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Wie kommt man als Autor zu Geld?

Begonnen von Cayen, 08. Februar 2010, 17:02:39

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Cherubim

@ Maja: Ist ja interessant, dass du für die Richtershows geschrieben hast. Da ich in der Schwangerschaft 8 Wochen nur liegen musste, kenne ich mich jetzt voll aus :P
Man kommt auch nie vorher darauf, wer der wahre Täter ist oder es kommt total überraschend noch ein Zeuge bzw. springt aus dem Publikum auf. ;D

Nein ernsthaft, ich würde so etwas schon gerne einmal ausprobieren. Nicht weil ich glaube, dass es geistig so anspruchsvoll ist, aber nur aus verschiedenen Erfahrungen kann man lernen.

@TheaEvanda: Was genau hast du denn da geschrieben? Und wie bist du zu dem Job gekommen. Würde mich nur einfach so mal interessieren. Vielleicht würde ich es unter Druck schaffen, endlich mal wieder konsequent etwas zu schreiben bzw. zu Ende zu bringen.

TheaEvanda

Cherubim:
Wenn du einen Vertrag brauchst, um etwas zu Ende zu bringen, dann würde ich dir nicht empfehlen, mit Heftchen anzufangen. Versuche das besser erst einmal mit selbstgeschriebenem Expose und selbstgesetzter Deadline - oder einem Wettbewerb.

Der Fall ist dann nicht so heftig. Es ist nicht jedermanns Sache, 24 Stunden am Stück durchzuschreiben, um die Deadline zu halten, weil man den Schreibaufwand falsch eingeschätzt hat. Oder eine 48-Stunden-Woche in zwei Tagen zusammenzufassen und auch dann noch etwas Lesbares aufs Papier zu bringen. Dafür braucht man Erfahrung, und die kommt leider nur von abgeschlossenen Geschichten der angepeilten Größenordnung.

Zur Aquise: Ich muss leider sagen, dass ich jemanden kannte, der (sehr kurzfristig) jemanden suchte. Ich habe meinen Terminkalender konsultiert, mich vorgedrängelt und schon lag das Expo auf meinem Schreibtisch. Wie schon angesprochen, ist Netzwerken im Verlagswesen essentiell. Also auf Messen gehen, mit Leuten sprechen und - ganz wichtig - Messepartys besuchen. Nicht für Geschäftsgespräche, sondern damit man sich einmal kennengelernt und miteinander geredet hat.
Es hat natürlich geholfen, dass ich beim gleichen Verlag schon einen Roman untergebracht hatte - die "große Bewerbung" hatte ich also schon durch.

--Thea
Herzogenaurach, Germany

Kerimaya

Zitat von: TheaEvanda am 13. Februar 2010, 13:51:25
Zur Aquise: Ich muss leider sagen, dass ich jemanden kannte, der (sehr kurzfristig) jemanden suchte. Ich habe meinen Terminkalender konsultiert, mich vorgedrängelt und schon lag das Expo auf meinem Schreibtisch. Wie schon angesprochen, ist Netzwerken im Verlagswesen essentiell. Also auf Messen gehen, mit Leuten sprechen und - ganz wichtig - Messepartys besuchen. Nicht für Geschäftsgespräche, sondern damit man sich einmal kennengelernt und miteinander geredet hat.
Es hat natürlich geholfen, dass ich beim gleichen Verlag schon einen Roman untergebracht hatte - die "große Bewerbung" hatte ich also schon durch.

