlich langweilig, wenn alle dieselbe Methode nutzen würden.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Cailyn am 21. Januar 2014, 12:02:07
Schönes Thema ist das hier  :)

Früher habe ich einfach so drauf losgeschrieben. Ich hatte eine Idee, die ich intuitiv verfolgt habe. Das Ende kannte ich überhaupt nicht. Alles hat sich halt so ergeben. Das hat bei mir aber immer schlimme Folgen.
 
Erstens ist das Längenverhältnis der einzelnen Szenen nicht harmonisch. Einige Szenen sind dann viel zu kurz, andere viel zu lang, weil ich einfach so ins Blaue hinausgeschrieben habe. Gut, das kann man im Nachhinein noch ändern, aber das ist ja ein Aufwand für nichts.
 
Zweitens ergibt bei mir das Schreiben aufs Geratewohl enorme Mängel im Spannungsaufbau. Wenn man nämlich nicht weiss, worauf etwas überhaupt hinausläuft, kann man ja auch vorher gar nichts für den Leser einstreuen (...im Film nennt man das Antizipationselemente, also deutliche oder auch sehr subtile Hinweise, die man einstreut, um eine spätere Handlung glaubwürdig zu machen oder eine Spannung zu erzeugen). 

Drittens ist das ungeplante Schreiben total ineffizient für mich. Ich schreibe dann alles bis zu 5 Mal um und am Ende denke ich: diese Zeit hätte ich mir sparen können. Mein jetziges Buch hätte ich theoretisch in einem Dreivierteljahr schreiben können, wenn ich es von Anfang an geplant hätte. Das habe ich leider nicht getan. Mittendrin musste ich dann umdenken, alles mal richtig durchplotten und durchplanen, um einen Überblick zu gewinnen. Sicher, bei einem Roman von 200 Seiten mit einer Protagonistin und einem Handlungsstrang ist es schon möglich , "spontan" zu schreiben und nicht bis ins Detail zu planen. Aber wenn es mehrere Hauptfiguren gibt und mehrere Erzählstränge, dann steuert man geradewegs ins Chaos zu. Naja, ich kann ja nur von mir reden  ;D.

Ich habe also das Plotten noch nie von Anfang an gemacht. Aber beim nächsten Projekt werde ich wiefolgt vorgehen:
Zuerst einmal denken und nichts aufschreiben :hmmm:. Dann die grobe Handlung in einer Exceltabelle festhalten, Figuren ausarbeiten und schauen, mit welchen Hindernissen diese Figuren zu kämpfen haben, wenn sie so sind, wie sie sind. Dann überlegen: Passt das zu meiner groben Handlung? Anpassen. Schliesslich mache ich für jeden meiner Handlungsstränge Prämissen. Prämissen sind bei mir sehr wichtig. Also ohne kann ich gar nicht plotten. Somit sollte ich dann für jede Figur und jeden Handlungsstrang mal eine grobe Handlung haben.
Im Anschluss (wieder mit Excel) erstelle ich alle Szenen von allen Handlungssträngen und schaue am Ende, wie man die verschiedenen Handlungsstränge unterbrechen bzw. anordnen könnte. Wo will ich Cliffhanger drin haben? Wo soll ein Kapitel auch mal mit einem beruhigten Ausatmen weggelegt werden können. Und dabei schaue ich auch, ob die Spannungsbögen bei mehreren Erzählsträngen nicht gerade analog verlaufen. Klar, am Ende darf es bei jedem Erzählstrang dramatisch werden. Aber sonst die Höhen und Tiefen gut verteilt.

Tja, und dann fange ich mit Schreiben an.
Klar, da können sich während der Umsetzung noch viele Änderungen ergeben. Aber so weiss ich, wo es hinführt und habe das Ziel immer im Blick.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: C.M.Spoerri am 06. April 2014, 16:18:09
Mir geht es gleich wie Drachenkrieger. Ich plotte nicht sehr stark, sondern weiss einfach ungefähr, wo die Höhepunkte in meiner Geschichte sind und wohin die Reise führen soll. Den Rest überlasse ich der Kreativität und Intuition (und meinen Charakteren ;D). Das ging zumindest bis jetzt so. Jetzt, gegen Ende von Band 4, wo eben auch die Geschichte zu Ende sein wird, muss ich aber auch zum ersten Mal stärker plotten. Sprich, ich habe einige Schlüsselszenen bereits aufgeschrieben, obwohl ich mit der Geschichte noch nicht dort bin, und sie ungefähr unter die Kapitel geordnet, wo sie dann vorkommen werden. Dies, damit ich das Ziel nicht aus den Augen verliere. ;)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: et cetera am 06. April 2014, 19:36:43
Ich plotte auch nur sehr rudimentär. Ich überlege mir den Anfang, das Ende und ein paar Höhepunkt dazwischen, aber mehr auch nicht (ohne das Ende wenigstens ungefähr zu kennen, schreibe ich auch nur ungern los). Das hat zur Folge, dass ich beim Schreiben zwar genau sagen kann, was die nächsten 40 - 50 Seiten passiert, aber nur sehr nebulös, was danach kommt.

Irgendwann dachte ich mal, ich müsste das professioneller angehen und habe versucht, richtig zu plotten (Schneeflocken-Methode). Aber ich habe gemerkt, dass ich den Spaß am Schreiben verliere, wenn ich schon genau weiß, was passiert und die Ideen kommen auch nur sehr zögerlich. Deshalb bleibe ich lieber bei meiner Methode :)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: heroine am 09. April 2014, 07:52:24
Es kommt auf den Text an wie ich plotte. Klingt merkwürdig, aber:

- was will ich rüberbringen?
Wenn es wirklich darum geht eine speziellen Inhalt rüber zu bringen gehe ich anders vor, als wenn ich einfach nur meiner Kreativität freien Lauf lassen will. Wenn es mir darum geht ein kritisches Thema zu beleuchten (z.B. Suchtverhalten oder Ängste), dann schaue ich mir im Vorfeld genauer an was dazu gehört, was schwierige Punkte dabei sind. Was da nicht fehlen darf und arbeite mich bis zur Eskalation stufenweise vor und schaue mir sehr genau an, was die logischen Schritte sind.
- wie ist die Idee zu mir gekommen?
Wenn ich nur eine ganz grobe Idee von einer Fantastischen Welt habe, dann will ich die Welt mit Leben füllen. Das bedeutet ich warte erst ab was zu mir kommt, ich sammle Eindrücke und Ideen, schreibe sie nieder und überlege mir erst später wie sie sich verbinden lassen und ob sich von ganz alleine ein Hauptplot entwickelt hat (über den ich besonders oft nachdenke).

Soviel zum Kreativprozess und jetzt zum eigentlichen Plotten:
Wichtig ist mir, recht früh einen Rahmen zu haben. Er muss nicht perfekt sein, aber das Gerüst muss stehen und genug Details haben, damit ich, wenn ich erst nach ein paar Wochen oder Monaten wieder Zeit habe mich damit zu beschäftigen nicht wie ein Ochs im Wald steh. Meistens sind die einzelnen Abschnitte nochmal konkretisiert in:
- Was (z.B. Begegnung Held Schurke)
- Warum (z.B. Persönliches Kennenlernen bringt den und den Vorteil für die Story)
- Wie (z.B. Aus Sicht des Helden, der Held soll vermeintlich in der Stärkeren Position sein)
- Kritisch (Ist die Szene hier zu früh? Ist es wirklich nötig?)
- Weiteres Potential (ev. Einbringen von weiteren Person, Zeigen von Fähigkeiten o.ä.)
Dann arbeite ich an den einzelnen Abschnitten, wie es mir gerade Spaß macht und füge es später zusammen.
Was mir dabei hilft sind Datenbanken zu den Fakten, zu den Personen. Personen haben bei mir auch meistens Steckbriefe mit relevanten Details (Vorlieben, Ängste, Ziele im Leben, Familienverbindungen, Entwicklungsverlauf (wenn es einen geben sollte)).

Hu, das war jetzt leider ein wenig sehr wirr und konfus. Ich versuch den Beitrag, wenn ich Zeit habe nochmal ein wenig zu editieren.


EDIT:
Entschuldigt, dass ich heute morgen so müde und etwas verwirrt war. Ich versuche es noch einmal etwas klarer zu strukturieren.
Vor dem Plotten steht bei mir ein Kreativvorgang. Das bedeutet, zuerst benötige ich Ideen und auch ein grobes Ziel. Wenn das da ist, hängt das Vorgehen von den genannten Faktoren ab: Ziel (Habe ich eine Aussage oder ist der Weg das Ziel) und Ausgangspunkt (Wie kam die Idee zustande).
Ausgehend davon wird strukturiert. Erst entsteht ein grober Ablauf, ein Grundplot. Im einen Fall Schritt für Schritt auf die Aussage hin oder durch das aneinanderfügen der Wegstrecken.
Wie detailiert ich bereits bei diesem Grobentwurf werden kann hängt dabei sehr stark vom Ausgangspunkt ab. Dabei helfen mir Werkzeuge wie Steckbriefe und genormte Formblätter (für Abschnitte, Orte, Szenen, Kapitel), die ich oben bereits grob angerissen habe. Die Unterpunkte und Stichpunkte variieren von Geschichte zu Geschichte. Sobald das Grobgerüst steht wird dann weitergearbeitet und die Lücken gefüllt.

Ich hoffe die Erklärung war deutlicher.

PS.: Der Ochs im Wald war genau so gemeint. Ich weiß es heißt Ochs vorm Berg. Aber in meinem Fall würde ich im Wald stehen und die wichtigen Punkte und Plotstellen vor lauter Punkte und Plotstellen nicht erkennen (Bäume / Wald).
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Sprotte am 15. April 2014, 02:13:56
Mal ab von dem Begriff an sich, denke ich, daß jeder Schreibende vor dem ersten geschriebenen Wort weiß, wo er oder sie hinwill. Bereits das ist eine Planung - oder eben Plotten - der Geschichte. Ich gehöre zu den Bauchschreibern, trotzdem kenne ich vor Beginn des Schreibens meine Hauptfiguren, Anfang und Ende des Romans. Und ein paar Stationen auf dem Weg von A nach E. Auch das ist bereits Plotten, auch wenn es bei mir deutlich weniger detailliert ausfällt als bei anderen, die sich z.B. einen Szenenplan erstellen oder eine Kapitelübersicht. Aber der Kern der Geschichte sollte vor dem Schreiben bekannt sein, der Grundplot also vorliegen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Aphelion am 15. April 2014, 07:38:13
Mal ab von dem Begriff an sich, denke ich, daß jeder Schreibende vor dem ersten geschriebenen Wort weiß, wo er oder sie hinwill.
Ich kann mir zwar vorstellen, dass diese Aussage auf *viele* Schreibende zutrifft; sie trifft aber nicht auf alle zu. Ich habe zum Beispiel eine Zeit lang wirklich so geschrieben, wie ich lese: ohne mehr zu wissen als das, was ich gerade zu Papier gebracht hatte.

Dadurch habe ich viele Anfänge produziert, die ich nicht alle weiter verfolgt habe. Das ist der Nachteil. Die Schreiberfahrung ist aber eine ganz andere.

Inzwischen schreibe ich weitestgehend mit Planung - aber Kurzgeschichten und auch eine Art Kurzexposé (v.a. über die Handlung des ersten Aktes) schreibe ich heute noch oft so: Ich habe den Anfang im Kopf, sobald ich ihn aufschreibe, nicht das Ziel.

