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Haarsträubende Erzählperspektiven

Begonnen von Luciel, 08. Oktober 2009, 19:50:54

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Luciel

Da müht man sich als Autor, eine Perspektive zu plotten, die für den Leser verständlich ist und möglichst auch noch den strengen Augen eines Lektors standhält. Und dann hält man plötzlich ein Buch in der Hand, wo man sich fragt, wie das den Weg in den Buchhandel geschafft hat ...

Ich habe hier gerade so eines vorliegen:

Tagebuch eines schlimmen Jahres von J.M. Coetzee

Das Buch wird im Grunde von 2 Personen erzählt - einem Autor und dessen "Tippse", wobei der (fiktive) Autor zwei Perspektiven beansprucht. In einem Teil erscheint "das Buch", das er schreibt und in dem anderen Teil seine Erlebnisse beim Schreiben.
Praktisch sieht das Ganze dann wie folgt aus:

Oberer Teil der Seite:
Eine durchaus scharfsinnige und etwas zynische Abhandlung über politische Verhältnisse auf der Welt.
Zitat: "Den Staat kümmert es nicht, ob der Bürger lebt oder stirbt. Wichtig für den Staat und sein Archiv ist, ob der Bürger am Leben oder tot ist."

Dann kommt ein schwarzer Strich quer über die Seite.

Mittlerer Teil der Seite:
Die Erfahrungen des (fiktiven) Autors beim Schreiben:
Zitat: " Sie verzieht den Mund. Ich hatte mehr Handlung erwartet, sagt sie. Man kommt schwer rein, wenn ständig von was anderem die Rede ist."

Es folgt wieder ein schwarzer Strich quer über die Seite.

Unterer Teil der Seite:
Die Frau erzählt von sich selbst und ihren Erlebnissen mit dem Autor.
Zitat: "El Senor hat nicht mehr so gute Augen, behauptet er. Aber wenn ich mich geschmeidig bewege, spüre ich, wie er mich mit den Blicken verfolgt."

Teil Mitte und Teil Unten befinden sich dabei keineswegs in einer zusammenhängenden Abfolge. Allein nur diese beiden Teile immer zusammen zu lesen, erfordert jede Menge Gehirnakrobatik. Vom oberen Teil, der irgendwie nicht dazu zu gehören scheint, ganz zu schweigen.
Die Lösung scheint zu sein, das Buch dreimal zu lesen - aber warum? Warum tut ein Autor das und wird dafür auch noch für seine "Brillanz" gelobt? Ich frage mich, was für eine Zensur das wohl in Deutsch gegeben hätte, wenn ich einen Aufsatz in dieser Form abgegeben hätte....

Kennt ihr noch mehr Bücher, wo sich unwillkürlich die Frage aufwirft: Warum mache ich mir eigentlich noch Gedanken über meinen Plot?

Shay

Ich hatte mal ein Buch, das aus der Perspektive einer notorischen Lügnerin erzählt war. Sie hat zwar grob ihre Lebensgeschichte erzählt, aber letztendlich war ejde Episode mehr oder weniger frei "erfunden" (sofern man das bei einem fiktiven Werk sagen kann). Das schlimme war aber, daß die einzelnen Szenen nicht zusammengepasst haben. Letztendlich wußte man nach dem Ende des Buches nicht mehr über die Frau, als daß sie es nicht so mit der Wahrheit hat.  :pfanne:

Luciel

Wie heißt das Buch denn? Du musst uns doch vor Fehlkäufen bewahren ;)
Die Beschreibung kommt mir aber irgendwie bekannt vor.

Linda

#3
Na, es wäre ja auch schlimm, wenn ein Buch gar zum Nachdenken anregte...

Also ehrlich. Die strenge Einhaltung einer (personalen) Perspektive gehört zum Lehrkanon der Schreibbibeln und ihrer emmsigsten Jünger. Die Literatur hat sich um so etwas nie geschert.

Perspektiventreue ist ein Auswahlmerkmal für Lektoren unter vielen im Bereich der unterhaltenden Bücher. Das liegt daran, dass die Leser eben nicht über Gebühr irritiert werden sollen und chaotisch hektisches Gespringe ohne sinnigen Grund (!) tatsächlich vermieden werden sollte.
Führt allerdings auch dazu, dass Abweichungen von der Regel nicht mehr im Kontext bedacht und bewertet werden (wie bei Literatur, hochgeistigen Texten etc pp), sondern simpel als "Fehler" 'rausgestrichen werden.

Wieso die Klassiker (und nach ihnen noch viele) allerdings so viele 'üble und vermeidbare Fehler' produziert haben sollen, entzieht sich meinem Verständnis. Vermutlich waren die Leser damals einfach etwas aufmerksamer, da das Buch als Unterhaltungsmedium nicht mit anderen konkurrieren musste. Um Vielschichtigkeit zu erzeugen braucht es vielschichtiges Handwerkszeug und einen Vielschichtigkeit auch erfassenden Rezipienten.

