• Willkommen im Forum „Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum“.
 

Infinity War und das MCU (Spoiler!)

Begonnen von Solmorn, 30. April 2018, 17:55:55

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

AlpakaAlex

Hier hat irgendwie sehr lang niemand mehr gepostet und ich dachte: Dieses Jahr haben wir so viel MCU-Kram bekommen, dass es sich lohnt mal wieder zu posten.

Seit meinem letzten Post sind vor allem viele Sachen herausgekommen. Also gehen wir die mal durch:

Captain Marvel mochte ich insgesamt tatsächlich weniger. Also den ganzen Female Power Kram fand ich an sich gut, aber leider war der Film für mich viel zu sehr auf "Amerikanischer Imperialismus ist eine tolle Sache, juchu" ausgerichtet und das stört mich halt einfach extrem. Außerdem stört es mich extrem, dass Carol und Maria nicht explizit lesbisch waren, weil der Subtext so verflucht dick war, dass es sich einfach nur feige anfühlte, dass es nicht so war.

Ant-Man and the Wasp war halt ... Na ja, die Ant-Man Filme sind halt nicht großartig, aber auch nicht schlecht. Im gesamten Kontext des MCU halt eher unterer Durchschnitt. Ich mochte Ghost als Antagonistin tatsächlich relativ gern und die Story mit ihr, aber das war's dann auch.

Endgame hat mich ursprünglich sehr gehypt, weil der Film einige sehr epische Szenen hat. Aber im Nachhinein stört mich einfach so viel an diesem Film. Allen Sachen voran eben, dass dieser Film einfach so verdammt fokussiert auf weiße Männer und ihre Gefühle ist. Das ist allgemein ein Problem im MCU, aber hier stört es halt extrem, weil das MCU einfach schon diverser ist. Und die Art, wie dann Black Widow getötet wurde, um dafür einen Serienkiller zu retten ... Nope, da hört es für mich wirklich auf.

WandaVision war definitiv einer der besseren Einträge im MCU. Es war stilistisch richtig gut umgesetzt mit dem SitCom-Framing-Device. Das hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber auch inhaltlich hatte diese Serie einfach unglaublich viel Herz. Einzig ein wenig angepisst hat mich der Quicksilver Red Hering. Das haben halt schon diverse Leute kritisiert. Marvel weiß einfach, dass Leute denken würden, dass damit die Universen zusammengelegt werden und es dann für einen Boner-Witz nicht zu machen ... Ja, ne.

Falcon and the Winter Soldier war von den neueren Einträgen definitiv der schlechteste. Die Serie war einfach so mies, weil sie einfach sehr schlecht mit den politischen Themen umgegangen ist. Sei es, wie mit dem Isaiah Plot umgegangen wurden, sei es, dass die Flagsmasher eigentlich hätten die Held*innen sein sollen, sei es, dass unser neuer Cap ein Redemption Arc bekommt obwohl er ein kaltblütiger Mörder ist, sei es, dass getan wird, als wären systemische Probleme nicht systemisch.

Black Widow war halt ... zu wenig zu spät. Der Film war grundsolide, aber halt auch nicht mehr. Macht es halt einfach nicht wett, dass sie Natasha in Endgame umgebracht haben.

Loki war von den Einträgen auf dieser Liste definitiv mein Favorit. Hatte endlos viel Spaß mit dieser Serie. Die Figuren haben Spaß gemacht. Hiddleston war großartig. Alles in allem einfach Top.  :pompom:
 

PrincessEstelle

Ich mochte "The falcon and the winter soldier", hauptsächlich wegen Bucky. Aber ich stimme dir zu, der Captain-America-Plot ist nicht gerade gelungen, irgendwie hatte ich den Eindruck, dass der nur dazu da war, die Entstehung eines neuen Villains zu erklären, und dann haben sie sich gedacht: Ach guck, der ist ja schwarz, da könnten wir ja noch ein bisschen was zur Rassenfrage einarbeiten.
Was meinst du damit, die Flagsmasher hätten eigentlich die Helden sein müssen?