Plotten hilft imho vor allem, effizienter zu schreiben - siehe die überschüssigen Anfänge, die ich nie weiter verfolgt habe; und man spart sich einen Großteil der inhaltlichen Überarbeitung.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nirahil am 15. April 2014, 07:42:39
Ich stimme Sprotte zu. Die grobe Geschichte hat bestimmt jeder schon im Kopf, wenn ihm eine Idee kommt. Plotten ist für mich vor allem das Ausarbeiten der Idee - also beispielsweise Nebenstränge, bestimmte Ereignisse, die zwischendurch passieren und von einem Punkt am roten Faden zum nächsten führen. Quasi das Auffüllen des Dazwischen. Wobei ich auch finde, dass nicht jedem liegt, vollständig zu plotten. Ich merke immer wieder, dass es mich einschränkt, wenn ich von Anfang an alles mehr oder minder plane, weil ich mich dann viel zu sehr an die Vorlage halte und es langweilig finde. Außerdem kann ich nicht mehr vernünftig reagieren, wenn etwas geschieht, das mein akribischer Plot nicht vorsieht, wie zickende Gastwirte zum Beispiel.  :P Gleichzeitig habe ich viele, viele Anfänge, die ich nie weiter schreibe, weil mir ein Plan fehlt, wo das überhaupt hinführen soll. Dafür brauche ich das Plotten wieder. Und Aphelion war schon schneller. :)
Für andere ist es aber eine Wohltat, sich von Handlung zu Handlung hangeln zu können, das bleibt am Ende jedem selbst überlassen. Ich denke, dass Plotten helfen kann, aber nicht immer muss. Sprich, wer nicht ausgiebig plottet, kann trotzdem eine tolle, tiefe Geschichte schreiben, wenn er es schafft, alles im Kopf zu behalten. Und selbst wenn nicht - sich nebenzu Notizen zu machen ist doch auch irgendwo "nachplotten". Schreiben kann man dabei trotzdem aus dem Bauch heraus.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Sprotte am 15. April 2014, 10:35:00
Zitat
ohne mehr zu wissen als das, was ich gerade zu Papier gebracht hatte.
Das habe ich auch getan. Eine Szene aufgeschrieben, überlegt, was dann passieren kann, nächste Szene geschrieben. Das war am Ende aber keine Geschichte, sondern eine Aneinanderreihung von Szenen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Siara am 15. April 2014, 10:41:22
Ich stimme Sprotte zu. Die grobe Geschichte hat bestimmt jeder schon im Kopf, wenn ihm eine Idee kommt. Plotten ist für mich vor allem das Ausarbeiten der Idee [...]
Als ich den ersten Roman begonnen habe, den ich auch beendet habe, hatte ich nicht mal eine Vorstellung vom Protagonisten, geschweige denn von Handlung oder Nebensträngen, als ich angefangen habe. Der erste Satz war einfach das Erstbeste, was mir eingefallen ist und hätte sich in so ziemlich alles verwandeln können. Das war nicht nur ohne Plot, sondern auch noch ohne Plotidee.

So habe ich zuvor auch immer geschrieben, also als Kind. Dabei sind, wie Aphelion es auch beschrieben hat, eine Menge Anfänge herausgekommen, die nirgendwo hinführten. Eine Idee hat sich mit der Zeit schon entwickelt, aber die ließ sich zumeist nicht auflösen oder ausarbeiten. In diesem einen Fall habe ich verdammten Glück gehabt, der Plot ist komplett aus dem nichts gewachsen, Probleme waren immer aus der Welt zu schaffen und es hat sich wunderbar ineinander gefügt. Ich schätze, hätte ich mir zu Anfang eine Kapitelübersicht oder sogar einen Szenenplan überlegte, wäre das Ganze niemals so verstrickt und vielschichtig geworden. (Dass es trotzdem mit einem guten Buch nichts zu tun hat, ist mehr mit mangelnder Schreiberfahrung zu begründen, die Geschichte finde ich weiterhin gut :rofl: ). Ich glaube schon, dass es Autoren gibt, die so schreiben können, alles im Voraus planen und auch dabei schon eine gute Geschichte zusammenstellen, die sie beim Schreiben nur noch ausarbeiten und gegebenenfalls an einigen Stellen anpassen.

Ich könnte das auf jeden Fall nicht, mir würde es da gehen wie Nirahil. Es würde langweilig werden, und wenn doch mal was Unerwartet passiert, würde es mich vollkommen aus der Bahn werfen. So wie früher gehe ich allerdings auch nicht mehr vor, ich will nicht nur jeden zwanzigsten Roman, den ich beginne, auch beenden. Außerdem habe ich inzwischen genug Ideen und muss nicht mehr mit leeren Worten beginnen ;D Heute mache ich es wie Sprotte, Anfang, Ende, einige Zwischenstationen und Figuren samt Motivation sind da, alles andere ergibt sich (hoffentlich).

Um noch mal was Neues einzubringen: Es ist mir auch schon passiert, dass ich für einen fertigen Plot eine Idee hatte, die recht umfangreich war und die ich trotzdem unglaublich gerne einbringen wollte. Dann habe ich drei volle Tage damit verbracht, sie einzuweben, die Geschichte anzupassen, mir (im Nachhinein betrachtet viel zu komplizierte) Erklärungen für dieses und jenes Geschehen ausgedacht... um dann festzustellen, dass es einfach nicht passt. Das Problem an der Sache ist, dass ich mich in dieser kurzen Zeit schon so sehr in den "neuen" Aspekt der Handlung hineingedacht hatte, dass es unglaublich schwer war, zur alten Variante zurückzufinden. Seitdem bin ich beim Plotten auch äußerst vorsichtig mit spontanen, (unglaublich genialen :hmhm?: ) Ideen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Malinche am 15. April 2014, 10:44:08
Kann mir gut vorstellen, dass es bei vielen Geschichtssträngen schwieriger wird, alles in einem harmonischen Einklang zu bringen, ohne dass man sich verzettelt.

Japp, da kann ich zustimmen. Bzw. kann das schon bei wenigen, z.B. nur zwei Strängen, schwierig sein, wenn es darum geht, zu koordinieren, was wann geschieht, wer wann etwas erfährt, entdeckt oder herausfindet. Gerade, wenn sich beide Stränge gegenseitig beeinflussen, ist das mitunter nicht einfach, und ohne Plotten würde ich mich an so etwas niemals wagen.

Ich habe übrigens gerade wieder festgestellt, dass Plotten bei mir ein dynamischer Prozess ist und kein Korsett. Gestern habe ich den ganzen Nachmittag damit verbracht, das letzte Drittel meines Romans neu zu plotten, und das war nicht das erste Mal, dass die Handlung eine gründliche Faltenkur verpasst bekam.  Dadurch, dass sich beim Schreiben gewisse Dinge anders entwickeln als geplant - und ich das auch zulasse, weil lebendige Figuren für mich das Beste sind, was einer Story passieren kann, auch einer geplotteten! -, verändert sich bei mir der ganze Plot ein bisschen.
Interessant war für mich, dass ich in meinem jetzigen Plot alle wesentlichen Elemente behalten konnte, sie aber zeitlich und kausal teilweise neu angeordnet habe. Jetzt ist es rund und ergibt Sinn, aber solange ich den Plot quasi nur auf dem "Reißbrett" hatte und nicht aus der Geschichte heraus betrachtet habe, konnte ich nicht wahrnehmen, dass es bei Timing und beim dramaturgischen Aufbau ein wenig hakte.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nirahil am 15. April 2014, 10:53:30
Das finde ich spannend, und es zeigt mir, dass ich beim Plotten noch extrem viel zu lernen habe. Für mich ist der Plot quasi die Vorlage, die sich nicht mehr ändert, und selbst wenn meine Figuren in andere Richtungen wollen, kann ich nicht aus meiner Haut und den Plot ändern. Als wäre aus Stein gemeißelt, was ich mir da fix aus den Fingern gezogen habe. Gleichzeitig fehlt mir irgendwie der Überblick darüber, sodass ich, wenn ich den Plot betrachte, zwar manchmal schon sehe, dass am Spannungsbogen etwas ganz massiv quer liegt, ich es aber aus unerfindlichen Gründen nicht ändern kann oder will, weil ich den Finger nicht drauf legen kann. Es stört mich, dass meine Figuren quasi ständig auf Achse sind und von hierhin nach dorthin reisen - ich hasse es, Reisen zu schreiben, weil ich mir immer denke, niemand will den Leuten dabei zusehen, wie sie einen Fuß vor den anderen setzen. Und trotzdem besteht mein halber Plot aus Reisen und ich schaffe es nicht, da irgendwas Vernünftigeres einzusetzen. Argh. ;D

Gleichzeitig hatte ich auch schon Momente, wo es mir überhaupt nicht schwer gefallen ist, umzuschwenken oder etwas einzubauen. Allerdings hat das bisher nichts bahnbrechend am Plot geändert, sondern eher ergänzt. Dann bin ich immer ganz überrascht, dass ich es doch irgendwie "kann" - und gleichzeitig wieder nicht, weil es Pillepalle ist. Vielleicht sollte ich meine Plots einfach öfter mal so umschreiben, einfach aus Jux, und dann gucken, was dabei raus kommt.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 15. April 2014, 10:58:17
Mal ab von dem Begriff an sich, denke ich, daß jeder Schreibende vor dem ersten geschriebenen Wort weiß, wo er oder sie hinwill.

Hm, jein. Wenn ich eine Idee habe, weiss ich ungefähr, wo ich hin will, ja. Aber vor dieser Idee sind da erst einmal Charaktere und da beginne ich bereits zu "schreiben". Ich schreibe dann zwar noch nicht die eigentliche Geschichte, sondern eher so Szenen zum Kennenlernen, aber es kann durchaus sein, dass eine dieser Szenen dann später in der eigentlichen Geschichte Platz findet. Da wusste ich beim ersten geschriebenen Wort noch nicht einmal, dass es überhaupt eine ganze Geschichte geben wird.  ;) Auch kenne ich das Ende nicht immer genau, meistens nur ungefähr. Aber das ist wahrscheinlich genauso individuell wie der Prozess des Plottens selbst.  ;D
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 10:59:05
Ich denke, wenn man seine Geschichte genau kennt und sie nicht zu komplex ist, dann muss man keinen Plot schreiben.
Aber wenn man sich in manchen Punkten noch gar nicht so sicher ist, und es viele verschieden Handlungsstränge gibt, dann sollte man das doch schon machen, weil einem sonst Fehler unterlaufen können, die man später schlecht noch ändern kann. Außerdem hat man mit einem Plot einen Überblick über die Geschichte. Je nach dem, wie man gerade mag, kann man sich ja auch nur ein paar grobe Stichpunkte machen zu den wichtigsten "Stationen" oder genau schon formulieren, was wann in welchem Kapitel passiert. Das kann einen beim Schreiben behindern, weil man dann ständig meint, sich an den Plot halten zu müssen, weil man sonst durcheinander kommt und der Plot nicht mehr stimmt, und wenn die Figuren sich verselbstständigen, dann stimmt es auch nicht mehr, oder es kann einem sehr helfen, weil man dann weiß, wie die Geschichte wird und worauf man genau hinarbeitet mit dem, was man schreibt.
So geht es mir zumindest. Also je nachdem, wie sicher man sich zu Anfang der Geschichte mit der Handlung ist und dem, was passiert, sollte man entscheiden, ob und wie genau man einen Plot verfasst, finde ich.

Mist, jetzt ist mir HauntingWitch zuvor gekommen xD
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Cairiel am 15. April 2014, 11:04:18
Ich habe übrigens gerade wieder festgestellt, dass Plotten bei mir ein dynamischer Prozess ist und kein Korsett. Gestern habe ich den ganzen Nachmittag damit verbracht, das letzte Drittel meines Romans neu zu plotten, und das war nicht das erste Mal, dass die Handlung eine gründliche Faltenkur verpasst bekam.  Dadurch, dass sich beim Schreiben gewisse Dinge anders entwickeln als geplant - und ich das auch zulasse, weil lebendige Figuren für mich das Beste sind, was einer Story passieren kann, auch einer geplotteten! -, verändert sich bei mir der ganze Plot ein bisschen.
Interessant war für mich, dass ich in meinem jetzigen Plot alle wesentlichen Elemente behalten konnte, sie aber zeitlich und kausal teilweise neu angeordnet habe. Jetzt ist es rund und ergibt Sinn, aber solange ich den Plot quasi nur auf dem "Reißbrett" hatte und nicht aus der Geschichte heraus betrachtet habe, konnte ich nicht wahrnehmen, dass es bei Timing und beim dramaturgischen Aufbau ein wenig hakte.
Genauso geht es mir auch immer wieder, bestes Beispiel: meine Winterchroniken. Der zweite Teil wurde am Ende ganz anders, als ich ihn geplottet hatte, aber es hat sehr gut gepasst und gefällt mir jetzt auch wesentlich besser. Nur war es für mich trotzdem nötig zu plotten, weil ich aufgrund meiner großen Welt eine ganze Menge Handlungsstränge aufeinander abzugleichen habe, immerhin spielen noch andere Bücher zur selben Zeit in derselben Welt.  :d'oh:  Trotz meiner spontanen Änderungen ist es mir wie Malinche gelungen, alle nötigen Elemente und Eckpunkte beizubehalten, aber die Ausarbeitung ist eine ganz andere geworden.  :)  Für mich ist es generell am besten, immer ausführlich zu plotten, dabei aber die meisten sich beim Schreibprozess ergebende Änderungen zu akzeptieren.

