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Vampire- Ist Klischee ein Muss?

Begonnen von Koriko, 14. September 2009, 11:06:53

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Maja

Zitat von: Koriko am 15. September 2009, 11:16:09(Maja, wenn du den Post bis zum Ende gelesen hättest, hättest du bemerkt, dass für die Auflistung NICHT Wikipedia zitiert wurde, sondern eine allgemeine Vampirseite).

Der Beitrag war aufgebaut wie folgt:
- Wikipedia-Link
- Informationen über Vampire
- Link zur Vampirbibliothek
Ich ging daher davon aus, dass die Infos aus der Wikipedia stammten. Tun sie es nicht - und das ist jetzt wichtig - muß der Text aus dem Beitrag entfernt werden und durch einen Link auf die Seite mit den Infos ersetzt: Wikipedia darf man beliebig zitieren, sie ist dafür freigegeben, bei allen anderen Texten verweise ich auf das Urheberrecht und die Forenregeln.
Woher genau stammt also der zitierte Text?

Für mich stellte es sich so dar:
Wir führen eine sinnvolle und durchaus ambivalente Diskussion - dann kommt Lysander mit einem "Ätschibätischi, ihr habt alle Unrecht und hier ist der Beweis". Das macht mich sauer.
Fettschrift empfinde ich typographisch als Brüllen, aber das ist meine persönliche Meinung.

Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Koriko

@ Maja:
Glaube mir, so sollte das ganz gewiss nicht rüberkommen.

Der Text stammt von folgender Seite:
http://www.bibliotheque-vampires.de/
"Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen." - Mark Twain

www.assjah.de
www.juliane-seidel.de
www.like-a-dream.de

Maja

Das ist nur die Startseite. Ich brauche den Link zu der Unterseite, von der der Text stand, damit ich einen sinnvollen Link für die Weiterinformation an Stelle des Textes setzen kann.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Steffi

#33
Ich finde das hat wirklich nichts mit "künstlerischer Freiheit" zu tun. Ein Vampir, zumindest der literarische, trinkt Blut. Das ist nunmal so. Er definiert sich als Kreatur darüber, dass er das Blut von anderen zum Überleben braucht. Alles andere ist schmuckes Beiwerk. Wenn ein Vampir kein Blut trinkt dann ist er kein Vampir.

Ich bin da ganz ehrlich Koriko--wenn ich ein Buch lesen würde, in dem ein "Vampir" von Luft lebt würde ich mir ziemlich, entschuldige den Ausdruck, verarscht vorkommen. Ich unterstelle dir jetzt nicht, dass es deine Intention war aber mir würde das vorkommen als hätte jemand nicht den Mumm gehabt, sich eine eigene Rasse auszudenken und mit Biegen und Brechen versucht, auf den "Vampirzug" aufzuspringen.
Sic parvis magna

TheaEvanda

#34
Wie wäre es denn, wenn ihr eure Luftdieb-Vampire in Gaki umbenennt? Das sind die japanischen Seelenfresser, freie Gestaltwandler, die am Liebsten durch die Gegend nebeln, um Ärger zu machen. Außenstehende können die Viechsters ja immer noch Vampire nennen. Gaki sind "hungrige Geister", können also aus jedem Verstorbenen (mit den richtigen Charakter-Eigenschaften) entstehen. Von ihnen befallene Menschen verlieren ihre Lebenskraft, werden schwach, krank und dürr. Mit Atemnot ist das ja auch möglich.

Oder ist es ein Sparten-Problem, aka. der Verlag nimmt die Geschichte nicht, wenn kein Blut fliesst?

Vampire vermeide ich ja doch nach Möglichkeit, die sind mir aktuell zu omnipräsent. Und natürlich bin ich als Vampire the Masquerade-Spieler sowieso schon viel zu abgebrüht.

Und eher On-Topic: Vampire sind für mich (Un-)Lebewesen, die sich parasitisch von der Lebenskraft anderer ernähren. Ob sie dafür jetzt Blut, Essenz, Seelenanteile oder wasauchimmer fressen, ist egal - solange der Schaden "bemerkbar" ist.