Frostschimmer

Also, ich fand Captain Marvel klasse. Was mir da vor allem gefallen hat, ist, dass die ja nicht ganz so hübschen Skrulls nicht die Bösen waren und dass ,,die oberste Autorität" ganz klar hinterfragt wurde. Ob die beiden lesbisch sind oder nicht, ist mir absolut egal. Absolut legendär finde ich ja auch die ,,Katze", vor allem ihre Interaktion mit Talos. Generell finde ich den Charakter Talos absolut gelungen. Insgesamt finde ich das Setting und auch die Stimmung in dem Film genial umgesetzt und würde durchaus sagen, dass Captain Marvel zu den besten MCU Filmen gehört.

Den dritten Thor-Film fand ich ziemlich schlecht, da hat man einfach versucht, zu viel albernen Humor reinzubringen, was bei dem grundsätzlich epischen Setting leider die Stimmung total versaut.

AlpakaAlex

Zitat von: PrincessEstelle am 27. August 2021, 15:44:54
Was meinst du damit, die Flagsmasher hätten eigentlich die Helden sein müssen?
Die Flagsmasher haben in allen ihren Zielen Recht. Grenzen sind eine Form von Gewalt. Die Zustände in Flüchtlingscamps sind furchtbar. Das Zurückhalten von wichtigen Ressourcen für diese Camps ist ebenfalls eine Form von Gewalt, die rein im Kapitalinteresse einiger weniger begründet ist. Sie haben halt einfach mit all ihren Gründen Recht und in erster Linie tun sie auch gute Dinge (zum Beispiel wichtige Ressourcen stehlen, um sie zu verteilen). Also ja, eigentlich hätten sie die Helden sein müssen. Und nein, die ganze "Aber sie verwenden Gewalt" Klamotte zieht nicht in einem Universum, in dem jeder Konflikt mit Gewalt gelöst wird. Weil tbh, die Leute von dieser Organisation und die Senatoren, die die Flüchtlinge künstlich in dieser prekären Situation leben lassen, sind an sich größere Bösewichte, als die hälfte der eigentlichen Bösewichte des MCU.

Zitat von: Frostschimmer am 27. August 2021, 16:22:45
Den dritten Thor-Film fand ich ziemlich schlecht, da hat man einfach versucht, zu viel albernen Humor reinzubringen, was bei dem grundsätzlich epischen Setting leider die Stimmung total versaut.
Thor Ragnarok = Einer der besten MCU Filme überhaupt. Viel, viel besser, als die anderen beiden Thor Filme.
 

Exlibris

Zitat von: AlpakaAlex am 27. August 2021, 20:31:47


Zitat von: Frostschimmer am 27. August 2021, 16:22:45
Den dritten Thor-Film fand ich ziemlich schlecht, da hat man einfach versucht, zu viel albernen Humor reinzubringen, was bei dem grundsätzlich epischen Setting leider die Stimmung total versaut.
Thor Ragnarok = Einer der besten MCU Filme überhaupt. Viel, viel besser, als die anderen beiden Thor Filme.

Ich hege gemischte Gefühle für diesen Film. Einerseits schrieb er die Voluspa neu, andererseits erschienen mir Humor und Charakteraspekte teilweise ein wenig unangebracht. Darüber hinaus bin ich immer noch nicht damit einverstanden, dass die Macher ohne Zögern die nordische Mythologie massiv verändert haben (Hel, Jormungandr und Fenrir sind Lokis Kinder und nicht Odins. Als solche gelten sie auch als die drei Weltfeinde und als "Lokis Gezücht" - die Darstellungsweise im Film passt meines Erachtens nach keineswegs zu einem "weisen Allvater").
Aber an solchen Fragen scheiden sich natürlich die Geister ...
"Turning history into avantgarde"
- Krzysztof Penderecki