--Thea
Herzogenaurach, Germany

Amen Amen Amen  :jau:

gbwolf

Es ist erstaunlich, wer mit wem zusammenhängt, wenn man erstmal ein bisschen ins netzwerken reinschnuppert! Da entpuppen sich manche Redakteure von kleinen Fandom-Magazinen als Übersetzeer in großen Verlagen, haben Kontakte und sprechen schonmal Empfehlungen an Heftromanlektoren aus oder man beginnt auf dem BuCo einen Plausch mit ein paar netten Leuten an einem Stand und erfährt nebenher alles Mögliche.
Auf alle Fälle lohnt es sich, Kontakte zu knüpfen. Aus dem alten Fandom haben es viele in die Regale der großen Buchhandlungen geschafft und die Leute sind alle ansprechbar und auf dem Boden geblieben und nicht hinter Dornenranken versteckt. Mal abgesehen davon, dass Kontakte eventuell einen Fuß in die Tür bringen können, ist es einfach sehr interessant, ein paar Einblicke zu bekommen, die man sonst nicht hat.

Für Heftromane, True Stories und Co. gibt es auch spezialisierte Agenturen wie HML-Media, auf deren Homepage man auch die eine oder andere Leseprobe erschnuppern kann.

Nach Vorgabe schreiben kann man in kleinem Umfang mit Anthologien üben. Oder man versucht ganz gezielt in die c't zu kommen. Nach ein paar Absagen und dem Lesen einiger Geschichten kristallisiert sich schon heraus, dass es gewisse Dinge gibt, die dort zu funktionieren scheinen, andere nicht. Außerdem gibt es 120 Euro Abdruckhonorar pro Seite. Auch die phantastisch! gibt einem ein - allerdings viel kleineres - Honorar für Kurzgeschichten und ich denke, auch für die Artikel kann man ein paar Euro bekommen. Bei der Nautilus weiß ich nicht, ob die nur mit ihren festen Redakteuren arbeiten.
Das sind schonmal ein paar Magazine, bei denen es sich lohnt, Kontakt aufzunehmen und die ersten Peanuts für die nächste Pizza zu verdienen.

Wie bei allem im Leben, für das es einen Lohn gibt ist natürlich das Wichtigste: Hingehen und sich drum kümmern. Immer und immer und immer wieder. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, Göück zu haben, immens.

Grüße,
Nadine (die auch mal mehr tun könnte ...)

Maja

Ich habe auf Twitter gelesen, daß die Firma Filmpool, für die ich seinerzeit als Autorin tätig war, "Jungredakteure" für das Format Barbara Salesch sucht. Ich habe angefragt, ob das heißt, das wieder Autoren gesucht werden. Wenn ich etwas weiß, halte ich euch hier auf dem Laufenden.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Lila

Zitat von: Maja am 15. März 2010, 21:56:44Ich habe auf Twitter gelesen, daß die Firma Filmpool, für die ich seinerzeit als Autorin tätig war, "Jungredakteure" für das Format Barbara Salesch sucht. Ich habe angefragt, ob das heißt, das wieder Autoren gesucht werden. Wenn ich etwas weiß, halte ich euch hier auf dem Laufenden.

Oh, das klingt interessant! Ich bin gespannt was du erfährst. :hmmm:
Livid Oppressed King: Ignite!
Tyranny Has Overcome Rules."
(oder: was man nicht alles aus LOKI & THOR machen kann!) - TasTä (aka Lila)

Alaun

Das klingt ja wirklich interessant- ich war eben auf der Seite von Filmpool. Hm. Da steht allerdings, das sie Jungautoren für den Standort Hürth suchen- das heisst, man muss vor Ort sein, ja? Dann brauche ich von Berlin aus ja gar nicht erst anzufragen...  :hmmm:


nina b.

Was studierst du denn, wenn ich fragen darf?
Ich arbeite ja für die Münstersche Zeitung, seitdem ich Schülerin bin und habe mich natürlich auch bereits schlau gemacht, ob und wie man dort arbeiten kann und ob es dort Berufsfelder gibt, für die ich eine Ausbildung machen könnte.

