• Willkommen im Forum „Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum“.
 

Fortsetzung

Begonnen von Niniel, 29. April 2007, 16:08:54

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Niniel

Hallo zusammen!

Ich habe mir folgendes überlegt: ICh schreibe gerade an der fortsetzung meines ersten Buches, das habe ich geplant gehabt.

Ich würde auch sehr gerne eine Fortsetzung meines zweiten Buches machen, es ist mir beinahe schon lieber als das erste.
Aber irgendwie finde ich, dass Fortsetzungen sehr viel kaputt machen, egal wie der Inhalt ist. Es ist irgendwie dieses "und nochmal ausbeuten".
Ich bin da echt im Klintsch mit mir selbst. Es geht weder um die Idee, noch um die Ausführung, beides käme dann schon.
Aber soll ich wirklich?
Ich will die Geschichte auf keinen Fall kaputt machen.

THDuana

Hallo Niniel,

da sollte man dann schon mehr über die Geschichte wissen.

Ich meine, wenn es eine Geschichte ist, die einfach lang ist oder sehr viel Stoff bietet, dann würde ich mir das auf jeden Fall überlegen.

Wenn die Geschichte aber nach dem ersten Buch geschlossen ist und eigentlich erzählt, dann würde ich dir nicht 100%ig davon abraten.

Wie gesagt, so kann man das nicht sagen, da müsste man schon mehr über die Geschichte wissen und deine Vorstellung der Fortsetzung.


Duana

Niniel

Okay, hier mal der Abriss:

Es geht um eine Gruppe von Leuten, die sich mehr oder weniger zwangsläufig zusammenfinden, da sie eine aufgabe bestreiten. Zeitgleich und damit zusammenhängend werden politische Intrigen auf der Insel gesponnen, wo das spielt. Das Ganze endet in einem Krieg, in dem meine Protagonisten eine maßgebende Rolle spielen.

Die Geschichte eignet sich sicherlich für eine Fortsetzung, da ich meine Protagonisten ja weiteres Erleben lassen kann und man ja auch wissen will, wie es "politisch" nach dem Krieg weitergeht.
Aber es geht mir irgendwie mehr um die Autorengefühle. Also nicht um Logik oder Qualität des buches, sondern was ihr davon haltet, Fortsetzungen zu schreiben.

Artemis

Ich finde, wenn ein Buch eine Fortsetzung haben soll, dann muss die bereits beim Schreiben des 1. Buchs geplant sein!

Nichts ist schlimmer als eine drangeklatschte Story, die im Prinzip kein Schwein braucht  ::)
Es ist ja gut und schön, dass man als Autor gern das weitere Leben der Protas wissen will, aber ist das bei dem Leser genauso? Wenn du es vielleicht schaffst, eine supertolle Welt zu entwickeln, zusammen mit absolut genialen Figuren, die der Leser ins Herz schließt, dann hast du vielleicht eine Chance mit einer Dran-Kleb-Fortsetzung. In allen anderen Fällen ist es wohl eher ein "Will und kann nicht"  :hmhm?:

Also, wenn du schon eine Fortsetzung planst, dann plan sie mit vollem Einsatz! Der Leser muss am Ende von Band 1 spüren, dass da noch was kommt. Versuch einfach, kleine Hinweise einzustreuen, manche Geheimnisse ungelöst zu lassen oder am Ende einfach eine Frage aufzuwerfen, die Hunger auf mehr macht.
Es muss kein Cliffhanger sein, manchmal reicht eine winzige Szene, in der was ganz Unvorhergesehnes passiert.

Ich persönlich mag Fortsetzungen - wenn sie gut gemacht sind! In meinem jetzigen Projekt habe ich auch das 1. Buch in sich abgeschlossen, aber ich habe überall eine Spur fallen lassen, dass diese und jene Frage halt erst später gelöst wird.

Und - ganz wichtig! Fortsetzungen sind die größte Gefahr, sich zu verschlechtern! Ich hab bisher kaum eine Fortsetzung gelesen, die wirklich besser war als die erste. Also ist es meist am besten, wenn man sich das große Finale, den Tusch im Orchester, für das zweite Buch aufhebt!