Frostschimmer

Bei dem Film finde ich einfach, dass die Darstellung dem Inhalt überhaupt nicht gerecht wird. Es geht um Hela, die Göttin der Toten, aber sie wird in einem Film dargestellt, der vor allem simpelsten Humor beinhaltet. Das schreckt nicht einmal vor Peniswitzen mit Hulk-Bezug oder (ganz schlimm) einer humoristischen Verballhornung der Zerstörung Asgards durch Surtr zurück. Es wird im Grunde der Weltuntergang veräppelt, das muss echt nicht sein. Generell baut der Film für meinen Geschmack zu sehr auf plumpste Situationskomik (Bowlingkugel gegen Panzerglasscheibe) und dümmliche Sprüche. Sprücheklopfer mag ich gar nicht, aber der Film scheint für sie gemacht zu sein. Thor war zuvor ein Charakter, dessen Humor über seinen Anachronismus funktionierte, das hatte Stil und Klasse, im dritten Film ist er kaum über albernem Fäkalhumor auf Kleinkindniveau anzusiedeln. Das ist echt schade. Außerdem ist die Götterdämmerung kein Witz!

Exlibris

Zitat von: Frostschimmer am 09. September 2021, 23:15:55
Außerdem ist die Götterdämmerung kein Witz!

@Frostschimmer Dieses Zitat muss ich mir merken. Es trifft all meine Probleme mit vielen humoristischen Produktionen auf den Punkt.
Viele Komödien wagen sich an Themen heran, die ihnen buchstäblich über den Kopf wachsen. Insbesondere dieser Film hätte der Mythologie um einiges mehr Respekt erweisen können.
Was soll man machen ...
"Turning history into avantgarde"
- Krzysztof Penderecki

Solmorn

Danke fürs Wiederbeleben, ich hatte ganz vergessen, dass diese Thread existiert...

Thor: Ragnarök halte ich auch für eine der schlimmsten MCU-Produktionen. Dabei stört mich nicht mal so sehr die Verballhornung der Mythologie (haben die ersten beiden Filme auch schon gemacht, nur nicht so krass), und sogar den furchtbaren Humor könnte ich noch verzeihen... wenn dabei nicht Charaktere in den Dreck gezogen würden, die man seit zig Filmen kennt. Nicht nur die aus den Vorgängerfilmen, sondern auch aus anderen Filmen - Was Taika Waititi aus Bruce Banner gemacht hat, fand ich abartig. Und die weltenbautechnische Vermasselung von Strange's Magie war unwesentlich besser.
Der Film wirkt auf mich unglaublich respektlos gegenüber so vielen anderen Werken innerhalb des MCU, dass ich immer noch schreien könnte, wenn ich zu lange darüber nachdenke.
"Wenn Klugheit ein verwinkeltes Haus wäre, dann würden diese Leute außen vor der nackten Wand stehen und sich wundern, warum es innen so dunkel ist." - Babaduck, interdimensionaler Parasit (verkatert)

AlpakaAlex

Bitte was? Ragnarok hat Banner nicht mit Respekt behandelt? Reden wir über denselben Film. Thor Ragnarök ist literally der einzige Film im ganzen MCU (also abseits des Standalone Films in Phase 1, der sich aber so gar nicht anfühlt, als gehörte er zum MCU), der sich die Mühe macht, sich mit Banner und vor allem auch mit Hulk als Charakter zu beschäftigen und ihnen beiden ein Characterarc zu geben.

Es hat halt schon einen Grund, warum Thor Ragnarök der einzige Film in der Thor Reihe ist, der von so ziemlich allen Kritikern gelobt wurde (93% au Rotten Tomatoes), während die anderen beiden Thor Filme von vielen als jeweils die schlechtesten Einträge ihrer etwaigen Phase angesehen wurden. Die Charaktere haben runde Character Arcs, das Pacing ist ziemlich gut und der Film macht was mit seiner Welt. Ganz nebenbei macht er einen sehr treffenden Kommentar zum Thema Kolonialismus und ist damit so ziemlich nach Black Panther der am stärksten dekoloniale Eintrag im MCU. Außerdem versteht es Taika Waititi vor allem Humor in Tragik zu finden. Das macht seine Filme so genial. Er versteht es einfach gute Charaktere zu bauen.

