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schreibsüchtig?

Begonnen von der Rabe, 08. November 2010, 15:59:10

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FeeamPC

Extremform der Schreibsucht:
Der Schreibsüchtige baut sich einen Kokon aus Büchern und Manuskriptseiten und igelt sich darin ein.

Schreibsucht mit Burn-out:
Der Schreibsüchtige sitzt vor dem PC (oder wahlweise einem leeren Blatt Papier) und fühlt sich unfähig, auch nur das Alphabet auf die Reihe zu kriegen. Unterbrochen wird sein Starren nur von fahrigen Bewegungen und gemurmelten Worten: "Mist, alles Mist, mir fällt nichts mehr ein, mein Kopf ist wie leergefegt, ich bin ein Versager, niemand hätte mir je einen Stift in die Hand geben dürfen, warum habe ich nur jemals gedacht, daß ich schreiben könnte?" Dennoch kann der Schreibsüchtige nicht die Konsequenz ziehen und sich von dem PC bzw. dem Blatt Papier abwenden.

Sonnenblumenfee

 :rofl: :rofl: :rofl:
Ihr habt gerade meinen Tag gerettet! Ich bekenne mich süchtig - ich bin quartalsschreiber.

Was noch fehlt:
Der Beitritt zu einer Gruppe Anonymer Schreibsüchtiger ist unter allen Umständen zu vermeiden. Das Aufeinandertreffen von mehreren Schreibsüchtigen (auch als Write-Ins bekannt) führt in jedem Fall zum vollen Ausbruch der Schreibsucht, die meist erst nach mehreren Tagen/Wochen gedrosselt werden kann.

Häufig kann bei Schriebsüchtigen auch ein Hang zur Schizophrenie erkannt werden, der sich insbesondere in der Überzeugung zeigt, als ein bestimmter Chara/Prota (s.o.) zu handeln und zu interagieren. Besonders häufig geschieht dies in Autorenforen (s.o.) oder Write-Ins (s.o.).
"Discipline is my freedom" - Gretchen Rubin

Thosuko

#17
Zitat von: Kuddel am 12. November 2010, 09:53:14
Es ist offiziell. Ich bin irre und schreibsüchtig. Heute morgen hatte ich eine Idee, musste aber auch mal dringend auf die Toilette. Was macht das Kuddel? Laptop mitnehmen und auf Klo weiterschreiben. *mit dem Kopf gegen die wand schlag*

Wenn du auf dem Klo sitzt und du bist schreibwütig, brauchste nur einen Stift. Auf so eine Rolle mit zweihundert Blatt, passt ne Menge drauf. Und wenn die Geschichte eh nur "hust" ist, weißt du ja ,was du damit machen kannst. ;D

Lucien

 :rofl: Ich bin dann wohl auch Quartalsschreiber.

Auch ein eindeutiges Zeichen der Schreibsucht ist die besondere Bindung zum Schreibwerkzeug, welche sich während einer Denkpause an der Tastatur z.B. im zärtlichen Streicheln der Tasten äußert, ebenso wie in Schreikrämpfen, wenn der Geliebte Bleistift, Kulli etc. herunterfällt und durch den Bus rollt.
Ein weiteres Anzeichen der Sucht sind hysterische Freudenausbrüche, wenn der Süchtige unverhofft auf einen anderen Schreiberling trifft.

Sanjani

Also bei mir wechseln sich Quartalssucht und Burnout ab. Ist das auch eine spezielle Sonderform, bei der die Person besonders großen seelischen Schaden nimmt? :)
Die einzige blinde Kuh im Tintenzirkel :)

Feather

 :rofl:

Ok endlich mal eine Sucht, mit der ich glaub ich leben kann. Ich glaube Quartalsschreiber trifft es ganz gut, mit gelegentlichen Burn-Out Syndromen.

Bei den allgemeinen Symptomen habe ich noch folgendes bemerkt:

Tagträume, ähnlich den Halluzinationen, wobei diese oft in Kombination mit glasigen bis tränenden Augen und geistesabwesenden Zuständen des Betroffenen auftreten. Dabei kann es zu einem kompletten oder teilweisen Realitätsverlust kommen, bei dem die übrige Umgebung völlig, oder teilweise ausgeblendet wird. (erhöhte Tendenz bei Langeweile zu beobachten, wobei aktuelle Situation in eine Geschichte eingebaut wird)
Häufig sind auch eine vermehrte Aggressivität zu beobachten, welche sich genervten Brummen, bis zu Kissen schmeißen steigern kann. Dies tritt vor allem auf, wenn sich der Betroffene, gerade in seiner eigenen kleinen Schreibwelt befindet, die für "Normale" Menschen nicht sichtbar ist.

Lucien

 :jau: Stimmt! Mit den Tagträumen tritt aber auch plötzlicher Husten auf, für gewöhnlich um unangebrachtes Lachen zu unterdrücken.  ;D

nina-a

Oder um die Tränen zu verwischen. Schließlich lässt man seine Protagonisten oft ungeheuerlich leiden. Schnief.