Sieh die Arbeit wie eine Sprungschanze - am Anfang gehts zwar rasant los und reißt jeden gleich mit, aber den Höhenflug, das Gefährliche, Spektakuläre, das gibts erst in der zweiten Hälfte des Sprungs  ::). Und das ist es auch, was die Leute sehen (und lesen) wollen.
Oder wie würde dir ein Skispringtunier gefallen, bei dem die Schanze nur zum Boden hin ausläuft?  ;)


Niniel

Ich lasse grundsätzlich immer das ein oder andere Geheimnis offen. Aber ich bin genau deiner Meinung, Artemis.

Naja, ich werds mir noch überlegen.

Moni

Ich hab das mal ins allgemeine Bord verschoben, ist ja kein konkretes Problem...

Fortsetzungen sind so eine Sache. Ich habe mehr als ein Buch gelesen, an dessen Ende ich mir eine Fortsetzung gewünscht hätte und mehr als eine Fortsetzung mit Grausen weggelegt, weil sie qualitativ gegen den ersten Band unglaublich abfiel.

Als Autor halte ich mir gerne die Option einer Fortsetzung (oder einer Vorgeschichte) offen, wenn es die Geschichte oder die Charaktere erlauben.
Eine Fortsetzung darf eben nicht "drangeklatscht" wirken, sondern muß mit dem vorangehenden Band eine homogene Einheit bilden.
In dem Sinne stimme ich Artemis zu, eine Fortsetzung muß man beim Schreiben des ersten Bandes bereits im Hinterkopf haben, damit man die Geschichte entsprechend planen kann. Ähnlich ist es bei einer Vorgeschichte. Hat man bereits zuviel erzählt, nimmt man beidem die Daseinsberechtigung.

Lg
Moni
Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
und im weitesten Sinne auch von Dieter Bohlen[/i]
Stefan Quoos, WDR2-Moderator

»Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen,
ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.«[/i]
Johann Wol

Niniel

Ich verstehe schon, der Ansicht bin ich auch.
Naja, normalerweise ist es so, dass ich mir Sachen einfach 'träume'. Also so Tagtraummäßig. Das mache ich normalerweise bei anderen Büchern. Ich habe mir verboten, es bei meinen eigenen zu tun, da ich mir selbst zu viel vorwegnehme und ich dadurch nur durcheinanderschreib.

Ich schätze mal, dass ich deshalb da eine Fortsetzung mag, weil mir so viel einfallen würde, ich aber nichts konkret machen mag.
Naja, ich werd mal schaun, ich hab ja schon eine neue Geschichte im Hinterkopf.

Hr. Kürbis

Ich mag Fortsetzungen, die gar keine echten sind, aber Motive daraus aufgreifen.

Für meinen aktuelles Projekt ist eine Fortsetzung geplant, die an sich nur in der selben Welt spielt und die (Weiter-) Entwicklung der Welt aufgrund von Konsequenzen aus dem ersten Buch erzählt.
Es geht also nicht um das Ausschlachten bekannter Charaktere (sterben eh fast alle! :darth:), sondern um das weiterspinnen, die logische Fortführung von Ereignissen, die ja nicht nur den Charakteren aus dem ersten Buch widerfahren sondern für die ganze Welt von Bedeutung sind.
Natürlich werden auch bekannte Dinge auftauchen, die einem Fortsetzungsleser immer wieder "AHA!"-Erlebnisse bescheren...

Ein krasses Bespiel für Fortsetzungen sind zweifelsohne "Die Zwerge" von Markus Heitz. Der hat seine Welt in den beiden Fortsetzungen komplett auf links gezogen, mit einem Hauptcharakter, der immer wankelmütiger und damit unglaubwürdiger wurde. Zum Glück gab es aber immer noch ein paar Aspekte, die einem bekannt vorkamen und die mich an die Schinken gefesselt haben.