(Und ganz nebenbei ist der Film halt einfach Queer Culture.)

Wenn ein Film (bzw. ein Filmpaar) Respektlos mit Charakteren umgegangen ist, dann sind das Infinity War und Endgame. Beide gehen komplett entgegen laufender oder auch bereits abgeschlossener Characterarcs. Und bringen halt einfach wiebliche Charaktere um, weil diese ja ersetzbar sind, ne?
 

Frostschimmer

Meiner Meinung nach ist Thor 3 einfach Müll. Das kann ich auch gerne ausführlicher begründen.
Erstens: Die nordische Mythologie wird weder dargestellt noch abgewandelt oder interpretiert, sondern verarscht. Alleine das Intro mit Sutr, den Thor salopp als ,,Grillkönig" bezeichnet... ich weiß noch, dass ich damals im Kino echt dachte, das sei eine Art ,,Verarsche-Intro". Als der ganze Film diesen plumpen Humor beibehielt, blieb ich nur aus Respekt meinem Partner gegenüber überhaupt im Saal.
Zweitens: Thors Begleiter werden mal eben nebenbei abgemurkst, völlig belanglos und ohne Emotionen. Thors neuem (völlig überflüssig) Haarschnitt wurde mehr Gefühl gewidmet.
Drittens: Der Film hat viel zu viele Comical Relief Charaktere, er besteht fast nur daraus. Ein Witz jagt den nächsten, das Steinviech labert nur Mist und ruiniert jede Szene, ganz zuletzt sogar die Vernichtung(!) Asgards. Jede Szene, die ein wenig Epik zurückbringen könnte, wird zerstört.
Viertens: Hela ist weder würdevoll noch unheimlich, die ist einfach nur eine aufgesetzte Primadonna in Latex.
Fünftens: Die Filmmusik ist scheiße.
Warum bei einem Marvel-Film jetzt schon wieder Kolonialismus wichtig sein soll, weiß ich auch nicht. Marvel-Filme sind actionlastiges Popcorn-Kino und sollen einfach Spaß machen. Thor 3 macht mir aber keinen Spaß, er verärgert mich.

Solmorn

@AlpakaAlex
Ja, der Film macht auch thematisch einiges richtig, was andere MCU-Einträge nicht machen, da gebe ich dir recht. Ich mag trotzdem nicht, wie mit den Figuren umgegangen wird.

Beispiel Banner: irgendwann in der Mitte des Films sagt er, würde er sich nochmal in den Hulk verwandeln, könnte er wahrscheinlich nie wieder zurück. Am Ende tut er genau das, um Asgards Leute vor Fenris zu retten. Da Banner als von Hulk distinkter Charakter dargestellt wurde, ist diese Aktion ein echtes Opfer und kein kleiner Schritt für ihn. Im Grunde gibt er sich selbst auf für ein Volk, das er eigentlich nicht kennt und fernab von denen, die ihm wichtig sind.
Was macht der Film aus dem Moment?
Er verwandelt sich nicht rechtzeitig und fliegt mit einem comichaften "Donk" auf dem Bifröst auf die Fresse. Sein buchstäblich letzter Moment ist, wie er in unvorteulhafter Pose daliegt und doof guckt.
Und da soll ich mich jetzt wegschreien vor Lachen.
Das meine ich mit "respektlos".
"Wenn Klugheit ein verwinkeltes Haus wäre, dann würden diese Leute außen vor der nackten Wand stehen und sich wundern, warum es innen so dunkel ist." - Babaduck, interdimensionaler Parasit (verkatert)

