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Eure gelungensten ersten Sätze

Begonnen von Quidam, 23. Juli 2007, 22:02:30

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Teben von Westend

Zitat von: Lisa Bell am 01. Oktober 2019, 22:40:01
Zwei Kurzgeschichten, beide aus den Weiten der Phantastik, beginnen bei mir so:

"Er roch nach Dreck und Schweiß." (Rote Spuren im weißen Schnee, 2019)

"Heulen im Wald, ein Knistern im Dunkeln und doch machte es mir keine Angst." (Wald der taused Augen, 2014)

Alles nach dem Motto: In der Kürze liegt die Würze!

Ich finde, das sind für Kurzgeschichten schöne Eröffnungssätze. Der erste gefällt mir besser, weil man irgendwie "direkt drin" ist. Der zweite ... naja, ich mag einfach keine Ich-Erzähler  ;D vielleicht könnte man aber den Angstmangel des Ich-Erzählers irgendwie darstellen anstatt ihn einfach nur zu behaupten? Wie äußert es sich denn, dass er oder sie keine Angst hat? Erfährt man das noch später in der Geschichte, und auch die Gründe, warum er so hartgesotten ist?

Ich habe auch einen Satz, der mir ganz gut gefällt. Auch wenn ich finde, dass er noch ein wenig verdichtet werden müsste. Bin nämlich auch der Meinung "in der Kürze liegt die Würze" ;)

Zitat
Es gehörte verboten, so viel Glück zu haben. Alezandro Dreverin dankte einem Gott, an den er nicht glaubte, dass es das nicht war.


FeeamPC

Mein derzeitiger Favorit:
"Stinkender Speichel flog ihr ins Gesicht." (aus der angefangenen Story "Schwarzer Kater").

Sabine


Zur Zeit gefällt mir dieser Anfangssatz sehr gut:

ZitatEs war nicht nur der Wind, der Surya frösteln ließ, auch nicht die Sonne, die schwarz und fahl am Himmel stand, es war die unheimliche Stille, die sich wie eine Decke über das Land gelegt hatte.

Er steht allerdings nicht am Anfang eines Romans, sondern am Beginn eines neuen Kapitels, das ich gestern erst abgeschlossen habe.  :)
Wumm! Genau so ergreift der Habicht einen Spatz.
Eine Schnecke besteigt einen Berg, sehr langsam.

Melanokardios

Hier gibt es viele tolle Anfangssätze! Mein aktueller Lieblingsanfangssatz gehört zu einer Kurzgeschichte, die noch geschrieben werden muss:

Nach einem ganz gewöhnlichen Tag starb Herr Wu auf mysteriöse Weise, die nicht nur sein Leben beendete, sondern auch eine Katastrophe für die gesamte Zivilisation darstellte.

Drachenfeder

Ich habe aktuell auch endlich mal wieder einen ersten Satz, der mir sehr gut gefällt. Die Geschichte dazu, kann sogar bald gelesen werden  ;D

ZitatManchmal ist es besser, gewisse Dinge nicht weiter zu hinterfragen.



Windfeuer

Wird mal wieder Zeit für eine Reanimation.  ;D

Nach langer Zeit, habe ich endlich mal wieder einen ersten Satz der mir richtig gut gefällt.

ZitatAus Feuer wird Asche geschlagen.

Malou

@Windfeuer Der gefällt mir auch richtig gut  :herzchen: Damit hättest du mich am Wickel  :D
»Ich werde dich nicht töten, Ossian von Cumhaill. Nein, ich werde zusehen, wie du lebst.«.


Damiano

#517
Meine gelungensten ersten Sätze...

Wenn man die katastrophalen Werke meiner Jugend in den 90ern berücksichtigt, können nur meine gegenwärtigen Arbeiten zur Wahl stehen.

Zunächst wäre der Beginn des fertiggestellten ersten Bandes meines Hauptwerkes zu nennen, der direkt mit der Schöpfungsgeschichte des darin behandelten fiktiven Kosmos einsteigt:

Als sein Bewusstsein erwachte, fühlte es sich von der Tatsache seiner eigenen Existenz zunächst überwältigt. Das Nichts hatte einen Funken geschlagen, eine physikalische Reaktion, vollkommen zufällig, aber einmal entfacht, verlosch dieser Funken nicht mehr. Er zitterte und und strahlte mal hell, mal schwach, doch er begann auch, sich zu stabilisieren.

Des Weiteren könnte ich den Anfang des zweiten Bandes, auf dem aktuell der Fokus liegt, anführen:

Durch den Raum trieben Gedanken und Träume, getragen von den Erfahrungen der Vergangenheit auf den Pfaden der Hoffnung für ein leichteres Morgen. Eine Sonne warf der anderen ihr Licht zu; wie in Übereinstimmung standen sie sich gegenüber und gaben dem Kosmos einen Rahmen, der dem, was darinnen lag, eine Botschaft der Zugehörigkeit senden sollte. Hätte ein Unwissender von außerhalb auf den Komplex geblickt, er hätte nur einen Ort der Ruhe gesehen und wäre frei gewesen von dem Wissen um das, was jener bereits erfahren hatte.

Nebenher arbeite ich an zwei Kurzgeschichten, die das Universum weiter ausarbeiten sollen. Der Anfang der einen davon sei ebenfalls genannt:

Jeden Abend, wenn die Sonne die Nadelbäume in ein angenehmes Rot tauchte, erklomm Kenteple den Felsen jenseits seiner Höhle, um das Farbspiel auf sich wirken zu lassen. Der Puma empfand den beruhigenden Einfluss als unverzichtbar, konnte seine Seele doch nur durch die Nähe zum Spiel der Natur Entspannung finden. Betrachtete er inmitten der Eindrücke die Baumwipfel, so neidete er ihnen den Gleichmut, mit dem sie sich der treibenden Kraft des Windes hingaben.

Den Auftakt der anderen Kurzgeschichte halte ich momentan noch für verunglückt, daher erspare ich euch diesen.