--Thea
Herzogenaurach, Germany

Lomax

Zitat von: Sialan am 15. September 2009, 11:55:54
den Vergleich kann ich leider so nicht stehen lassen. Auch als Europäer entwickelt man heute in der Regel Laktoseintoleranz, wenn der Körper nicht früh an Laktose gewöhnt wird und daran gewöhnt bleibt. So wie man in Asien eben wohl auch Laktoseverträglichkeit entwickeln würde, wenn man dort daran gewöhnt würde.
Hm, hm - nach meinen Informationen ist eine echte Mutation Grundlage für die generelle Prädisposition, und zwar auch für die erworbene Laktose(in)toleranz. Irgendwann hab ich sogar mal gelesen, auf welchem Chromosom die liegt. Ah ja - war leicht zu finden: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37886/Laktoseintoleranz_Milch-Vertraeglichkeit_bei_Erwachsenen_entstand_in_Zentraleuropa.htm, und wenn man's ganz genau wissen will: http://www.kup.at/journals/abbildungen/gross/3723.html  :)
  Da würde dann also auch langes Lufttrinken nicht reichen, um einen Vampir satt zu machen, wenn ihm das Gen dafür fehlt  ;)

Aidan

#36
*flüster*

Ich mag ja nicht zu sehr ins Off-Topic, aber Laktoseintoleranz ist kein ausschließliches Problem von Gewöhnung. Dann hätten weder ich noch mein Vater noch mein Sohn, letzterer besonders, sie entwickeln dürfen. Klar gibt es auch bei dieser Allergie eine Art "Desensibilisierung", aber das allein bringt es nicht.

Aber zurück zum Topic:

Ich kann verstehen, dass eingefleischte - oder besser eingeblutete? - Vampirfans mit dieser Variante Probleme haben. Ich selber finde, es klingt interessant und ich hätte auch kein Problem damit. Ich sehe Vampire auch nicht in erster Linie als Blutsauger, sondern Lebenskrafträuber. Aber ich bin auf dem Gebiet auch nicht wirklich bewandert. Finde es nur gerade sehr spannend, dass es in alten Mythen diese verschiedenen Varianten gibt! Und ich finde es auch gut, wenn das von jemanden aufgegriffen und mal wieder in das Bewusstsein gerückt wird.

Vielleicht wäre es aber wirklich das einfachste, sofern möglich und auch tolerierbar, sie umzubenennen oder in irgendeiner Form zu erklären, auf welcher Basis die Idee steht. Zum Beispiel, indem in einem Prolog oder irgendwie anders eine alte, asiatische Sage/Legende erzählt wird, auf die sich eure Vampirvariante beruft. Macht das Ganze vielleicht von Anfang an etwas deutlicher.

Und nun habt ihr mich auf jeden Fall neugierig gemacht. Ein zweites Vampirbuch, für das ich mich interessieren mag - neben Greys Vampiren.
"Wenn du fliegen willst reicht es nicht, die Flügel auszubreiten. Du musst auch die Ketten lösen, die dich am Boden halten!"

,,NEVER loose your song! Play it. Sing it. But never stop it, because someone else is listening."

Lucien

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, wenn jemand das klassische Bild einer bestimmten Art neu definiert.
Mir wird sicher auch noch jemand den Kopf abreißen, wenn er/sie liest, dass man bei mir schon als Werwolf geboren werden kann.  ::)
Von daher habe ich nichts gegen Vampire, die sich von Luft ernähren. (*kicher* Die leben im wahrsten Sinne des (Sprich-)Wortes nur von Luft  ;D)

Aber ich bin ja eine, die mit den "großen", grundlegenden Dingen kein Problem hat, bei mir liegt es eher im Detail. So wie Werwölfe bei mir graue Strähnen brauchen, brauchen Vampire, damit sie mir gefallen, spitze Zähne.   :innocent:  Sie haben doch spitze Zähne, oder?

Maja

Die Literatur kennt auch Vampire, die kein Blut trinken. Das sind aber überwiegend Kinderbuchvampire:

- "Das Vamperl" von Renate Welsh saugt den Menschen die Bosheit aus der Galle, damit sie ganz lieb werden

- "Kanicula", ein Vampirkaninchen, saugt den Lebenssaft aus Gemüse

- in "Lisa und die Himbeervampire" trinken die Vampire Himbeersaft

- und in "Flattertiere wie Vampire" ernähren sich die Vampire von Zeugs wie Benzin, Strom und Whiskey

Wenn die Kinder da nicht protestieren - warum sollten es die Erwachsenen tun?
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Koriko

#39
Zitat von: Maja am 15. September 2009, 12:12:29
Das ist nur die Startseite. Ich brauche den Link zu der Unterseite, von der der Text stand, damit ich einen sinnvollen Link für die Weiterinformation an Stelle des Textes setzen kann.

Zu finden unter:
http://www.bibliotheque-vampires.de/imeni/arten.htm

Ich sehe schon, es gibt da zwei Seiten- einmal die Verfechter der "Vampire=Bluttrinker"-Fraktion udn einmal die die sich gerne auf was neues einlassen. Ist beides okay... hält sich überraschenderweise sogar grob die Waage (ich hatte mit mehr Luft-Gegnern gerechnet). Naja, das zeigt mir zumindest, dass der Markt für die Lufttrinker da ist... wahrscheinlich werden wir sie jetzt, wie von vielen vorgeschlagen, umbenennen und erst später darauf eingehen, dass es sich um eine Abart von Vampiren handelt...