Nirahil, einen Plot als in Stein gemeißelt zu betrachten, kann glaube ich wirklich schwierig werden - vor allem, wenn die Figuren nicht so wollen, wie man sie eingeplant hat.  ;D  Aber ich kenne das Gefühl in einer anderen Hinsicht, nämlich beim Überarbeiten, das ich gar nicht kann. Der ganze Roman erscheint mir dann immer schon wie fix und unabänderlich, daran muss ich noch arbeiten. Gib mir Bescheid, wenn du ein Mittel gegen dieses Gefühl gefunden hast!  ;)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 15. April 2014, 11:12:23
Wenn ich mir eure Beiträge gerade so durchlese, dann glaube ich wirklich, dass ich mich trotz meines festen Bauchschreib-Vorsatzes mal wieder ans Plotten machen sollte. Zumindest, was dieses eine neue Projekt betrifft, das ich so gerne anfangen würde, wenn ich mit meiner Überarbeitung fertig bin. Ein Plot wäre mal wieder nicht schlecht. Andererseits sollte ich sowieso ganz generell damit aufhören, mich schon vor dem Schreiben an sich unter Druck zu setzen. Aber das kann ich ja so gut. :pfanne:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 15. April 2014, 11:28:34
@Liliane: Nicht, dass man mich jetzt falsch versteht, ich schreibe schon auch einen Plot. So ein gutes Gedächtnis habe ich nicht, dass ich mir alles merken kann. ;D Aber nicht in allem Detail, sondern nur, damit ich den Faden nicht verliere und später auch leichter nachsehen kann, wenn es etwas nachzusehen gibt. Also eigentlich geht es mir gleich wie dir, merke ich gerade. Was ich z.B. nie könnte, sind Kapitelplots oder Fitzelplots für einzelne Sequenzen. Da würde ich mich eingeengt fühlen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 11:41:58
@HauntingWitch: Sich so seine ganze Geschichte in allen Einzelheiten merken zu können, wäre aber schon ganz praktisch  ;D Aber das dachte ich jetzt nicht. Du hast Recht, der Plot hilft einem, nicht den Faden zu verlieren und man kann immer wieder nachsehen, was als nächstes etwa kommt.
Und so genaue Plots engen einen ein, das stimmt.
Allerdings macht es mir manchmal sogar Spaß, so genaue Plots zu schreiben. In Szenen, in denen ich noch nicht genau weiß, was kommt, da kann ich mir die Handlung dann ganz genau ausdenken, die Dialoge etc. und sie in Stichpunkten mitschreiben, als Plot. Das mache ich total gerne.
Aber wenn ich dann daran sitze, die Geschichte wirklich zu schreiben, merke ich, dass ich ständig auf diese Stichpunkte schaue, die die Szene so genau beschreiben und fühle mich dann auch gedrängt, es genauso zu schreiben, wie es da steht, das ist dann immer blöd.
Also das prinzipiell so zu machen halte ich für wenig bis überhaupt gar nicht sinnvoll. Zumindest für mich.

Eine andere Frage: Plottet ihr in Stichpunkten oder in kurzen Absätzen oder in kapitelweisen Texten, oder wie macht ihr das?
Und markiert ihr euch wichtige Punkte farbig oder ähnliches?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 15. April 2014, 12:58:33
Plottet ihr in Stichpunkten oder in kurzen Absätzen oder in kapitelweisen Texten, oder wie macht ihr das?
Und markiert ihr euch wichtige Punkte farbig oder ähnliches?

Ich bin zur Plot-Königin geworden. ;D Vor zwei Jahren habe ich festgestellt, dass ich wesentlich effektiver, schneller und logischer schreibe - und viel lieber! - wenn ich plotte, und zwar ganz, ganz genau.

Ich fange mit einer groben Idee und Figuren an. Ich lege fest, wie das Ziel aussehen soll - wo stehen die Figuren jetzt (z.B. 2. Jahr der Ausbildung), wo wollen sie sie hin (Plan der Figur, z. B. Ausbildung beenden, Job finden) und wo will ich sie hinschicken (mein Plan, z. B. sie findet ihren Platz in einer magischen Geheimorganisation und gibt zwangsweise die Ausbildung auf) und was ist das Gesamtziel (Welt ist vor dem bösen Oberbösewicht des Bösen gerettet).

Das mache ich auch für den Antagonisten, denn daraus ergibt sich bei mir sehr viel, wenn ich weiß, was der so alles vorhat und wo er ganz und gar nicht mit den Helden übereinstimt.

Von da aus fasse ich erst mal in Stichpunkten die Handlung zusammen - sehr grob und in vier Akte geteilt, ich liebe nämlich die Schneeflockenmethode.

Und von dort ausgehend verfeinere ich das ganze immer weiter - was brauche ich an Punkt A um zu Punkt B zu gelangen? Was muss passieren, bis ich zu Höhepunkt C gelange? Was müssen meine Figuren erfahren (und wie), damit sie überhaupt die nötigen Handlungen ergreifen können, um von C nach D  zu kommen?

Ich habe im Endeffekt einen ziemlich detaillierten Szenenplan, wo ich je nach Komplexität der Szene einen Satz bis zu einem ganzen Absatz stehen habe, was passieren soll.

... und dann kommen die Figuren ins Spiel. Ich habe schon Szenen wieder gestrichen und andere eingefügt, weil meine Lieben einen eigenen Kopf haben. Dann wird der Rest des Szenenplans einfach angepasst. Das betrifft aber meist keine umwerfenden Plotdetails.
Es bleibt sozusagen stehen: Um die Prinzessin zu retten, muss der Prinz trotzdem erst mal wissen, dass sie gefangen wurde.
Es wird geändert: Der Prinz weigert sich, allein loszuziehen, weil er auf seinen kleinen Bruder aufpassen muss. Also wird der Bruder mitgeschleppt.
Doofes Beispiel, ich weiß. :rofl:

Farbig markiere ich mir, welche Personen in welcher Szene vorkommen - ich hab den Szenenplan in einer Tabelle.
Und was ich mir auch immer, immer, immer dazuschreibe, ist, welchen Tag wir haben, weil ich es ganz prima schaffe, da die Übersicht zu verlieren. 2 km von Dorf A nach Dorf B? Meine Helden sind sieben Wochen unterwegs. Der komplette Kontinent wird zu Fuß durchquert? Och, auch sieben Wochen. Oder wann macht Held A etwas, damit Held B darauf reagieren kann. Wenn A das magische Schwert noch nicht gefunden und gestohlen hat, kann B noch keinen Herzklabaster bekommen, weil das Schwert weg ist. Nicht, dass mir das nicht auch so klar ist, aber meine Zeitangaben leiden manchmal, wenn ich die einstreue und nicht genau weiß, wann was geschah.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nandriel am 15. April 2014, 13:20:17
Wow, Pandorah - das ist genau das, was ich auch bräuchte, genau so ticke ich! Ich würde ja liebend gerne mal einen Blick auf deine Tabellen werfen um deine Methode kennenzulernen - bin nämlich auch so ein Listenmensch und ohne komme ich grundsätzlich durcheinander (was mir gerade jetzt im Camp auch tatsächlich schwer zu schaffen macht, da vom Plot nur der Anfang stand, und damit bin ich mehr oder minder durch :().

Deine Methode mag nicht jedem liegen, und ich kenne einige Leute, die sich dadurch fürchterlich eingeengt fühlen würden - aber für mich klingt das wie das Plotparadies schlechthin... denn im Nachhinein mache ich das ja bei der Analyse einer Geschichte ganz genauso, also würde ich meine eigene gerne ähnlich aufziehen (können). Ist nur glaub ich nicht ganz so leicht, wie es klingt ;)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 13:43:49
@Pandorah: Wow, so strukturiert würde ich auch gerne vorgehen, aber so strukturiert kann ich ja nicht einmal denken  :(
Bei mir kommt eine Szene da ganz detailliert, da habe ich den allgemeinen Knackpunkt noch gar nicht; dann kommt die Person und will irgendeine Rolle spielen und da weiß ich über den Protagonisten noch kaum was. Da würde die Schneeflocken-Methode nicht so gut funktionieren.
Hört sich aber gut an, wie du das machst. Dass du dir die zeitlichen Abläufe genau notierst, muss ich mir mal merken. Das kann ja ziemlich leicht zu logischen Problemen führen, woran ich seltsamerweise noch nie gedacht habe.

Einen Blick auf so eine Tabelle würde ich auch gerne mal werfen. In was für Spalten teilst du dann denn ein? Wie kannst du eine Szene über eine Tabelle strukturieren? Verstehe ich nicht ganz.
Hört sich aber praktisch an, an so etwas dachte ich auch schon öfter, kam aber nie darauf, wie das funktionieren könnte.

Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 15. April 2014, 14:16:19
Woah, Pandorah, ich bewundere dich ja. Mir wäre das viiel zu kompliziert und anstrengend. ;D

Eine andere Frage: Plottet ihr in Stichpunkten oder in kurzen Absätzen oder in kapitelweisen Texten, oder wie macht ihr das?
Und markiert ihr euch wichtige Punkte farbig oder ähnliches?

Ich bin da recht einfach gestrickt. Zuerst habe ich ein grobes Konzept, Exposé-mässig: Was ist die Ausgangslage? Was passiert? Wohin führt das ungefähr? Setting, wichtige Charaktere und Hintergründe werden umrissen. Gibt es Sidestorys, wenn ja, was beinhalten die?

Danach habe ich nur noch einen laufenden Szenenplan, mit dem ich den Überblick behalte. Den halte ich stichwortartig, das sieht etwa so aus:
1. Einführung Protagonist
2. Auftauchen Love Interest (nicht, dass ich viele von denen hätte)
3. Antagonist greift an
usw..., aber natürlich spezifischer und projektbezogen.

Ja, nach dem arbeite ich dann. Detaillierte Hintergründe usw. halte ich auf separaten Dokumenten fest. Für die Charaktere gibt es die entsprechenden Chara-Bögen, für Welten und Orte habe ich Übersichtstabellen, allgemeine Hintergründe im Konzept. Da kann ich dann nach Belieben auffüllen und ergänzen. Ganz wichtige Punkte, die ich auf keinen Fall vergessen möchte, notiere ich direkt im Szenenplan.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 15. April 2014, 14:23:43
;D Nee, das ist nicht bewundernswert, einfach nur eine andere Methode. Denn ich bewundere die Schreiberlinge, die das aus dem Bauch heraus können. Da komme ich nur unter Qualen weiter und es wird unlogisch.


Wir haben einen Thread zu der Schneeflocken-Methode (http://forum.tintenzirkel.de/index.php/topic,2944.0.html) :) Ich kann die nur heiß für alle empfehlen, die gerne plotten; allerdings nutze ich die in abgewandelter Form.

Und so sieht meine Szenenplanung in einem Beispiel aus. Lesen auf eigene Gefahr, ich hab den Prinz von vorhin genommen.  :rofl: Klick macht größer. (Und natürlich müsste der letzte Name Bärbel und nicht Isa sein.) Klammernamen sind Namen, die nur einmal als Person auftauchen bei mir. Da die Geschichte aus Ralfs Perspektive erzählt wird, steht er nicht bei den Personen mit dabei. ;)

(http://www.chaosgoettin.de/bilder/Der_Beispielprinz-mini.jpg) (http://www.chaosgoettin.de/bilder/Der_Beispielprinz.jpg)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nandriel am 15. April 2014, 14:30:47
Danke, Pandorah, auch für den Link zum Thread!