AlpakaAlex

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Erstens: Die nordische Mythologie wird weder dargestellt noch abgewandelt oder interpretiert, sondern verarscht. Alleine das Intro mit Sutr, den Thor salopp als ,,Grillkönig" bezeichnet... ich weiß noch, dass ich damals im Kino echt dachte, das sei eine Art ,,Verarsche-Intro". Als der ganze Film diesen plumpen Humor beibehielt, blieb ich nur aus Respekt meinem Partner gegenüber überhaupt im Saal.
Ich dachte, es ist einfach nur Popcorn-Kino. Warum muss denn deiner Meinung nach Popcornkino eine lang schon tote Mythologie darstellen? Der Film erhebt darauf keinen Anspruch. Er ist ein Comicbuch-Film, kein Mythologiefilm.

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Zweitens: Thors Begleiter werden mal eben nebenbei abgemurkst, völlig belanglos und ohne Emotionen. Thors neuem (völlig überflüssig) Haarschnitt wurde mehr Gefühl gewidmet.
Was ein Kommentar auf die beiden vorherigen Filme ist, in denen diese Begleiter (deren Namen du offenbar selbst nicht weißt, was ein wenig den Punkt unterstreicht, einfach unnötiger Ballast waren. Sie haben nichts zum Film beigetragen sondern waren halt einfach nur da - wie ich anmerken möchte übrigens fast ausschließlich als Comic Relief, das du ja so sehr hasst. Das kommentiert der Film dadurch, dass ihr Tod halt genau so belanglos ist, wie ihre Anwesenheit in den Filmen vorher. (Und das ist nun wirklich nicht hohe Filmanalyse - der Film ist mit diesem Kommentar so subtil wie ... na ja, der Hulk halt)

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Drittens: Der Film hat viel zu viele Comical Relief Charaktere, er besteht fast nur daraus. Ein Witz jagt den nächsten, das Steinviech labert nur Mist und ruiniert jede Szene, ganz zuletzt sogar die Vernichtung(!) Asgards. Jede Szene, die ein wenig Epik zurückbringen könnte, wird zerstört.
Korg und der Grandmaster sind wortwörtlich die einzigen Comic Relief Charaktere in dem Film. Auch wenn der Film sehr lustig ist. Woran aber nichts schlimm ist. Der Film hat keinen Anspruch daran, episch zu sein, weil er sich bewusst ist, dass der krampfhafte Versuch der beiden Vorgängerfilme (und vor allem von Thor: The Dark Work) episch zu sein, diesen Filmen mehr geschadet hat, als irgendetwas sonst. Gerade Thor: The Dark Work wurde förmlich von seinem eigenen Anspruch Episch zu sein zu grunde gerichtet. Das wurde von Avengers: Age of Ultron mit dem ganzen "Thor hat Visionen von Ragnarök" Plot nur verstärkt. An der Stelle hat Kevin Feige (und wer auch immer sonst noch solche Entscheidungen trifft) erkannt, dass dieser Versuch der Epicness den Filmen schadet und hat sehr bewusst Taika Waititi engagiert, der für seine Indie Comedy Filme bekannt war. (Und wenn man bedenkt, dass Disney den Mann aktuell mit Geld bewirft und alle seine Projekte finanziert ... Ähm, sie scheinen mit ihm zufrieden zu sein.)

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Viertens: Hela ist weder würdevoll noch unheimlich, die ist einfach nur eine aufgesetzte Primadonna in Latex.
Sie hat auch nicht den Anspruch würdevoll oder unheimlich zu sein.

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Fünftens: Die Filmmusik ist scheiße.
Finde ich so gar nicht. Ist in meinen Augen einer der effektivsten Soundtracks im MCU. Nicht ganz so gut, wie Black Panther, aber durchaus auf einer Ebene mit den Guardians Filmen. Ausgezeichneter Einsatz von Lead Zeppelin.