Die Antwort war recht ernüchternd... Zum einen müssen bei der MZ freie Mitarbeiter auf Abruf bereit sein... Deshalb ist Auto mehr oder weniger Pflicht, oder ein enorm schnelles Fahrrad oder eben weniger Aufträge, weil man nur an ein bestimmtes Gebiet gebunden ist. Ich selbst habe das Glück, dass ich für eine Beilage schreibe, die erst nur für Schüler war und nun auch Studenten ansprechen soll (Umstrukturierung), sodass mir das erspart geblieben ist.
Zudem werden auch die Zeitungsverlage von der Wirtschaftskrise ereilt. Die Beilage, für die ich schreibe, ist z.B. nach vielen Jahren gestrichen worden, sodass alle die weiter schreiben, dies im Moment unentgeldlich tun (vorher hat man ganz gut verdient. Aber nur unregelmäßig und sicherlich nicht genug, um sich Wohnung etc finanzieren zu können)...

Ach ja, zurück zum Studienfach. Zeitungen nehmen generell gerne Leute mit fachbezogenem Wissen. Politikstudierte für Politik, Wirtschaftsstudenten für Wirtschaft usw usf. Mit Fremdsprachen eignet man sich evt als Auslandsmitarbeiterin... Das Problem ist hierbei, dass der Markt völlig überlaufen ist und die sehr präzise auswählen.
Dementsprechend ist es auch ein Fehldenken, wenn man Journalismus studiert... Die werden nicht unbedingt genommen, nur weil sie studierte Journalisten sind (deshalb habe ich das ganz schnell wieder verworfen). Auch hier werden fachbezogene Menschen vorgezogen....

Wenn du eine gute Idee hast, kannst du vielleicht für eine Kolumne anfragen. Das hatte ich damals auch, indem ich jedes Mal eine KG geschrieben habe... Das war garantiertes Geld. Alles andere ist sehr unsicher. Mal verdient man 100 Euro im Monat, mal nur 20... Kommt drauf an, wie viel Zeit und Lust man hat, LEute zu interviewen, recherchieren etc.

Wenn du dich damit wirklcih finanzieren willst, musst du echt viel machen, auch Nachtschichten in der Redaktion etc. Also reich wird man damit vermutlich nicht (wobei cih da nicht in der Lage bin, es wirklich treffend zu beurteilen)

Hoffe, dass meine Antwort ein wenig weiterhelfen konnte...
Ich würde mich auf jeden Fall nach den Bedingungen bei den Zeitungen vor Ort bei dir erkundigen!

Grüße,
Nina

Astrid

Es ist zwar etwas spät, aber ich häng mich mal hier dran:

Zitat von: TheaEvanda am 11. Februar 2010, 10:33:06
Dann gibt es noch die Roman-Reihen wie Drei Fragezeichen (der Klassiker), Elfenwelt, Coco Zamis, Dorian Hunter etc., die meist in Richtung phantastischer Horror spielen. Wie es bei den Drei Fragezeichen aussieht, weiß ich nicht, Elfenwelt und Zaubermond geben Exposes vor, die ausgeführt und ausgeschmückt sein wollen.

Die drei ? ? ? kann man nicht in einen Topf mit Heftromanen werfen. Da ist zwar einiges im Umbruch, weil der "Hauptautor" André Marx zur Zeit nichts schreibt, aber die anderen vier Autoren sind fest etabliert, und der Verlag hat noch mindestens fünf weitere in der Hinterhand. Wenn man da also mitschreiben will, braucht man mehr als Glück, und "für zwischendurch" geht das auch nicht. Ich brauche für jedes Buch inklusive der Recherche gut drei Monate.

Es wird allerdings sehr gut bezahlt - so gut, dass ich mittlerweile vom Schreiben leben kann, weil die Bücher ja mittlerweile auch wieder als Hörspiele herauskommen.

Steffi

#39
Zitat von: TheaEvanda am 13. Februar 2010, 13:51:25
Wie schon angesprochen, ist Netzwerken im Verlagswesen essentiell. Also auf Messen gehen, mit Leuten sprechen und - ganz wichtig - Messepartys besuchen. Nicht für Geschäftsgespräche, sondern damit man sich einmal kennengelernt und miteinander geredet hat.


