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Stimmen (und ihre Betonungen) beschreiben

Begonnen von Schreiberling, 06. Oktober 2009, 15:13:21

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Dealein

Ha! Melancholisch ist das richtige Wort! Damit kann ich endlich mehr anfangen ;) Danke

Zitklasa : Leider weiß ich nicht wie dieser klingt, wenn er ganz normal spricht. Sollte ich vielleicht mal ein Interview suchen. Aber es sollte wirklich so sein wie in dem Lied, er soll meine Prota verführen ;)

Rika

Etwas nuschelnd, leicht nasal, melancholisch-leidend...

Dealein

Nuschelnd und nasal klingen so unsexy :P Ich möchte, dass seine Stimme eben das Besondere ist. Seine Kampfkunst ist die Musik und er kann auch gut singen, obwohl er das eigentlich nie tut. Aber ich muss ja nicht erwähnen, dass sie auch nasal und nuschelnd ist. Ich denke ich beschreibe sie als "melancholisch-leidend" und vielleicht etwas melodisch, den Rest überlasse ich der Fantasie des Lesers ;)

Mondwölfin

dieses knätschige kommt ja durch seine Aussprache zustande - bei meinen Chars würde ich da von langgezogener Aussprache schreiben, oder davon, dass er einzelne Silben deutlich in die Länge zieht.
Übrigens: zu Beginn hat seine Stimme sogar ein dunkles Timbre dabei.

Dealein

Dunkles Timbre hört sich richtig gut an, aber bevor ich mit solchen Fachausdrücken um mich werfe, muss ich mich erst einmal besser informieren ;) Danke

Chris

Spannendes Thema, auch weil es bei mir zu einem Aha-Erlebnis führte. Im wahren Leben schreibe ich Stimmen eine große Bedeutung zu, aber in meinen Geschichten bleiben sie blass. Wahrscheinlich, weil hier das Adjektiv-Dilemma so deutlich wird.  :) Was meint "volltönend", "schrill", "dunkel" etc.? Oder muss ich mir mit Vergleichen behelfen, um die Stimmen deutlicher werden zu lassen???

@ Dealein, wenn die Kampfkunst Deines Protagonisten die Musik ist, bekommt die Stimme eine wesentlich höhere Bedeutung und da fände ich Vergleiche schöner und sprechender als Adjektive ... und unter Timbre kann ich mir null vorstellen ;)

Chris

Dealein

Ich denke auch, dass Vergleiche schöner sind. Leider fallen mir keine richtigen ein -.- Liegt aber vielleicht daran, dass ich zur Zeit zeichne für einen Wettbewerb und mim Umziehen beschäftigt bin.

Wenn meine Gedanken sich wieder beruhigt haben werde ich mal nach Vergleichen suchen ^^ ich glaube die wenigsten Leser könnten sich was unter Timbre vorstellen . . .

Chris

Mein Lieblingsstimmen-Vergleich ist aus "My Fair Lady" über die Schwiegermutter in spe: "wenn die flüüüstert, bricht schon Glas" - da kann man sich doch sofort was bei vorstellen  :winke:
Chris

Höllenpfau

Wenn man auf die Stimme einer Person eingeht finde ich ist es auch immer interessant darauf zu achten, ob er immer so spricht oder nicht. Ob er sich verstellt oder nur wegen seinem Zustand so redet.

Also ich glaube ich beschreibe Stimmen nur bei Personen, bei denen es auch wichtig ist, sie zu beschreiben. Oder so nebenbei ("...", sagte sie mit ihrem hellen Stimmchen) oder so...

Wie schon mehrere gesagt haben finde ich Vergleiche auch gut. Da kann man als Leser sich das am besten Vorstellen.

Wenn du irgendetwas besonderes an der Stimme darstellen möchte kann man das auch an dem gesagten machen...
Mir gefällt das zwar nicht, wenn man französichen Akzent oder so schreibt, aber verschiedene kleinigkeiten, wie, dass zum Beispiel jemand immer mit einem Räuspern oder einem kurzen Nachdenk-Laut beginnt "Hm, ich weiß nicht!", "Hm, kann sein..." oder ähnlich

Faol

mir fällt dabei auf, dass ich fast nie auf die Stimmen eingehe. Außer da ist irgendwas, was wirklich außergewöhnliches. Obwohl, die Beschreibung von Stimmen viel dazu beitragen kann, wie gut der Leser sich den Charakter vorstellen kann, denke ich.
Allerdings glaube ich, dass man sich als leser auch selber eine Vorstellung über die Stimme macht, die zu der sonstigen Beschreibung des Charas passt
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
(Robert Frost - The Road Not Taken)