Zitat von: Frostschimmer am 11. September 2021, 15:24:24
Warum bei einem Marvel-Film jetzt schon wieder Kolonialismus wichtig sein soll, weiß ich auch nicht. Marvel-Filme sind actionlastiges Popcorn-Kino und sollen einfach Spaß machen.
Weil Kolonialismus literally BEI ALLEM wichtig ist. Die meisten Filme und vor allem die meisten Action-Filme haben eine Positionierung zu Kolonialismus/Imperialismus. Diese ist leider in vielen Fällen, dass Imperialismus total schnorke ist, besonders, wenn er von Amerika ausgeht. Dies ist besonders im MCU spürbar, wo halt viele Filme vom US-Militär mit gesponsert wurden, dem es halt sehr wichtig ist, dass die Filme eine pro-imperialistische Nachricht haben. Am stärksten merkt man das in den Iron Man Filmen und in Captain Marvel (bei dem es halt doppelt übel ist, weil die Message des Films effektiv ist: "Imperialismus ist scheiße, außer Amerika ist die imperiale Macht, in welchem Fall Imperialismus total schnorke ist!")
Black Panther und Thor Ragnarök sind dabei die einzigen beiden Filme im MCU, die sich explizit anti-kolonialistisch oder im Fall von Thor Ragnarök ausdrücklich dekolonial positionieren. In Thor Ragnarök geht es effektiv darum, dass ein Reich, das auf dem Leid und der Ausbeutung anderer Zivilisationen aufgebaut ist, es gar nicht wert ist, gerettet zu werden. Deswegen wird Asgard am Ende zerstört, aber die Menschen, von denen die meisten nicht an dieser Ausbeutung beteiligt waren, gerettet.
Taika Waititis Projekte sind eigentlich immer dekolonial auf die eine oder andere Art und Weise. Insbesondere die, die er für Disney gemacht hat. Seit sie ihn an Star Wars gelassen haben, bekommt Star Wars halt auch einen wunderschönen Dekolonialen Anstrich. Was halt eben daran liegt, dass er Maori ist, also einer Kultur angehört, die bis heute unter kolonialer Unterdrückung leidet.

Du solltest dich wirklich, wirklich mit den Themen Film Studies und Literarry Studies auseinandersetzen. Das ist auch einfach etwas, das man als Autor*in wissen sollte, um in Bezug auf diese Dinge bewusst zu schreiben. Weil sonst selbst man sich relativ schnell mit dem Po in den Sand.

Zitat von: Solmorn am 11. September 2021, 15:31:34Beispiel Banner: irgendwann in der Mitte des Films sagt er, würde er sich nochmal in den Hulk verwandeln, könnte er wahrscheinlich nie wieder zurück. Am Ende tut er genau das, um Asgards Leute vor Fenris zu retten. Da Banner als von Hulk distinkter Charakter dargestellt wurde, ist diese Aktion ein echtes Opfer und kein kleiner Schritt für ihn. Im Grunde gibt er sich selbst auf für ein Volk, das er eigentlich nicht kennt und fernab von denen, die ihm wichtig sind.
Was macht der Film aus dem Moment?
Er verwandelt sich nicht rechtzeitig und fliegt mit einem comichaften "Donk" auf dem Bifröst auf die Fresse. Sein buchstäblich letzter Moment ist, wie er in unvorteulhafter Pose daliegt und doof guckt.
Und da soll ich mich jetzt wegschreien vor Lachen.
Das meine ich mit "respektlos".
Das kann ich zugegebenermaßen etwas verstehen, weil im Kino hat mich diese Szene im speziellen auch gestört. Allerdings habe ich mich halt damit abgefunden. Letzten Endes baut halt sehr vieles von Taikas Humor halt darauf auf, einem nicht zu geben, was man möchte/erwartet. Und das ist eigentlich etwas, was ich per se gerne mag.
 