Sehe ich das richtig, dass jede Spalte dem Kurzinhalt einer eigenständigen Szene entspricht? Was machst du, wenn die Szene umfangreicher wird - unterteilst du dann weiter? Falls innerhalb einer Szene ein Perspektivwechsel stattfindet (mal angenommen, du machst das) - wäre das dann ebenfalls eine eigenständige Zeile?

Entspricht das nicht sogar in etwa dem Szenenplan, den HauntingWitch vorgestellt hat, kann das sein?

Gefällt mir wirklich sehr :)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 15. April 2014, 14:58:43
Wenn ich denn überhaupt geplottet habe, waren es nur handlungsbeschreibende Sätze in einem Fließtext, aber wirklich zufrieden war ich damit bisher nie - weder mit der Gestaltung, noch mit meiner Umsetzung. Der April ist noch lang und die Sache mit der Tabelle ist eine klasse Idee, Pandorah, weil das so schön übersichtlich wird. Hm, vielleicht versuche ich mich im Laufe des Monats parallel zur Überarbeitung mal daran, mit Hilfe einer Tabelle eine Plotplanungsvorgehensweise (was für ein Wort! ;D ) zu entwickeln, mit der ich dann endlich zurechtkomme.

Hach, da hab ich jetzt richtig Lust drauf.  :vibes:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 15. April 2014, 15:01:55
Jede Reihe entspricht dem Kurzinhalt einer Szene. Je nachdem, wie gut ich die vor Augen habe, ist die mal länger und mal kürzer gefasst. Wenn ich eeeeewig viel unterbringen will, wird die Zelle mit der Beschreibung auch schon mal ziemlich groß - zum Beispiel, wenn ich auf gar keinen Fall etwas vergessen darf, weil es weiter hinten sehr wichtig wird. Wenn der gute Olaf zum Beispiel später doch noch eine wichtige Figur wird - Ralfs Love Interest und bereits jetzt in ihn verliebt und wenn er ihm später nachreist - kann da mehr stehen. Wenn Olaf dann noch das wichtige, wichtige Amulett von seiner Tante geerbt hat, mit dem man ins Schloss von Herbert kommt, dann steht das in der Kurzbeschreibung mit drin.

"Sein bester Freund Olaf ist nicht glücklich darüber und stellt ihn zur Rede, denn er ist schon seit Kindesbeinen heimlich in Ralf verliebt. Er versucht, ihn mit dem Hinweis auf Otto aufzuhalten. Ralf muss ihn in der Szene mal am Schlawittchen packen, weil er wütend wird - damit das Amulett aus dem Halsausschnitt rutscht (nicht vergessen!). - Typische Geste für Olaf: er rauft sich in Verzweiflung durch die Haare, mindestens einmal erwähnen, damit der Leser in Szene 3-5, wo Olaf in Verkleidung auftaucht, bei dieser Geste misstrauisch werden kann."

Kommt ein Perspektivenwechsel, ist das bei mir eigentlich immer eine neue Szene. Dann gibt es eine neue Spalte. Ansonsten setze ich in die Szenen-Zellen durchaus auch Absätze.

Es ist ein Szenenplan, ob es dem von HauntingWitch entspricht, weiß ich nicht, weil ich auf die Schnelle den entsprechenden Beitrag nicht finden kann, auf den du dich beziehst. :) Aber ich kann mir das durchaus vorstellen, dass es ähnlich oder gar gleich ist.


Die Tabelle hat nur einen Nachteil, man kann schlecht gleichzeitige Fäden nebeneinander laufen haben. Ich freu mich schon beim nächsten Planen auf den Zeitstrahl vom Papyrus Autor. ;D Bin gespannt, wie ich damit zurecht komme.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Guddy am 15. April 2014, 15:03:39
Pandorah, der Plan gefällt mir auch gut :) Ich selber wäre aber wohl zu undiszipliniert dafür.  Zumindest, um es so aufzuschreiben.

Schreibt ihr eure Szenen eigentlich auch chronologisch? Oder variiert ihr da? Kann ja sein, dass in der vorherigen Szene etwas umgeändert wird, als es ursprünglich geplant war. Oder bleibt ihr auch dann strikt beim Plan?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 15:12:59
Ich muss den Anderen zustimmen, das ist wirklich super mit der Tabelle, danke fürs Teilen, Pandorah. Muss ich auch mal ausprobieren, vielleicht löst das meine Unübersichtlichkeit ein für alle Mal auf.

@HauntingWitch: Deine Plots sind also praktisch nur kleine Gedächtnisstützen, damit du nicht vergisst, wie die Reihenfolge der Szenen/ Handlungen ist? Ich mache es in Plots nämlich so, dass wenn ich die Geschichte mal zur Seite lege und später wieder ausgrabe, dass ich, wenn ich es lese, wieder die gesamte Geschichte vor Augen haben kann. Vielleicht sollte ich das mal lassen  :-\

@Guddy: Ich schreibe zu Anfang grob chronologisch die Geschichte auf. Wenn ich damit zufrieden bin, beginne ich, die Szenen auszuarbeiten. Wenn mir da etwas zu einer späteren einfällt, schreibe ich zuerst zu der was, dann vielleicht zu einer früheren. Und damit keine Fehler auftreten, überlese ich es auch immer wieder, ob noch alles stimmt.

Edit: Oder meintest du, beim letztendlichen Text, ob man da die Szenen in der chronologischen Reihenfolge schreibt?
Das auf jeden Fall, weil die Figuren sich ja entwickeln und ich würde damit nicht zurechtkommen, wenn ich spätere Entwicklungsphasen zuerst schreiben würde. Habe ich gerade gestern gemerkt, da ist mir eingefallen, dass so ein Typ ja am Anfang noch ganz anders war; hat zu einem Desaster geführt.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 15. April 2014, 15:15:18
Pandorah, der Plan gefällt mir auch gut :) Ich selber wäre aber wohl zu undiszipliniert dafür.  Zumindest, um es so aufzuschreiben.

Undiszipliniert - danke, Guddy, das ist genau das Wort, das ich gesucht habe, weil es am besten zu mir passt.  :pfanne: Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als disziplinierter zu arbeiten.  ;D

Zitat
Schreibt ihr eure Szenen eigentlich auch chronologisch? Oder variiert ihr da? Kann ja sein, dass in der vorherigen Szene etwas umgeändert wird, als es ursprünglich geplant war. Oder bleibt ihr auch dann strikt beim Plan?

Wenn ich (ge)plotte(t habe), dann immer strengstens chronologisch. Logikfehler sind meine häufigsten und schwerwiegendsten Fehler, deshalb kann ich es mir nicht erlauben, irgendetwas durcheinandergeraten zu lesen. Auch beim Schreiben bin ich da so: Vom Anfang, also nicht später als drittes oder viertes Kapitel, schreibe ich ohne Unterbrechung bis zum Ende durch.

Was die Handlung selbst betrifft, halte ich mich strikt an den Plan, ja - es sei denn, mir fällt die Lösung für ein Problem ein, das plötzlich aufgetaucht ist, oder ich kann etwas deutlich verbessern. Zum Plan können aber auch mal Szenen hinzukommen, die ich nicht geplant habe, weil ich entweder gemerkt habe, dass ich mehr Welt- und Charakterbeschreibung brauche, dass ich mehr Spannung aufbauen muss oder weil ich es einfach genieße, diese Szene zu schreiben. Manchmal bringe ich Szenen, die geplant waren, auch nie auf virtuelles Papier, weil sie dann doch irgendwie nicht passen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Avery am 15. April 2014, 15:17:05
Ich finde den Plan auch wirklich klasse, Pandorah  :jau: Leider bin ich selber total plotfaul und habe es auch nie richtig gelernt. Deshalb habe ich mich für mein neustes Projekt, das ich endlich einmal fertig bekommen möchte, ohne dass es ewig ausufert, für die Schneeflockenmethode entschieden. Und ich muss sagen, dass es bisher erstaunlich gut klappt und ich zum ersten Mal halbwegs auf dem richtigen Weg bin :)

@Guddy: Wenn ich denn mal ordentlich plotte und auch danach schreibe, dann immer strikt chronologisch, da ich dazu neige, spontan Details einzubauen, die den ganzen Verlauf verändern. Und um dann am Ende alles zu ändern, bin ich schlichtweg zu faul und vergesslich ;)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 15. April 2014, 15:44:19
Entspricht das nicht sogar in etwa dem Szenenplan, den HauntingWitch vorgestellt hat, kann das sein?

Ich denke, das tut es, nur dass meine wesentlich weniger detailliert sind.  ;) Ich umreisse nicht die ganze Szene und führe auch keine einzelnen Tage auf, ausser bei sehr komplizierten Stellen/Geschichten, wo es relevant ist. Ich hatte mal eine Art Lebensgeschichte, da war der Szenenplan gleichzeitig Timeline. Aber das Prinzip ist gleich, ja.

@HauntingWitch: Deine Plots sind also praktisch nur kleine Gedächtnisstützen, damit du nicht vergisst, wie die Reihenfolge der Szenen/ Handlungen ist? Ich mache es in Plots nämlich so, dass wenn ich die Geschichte mal zur Seite lege und später wieder ausgrabe, dass ich, wenn ich es lese, wieder die gesamte Geschichte vor Augen haben kann. Vielleicht sollte ich das mal lassen  :-\

Ja, weil ich durch das Lesen dieser Stützen gleich immer wieder die ganze Geschichte bzw. Szene im Kopf habe. Es kann sein, dass da 10x steht, "Gespräch K. und F." und ich weiss bei jedem aufgrund der Position im Plan und der Gesamthandlung, welcher Dialog das ist und was gesprochen wird. Assoziatives Gedächtnis, ich liebe es.  ;D Wenn das Detailliertere für dich der richtige Weg ist, ist das doch gut. Ich fühle mich einfach freier und beweglicher, wenn ich nicht jedes Möbelstück im Plot habe.

@Guddy: Teils, teils. Ich habe festgestellt, dass mir chronologisch schreiben leichter fällt, ich besser im Fluss bleibe und hinterher weniger basteln muss, damit alles wieder kongruent ist. Es kommt aber vor, dass mir Szenen "zu früh" einfallen, dann schreibe ich die schon sofort, aber vorerst in einem separaten Dokument, damit mich das nicht stört. Ich markiere meine geschriebenen Sachen im Szenenplan mit einer anderen Farbe, so laufe ich nicht Gefahr, etwas doppelt zu machen oder durcheinander zu geraten.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 15:52:35
@HauntingWitch: Man, du hast ein Glück, mein Gedächtnis ist so mies, wenn ich mir nicht alles notiere, ist es nach ein paar Stunden schon weg!
Aber du plottest ja dann doch alles, nur eben im Kopf  :P .
Und merkst es dir. Man  ;D Das will ich auch können. Aber vielleicht sollte ich es einfach mal ausprobieren. Vielleicht klappt es ja doch. Das stell ich mir total praktisch vor. So frei schreiben zu können. Weil, wenn ich in Plots schon alles plane, kann ich mir ja während des letztendlichen Schreibens nur noch beschränkt und wenig etwas ausdenken. Das ist das blöde; das man sich dann ständig dran halten muss. Oder zumindest das Gefühl hat, sich dran halten zu müssen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 15. April 2014, 17:08:27
@HauntingWitch: Man, du hast ein Glück, mein Gedächtnis ist so mies, wenn ich mir nicht alles notiere, ist es nach ein paar Stunden schon weg!
Aber du plottest ja dann doch alles, nur eben im Kopf  :P .

Da stellt sich mir die Frage, ab wann kann man es plotten nennen? Für mich ist plotten nur das, was ich beschrieben habe, dieses Umreissen, die Gedächtnisstützen, Worldbuilding, Hintergründe. Wenn sich die einzelnen Detailszenarien in meinem Kopf formen, empfinde ich das nicht mehr als plotten, sondern eigentlich schon als produktives Schreiben. Auch, wenn ich es vielleicht nicht sofort aufschreiben kann, dann schreibe ich es einfach sobald wie möglich nieder.