Gruß,
Linda

Maja

Zum dem oben genannten Beispiel von Coetzee muß ich sagen: Man wird kein Literaturnobelpreisträger, wenn man nichts wagt, und auch nicht, wenn man falsche Rücksicht auf den Leser nimmt. Es geht mir bei Perspektiven nicht unbedingt darum, es meinem Leser so einfach wie nur möglich zu machen, sondern darum, meine Geschichte zu erzählen.

Haarsträubend finde ich es, wenn eine Perspektive nicht eingehalten wird und ohne Vorwarnung von Satz zu Satz wechselt, oder sogar mitten im Satz, daß man den Leser beim Kragen packt und mal in diese, mal in jene Figur hineinstopft, bis ihm der Schädel brummt und er gar nicht mehr weiß, mit wem er sich nun gerade identifiziert.

Ansonsten muß es weder linear noch eindeutig sein. Ich habe mal in einer Fantasygeschichte aus der Perspektive eines Zauberers, der das Geschehen in seine Kristallkugel betrachtet und hin und wieder kommentiert, erzählt. Und eine andere Geschichte aus der Perspektive einer an Fantasy gänzlich uninteressierten Buchhändlerin, die gezwungen ist, ein Fantasybuch zu lesen (das hat sich nicht bewährt und wurde nach wenigen Seiten abgebrochen, weil ich mit meiner Protagonistin nicht zurecht kam). Ich habe eine sehr vom Wahnsinn geprägte Geschichte, die zum Teil aus der Perspektive des Antihelden, zum Teil aus der Sicht seines Wahnsinns und zum Teil aus der Sicht des Großen Feuers erzählt wird. Oder ich habe einen Krimi von Agatha Christie gelesen, in der sich der Ich-Erzähler als Mörder entpuppt, was auch nur möglich war, weil der den Leser an einer Stelle schlichtweg angelogen hat.
Es funktioniert eben nicht alles gleich gut, aber das heißt nicht, daß man es nicht zumindest mal ausprobieren kann.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Lavendel

Ja, ja, die postmoderne Literatur hat uns schon so einige Kracher beschehrt ;).
Ich finde sowas spannend, und ich glaube, man kann einiges daran lernen, denn Leute wie Coetzee haben es wirklich auch dem Kasten (auch wenn sich die Romane vielleicht nicht so leicht erschließen wie 'Biss zum Morgengrauen oder Harry Potter). Wenn man vorher weiß, dass der Mann (unter anderem) promovierter Literaturwissenschaftler ist, kann man sich schon denken, dass man da einen Brocken vorgesetzt bekommt.
;D

Tenryu

#6
Zitat von: Luciel am 08. Oktober 2009, 19:50:54Die Lösung scheint zu sein, das Buch dreimal zu lesen - aber warum? Warum tut ein Autor das und wird dafür auch noch für seine "Brillanz" gelobt? Ich frage mich, was für eine Zensur das wohl in Deutsch gegeben hätte, wenn ich einen Aufsatz in dieser Form abgegeben hätte....

Die Antwort ist so einfach, wie unbefriedigend: Weil er berühmt ist!  :ätsch:
Wenn du ein Pfund ranziger Butter an die Wand klatschst oder die eigenen Exkremente in einem Einmachglas ausstellst, bekommst du Ärger; wenn der berühmte Künstler X. dasselbe tut, kommt er ins Kunstmuseum und verdient Millionen damit... es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt!  :no:

Das besondere an den modernen Literaturnobelpreisträgern ist ja, daß kein Schwein sie kennt, geschweige ihre Bücher gelesen hat. Von Herrn Coetzee gab es nicht einmal mehr einen lieferbaren Titel, als er ausgezeichnet wurde. Da mußten eiligst neue Auflagen gedruckt werden.

Grundsätzlich muß man natürlich zwischen Kunst und Unterhaltung unterschieden.
Erstere muß nur dem Verleger gefallen, letztere muß das Zeug zum Bestseller haben, sonst wird man nicht gedruckt.... es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt!

Jara

Ich wage einfach einmal zu behaupten, Kunst muss nicht jedem gefallen und schon gar nicht muss sie leicht verständlich und der breiten Masse zugänglich sein. Das ist eben, was sie von (und das Wort ist in seinem ursprünglichen Sinne und nicht negativ zu verstehen) "vulgärer" Unterhaltungsliteratur unterscheidet.

Es ist doch in Ordnung, wenn jemand experimentiert, durch einen eigenen Stil hervorsticht und deshalb nicht von jedem verstanden und gelesen wird. Das man so keine Bestseller schreibt, ist auch klar, aber das steht auf einem anderen Blatt ;).