Yamuri

#42
Ich denke man kann bei Kunst, und Filme zählen da ebenso dazu wie Bücher, keine allgemeingültige und auf alle Menschen zutreffende Aussage darüber treffen, ob es gut, schlecht,mittelmäßig usw. ist. Kunst liegt immer im Auge derer, die das Werk betrachten, die den Film ansehen oder ein Buch lesen. Es gibt keine zwei Menschen, die exakt dieselbe Wahrnehmung haben, keine zwei Menschen mit dem exakt selben Geschmack. Wir sind alle unterschiedlich und es bringt nichts einander zu sagen: du liegst falsch, weil du meinen Geschmack nicht teilst. Es gibt kein richtig und falsch. Es gibt nur den subjektiven Geschmack. Was einem Menschen wichtig ist, ist dem anderen unwichtig. Ich könnte stundenlang über die neuen Star Wars Filme lästern und sagen, wie schlecht ich sie finde. Aber das würde nichts daran ändern, dass es viele Menschen gibt, denen diese neue Verfilmung eben gefallen hat und das ein Meckern nur Zeitverschwendung wäre. Wir können nur gegenseitig respektieren, dass unsere Geschmäcker und unserer Humor verschieden ist. Was dem einen gefällt, gefällt dem anderen eben nicht. Das ist in Ordnung so. Deshalb gibt es in der Kreativbranche ein vielfältiges Angebot. Dann ist für jeden Menschen etwas dabei, was gefällt. Und das, was nicht gefällt, kann man als, gefällt mir eben nicht verbuchen.

Edit: Und vielleicht ist es mit dieser Sichtweise leichter einander die Freude an etwas zu lassen, was man selbst nicht mag und umgekehrt zu respektieren, dass das, was man selbst sehr gut findet, nicht von jedem gemocht wird.

Frostschimmer

#43
Tja, falls der Typ an Solo und Episode 9 beteiligt war, weiß ich jetzt wenigstens, warum die Filme so mies sind. Der Typ ist talentfrei und hat den Humor eines Vierjährigen. :kotz:

Ich finde außerdem nicht, dass man immerzu diesen Kolonialismus-Kampf austragen muss, manchmal darf man sich auch entspannen.
Mir hat der Fim absolut nicht gefallen, ich fand ihn scheiße. Das ist meine Meinung und die darf ich haben. Wenn er dir gefallen hat, ist das doch schön für dich. Freu dich, dir gefällt der Film, das heißt aber nicht, dass er anderen gefallen muss.

Zurück zu Infinity War und Endgame: Ich persönlich fand es auch schade, dass mal wieder mein Lieblingscharakter (Iron Man/Tony Stark) das Finale nicht überlebt hat. Meine Lieblingscharaktere sterben irgendwie ziemlich oft... aber zumindest war das ein würdevolles Ende, immerhin hat er alle gerettet. Ich hätte mir aber etwas mehr Screentime für Doctor Strange gewünscht, dafür weniger Guardians of the Galaxy.

criepy

@Frostschimmer Du darfst deine Meinung haben, aber jemanden als ,,talentfrei" zu bezeichnen, der sehr erfolgreich mit seiner Arbeit ist, ist schon ziemlich daneben. Mal davon abgesehen, dass Kunst als ,,scheiße" zu bezeichnen genauso respektlos ist. Stell dir mal vor, jemand würde das über deine Werke sagen. Jedes Kunstwerk und jede:r Künstler:in hat eine Existenzberechtigung. Du musst weder die Werke noch die Person dahinter mögen, aber solche Aussagen gehen halt gar nicht. Ganz davon abgesehen, wie du damit die Meinung und den Geschmack von anderen Menschen herabwürdigst.


Ich mochte Thor: Ragnarök sehr, vor allem wegen den Planet Hulk Vibes. Abseits davon mochte ich es eigentlich auch sehr, dass der Film so schrill und teilweise überspitzt ist. Er ist wirklich das totale Gegenteil der anderen beiden Filme und gerade das fand ich gut.

Mal abgesehen davon, schaut jemand What if?