Zitat
Ist es durchaus möglich, dass es auch ein anderes Wort für PLOTTEN gibt? Vielleicht überarbeiten?

Das sind für mich zwei völlig verschiedene Dinge. Überarbeiten tue ich erst, wenn die Geschichte fertig geschrieben ist. Umschreiben, Fehler finden, geradebiegen, Grammatik und Rechtschreibung prüfen und Einzelheiten einbauen geht für mich alles unter überarbeiten.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Thaliope am 15. April 2014, 17:11:07
@Drachenkrieger: Ein anderes Wort für Plotten wäre zum Beispiel Planen.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Sprotte am 15. April 2014, 17:14:55
@ Drachenkrieger: Entstehung einer Geschichte kann man, denke ich, ganz grob in drei Teile teilen (die mitunter ineinander übergehen, sich überschneiden etc.):
Vorarbeit = Plotten, Recherchieren, Figuren kennenlernen, Szenenplan erstellen, Anfang und Ende kennenlernen, vielleicht etwas von allem, vielleicht nur ein Punkt. Ich bin überzeugt, daß es so viele Wege gibt, wie es Autoren gibt. Du hast im Vorwege viel aufgeschrieben, Dich in Gedanken mit Deiner Geschichte beschäftigt. Das ist Plotten.
Schreibprozeß
Überarbeiten
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 17:32:56
@HauntingWitch: Nun ja, der Plot ist ja eigentlich die Handlung. Also wenn man plottet, schreibt man die Handlung auf. Ich denke, ein Plot ist es solange, wie es nicht als ein eingenständiger Text gelesen werden kann.
Also so eine richtige Definiton für Plots gibt es eigentlich gar nicht. Jeder macht da, wie er es braucht.
Die einen notieren nur ganz knapp die wichtigsten Punkte, andere formulieren in Stichpunkten beinahe das komplette Buch schon aus, nochmal andere haben Schaubilder oder Tabellen.
Dann kann man sich schon Sätze bereitlegen, die man dann tatsächlich einbaut, oder bloß Stichworte benutzen.

Aber (@Sprotte) ein Plot muss ja auch nicht nur die allgemeine Vorarbeit sein, man kann sich ja während des Schreibens auch immer wieder hinsetzen, und das nächste Kapitel noch mal zusammenfassen oder sich überlegen, wie die nächste Szene aufgebaut sein könnte.

Also sind ein Plot praktisch die strukturierten Notizen, die man sich macht, um die Geschichte letztendlich logisch und gut aufgeschrieben haben zu können. Eine Hilfe, bei der jeder für sich wissen muss, wie sie am hilfreichsten ist.


Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Sprotte am 15. April 2014, 17:37:28
Ich mache zum Beispiel überhaupt keine Notizen (außer mal einen Namen aufschreiben, damit ich ihn nicht zwei Seiten später vergesse und anders hinschreibe). Aber trotzdem ist auch das Plotten. Einfach das Nachdenken,  was ich mit der Geschichte eigentlich will. Das kann vor und während des Schreibens geschehen, richtig. Manchmal auch danach, sodass es mit in die Überarbeitung fließt. Doch im Großen und Ganzen geschieht es meistens wohl vorher. Es ist das Gerüst, das beim Schreiben mit Leben gefüllt wird.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 17:46:25
Stimmt(, Sprotte).

Mal eine andere Frage, die vielleicht schwer zu beantworten ist: Ich neige dazu, recht viele Notizen zu machen. Handschriftlich, in verschiedenen oder einzelnen Word-Dokumenten, mich da mit Plot-Problemen auseinanderzusetzen, bis ich dann endlich zu Lösungen komme. Ich schreibe Ideen zu Dialogen auf, dich ich nicht missen will, wenn ich dann irgendwann losschreibe; ich beschreibe Orte, die ich auf keinen Fall vergessen will und wie unschwer zu vermuten ist, sitze ich dann, wenn ich das Gefühl habe, alle Komplikationen gelöst zu haben und endlich die Geschichte zu haben, auf zig Seiten im oder vor dem PC und habe absolut keine Ahnung, wie damit arbeiten, wo doch aber so wichtige Dinge darin stehen.

Geht es jemandem ähnlich? Oder hat jemand vielleicht eine Ahnung, wie ich das in Zukunft ändern kann? Oder zumindest wie ich die ganzen Seiten am Ende dann strukturieren kann?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 15. April 2014, 18:14:51
Oder zumindest wie ich die ganzen Seiten am Ende dann strukturieren kann?

Da kann ich dir wärmstens Scrivener (http://forum.tintenzirkel.de/index.php/topic,6160.0.html) empfehlen. Das Programm ist echt toll!
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: heroine am 15. April 2014, 18:39:14
Geht es jemandem ähnlich? Oder hat jemand vielleicht eine Ahnung, wie ich das in Zukunft ändern kann? Oder zumindest wie ich die ganzen Seiten am Ende dann strukturieren kann?

Nur ein paar Gedanken dazu:

Bereits beim Aufschreiben ein Kladdebuch verwenden. Sprich die Ideen nicht auf tausend Zettel verteilen sondern möglichst in ein Buch einfügen (kann unter Umständen, wenn du mit Notizbüchern nicht zurecht kommst sogar ein Ordner sein in dem alles abgeheftet wird). Damit kann man dann später relativ gut arbeiten und man hat immer alle Notizen zu einem Werken zusammen und keinen Haufen an Papieren von Projekt A, B, C und D.

Egal wie du arbeitest, farbliche Markierungen können helfen. Entweder mit Textmarkern oder Textmarkierungszetteln oder auch mit Buntstiften oder bunten Aufklebern. Dinge die Zusammengehören irgendwie markieren. Entweder alles was an den Anfang gehört eine Farbe, alles was in die Mitte gehört eine andere... oder alles was mit Charakteren zu tun hat eine Farbe, alles was mit Orten zu tun hat eine andere (beliebig ergänzbar). Richtig nützlich wird es wenn man immer die gleiche Farbcodierung nutzt.

Eine weitere Möglichkeit ist, alle Punkte vom Papier auf den Rechner zu übertragen, alles in ein Dokument rein und dann eins nach dem anderen zu löschen. Sobald die Idee in den Text/Plot integriert wird kommt sie aus der Notizsammlung raus. Anhand des digitalen Dokument siehst du dann direkt, was alles noch fehlt und ob du alles hast.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 18:57:15
Scrivener habe ich sogar schon installiert, aber irgendwie nie richtig angeschaut, das mache ich jetzt gleich mal...

Oh man, heroine, da hätte ich ja auch mal selbst drauf kommen können! Wenn ich das hinkriegen würde, wäre super. Muss ich unbedingt mal ausprobieren.

Vielen Dank euch beiden, wenn das klappt, ist mein Leben um einiges leichter  ;D
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Tinnue am 15. April 2014, 19:42:21
Was ich bei Herione schon entdeckt habe ist das Notieren mit Kladde/Notizbuch. Hier stimme ich zu, dass es sinnvoller ist, für rjekt A, B, C ... jeweils ein eigenes Buch oder einen eigenen Notizblock zum Aufschreiben von Idden usw. zu verwenden. Lose, abgetrennte Blätter führen vielleicht irgendwann mal zu Chaos - und davon hat man während der Plot-Phase bekanntlich ja eh genug. *g*

Ansonsten läuft das bei mir aktuell so ab:
Ich hab mein eigenes Buch zum Notieren. Dort kommt ganz vorne eine Art To-Do-Liste auf die erste Seite - was steht drinn, was brauche ich: Kurzexpose für mich, Hauptthema, Charakterenliste, Steckbriefe der Charaktere, HIntergrundinfos, Kultur, etc. Ganz hinten in demselben Büchlein trage ich - also von hinten nach vorne gehend (oder auf einem Zweitblock zum Prjekt) - spontane Einfälle oder erste provisorische Textpassagen auf. Immer dazu komtm darüber oder am Rand ein " K:x" für das jeweilige Kapitel.

Der erste Grobentwurf sind meine "Bausteine", das aber auch nicht immer. Ich fasse Kapitel - Inhalt - Funktion nebeneinander auf einem Blatt zusammen, danach kann ich die einzelnen Kapitel ausschneiden und nach Belieben damit experimentieren: Was passt wo am besten hin? Oder doch besser da?

Dann habe ich einen Zeitstrahl, den ich lieber per Hand und nicht am Bildschirm mache. Dazu nehme ich für jeweils 3 A4 Blätter nebeneinander in der Länge und nach unten hin dann, so oft das muss. Da ist das meiste eigentlich schon geplottet. Beim Projekt jetzt hat sich danach noch viel getan, weil es so einfach besser funktioniert - da ist das natürlich im Mittelteil fast ganz hinfällig geworden. Aber dazu ist plotten ja da.
Den Zeitstrahl nutze ich dann auch als eine Art grobe Gesamtübersicht mit Nebeneinander: Kapitelnummer, Arbeitstitel Kapitel, auftretende Figuren, Uhrzeit/Ort und Kleidung der Charaktere, Inhalt des Kapitels, Funktion ("Was will ich sagen?") des Kapitels.

Das meiste läuft dann bei mir allerdings auf PC ab.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 20:33:12
Wow, Tinnue, das ist auch richtig gut! Langsam komme ich mir total unfähig, unstrukturiert und dämlich vor. Ich habe ein einziges Notizbuch, wo ich alles kreuz und quer reinschreibe, zu verschiedenen Projekten, da kann das ja auch nicht klappen  :pfanne:


Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Tinnue am 15. April 2014, 20:38:53
Zitat
Langsam komme ich mir total unfähig, unstrukturiert und dämlich vor.

Nein, bloß nicht. Ich bin mittlerweile froh, dass ich meine Art gefunden habe. Ich plotte meistens dann sehr ausführlich, Kapitelweise, manchmal sogar auch grobe Szenen (wie ich es etwa bei Kai Meyer auch mal mitbekommen habe). Ich habe aber auch gelernt, auf das Bauchgefühl zu hören, wenn es mal anders sein sollte.

Jeder hat seine Art zu plotten - handschriftlich, am Pc, mehr, weniger ... und ich denke, wenn man da auf sein bauchgefühl vertraut, dann ist es so auch ganz gut.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 15. April 2014, 20:49:34
Hm, okay, du hast vermutlich Recht. Jetzt schaffe  ich mir mal ein paar neue Notizbücher auf Vorrat an und bei der nächsten Geschichte mache ich es wie du und versuche dann noch alles wie heroine farbig zu markieren und dann wird das super.
Ich kann mir nicht vorstellen, nicht damit zurechtzukommen.
Wie schön, dass es diesen Thread gibt :D
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Tinnue am 15. April 2014, 21:09:36
Stimmt, das hatte ich vergessen mit den Farben. Auf meiner Gesamt-Kapitelübersicht (Kapitel - Figuren - Inhalt - Funktion) arbeite ich immer mit 3 Farben bzw Textmarkern. Ich markiere dann gerade am Rand entlang des Rasters.

Blau = Action
Gelb= Dialog
Rot =Beziehungen (dazu zählen alle wichtigeren, also Liebesplot, Prota - Elternteil usw.)

Das ist nur grob, kann man auch innerhalb der Szenen machen bzw am Rand von Kapitel X die eine in die andere Farbe fließen lassen, sodass man weiß: Kapitel 5 beispielsweise fängt actionreich an, hat aber auch gefühlt so viel /zur Hälfte ... Dialog drin.

Durch diese grobe farbliche Markierung am Rand meiner Übersicht kann ich dann ganz gut vorm Schreiben sehen, ob der Wechsel von Spannung, Info, Action, Dialog passt. Dass es ein bisschen Abwechslung bringt und das ganze nicht einschläft. :)
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Snöblumma am 15. April 2014, 21:16:07
Ich bin da recht einfach gestrickt. Zuerst habe ich ein grobes Konzept, Exposé-mässig: Was ist die Ausgangslage? Was passiert? Wohin führt das ungefähr? Setting, wichtige Charaktere und Hintergründe werden umrissen. Gibt es Sidestorys, wenn ja, was beinhalten die?

