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Autor Thema: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen  (Gelesen 10950 mal)

Offline Alana

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #105 am: 16. Juni 2020, 15:47:06 »
@Fianna Sehr gern. Was mir noch einfällt, wäre "Durchlaucht", das wurde auch für beide Geschlechter benutzt, wenn ich richtig informiert bin. Das würde, finde ich, auch gut zu einem Diplomaten passen. Ansonsten könntest du auch selbst einen Begriff erschaffen, in dem du, siehe Coppelias Post, ein passendes Wort aus dem Lateinischen entlehnst.
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Churke

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #106 am: 16. Juni 2020, 16:04:02 »
Ist es überhaupt heute ein genderfreier Begriff oder vielmehr das englische generische Maskulinum (weswegen ihr es auch in einem SF-Setting als generisches Maskulinum, nur eben auf Englisch, seht?)

Spielt das irgendeine Rolle? Gendern kannst du diese Begriffe ja sowieso nicht. Du musst den Commander nehmen, wie sie ist. Oder das Setting ändern.

Als den Coach als neutralen Begriff, die Coachin und den Coacher und sowas wie Coachier oder so.   ?

Englisches Setting ist kein denglisches Setting.

Offline Anjana

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #107 am: 16. Juni 2020, 16:29:51 »
Zitat
Englisches Setting ist kein denglisches Setting.
Ach was, echt?  ::)
Ich schrieb ja: es passt vielleicht nicht zu 100%. Allerdings ging es in einem anderen Post durchaus auch um derartige Begriffe aus dem englischen und das gendern von ebendiesen.
Aber wenn es nicht passt, kann man meinen Beitrag ja auch einfach ignorieren.

Offline Fianna

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #108 am: 16. Juni 2020, 16:35:49 »
@Churke .
 "Female Commander" (oder "weibliche Commander") hätte ich in diesem Fall als Gegenwert verstanden.

@Alana @Coppelia in
Danke für eure Hinweise.
Für die Idee des genderfrei umgedeuteten Begriffes habe ich außerhalb des TiZi einige Reaktionen und Zuspruch bekommen.
Für 20.000 Zeichen ist das evt etwas zuviel Input, aber bei einem späteren Projekt mit derselben Figur kann ich das ja immer noch machen.
Der Begriff, für den ich mich für die Kurzgeschichte entscheide, ist dann eine sehr formelle Anrede. In einer Novelle oder einem Roman kann ich dann auf einem anderen Planeten zu einer moderneren Anrede übergehen, die diesen Diskurs berücksichtigt.

In unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Ländern oder Planeten wird mit Sprache und Anrede ganz anders umgegangen. Ich finde, mit dieser Begründung kann jeder Autor später noch in sein Setting Diskurse um Gender und Sprache aufnehmen.
   

Offline Araluen

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #109 am: 16. Juni 2020, 16:42:50 »
Ich habe gerade Star Trek TNG geschaut, da ist mir "female Officer" nicht untergekommen, sondern ich habe es als neutral wahrgenommen. Star Trek war bei sowas seiner Zeit ja auch eher voraus. Allerdings muss die Tatsache, dass es mir nicht aufgefallen ist, nicht heißen, dass es nicht existiert.
Da stimme ich zu. Ich schaue auch gerade TNG. Da haben wir Counsselor Troi, Lieutenant Yar oder Captain Garret - alles Frauen und keine von ihnen kriegt ein female an den Titel rangehängt.

FeeamPC

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #110 am: 17. Juni 2020, 09:07:07 »
Zitat
Allein durch mein Erlebnis wäre ich sehr dafür, die Variante zu nutzen über die ein Leser am meisten stolpert. Die zum Nachdenken bringt oder wenigstens für Irritation und ein Aufmerken sorgt.

Nachdenken an sich ist gut, aber Leser, die in der Geschichte über etwas stolpern, werden aus der Geschichte herausgerissen, und das ist eigentlich eine schriftstellerische Totsünde.