Da frage ich mich ehrlich gesagt aber, wie zum Geier man sich solch ein Netzwerk aufbaut? Wenn man als Normalsterblicher nämlich keine Karte für die Fachbesuchertage kriegt und man zu den Besuchertagen muss, dann sind die Stände der Verlage und Agenturen sicherlich fürchterlich überlaufen und die Anwesenden eher genervt als dankbar, wenn noch ein hoffnungsvoller Jungautor auftaucht und von seinem unfassbar guten Werk berichtet, oder? Ich muss gestehen, ich war noch nie auf einer Buchmesse (fehlte entweder immer Zeit oder Geld) aber so stelle ich mir das vor.
Sic parvis magna

Grey

Ich meine aber doch, man kann auch als Autor auf den Fachbesuchertag gehen, oder nicht?
Ich war auch noch nie auf einer Buchmesse, und für diesen Herbst in Frankfurt hab ichs mir fest vorgenommen - wegen des BuCons auch.

Netzwerken, na ja, ich glaube ich komme so langsam ein bisschen dahinter, da muss man sich ein bisschen reinhängen, selbst Leute anschreiben, facebook und twitter nutzen, solche Dinge ... zumindest habe ich im Moment bei mir selbst das Gefühl, dass "da was wächst". ;D

gbwolf

Ein erster Schritt ins Netzwerk ist doch schonmal mit dem Tz getan ;)
Ansprechbarer sind die Leute auf kleinen Messen wie dem BuCon oder dem DortCon, auf Lesungen oder auch einfach mit eine netten Frage per Mail oder per PN. Ist auch immer schwer eine Mischung aus Netzwerk und nicht-aufdringlich zu schaffen.

Wir haben schon einen Thread zum Netzwerken, da steht einiges drin.

Steffi

Zitat von: Grey am 17. März 2010, 10:55:45
Ich meine aber doch, man kann auch als Autor auf den Fachbesuchertag gehen, oder nicht?


Einfach so? Auch ohne Agentur/Agenturtermin/Veröffentlichung? Da könnte ja jeder kommen...

Hab grad gesehen dass die Buchmesse FFM und BuCon dieses Jahr mit der FilkCon zusammenfallen. Plöd.
Sic parvis magna

Ary

Äh, DAS ist ja doof. Mag es sein, dass sich deswegen erst nur so ein paar wenige Gestalten zur Con angemeldet haben? Ich hab mich schon total gewundert, weil da noch so viele freie Plätze sind.
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

Kerimaya

#44
Zitat von: Steffi am 17. März 2010, 19:17:24
Einfach so? Auch ohne Agentur/Agenturtermin/Veröffentlichung? Da könnte ja jeder kommen...

Doch kann man. Man muss nur einen Nachweis erbringen, dass man irgendwas mit Schreiben zu tun hat. In deinem Fall könntest du beispielsweise mit deiner SpecFlash Tätigkeit in die Buchmessen kommen (einfach bei der Akkreditierung ein Impressum oder ein Schreiben des Redakteurs mitbringen).

Ausserhalbv von Messen schauen: wo sind Autoren und Agenturen unterwegs? S&A bieten beispielsweise Workshops über das Ruhr Literaturbüro an (alle Jahre wieder). Auch diverse Schreibworkshops von Autoren sind hilfreich beim netzwerken. Ausserdem beissen die meisten Leute aus dem Literaturbetrieb nicht, wenn man höflich ist, und lassen mit sich auch gerne Termine machen. (Ich bin zu meiner Agentur gekommen, weil ich auf dem BuCon in einem Korsett vor deren Tisch stand und was von "Ich schreibe" stammelte. Die Antwort der Agentin war ein freundliches "Das ist aber schön" und langes Schweigen ;))

Und, wie Grey schon sagte, bietet das Web 2.0 tolle Möglichkeiten. Twitter, Facebook, Blog.de...