Danach habe ich nur noch einen laufenden Szenenplan, mit dem ich den Überblick behalte. Den halte ich stichwortartig, das sieht etwa so aus:
1. Einführung Protagonist
2. Auftauchen Love Interest (nicht, dass ich viele von denen hätte)
3. Antagonist greift an
usw..., aber natürlich spezifischer und projektbezogen.

Ungefähr so sieht das bei mir auch aus, Witch - ich bin ja wirklich froh, dass noch jemand diese Art zu plotten hat. Ich beginne wirklich nur mit Anfang und Ende, vielleicht ein oder zwei Szenen in der Mitte, die mir schon eingefallen sind. Dann setze ich mich an die Charaktere und lerne sie kennen, und dann lasse ich sie losmarschieren :).

Wobei bei mir das Plotten an sich eher im Kopf stattfindet - also würde ich nicht sagen, dass ich nicht plane, ich schreibe es nur überhaupt nicht auf und mache mir wirklich nur stichpunktartige Notizen. Wenn ich ein neues Projekt beginne, teile ich erst einmal Kapitel ein und notiere Stichpunkte, was in diesem Kapitel passiert. Und auch da halte ich es wie Witch: "Gespräch A und B" reicht mir dann voll und ganz. Den Rest gibt es nur im Kopf, bis ich an diese Stelle komme. Mein aktuelles Projekt sieht bespielsweise so aus:

Kapitel 10 - Prota, Arbeit, Stress
Kapitel 11 - Love Interest, Eifersucht
Kapitel 12 - Prota, Besuch

Damit halte ich den Point of View fest und vielleicht einen oder zwei wesentliche Plotpunkte, um nicht Gefahr zu laufen, die echten Wendepunkte zu verpassen oder doch noch zu vergessen. Was sich dahinter verbirgt, steht bei mir nirgends. Timeline oder ähnliches brauche ich bei meinen aktuellen Projekten nicht zwangsläufig, da beschränke ich mich darauf, das beim Überarbeiten einmal zu durchdenken und aufzumalen, um sicherzugehen, dass es so passte. Tut es dann nicht immer, aber kleinere Ungereimtheiten lassen sich ja im Nachhinein doch noch ausbessern ;).

Was ich dafür ständig mache: den Film ablaufen lassen - sprich: Ich habe die Szene, die ich schreiben möchte im Kopf, wälze sie hin und her, träume mich hinein, bin während der Arbeit auch mal eben kurz dort und gehe sie so lange durch, bis sie für mich einen stimmigen Film ergibt. Dann schreibe ich sie nieder. Allerdings mache ich das meistens wirklich nur kurz bevor ich schreibe. Wenn ich also beispielsweise aktuell bei Kapitel 10 stehe, denke ich morgens auf der Fahrt in die Arbeit über Kapitel 11, Szene eins, nach und komme mit etwas Glück durch Kapitel 11, bis ich abends heimkomme. Je nachdem, wann ich dann zum Schreiben komme, plane ich etwas weiter vor oder wälze die Szene noch ein bisschen herum - und dann wird getippt. An und für sich halte ich es wie Sprotte und mache mir gar keine Notizen.

Für die Fantasyprojekte habe ich dann und wann noch ein Extradokument mit Weltinformationen und wichtigen Charakteren, ansonsten reicht mir meistens ein Exposé mit groben Angaben als Gedankenstütze. Nur wenn mir auf Arbeit langweilig ist, entwerfe ich ganze Charakterbögen - aber eher als Beschäftigungstherapie denn als ernsthaftes Plotwerkzeug ;). Für Projekte mit realem Hintergrund kann es vorkommen, dass ich mal die ein oder andere reale Begebenheit notiere, die mir auf einer Reise über den Weg läuft oder ähnliches, aber auch das ist eher Selbstberuhigung als gezieltes Vorgehen.

An und für sich würde ich mich eher in die Kategorie Bauchschreiber einsortieren - wobei ich eben doch plotte, genau genommen, nur eben rein im Kopf und eher über das Plotinstrument "virtueller Film" als über Szenepläne und ähnliches. Dazu bin ich einfach zu unstrukturiert :D. Und sowas mit den Farben finde ich wahnsinnig faszinierend. Ich würde nach spätestens einem Tag vergessen haben, wofür die Farben stehen... :rofl:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: heroine am 15. April 2014, 21:31:18
Ansonsten läuft das bei mir aktuell so ab:
Ich hab mein eigenes Buch zum Notieren. Dort kommt ganz vorne eine Art To-Do-Liste auf die erste Seite - was steht drinn, was brauche ich: Kurzexpose für mich, Hauptthema, Charakterenliste, Steckbriefe der Charaktere, HIntergrundinfos, Kultur, etc. Ganz hinten in demselben Büchlein trage ich - also von hinten nach vorne gehend (oder auf einem Zweitblock zum Prjekt) - spontane Einfälle oder erste provisorische Textpassagen auf. Immer dazu komtm darüber oder am Rand ein " K:x" für das jeweilige Kapitel.

Dazu fällt mir auch noch was ein:
Ich lasse meistens die ersten 3-4 Seiten frei (manchmal auch mehr kommt drauf an wie viele Seiten die Kladde hat) und mache dann dort ein Inhaltsverzeichnis rein. Bedeutet natürlich, dass bei mir die Seiten nummeriert werden. Ist allerdings eine Gewöhnungssache und außer mir kenne ich ehrlich niemanden der in seine Notizbücher ein Inhaltsverzeichnis einbaut. (Fehlt eigentlich nur noch das Stichwortverzeichnis am Ende).
Außerdem bevorzuge ich unliniertes Papier, weil ich da sehr viel freier bin auch Zeichnungen, Karten etc. einzufügen oder auch mal für eine Zeitlinie die Kladde quer zu legen.

@Liliane:
Für den Anfang würde ich dir empfehlen immer ein Seite frei zu halten zwischen den Dingen, die du notieren willst. Am Anfang kann man nämlich noch nicht so gut abschätzen wie viel Platz man wirklich braucht. Man kann zwar einige Sachen nach hinten verlagern. Aber manchmal MUSS einfach später noch was wichtiges eingefügt werden und dann ist es sehr sehr ärgerlich, wenn man nicht mal den Platz hat um einen roten Verweis zu einer anderen Seitenzahl zu setzen..
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nirahil am 16. April 2014, 07:10:07
Zum Thema Notizchaos: Ich bin ja auch so ein fürchterlicher Chaot. Früher habe ich ganze Schulblöcke vollgekritzelt, einzelne Seiten rausgenommen und suche heute noch regelmäßig danach. Was ich aber empfehlen kann, sofern man ein Microsoft Office Paket hat und es dabei ist: Microsoft OneNote. Das ist wie ein Notizbuch, nur halt digital. Ich kannte das überhaupt nicht und habe es nach der Installation sehr gepflegt ignoriert, bis ich mich mal etwas näher damit beschäftigt habe und es prompt toll fand, weil ich auf den Seiten üüüüberall, wo ich will, reinschreiben kann. Es gibt bestimmt auch kostenfreie Programme, die das können, da hab ich mich nicht näher drüber informiert, und zur Not tut es auch ein einfaches Notizbuch (die ich mir übrigens auch endlich zugelegt habe, damit das Schulblockchaos nicht weiter geführt wird) - aber falls man das Ding zufällig eh schon auf dem Rechner hat, kann ich es sehr empfehlen. Darin mache ich mir dann Notizen, einen kurzen Szenenplan (A reist nach B, um C zu suchen und gerät mit D in Schwierigkeiten), was wann passiert und so weiter, und tippe dann in Word los. Währenddessen kann ich in OneNote dann so Sachen wie den Namen des Gebirges, den Namen des Nebencharakters, den Namen des Ortes hinzufügen, etc.
Das Ding bietet auch zig Vorlagen, die ich mir aber alle noch nicht genau angesehen habe. Ich mache immer eine neue leere Notizseite auf und verbreite da mein Chaos, das ich aber ganz schnell in Reitern zusammenfassen kann, damit ich jedes Blatt sofort finde. :) Und das Schöne ist, ich habe pro Buch einen eigenen integrierten Ordner, in dem alle Reiter mit den verschiedenen Zettelchen zusammen hängen. Und ich kann sogar die Hintergrundfarbe des jeweiligen Notizblattes ändern. ;D Kein Zettelchaos mehr, yay!
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 16. April 2014, 08:14:36
Geht es jemandem ähnlich? Oder hat jemand vielleicht eine Ahnung, wie ich das in Zukunft ändern kann? Oder zumindest wie ich die ganzen Seiten am Ende dann strukturieren kann?

Kennst du Charakterbögen, Weltenbögen usw.? Die benutze ich sehr gerne und ich mache es so: Ich habe meine festen Dokumente (z.B. "Konzept", "Charabogen XY", "Worldbuilding") und dann weiss ich ja, wo was rein gehört. Wenn ich nun unterwegs eine Idee habe oder gerade nicht am PC bin, schreibe ich auf den Zettel dazu, was es ist (wenn ich das nicht sowieso im Kopf habe) und lege den dann sobald ich zuhause bin auf den Schreibtisch, damit ich weiss, dass ich das noch übertragen muss. So habe ich eigentlich immer spätestens nach der nächsten PC-Sitzung wieder alles geordnet. Für Skizzen usw. habe ich Mäppchen pro Projekt und ich gedenke, mir so eine Stapelbox zuzulegen, wo ich die reinlegen kann. Dann habe ich die wenigen Zettel, die ich noch habe, alle am selben Ort.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Christian am 16. April 2014, 08:15:29
Was ich aber empfehlen kann, sofern man ein Microsoft Office Paket hat und es dabei ist: Microsoft OneNote.
OneNote gibt es inzwischen auch ohne Officepaket kostenlos. Ich mag OneNote. Bei mir landet alles in OneNote bzw. befindet sich dort alles, was noch keine eigene Scrivener-Datei hat.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nirahil am 16. April 2014, 08:22:11
OneNote gibt es inzwischen auch ohne Officepaket kostenlos. Ich mag OneNote. Bei mir landet alles in OneNote bzw. befindet sich dort alles, was noch keine eigene Scrivener-Datei hat.
Ui, das wusste ich noch gar nicht. Danke für die Info! Ich finde das Programm so super, klasse, dass man es jetzt auch kostenlos kriegen kann. Bei mir war das nur mit dem neuen Rechner auf dem neuen Office Paket 2010 mit drauf.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Thaliope am 16. April 2014, 08:32:39
OneNote ... ich liebe OneNote. Ich habe mir nur noch nicht so richtig angewöhnt, damit zu arbeiten. Aber ich nehm das jetzt mal als Anreiz. Mir gehts nämlich genauso, was die ganzen Notizen angeht: Ich denke mir die Geschichten schreibend aus, also wenn ich vor mich hin kritzele, fließen die Ideen und es kommt ganz viel Zusammen - in einem wirren Haufen Notizbücher, Zettel etc. und nur noch mühsam zu entziffern. Irgendwie muss ich auch noch einen zuverlässigen Weg finden, die Notizen so aufzubereiten, dass ich leicht und ohne großen Widerwillen darauf zugreifen kann.
Perfekt wäre OneNote, wenn ich es mir auch aufs Android-Handy laden könnte ... Ich geh mal suchen ...

EDIT: Wie cool, OneNote gbits tatsächlich kostenlos im App-Store  :vibes: danke für den Tipp, Christian!
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 16. April 2014, 09:55:08
OneNote habe ich wie Nirahil bisher auch "gepflegt ignoriert", aber da werde ich jetzt auch mal reinschauen, weil es ist tatsächlich so, dass mir manchmal plötzlich zu einem Punkt noch so viele Sachen einfallen, dass der Platz zwischen den Zeilen nicht reicht.

@heroine: Danke für den Tipp :)

Scrivener habe ich gestern abend mal angeschaut, das ist wirklich richtig toll! Ich weiß gar nicht mehr, wer es mir empfohlen hatte, aber danke.