Offline Mindi

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #111 am: 17. Juni 2020, 11:07:20 »
Mich persönlich verstören so eingedeutschte Genderformen von englischen Begriffen und ich würde sie auch als "Denglisch" sehen. Vermutlich gibt es viele Beispiele, wo das gemacht wird und es mich nicht stört oder es mir nicht so bewusst ist, da fällt mir aber gerade nichts ein. Coachin klingt mindestens genauso scheußlich und falsch auf mich wie Hostin. Wenn man schon englische Begriffe nutzt, dann sollten sie auch ihrer Sprache treu bleiben oder ins Deutsche übersetzt werden. Wobei Host einer Videokonferenz eigentlich im deutschen auch so verwendet wird.
Host hat im englischen noch andere Bedeutungen, die man der Situation entsprechend auch übersetzen kann. Gastgeber eines Empfangs z. B. ist auch ein "host", genau wie ein Moderator einer Show.

"Rang" und "(Nach)Name" würde ich als stimmig empfinden. Auf jeden Fall, wenn man englische Begriffe nutzen möchte. Wie das bei deutschen wirkt, müsste ich vermutlich beim lesen testen, ob man darüber stolpert oder nicht. Wie ist es denn z. B. in der Bundeswehr? Soweit ich weiß, gibt es dort auch keine "weiblichen" Ränge, also wie Offizier und General. Wie werden dann Frauen angesprochen? Frau "Rang"?

Aber ich sehe es da ähnlich wie @Alana. Ich bin keine Bautechnikerin - ich bin Bautechniker. Für mich klingt die weibliche Form wie eine Entschuldigung.

Offline Zitkala

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #112 am: 17. Juni 2020, 17:24:22 »
Lustig. Für mich klingt es wie eine Entschuldigung, wenn ich männliche Begriffe verwende als würde ich mich schämen, eine Frau zu sein. Von wegen Frauen sind bei männlichen Bezeichnungen mitgemeint. (Gab es da nicht so eine Studie, dass Mädchen sich vorstellen können, Berufe auszuüben, wenn man diese Berufe auch in weiblicher Form vorstellt?) Was mir aber schwer fällt, ist neutrale Bezeichnungen zu finden. So ähnlich wie Elter von Eltern/ Elternteil. Bei dem Wort scheint mir einfach wie man auf die Form gekommen ist. Aber wie ist das bei Begriffen wie Fahrer, Schriftsteller, Kosmetiker — wären das dann Fahre, Schriftstelle und Kosmetike, wenn ich das neutral ausdrücken will? Gibt es da Ansätze dazu wie man Deutsch anpassen kann?

Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #113 am: 18. Juni 2020, 10:00:55 »
Zitat
Gibt es da Ansätze dazu wie man Deutsch anpassen kann?
Ich kenne einige Menschen, die als Endung "-on" bzw. "lon" nutzen.
Also "Autorlon", "Fahrlon" usw. Aber mir ist zumindest nichts Einheitliches bekannt.
   .

Offline Zitkala

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #114 am: 18. Juni 2020, 13:55:16 »
Interessant. Davon habe ich noch nicht gehört. Werde das später recherchieren. (Sicherheitshalber: Ist das beim zweiten ein großes I wie in Igel oder ein kleines l wie in lesen?  :versteck:)

Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #115 am: 18. Juni 2020, 17:55:01 »
Wie in "lesen" :)
   .

Offline Aphelion

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #116 am: 18. Juni 2020, 17:55:43 »
Wie ist es denn z. B. in der Bundeswehr? Soweit ich weiß, gibt es dort auch keine "weiblichen" Ränge, also wie Offizier und General. Wie werden dann Frauen angesprochen? Frau "Rang"?
Ja, "Frau Leutnant" usw.

Bei "Bundeskanzlerin" ist das aber anders: https://www.sueddeutsche.de/politik/anrede-frau-bundeskanzler-oder-ihre-exzellenz-1.419763

Sprich: Auch im Deutschen gibt es unterschiedliche Handhabungen, aber innerhalb eines Bereichs sind die Regeln so starr wie eine Kokosnuss.

Offline Maja

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Re: Gender-gerechte Bezeichnungen in Romanen
« Antwort #117 am: 21. Juni 2020, 06:12:51 »
Braucht man an der Stelle denn überhaupt unbedingt einen Artikel? Reicht es nicht zu sagen "Sie ist Commander"? Dann muss man sie nicht missgendern, aber auch nicht ein bemüht klingendes Konstrukt wie "Sie ist die Commander" verwenden.
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Robert Gernhardt

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