Lucien

Muahaha, das tut mir kein bisschen leid ... das ist übrigens noch ein Suchtsymptom: man berücksichtigt bei der Zusammenstellung des Uni-Stundenplans, welche Fächer für ein bestimmtes Schreib-Projekt von Nutzen sein könnte. *pfeif*
Daraus ergibt sich dann wieder, dass der betroffene panisch schreiend im Kreis rennt und "meine Seele hat sich in Tinte aufgelöst" faselt.

Rosentinte

 :rofl:
Wunderbar... Ich hatte ja in meinem Vorstellungsthread schon etwas vom Schreibvirus (Synonym) geschrieben und konnte mich jetzt mit allen Symptomen identifizieren... Besonders mit dem sich selbst sprechen... Kommt öfters vor und wirkt auf Außenstehende äußerst befremdlich.
Von der Krankheit Befallene haben auch ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihren imaginären "Freunden" etwas schlimmes zufügen müssen!
Nun ja, ich muss dringend zurück zu meinem Buch...  ;)
El alma que anda en amor ni cansa ni se cansa.
Eine Seele, in der die Liebe wohnt, ermüdet nie und nimmer. (Übersetzung aus Taizé)

Schattenspielerin

Ich bekenne mich schuldig. Ich bin wohl auch süchtig. Wie sich dieses Wissen wohl nun auf mein weiteres Leben auswirken wird...

Bei einigen Süchtigen ist zudem zu beobachten, dass sie sehr vergesslich sind. Sie unterhalten sich mit Freunden und auf einmal tritt dort dieser glasige Blick auf und dann das stürmische Gerede von wirrem Zeug und der Frage nach einem Stückchen Papier und einem Stift. Dabei faseln sie immerzu davon wie wichtig doch diese Idee sei und wie schnell sie doch aus dem Kopf wieder verschwunden sei. Bei diesem Symptom der Krankheit ist noch nicht sichergestellt ob es sich um Alsheimer handelt.

Farean

[Im Stuhlkreis Platz nehm]

Hallo. Mein Name ist Farean, und ich bin schreibsüchtig.

Angefangen hat es bei mir mit Schulaufsätzen, bei denen mir die Aufgabenstellung zu dröge vorkam. Anstatt die Bildergeschichte im Buch einfach nachzuerzählen, habe ich einen Krimi mit Dialogen in wörtlicher Rede daraus gemacht. Dadurch bin ich zwar eine Note herabgestuft worden, war aber trotzdem viel zufriedener damit.

Als ich 14 war, verfaßte ich handschriftlich mit Bleistift und Papier meinen ersten kompletten Roman. Mit 17 stellte ich den ersten Roman fertig, der auch ein weiteres Publikum erreichte (ca. 10 Leute in meinem Freundeskreis). Ich glaube, da habe ich den endgültigen Kick bekommen. Das Gesicht des Adressaten, als er das fertige Buch in der Hand hielt (der Roman war ein Geburtstagsgeschenk und individuell für ihn geschrieben) gab mir einen Schub Glückshormone, von dem ich noch die ganze Woche wie auf Wolken schwebte.

Seitdem komme ich einfach nicht mehr davon los...

Robin

Ich grab das hier mal aus, weil ich einfach mal nachgedacht habe, was ich für eine Sorte von Schreibsuchti bin.
Eindeutig Pegelschreiber - mit gelegentlichen, sehr heftigen Quartalsausbrüchen.
~Work in Progress~

der Rabe

Hehe, das hatte ich ja schon fast vergessen. Danke fürs ausgraben. *g*

Ich muss wohl den ersten Beitrag etwas aktualisieren. Mal sehen, ob ich das heute abend noch schaffe. ;)
Bist du erst unten im Tal angekommen, geht es nur noch bergauf. (C) :rabe:

Alana

Genial, ich lach mich schlapp. :rofl:

Ich hätte da auch noch was anzufügen:

In einem akuten Anfall ist der Schriftsteller nicht mehr in der Lage, sich mit dem realen Leben auseinander zu setzen. Man nennt dies "Echte Realitätsflucht". (Im Gegensatz zu -> Literarischer Realitätsflucht, die meist ungefährlich verläuft, aber ein erster Warnhinweis sein kann.)
Anzeichen: Geschirrstapel in der Küche (mehr als gewöhnlich!), Nicht-Erkennen von Lebensgefährten und aggressive Reaktionen auf Versuche, den Schriftsteller zum Runterfahren des Computers zu bewegen.

Warnung: In einem akuten Anfall von Schreibsucht sollten Lebensgefährten auf keinen Fall versuchen, den Süchtigen davon abzubringen. Dies kann unter Umständen zu kompletter, irreversibler Realitätsflucht führen und gefährlich für den Lebensgefährten enden. Es ist besser, alles zu tun, damit der Anfall schnell vorbei ist.

Behandlung: Nur palliativ. Eine kurzzeitige Verbesserung kann erreicht werden, sobald der Schriftsteller seinen aktuelles Projekt beendet hat.
Maßnahmen: Nicht ansprechen, Essen und Getränke bereitstellen, geduldig lauschen, wenn der Süchtige über Plot und Figuren redet.



Alhambrana