@Drachenkrieger: Genauso geht es mir auch  ;D Alle sind immer total verwirrt, noch viel verwirrter als ich, wenn ich dann vor meinen ganzen Notizen sitze. Ich bin dann immer so mitgerissen und wenn dann jemand wütend ist in der Geschichte, dann ärger ich mich auch immer oder wenn jemand sich freut, werde ich total hibbelig. Ja, während dem Plotten ist das immer so.

@Witch: Oh, danke. Das ist auch eine gute Idee. Also mit den Zetteln, die je Worldbuilding oder einem Chara zugeordnet sind für unterwegs.
Heute gehe ich ganz viele Notizbücher kaufen  :vibes:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nandriel am 16. April 2014, 10:19:13
@ Scrivener: Ich hab mir mal die Testversion geholt, muss mich da nur reinfuchsen, denn ganz so selbsterklärend, wie ich gehofft hatte, ist es ja nun nicht  ::)

Ansonsten hab ich noch eine andere Frage, die aber irgendwie dennoch mit dem Plotten zusammenhängt (an diejenigen, die tatsächlich plotten):
Was macht ihr, wenn Kapitel unterschiedlich lang werden, und zwar deutlich? Oder versucht ihr, bereits im Vorhinein den Umfang festzulegen? Wie lang ist ein Kapitel bei euch im Schnitt? Ist es ok für euch, wenn einzelne Kapitel z.T. deutlich unterschiedlichen Umfang aufweisen, oder versucht ihr das anzugleichen?
Wenn ihr den Szenenplan erstellt - habt ihr bereits eine Ahnung davon, wieviele Wörter euer Werk insgesamt haben wird? Wieviele Szenen gesteht ihr dem jeweiligen Akt zu und - ändert sich das beim Schreiben dann eventuell sogar noch sehr stark, oder haltet ihr euch halbwegs an euren einmal aufgestellten Szenenplan)?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Klecks am 16. April 2014, 10:41:54
Was macht ihr, wenn Kapitel unterschiedlich lang werden, und zwar deutlich? Oder versucht ihr, bereits im Vorhinein den Umfang festzulegen?

Wenn ich dann mal plotte, lege ich den Umfang eines Kapitels nicht insofern fest, dass alle Kapitel gleich lang sein müssen. Ich persönlich finde es meistens harmonischer, wenn sie eine ähnliche Länge haben, aber ebenso gut kann es sein, dass unterschiedliche Längen - einfach, weil es so besser passt - harmonischer wirken als ständige Gleichförmigkeit.

Zitat
Wie lang ist ein Kapitel bei euch im Schnitt? Ist es ok für euch, wenn einzelne Kapitel z.T. deutlich unterschiedlichen Umfang aufweisen, oder versucht ihr das anzugleichen?

In meinen kürzeren Romanen (ca. 200 Seiten) sind die Kapitel im Schnitt zwischen acht und fünfzehn Seiten lang. In allen Romanen, die größer sind oder werden, sind sie zwischen fünfzehn und zwanzig Seiten lang. Ich versuche nur anzugleichen, wenn die Unterschiede für mein Empfinden wirklich riesig sind - wenn zum Beispiel die meisten Kapitel 15 Seiten haben und eines dann plötzlich 30, ist mir das zu viel und das ändere ich dann, weil es mir nicht gefällt. Wenn die meisten Kapitel 20 haben und dann mal eins an der 30 kratzt oder knapp über 10 kommt, geht es noch. Ein Unterschied von über 10 Seiten wäre mir persönlich auf jeden Fall zu groß, weshalb ich versuchen würde, anzugleichen. Aber nicht um den Preis, dass der Sinn des Kapitels verloren geht. Manchmal muss man da auch einfach durch.   ;)

Zitat
Wenn ihr den Szenenplan erstellt - habt ihr bereits eine Ahnung davon, wieviele Wörter euer Werk insgesamt haben wird?

Ich setze mir ein Mindestziel, das ich erreichen will, allerdings in Normseiten. Mit meinem NaNo-Krimi 2013 wollte ich 300 Seiten erreichen, was letztendlich auch geklappt hat - und was, wenn ich genauer darüber nachdenke, sicher damit zu tun gehabt hat, dass ich gründlich geplottet habe.

Zitat
Wieviele Szenen gesteht ihr dem jeweiligen Akt zu und - ändert sich das beim Schreiben dann eventuell sogar noch sehr stark, oder haltet ihr euch halbwegs an euren einmal aufgestellten Szenenplan)?

Ich versuche, innerhalb eines Kapitels nicht zu oft zwischen einzelnen Szenen hin und her zu springen. Als Leserin empfinde ich wildes Hin und Her nämlich auch als störend. Da ich, wenn ich plotte, bisher immer Szene für Szene durchgeplottet habe, kann ich sagen, dass ich mich - bis auf Ausnahmen, die dann doch nicht im Roman stehen oder aus Lust am Schreiben von mir hinzugefügt werden - strikt an den Plan halte, ja.  :omn:
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Liliane am 16. April 2014, 10:46:05
@Nandriel: Geht mir mit Scrivener genauso, aber das wird mit der Zeit bestimmt werden.

Zu der Länge von Kapitel:
(In irgendeinem Thread wurde da schonmal drüber geredet, aber ich finds nicht  :( )
Meine Kapitel werden immer etwa gleich lang (etwa acht bis zwölf Seiten), aber das rechne ich mehr dem Zufall an, als genauer Planung. Ich teile während des Plottens, wenn ich weiß, was alles etwa passieren wird, in Kapitel ein.

Ich halte es für Unklug, sich dann ein Limit bzw. ein Minimum zu setzen, wie viel da rein soll, was ja beides schlecht ist - entweder man zwingt sich dann dazu, mehr zu schreiben, oder man versucht sich zu kurz zu fassen, oder man verschiebt wichtiges aus dem Kapitel ins nächste, oder man nimmt was aus dem nächsten ins vorherige dazu, damit es länger wird.
Also das ist grundsätzlich nicht gut. Aber man kann ja bei der Einteilung in etwa abschätzen, ob eine "Station" der Geschichte doppelt so lang braucht, wie eine andere. Dann kann man sich ja überlegen, ob sie vielleicht einen Wendepunkt hat, bei dem man nochmal ein neues Kapitel beginnen kann mit Cliffhanger zum Beispiel. Oder man schafft einen starken Zusammenhang zwischen zwei Stationen und tut sie zusammen in ein Kapitel.
Kommt auch immer drauf an, ob man Kapitel nach Handlungsschritten einteilt (was ich mache) oder sie mitten in Szenen beendet.

Wenns leicht möglich ist, finde ich es also schön, Kapitel in etwa gleich lang zu haben, ganz genau gleich lang ist auch schon wieder zu strukturiert, das finde ich auch schon nicht mehr schön.
Aber wenn es nicht anders geht, ist es wohl auch okay, sie vollkommen unterschiedlich zu machen (wobei ich nichts von "Drei-Seiten-Kapiteln" halte, da bin ich als Leser immer etwas verwirrt).
Es fällt wahrscheinlich sowieso nicht auf. Oder kannst du dich daran erinnern, wie lang die Kapitel des letzten Buches waren, das du gelesen hast? Ob sie sich in der Länge unterschieden haben? Und wenn ja, hat es dich in irgendeiner Weise gestört?


Ob man die Länge der Geschichte zu Anfang schon abschätzen kann:
Zu Anfang des Plottens selten, beziehungsweise eigentlich immer falsch. Wenn ich mit dem Plotten fertig bin, weiß ich etwa, wie lang es wird.
Aber solange man mit dem Plot zufrieden ist, ist es ja egal, wie lang es letztendlich wird, sofern es keine "Vorgabe" gibt.


EDIT: Hier ist der Thread zur Kapitel- und allgemeinen Länge: http://forum.tintenzirkel.de/index.php/topic,13983.msg587796.html#msg587796
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Pandorah am 16. April 2014, 10:58:37
@Scrivener
Ich war's. ;D Und ich kann nur wärmstens empfehlen, das interaktive Tutorial zu machen. Dauert etwa zwei Stunden, wenn ich mich recht entsinne, und die sind echt gut angelegt.

@Kapitel
Ich habe bei meinem letzten Projekt alle Kapitel rausgeworfen, die Geschichte ist nun kapitelfrei. Aber generell lege ich Kapitel eher selten während des Schreibens fest. Meist schreibe ich durch, und im Anschluss schaue ich, wie sich Kapitel ergeben (oder überlasse das liebend gerne meiner Co-Autorin, ehem). Die sind so im groooooben Durchschnitt meist um die 4000 Wörter, mal mehr, mal weniger.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 16. April 2014, 11:11:53
Zur Kapitellänge: Ist mir völlig egal. Ich plane das nicht, bei mir werden die Kapitel so lang, wie sie eben werden. Eine gewisse Regelmässigkeit mag schön sein, bedeutet aber auch weniger Dynamik. Ich teile sie auch nicht nach Seitenzahlen oder so, sondern nach der Handlung.

Zitat
Wenn ihr den Szenenplan erstellt - habt ihr bereits eine Ahnung davon, wieviele Wörter euer Werk insgesamt haben wird? Wieviele Szenen gesteht ihr dem jeweiligen Akt zu und - ändert sich das beim Schreiben dann eventuell sogar noch sehr stark, oder haltet ihr euch halbwegs an euren einmal aufgestellten Szenenplan)?


Ich rechne nicht in Wörtern sondern in Seiten und meistens habe ich zu Beginn keine Ahnung, wie viele es werden. Etwa nach einem Drittel kommt meistens ein Gefühl, aber genau ausrechnen oder planen tue ich nicht. Ändern kann sich natürlich alles, dann muss ich den Szenenplan eben entsprechend anpassen. Ich quetsche mich da nicht in ein Korsett.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Nandriel am 16. April 2014, 11:15:04
@ Klecks, Liliane & Pandora:

Vielen lieben Dank für eure Infos, das hilft mir schonmal sehr weiter, zumal ich gerade versuche, auf der Basis deiner Tabelle, Pandorah, meiner Geschichte mal ein wenig Struktur zu verpassen, was sich allerdings schwieriger gestaltet, als ich gedacht hatte. Eine ungefähre Vorstellung davon, wieviele Seiten das nachher so werden könnten, ist als Orientierungshilfe wirklich gut!
Das Scrivener-Tutorial dauert angeblich 1h, mal sehen,w ann ich mir die Zeit dafür nehmen werde :)
Und den Thread mit der Diskussion über Kapitellängen guck ich mir in jedem Fall auch genauer an, danke für den Llink!

Edit:
Gepostet nach Witches' Beitrag, daher Nachtrag:
@ HauntingWitch: Kann es bei dir also tatsächlich passieren, dass ein Kapitel drei Seiten und das nächste 30 Kapitel hat?
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: HauntingWitch am 16. April 2014, 11:43:45
@ HauntingWitch: Kann es bei dir also tatsächlich passieren, dass ein Kapitel drei Seiten und das nächste 30 Kapitel hat?

Theoretisch ja, kommt aber selten vor.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: FeeamPC am 16. April 2014, 14:43:25
@Drachenkrieger:
Solltest du je Ebooks verkaufen wollen, brauchst du zwingend Kapitel. Ebooks ohne Kapitel nimmt z.-B. Amazon gar nicht erst an. Gibt sofort eine Fehlermeldung.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Moni am 16. April 2014, 14:49:23
@Drachenkrieger: Kapitel sind ein Kann, kein Muß. Allerdings dienen sie in der Regel dazu, einem Text mehr Struktur zu verleihen. Vor allem, wenn zwischen einzelnen Abschnitten auch Perspektivwechsel oder viel Zeit liegen, macht es Sinn, hier Kapitel zu verwenden, anstelle einfacher Absätze.
Absätze strukturieren dann wiederum Kapitel. Man könnte sagen: Kapitel sind die übergeordnete Einheit.
In der Fantasyliteratur kommt es eigentlich eher seltener vor, dass ein Autor auf Kapitel verzichtet (aber gibt es naütrlich auch), mir sind kapitellose Bücher eher im Bereich der "gehobenen" Belletristik (also das, was in den Feuilletons von FAZ & Co. besprochen werden) begegnet, oft in Büchern, die kaum eine erkennbare Struktur aufweisen und nicht selten auch kaum lesbar sind. Damit will ich nicht sagen, dass ein kapitelloses Buch unlesbar ist - nur um den Vorwurf gleich zu entkräften.
Man mag jetzt der Meinung sein, dass man keine Kapitel braucht - aber ehrlicherweise sollte man sich fragen, ob das die Sicht des Autors ist, der sich vielleicht die Mühe einer sinnvollen Kapiteleinteilung nicht machen will, oder die des Lesers. Mir als Leser sind Kapitel immer sehr willkommen, einfach weil ich sie als Ruhepunkte sehe, an denen ich das Buch zuklappen oder den Reader ausmachen kann, ohne mitten in einem Abschnitt zu stecken.