Danke an dieser Stelle schon mal für die Kommentare und Hinweise  :vibes:
"Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen." - Mark Twain

www.assjah.de
www.juliane-seidel.de
www.like-a-dream.de

Romy

Da muss ich auch noch mal meinen Senf dazu geben.  :)

Eigentlich gehöre ich auch zur Fraktion derjenigen, die bluttrinkende Vampire bevorzugen. Das gehört irgendwie dazu.
Allerdings höre ich diese Sache mit dem Raub von Lebenskraft hier auch nicht zum ersten Mal. Ich denke mal, wenn ich ein Buch lesen würde, in dem mir diese Sache schlüssig erklärt werden würde, würde ich es nicht erzürnt wegwerfen, sondern dem Buch zumindest eine Chance geben. Solange die Sache gut erklärt ist, warum nicht?
Bei der Frage, ob ein Buch gut oder schlecht ist, gibt es für mich wichtigere Punkte, als den, ob denn alle üblichen Konventionen eingehalten werden.  :hmhm?: Da lasse ich mich gern auf was Neues ein.

Jedenfalls fände ich das "Luft trinken" weniger schlimm, als wenn ein Vampir in der Sonne glitzert  ;)

Lysander

Vielleicht kann ich etwas genauer definieren, wie es zu den Vampiren kam.
Eigentlich hatte ich sie für ein bestimmtes Reich auf meiner Rollenspielwelt definiert. Es gibt verschiedene Vampirarten bei mir. Klar, die Bluttrinker, dann die Atem raubenden, die Seelenraubenden und - außer den Verfluchten - noch die natürlichen Vampire, die  - im Falle eines Kampfes den sie schwer überleben können - Lebensenergie aus ihrer Umwelt ziehen.
Jule hatte die Idee sehr gefallen und irgendwann fragte sie mich, ob sie diese "Rasse" der Luftdiebe verwenden könne. Damit hatte sie den Beginn von "Atemlos" geschaffen.
Diese Art der Vampire, genau wie die Seelendiebe und die Verfluchten, werden auch weiterhin auf meiner Welt Äos existent bleiben und damit ein fester Bestandteil von meiner Roman-Reihe "Night's End" sein.

Das ist nun meine subjektive Meinung: Die klassischen Vampire, die Blut trinken, nicht bei Tag leben können und eine Aversion gegen heilige Symbole haben, um ihre Unheiligkeit zu bestärken, sind nett, aber ausgelutscht für mich. Sicher, sie sollten nicht wie ein gewisser Edward in der Sonne funkeln, aber sie müssen in sich etwas logischer werden. Allein der Gedanke, dass ein Untoter, der keinen Atem hat, reden, Küssen - oder nach allen möglichen schlechten Erotikromanen - Matrazensport betreiben kann, ist irgendwo für mich nicht drin.
Haltet mich für vollkommen kirre im Schädel, aber ein solches Wesen muss sich logisch erklären lassen. Deswegen stehen mir die Luftdiebe, die natürlichen Vampire und vor allem die unglücklichen Verfluchten näher als die Jungs, die Blutbanken ausrauben gehen.

Agrona

Wie viele vor mir schon gesagt haben wenn man das Wort Vampire hört wird das sofort mit Blutsaugenden Wesen verbunden.. natürlich kann man an den Vampiren, die sich in Fledermäuse verwandeln, Bluttrinken und nicht ins Tageslicht gehen können etwas verändern.. ihnen mehr Fähigkeiten geben oder nehmen aber.. egal welche Vampirgeschichte man liest sie trinken ALLE Blut.

Wenn es wirklich nur daran liegt das in eurem Roman kein Blut getrunken wird, würde ich sagen, erschafft ihr eine neue Rasse. Sie können ja Verwandte der Vampire sein..
Den Roman würde ich nicht aufgeben immerhin seid ihr ja schon ziemlich weit..

Lysander

Das werden wir dann wohl auch machen :)

gbwolf

Passt nicht 100% zur Sache, aber im Fantasyguide gibt es einen netten Artikel über einige verschiedene Arten von Vampiren: http://www.fantasyguide.de/9252.0.html

Für mich persönlich ist der Begriff des Vampirs ebenfalls mit dem Blutsauger besetzt und ich würde als Leser auch eine entsprechende Erwartungshandlung haben, wenn ich den Klappentext lesen würde. Vor allem würde ich mir als Bibliothekar denken: "Ich habe schon ein paar Dutzend Vampirromane, noch einen kaufe ich nicht!". Da andere mystisch-romantische Wesen ebenfalls Konjunktur haben, mische ich gerne, kann mir also eher vorstellen, dass es vorteilhaft ist, den Begriff des Vampirs nicht zu verwenden.