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Autor Thema: Zögern in der wörtlichen Rede  (Gelesen 12144 mal)

Hochkogler

  • Gast
Re: Zögern in der wörtlichen Rede
« Antwort #45 am: 19. Januar 2018, 14:14:08 »
Ich habe ein ähnliches Problem.

In meinem Buch gibt es eine sehr alte, sprechende Schildkröte.
Sie ist natürlich etwas langsam was das Sprechen angeht. Wie schreibe ich sowas?

Variante 1:
>>Wie lautet denn Eure Frage?<< Sie zögerte nach jedem Wort für einige Augenblicke ehe sie fortfuhr. Bergont schob es auf ihr hohes Alter.

Variante 2:
>>Wie...lautet...denn...Eure...Frage...?<<

Offline Lothen

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Re: Zögern in der wörtlichen Rede
« Antwort #46 am: 19. Januar 2018, 14:24:27 »
Ich würde mich definitiv gegen zwei entscheiden. Früher habe ich das auch gerne so gemacht, aber im Nachhinein hab ich festgestellt, dass das beim Lesen echt nervt. :rofl:

Barra hat das gut auf den Punkt gebracht: Solche Stilmittel sollte man sehr sparsam einsetzen. Sonst hat der Leser es sehr schnell über. Dem geschickten Autor sollte es irgendwie gelingen, solche Finessen auch ohne die Hilfe von ... oder Gedankenstrichen darzustellen. Das ist ja die Kunst. ;)

(PS: Wenn die drei Punkte eine Auslassung kennzeichnen, so wie bei dir, @Protoxin , dann sind immer Leerstellen dazwischen. Also in deinem Fall: "Wie ... lautet ... denn ... eure .... Frage?")
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Offline Schneerabe

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Re: Zögern in der wörtlichen Rede
« Antwort #47 am: 19. Januar 2018, 15:04:38 »
Ich finde auch hinter jedem Wort ... zu setzen, ist zu viel. Einmal könnte man es z.B. problemlos hinter dem "Wie" machen, wenn man das Zögern optisch darstellen will, aber für meinen Geschmack nicht öfter in einem so kurzen Satz.

Also vielleicht:

Zitat
>>Wie... lautet denn Eure Frage?<< Sie zögerte nach jedem Wort für einige Augenblicke ehe sie fortfuhr. Bergont schob es auf ihr hohes Alter.

Würde zwar indizieren, dass die Dame nach dem "Wie" besonders lange Zögert, aber wie gesagt man hätte dann visuell einen Anhaltspunkt ohne es zu übertreiben.
"To hell or to Connacht."

Sturmbluth

  • Gast
Re: Zögern in der wörtlichen Rede
« Antwort #48 am: 19. Januar 2018, 15:32:34 »
Ich mache es immer gerne so, dass der Leser gesprochene Pausen miterlebt. Im Nachgang zu sagen, dass das Gesagte zögerlich vorgebracht wurde, gefällt mir persönlich nicht so, denn der Leser hat es ja schon - in seinem eigenen Tempo - gelesen.

So würde ich es machen:
Zitat
"Wie", fragte sie, "ist denn ... Eure Frage?"
Hier bleibt der Leser zweimal hängen und das Gelesene/Gesagte fühlt sich zögernd an.


Zögern hinter JEDEM Wort allerdings ist schwierig. Da würde ich es eher tatsächlich mit einer Beschreibung lösen, diese aber vorausgehen lassen:
Zitat
Nach jedem Wort zögernd sagte sie: "Wie lautet denn Eure Frage?"

Philian

  • Gast
Re: Zögern in der wörtlichen Rede
« Antwort #49 am: 16. September 2018, 07:38:57 »
Eine einmalige Punktsetzung nach dem ersten 'Wie' quasi stellvertretend für die anderen, finde ich hier aber problematisch. Da entsteht bei mir lediglich der Eindruck,  dass die Schildkröte nach dem ersten Wort gezögert hat.
Was spricht denn dagegen, den ersten Satz der Schildkröte tatsächlich so nervig zu schreiben, wie er nun mal ist: Mit drei Pünktchen hinter jedem Wort für jede Pause die sie macht. Dahinter die Erklärung, dass die Schildkröte nach jedem Wort zögert und dass dies wohl ihrem hohen Alter zuzurechnen ist. Im Folgenden kann man dann die Sätze der Schildkröte immer normal schreiben. Nun weiß der Leser ja schon, dass sie unendlich langsam spricht. Wollte ich weiter hinter jedem Wort drei Punkte setzen, würde der Leser einfach darüber hinweglesen und sich nicht dazu zwingen lassen, die Worte langsam zu lesen. Also kann ich mir die Mühe da sparen. Beim ersten Mal jedoch wird er der Anweisung, wie er den Satz zu lesen hat, nämlich mit Pausen, noch folgen und ich kann ihm das Gefühl vermitteln, wie es ist, wenn man dieser alten Schildkröte zuhört.

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