Niniel

Ja, das mit dem weiterführen finde ich auch eine sehr gute Idee.
Ich mache sehr gerne KArten und da sind meine Welten immer sehr ausgereift, aber mir geht es nun tatsächlich um die Chracktere.
Ach, warum muss das immer so ein Problem sein.

Wenn es einen Gott gäbe, würde ich ihn gerne fragen, ob er es mit der Fortsetzung auch so schwer hat ;D

Hr. Kürbis

Dafür müsste er doch erstmal das Ende von Band... äh, Welt 1 kennen!  ;D Obwohl, wenn ich mir den bisherigen Handlungsverlauf so anschaue, dann hat wohl keiner, er eingeschlossen, keinen Bock auf eine Fortsetzung. Oder sie wird wesentlich besser" Das Potenzial war (ist?) ja da!  :hmmm:

Wild Soul

Ich hab zu meiner Story auch eine Fortsetzung geschrieben... weil es mir um die Charas ging. Der erste Band und die Geschichte die erzählt wurde ist abgeschlossen und der zweite Teil hat eine andere die aber auf der ersten aufbaut. Nur die Hauptcharas aus dem ersten Teil wurden zu Nebencharas gemacht und die Nebencharas aus dem ersten sind nun die Hauptakteure.
Ich glaub ohne den ersten Band gelesen zu haben kann man mit dem zweiten nicht viel anfangen. :hmmm: was vielleicht nicht schlecht is.. ich will ja das beide Geschichten gelesen werden...   :rofl:

Hr. Kürbis

@Wild Soul
Genau das hab ich gemeint, so mache ich es auch!  ;D

Deyourah

Also, ich für meinen Teil mag eine richtige "Fortsetzung" nur dann, wenn es im ersten Teil nicht abgeschlossen ist. Also, wenn wirklich entscheidende Fragen offen bleiben.
Ansonsten würde ich das vermeiden, da es tatsächlich wie ein immer wieder Aufrollen wirkt.
Außerdem okay finde ich eine Fortsetzung in dem Sinne, dass man nur bestimmte Charaktere oder nur die "Welt" (sollte es sich um selbstausgedachte Welten handeln) nutzt. Also das vielleicht manches aufeinander aufbaut, man aber den ersten Teil nicth für das Verständnis benötigt.

Rumpelstilzchen

Zitat von: Artemis am 29. April 2007, 16:58:46
Ich finde, wenn ein Buch eine Fortsetzung haben soll, dann muss die bereits beim Schreiben des 1. Buchs geplant sein!

Genauso sehe ich das auch, wenn du eine abgeschlossene Story hast und dann einfach noch weitere dazudichtest, dass geht meistens schief. Ich habe bis jetzt noch kein Buch gelesen, wo eine Fortsetzung eine Verbesserung war. Nicht das Fortsetzungen grundsätzlich schlecht sind, sie verändern aber den Blick auf den 1. Teil und das meist nicht zum Guten, wenn das bereits abgeschlossen ist. Als Leser fängt es mich nach der x-ten Fortsetzung an zu langeweilen und denke ich mir dann: Hat der Autor keine anderen Ideen mehr... ::) Deshalb sollten meiner Meinung nach Forsetzungen von Anfang an mit geplant werden, da gibt es wirklich einige sehr Gute.  ;)

Immortal

Ich sehe es auch so, dass das schon nach dem ersten Buch gewollt sein sollte.

Ich schreibe prinzipiell keine Bücher, die keine Fortsetzungen haben. Entweder eine Reihe, wie es bei meinem Dämonentanz geplant ist, oder eine Trilogie, wie es bei meinen Katzenreitern geplant ist.

Allerdings habe ich auch die Ulldart Reihe gelesen. Da waren zuerst nur die sechs Bände der Dunklen Zeit, jetzt kommen noch drei der neuen Zeit hinzu. Und ich finde die der neuen Zeit fast noch schöner.

Und auch dort geht es nach den Ereignissen eines Krieges. Ich finde dass kann man sehr schön darstellen und wenn du sehr an der Geschichte hängst finde ich solltest du es einmal probieren :)
Zahme Vögel träumen von der Freiheit, wilde fliegen.