Zit

Also, aus Neugier: Hört ihr beim Lesen tatsächlich verschiedene Stimmen? Ich hör nur meine innere Stimme (kann nicht anders lesen). *rot wird* Bilder entstehen, Gefühle kommen ... Aber Gerüche und Stimmen fehlen beim Lesen. Beim Schreibe habe ich noch Gerüche und Umgebungsgeräusche, aber keine Stimmen. *Kopf schief legt* Soweit ich mich zumindest entsinne, habe da noch gar nicht so drauf geachtet.
"I think therefore I am
getting a headache."
Unbekannt

Faol

also bei manchen Charas habe ich klare vorstellungen von der Stimme und dann "höre" ich die auch beim schreiben oder lesen, bei vielen, bei denen ich keine Vorstellung habe, höre ich auch nur meine innere Stimme
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
(Robert Frost - The Road Not Taken)

Spinnenkind

Hmm doch, jetzt wo du's sagst: ich höre tatsächlich die Stimmen unterschiedlich *nochmal kurz etwas les und nachprüf*  :buch:

Ist mir vorher noch nie aufgefallen, witzig ;D Auch wenn Musik in Büchern vorkommt, bin ich etwas zwanghaft, ich kann erst weiterlesen, wenn ich mir darunter ein richtiges Stück und den Klang der Melodie vorstellen kann, um mir auch der Atmosphäre gewahr zu werden.

Trotzdem: Dieses Vorstellen der Stimmen kommt bei mir zumindest nie von Beschreibungen (Stimmen werden eher selten beschrieben und wenn ja, nur kurz). Ich puzzle mir das dann eher aus dem Aussehen und dem Charakter des Protas zusammen.

Fabienchen

Zitat von: Zitkalasa am 16. September 2010, 20:15:04
Also, aus Neugier: Hört ihr beim Lesen tatsächlich verschiedene Stimmen? ... Aber Gerüche und Stimmen fehlen beim Lesen.

Wenn ich lese, höre ich meine eigene innere Stimme in verschiedenen Tonlagen. Außer es gibt bereits irgendeine Verfilmung oder so des Buchs und ich hab die gesehen. Dann höre ich die Stimme der Schauspieler/Synchronsprecher.
Gerüche fehlen mir allerdings auch.

Sanjani

Hallo,

ich hatte einmal eine Zeit, da habe ich mir zu den Protas in Büchern immer bewusst passende Stimmen gesucht, meist Stimmen von Synchronisten. Das war ein ganz interessantes, aber auch irgendwie anstrengendes Lesevergnügen.

Was das Beschreiben angeht, da ist mir einmal eine ganz merkwürdige Situation passiert. Ich habe mitten in der Geschichte eine Situation geschildert, da hieß es ungefähr: Nach einer Weile hörte er Tyrions tiefe Stimme. In der Situation sollte das etwas Väterliches und Beruhigendes herüberbringen, zumal Tyrion den Chara gerettet hatte und ein Retter für mich gut eine tiefe Stimme haben kann. Auf jeden Fall fiel mir da auf, dass ich seine Stimme zuvor noch gar nicht charakterisiert hatte und ich dachte, es wirkt doch irgendwie seltsam, der Leser hat sich vielleicht 200 Seiten lang eine mittlere Stimme vorgestellt und dann heißt es plötzlich tiefe Stimme.
Ähnlich ging es mir dann bei dem geretteten Chara, dessen Stimme wurde erst charakterisiert, als seine spätere Freundin sie zum ersten Mal hört.
Das kommt vielleicht komisch, passt aber anders einfach nicht und eine andere Lösung habe ich zur Zeit nicht.

Ansonsten kann man mit Stimmen m. E. auch gut Emotionen herüberbringen, z. B. Seine Stimme klang rauer als sonst oder ihre Stimme klang höher als sonst.

Außerdem benutze ich das auch gerne, wenn es für den Chara charakteristisch ist, z. B. hat meine Sirene der Nacht beim Sprechen eine sehr raue, schneidende Stimme (sie schnitt durch die Luft wie ein Peitschenschlag ;) ), beim Singen verliert die Stimme jedoch jegliche Schärfe und klingt kalt und klar wie Quellwasser. Das ist ein Merkmal von ihr, über welches z. B. Tyrion sich immer wieder aufs Neue wundert und das bringe ich dann auch entsprechend ein paarmal unter, natürlich nicht ständig, aber zwischendrin halt. Ich finde, so etwas gibt den Charas auch viel Lebendigkeit, diese kleinen, vielleicht unwichtigen Details. Solange man es nicht übertreibt, versteht sich :D

Ich finde es aber sehr wichtig, zumindest von den Hauptcharakteren die Stimme an irgendeiner Stelle zu charakterisieren. Ich muss da immer an Harry Potter und das Hörbuch gelesen von Rufus Beck denken. Der Gute kann ja wirklich gut lesen, aber manche Stimmen haben für mich einfach überhaupt nicht gepasst, z. B. Lupin fand ich grauslig!

LG Sanjani
Die einzige blinde Kuh im Tintenzirkel :)