Generell zur Kapitellänge: bei mir sind Kapitel Sinnabschnitte. Ich setze sie aber nicht einfach willkürlich, sondern mache mir schon Gedanken über die Länge des Kapitels im Kontext der Gesamttextlänge. Wenn ich sehe, das einzelne Kapitel zu lang werden, prüfe ich, ob ich entweder die Länge der anderen ebenfalls überdenken muß, oder ob ich an passender Stelle einen Cut setze.
Ein Beispiel: Underdark, mein letzter NaNo-Roman, ist auf ca. 70k Wörter angesetzt. Im NaNo habe ich noch mit sieben Kapiteln zu je 10k Wörtern gerechnet, mittlerweile hat sich aber neuer Plot dazwischengeschoben, der die bisherigen Sinnabschnitte durcheinandergebracht hat. Der Gesamtumfang des Romanes hat sich nicht verändert, aber nun bin ich bei 14 Kapiteln zu je ca. 5k Wörtern angelangt. Und letztlich lässt sich das Ergebnis besser lesen, als mit den langen Kapiteln.

Ich denke, es ist Geschmackssache, ob man nun Kapitel nutzen will, man sollte sich aber die Chance, die man damit zur Strukturierung seines Romanes hat nicht entgehen lassen. Vor allem, wenn man dazu zur Lesbarkeit seines Buches beitragen kann, was ja auch ein nicht zu verachtender Pluspunkt ist.
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Snöblumma am 16. April 2014, 21:58:24
Kapitel sind für mich eigentlich das wichtigste am ganzen Planungsprozess. Nachdem ich ja sonst wenig habe, an dem ich mich festhalten kann und nur wenige Aufzeichnungen führe, sind Kapitel für mich Struktur, Schreibziel und Erinnerungsposten in einem. Ich teile mein Projekt von Anfang an in Kapitel ein (selbst wenn ich noch nicht weiß, was dann da passieren soll  ;D ) und fülle das dann auf. Meistens weiß ich von Anfang an, in welchem Kapitel (+/- 1) die Wendepunkte stattfinden und habe diese Eckposten schon vom ersten Wort an festgeschrieben.

Zur Kapitellänge:
Ein Kapitel besteht bei mir maximal aus drei Szenen, also internen Sinneinheiten, innerhalb derer eine Entwicklung (äußerlich oder charakterintern) stattfindet. Mit Blick auf die Seitenzahl versuche ich, zwischen 9 und 11 Normseiten zu landen, in aller Regel haben meine Kapitel 10 Normseiten. Wenn es sehr darüber hinausgeht, verschiebe ich lieber eine Szene in das nächste Kapitel oder das davor, um homogene Kapitellängen zu erreichen. Nur wenn es sich gar nicht vermeiden lässt und zu viel am Sinn ändern würde, lasse ich auch mal ein Kapitel mit 12, 13 Seiten zu. Alles darüber schmerzt mir aber wirklich in der Seele und wird dann geändert, spätestens im zweiten Durchgang ;).

Die Wortzahl bzw. eher die Seitenzahl steht bei mir auch von Anfang an, mit dem ersten Exposé. Einerseits begrenze ich mich so selbst und zwinge mich dazu, nicht zu sehr auszuschweifen und zu schwafeln, andererseits kann ich so jederzeit kontrollieren, ob mein Plot für ein Buch reicht oder noch ein Nebenplot oder eine Schleife fällig werden. Ich brauche diese externen Kontrollposten einfach, wahrscheinlich bedingt dadurch, dass ich in Sachen Handlung eher unterentwickelt bin, wenn ich das Schreiben beginne ;).
Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: Moni am 17. April 2014, 09:49:07
@ Moni
Stell dir vor, du erzählst mir einen Teil aus deinem Leben. Wie würdest du das in Kapitel aufteilen? Eine Geschichte ist auf einer oder zwei Seiten erzählt. Eine andere Geschichte braucht vielleicht fünf Seiten, eine andere noch mehr. Mir ist nie der Gedanke gekommen, dass ich Kapitel brauche. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mir die Arbeit daran ersparen wollte.
Mir hat es nicht gefehlt. Struktur ist in meiner Geschichte drin. Ob ein Tag, eine Nacht oder noch mehr Zeit vergangen ist, das ist klar und deutlich für den Leser ersichtlich. Auch wenn ein Ereignis zu Ende ist und etwas Neues beginnt. Auch bei mir kann man nach einem Ereignis das Buch zuklappen und später weiter lesen.

Jetzt kommt natürlich noch die Frage auf, was man sich unter Kapitels vorstellt.
Man hat vorne im Buch ein Inhaltsverzeichnis, Kapitel 1 Seite 1, Kapitel 2 Seite 14 usw. Und das noch jeweils mit Titel davor.(?)

Wie schon erwähnt, das würde bei meiner Geschichte erst mal nur eine ellenlange Kapitelangabe haben, denke ich mal.
Niemand ist bis jetzt von meinen Lesern aufgefallen, dass so etwas fehlt. Dass heißt nicht, dass sie nicht kritisch sind. Bis jetzt finden es alle flüssig und spannend geschrieben und sie mögen meine Schreibsprache. Was will ich mehr? So wie es aussieht, scheint meine Art zu schreiben gut lesbar zu sein.

Also, erstmal: ich erzähle keine Geschichten aus meinem Leben, diese Frage stellt sich mir nicht. Ich verarbeite sicher die in oder andere Erfahrung in meinen Texten, aber es sind rein fiktionale Texte ohne biographischen Anspruch. Es gibt aber selbst in Autobiographien (ich sammle Biographien, daher kann ich da sehr definitiv antworten) Kapitel, die meistens mit bestimmten Lebensabschnitten der biographierten Person verbunden sind.  ;) Selbst Ulysses, das ja einen einzigen Tag als Innenansicht der Hauptfigur abhandelt, wird in Episoden erzählt.  Von daher ist dein Argument, man würde eine Geschichte aus seinem Leben ja nicht in Kapiteln erzählen, für mich nicht stichhaltig. Viel entscheidender empfinde ich, dass deine Leser keine Kapitel vermissen.

Eine ellenlange Kapitelangabe gibt es bei meinen Texten auch nicht und die Kapitel haben auch alle keine separaten Titel, lediglich in einem Text habe ich ein besonderes Stilmittel verwendet, das der Kapitelnummer immer noch eine kurze Ein-Satz- Zusammenfassung dessen, was im Kapitel passiert beigefügt ist.

Eine andere Methode der Kapitelnutzung, an der ich mich auch schon in einem Text versucht habe, war dass ich zwar für den Schreibprozess Kapitel verwendet habe, diese aber in meinen Lesemanuskript (also der Version, mit der ich selber meinen Text als Leser betrachte, geht auf dem Kindle wunderbar) weggelassen habe. Ich hatte so im Hintergrund die Struktur der Kapitel, aber als Leser sind sie mir dann nicht entgegengesprungen. Im Prinzip ist das aber eher eine optische Frage, denn die Kapitel waren ja trotzdem da, nur nicht extra ausgewiesen.

Aber um mal auf das eigentliche Thema des Threads zurück zu kommen:
Kapitel helfen einfach sehr bei der Textenwicklung, zumindest, wenn man nicht einfach drauflosschreibt. Früher (also zu Beginn meiner Schreiberfahrung, liegt jetzt auch schon gut 26 Jahre zurück) habe ich mir sehr wenig Gedanken vor dem eigentlichen Schreiben gemacht, sondern bin mit einem Huzzah in die Geschichte gesprungen. Das machte zwar Spaß, endete aber in allen Fällen damit, dass ich den Plot gegen die Wand gefahren habe. Ich habe meine Texte in Kapitel geteilt, aber eher nach Lust und Laune, nicht wirklich mit Sinn und Verstand. Irgendwann habe ich dann aber doch begonnen, mich zu fragen, warum diese Geschichten mit 180 Sachen gegen die Wand knallten. Und die Antwort war, in fast allen Fällen: ich hatte keinen wirklichen Plot (also letztlich keinen sinnvollen Inhalt) und keine Struktur. Die Folge war ein totaler Schwenk in die andere Richtung, was dazu führte, dass ich die erste Version meines Opus ebenfalls grandios in den Sand setzte. Alles war durchgeplottet, nicht nur die Kapitel, jede einzelne Szene. Ich habe wirklich Szenenpläne geschrieben und an denen habe ich mich entlanggehangelt. Und dann war irgend wann das Problem, dass ich in meiner eigenen Geschichte nichts mehr zu entdecken hatte. Ich schreibe normalerweise so, dass ich loslege, Sachen passieren mit denen ich nicht gerechnet habe und dann setze ich mich daran und finde heraus, was da eigentlich gerade abgeht. Wenn aber alles komplett geplant ist, fehlt dieses Element der Überraschung. Man kann also durchaus zu viel planen.  8)
Mittlerweile habe ich einen Mittelweg für mich gefunden, der zwar ein Grundgerüst für den Roman enthält und, ganz wichtig, das Ende beinhaltet, aber eben kein starres Korsett, welches mich beim Schreiben einengt.

Titel: Re: Wie plottet ihr und wie habt ihr es gelernt?
Beitrag von: AlpakaAlex am 02. September 2021, 11:16:29
Also ich plotte ja schon ziemlich lange. Meine ersten beiden Bücher in der Jugend habe ich damals noch nicht geplottet und, uff, ja, merkt man. Aber nun ja, die waren allgemein natürlich auch nicht besonders gut. Man merkt mir da das Alter halt schon an, wie auch die Tatsache, dass ich für verschiedenste Dinge einfach noch nicht sensibilisiert war. (Und hetero, damals habe ich alles noch total hetero gemacht.)

Mit dem Plotten habe ich dann in der Phase angefangen, in der ich meine beiden endlos langen Digimon Tamers Fanfics geschrieben habe (Digimon Alpha Generation und Digimon Battle Generation, beide jeweils knapp 250 000 Wörter lang). Da habe ich dann die einzelnen Kapitel vorgeplant und das dann auch mehr oder weniger so umgesetzt - selbst wenn ich die Planung während des Schreibens auch noch mehrfach geändert habe.

Seither bin ich aber definitiv in der Fraktion der Plotter angesiedelt. Und das ist auch dringend notwendig. Ich habe bei einem Projekt mal das Plantsen versucht und es ist furchtbar in die Hose gegangen (BA-DUM-TSS).

Mittlerweile arbeite ich zum Plotten meistens mit Beat Sheets oder zumindest dem 8-Sequenzen-Modell, um einen groben Aufbau festzulegen. Dann arbeite ich das ganze weiter aus, so dass ich meistens zwei, drei (handgeschriebene) Seiten Plot in Stichpunkten habe. Danach markiere ich das dann bunt, um es in Kapitel aufzuteilen. Und wenn ich eine grobe Kapitelaufteilung habe, dann lege ich ein Dokument "Planung" an, in dem ich eine Tabelle aufmache mit einer Spalte pro Kapitel und darin dann alle wichtigen Punkte für das Kapitel (Plot/Charakterentwicklung) noch einmal festhalte. Das Dokument benutze ich beim Schreiben auch immer, um abzustreichen, wenn ich eine Stelle geschrieben habe. (Was ein wenig unnötig ist, da ich linear schreibe, aber es ist sehr motivierend, zu sehen, wie das Dokument nach und nach grün wird :D)