Zudem sollte man unterscheiden, ob der Autor eben wirklich etwas neues schaffen will, oder einfach keine Ahnung von seinem Handwerkszeug hat. Wenn ich ein Buch von Nora Roberts lese ( ja, das ist jetzt natürlich eine ganz andere Kategorie als Coetzee) und sie einfach für einen Halbsatz aus der personalen Perspektive springt, weil sie mir erzählen will, was die Figur gegenüber denkt, könnte ich Gift und Galle spucken. Mir klopft (zurecht) jeder Betaleser auf die Finger, wenn ich so etwas fabriziere . . .
Berühmtheit schützt da wohl wirklich teilweise vor Rüge ::)

Linda

Solche Späße gab's aber doch schon früher, und genau da würde ich sie auch einordnen.  :winke:

Z.B. beim Kater Murr (E.T.A. Hoffmann), wo die Lebens-Ansichten des Katzenviechs auf bedrucktem Papier mit der bruchstückhaften Biographie des Kapellmeisters aufgezeichnet wurden, die als Faksimile auch im Buch zu finden ist -> "weil der Drucker einen Fehler machte"  ;D

Gruß,
Linda

Shay

@Luciel
Ich hab keien Ahnung mehr, wie das Buch hieß. Ich kann mich nur noch erinnern, daß es von einem norwegischen Schriftsteller war.

Mich nervt im ganzen Kulturbetrieb diese Unterscheidung zwischen U und E, und da sind wir Deutschen besonders schlimm. Ich lese Bücher in meiner Freizeit, deswegen sollen sie vor allem Spaß machen. Danach kommt lange nichts und wenn es mich dann noch zum Nachdenken anregt, ok. Aber insbesondere seit ich berufstätig bin, darf ein Buch nicht mehr sonderlich anstrengen, denn dann landet es ganz schnell in der Ecke. Wobei die Maßstäbe, was Spaß macht und was anstrengend ist, natürlich unterschiedlich sind, deswegen ist es ja auch ok, wenn es viele verschiedene Bücher gibt. Aber ich hasse es, wenn jemand sagt "dieses Buch ist hohe Literatur und das da ist schnöde Unterhaltung". Das soll bitte jeder selbst entscheiden.

Hr. Kürbis

Das Thema ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Nicht umsonst unterscheidet man verschiedene Genres und teilt sie nach Hochliteratur und Unterhaltungsliteratur ein. In der U-Literatur wären solche Sprünge und Missverständlichkeiten sicher ein K.O.-Kriterium, im Kanon der Hochliteratur ist das durchaus wünschenswert. Ist wie RTL2 oder arte gucken, bei A brauche ich meine Hirnwendungen nicht großartig, bei B sollte ich sie doch schon zu nutzen wissen.
Mir geht es in meinem Konsumverhältnis ähnlich, wenn ich einfach nur unterhalten werden möchte, dann greife ich gerne mal zu einem Fantasy-Schinken. Will ich mich jedoch geistig gefordert fühlen, greife ich zur Literatur und erfreue mich an den Möglichkeiten und Grenzen der Sprache. Das beinhaltet für mich aber noch lange keine Wertung, Fantasy ist für mich nicht "dumm" oder die höhere Literatur automatisch "klüger", sie bedienen einfach andere Märkte.
Natürlich gibt es auch Mischformen, aber eher nicht im Fantasy Bereich, zumindest ist mir keiner bekannt. Ich habe aber zum Beispiel einen Jugendroman, in dem ein fiktiver Erzähler die Handlung des Buches immer mal wieder kommentiert, sich selbst aber auch nur als Figur der Handlung wahrnimmt und wenn die Handlung es erfordert (oder auch nicht) durchaus mal mit dem Leser "spricht".

Und nun aber zurück zu der Frage, warum "so etwas" wie im Eingangs-Post beschrieben überhaupt veröffentlich wird ...

Zitat von: Tenryu am 08. Oktober 2009, 23:11:21
Die Antwort ist so einfach, wie unbefriedigend: Weil er berühmt ist!  :ätsch:

Dem würde deine folgende Aussage aber ein bisschen widersprechen, Tenryu ...

Zitat von: Tenryu am 08. Oktober 2009, 23:11:21
Das besondere an den modernen Literaturnobelpreisträgern ist ja, daß kein Schwein sie kennt, geschweige ihre Bücher gelesen hat. Von Herrn Coetzee gab es nicht einmal mehr einen lieferbaren Titel, als er ausgezeichnet wurde. Da mußten eiligst neue Auflagen gedruckt werden.

Na, da hoffe ich doch mal, dass Herta Müller keine "Unbekannte" ist ...  :rofl:

Zitat von: Tenryu am 08. Oktober 2009, 23:11:21
Wenn du ein Pfund ranziger Butter an die Wand klatschst oder die eigenen Exkremente in einem Einmachglas ausstellst, bekommst du Ärger; wenn der berühmte Künstler X. dasselbe tut, kommt er ins Kunstmuseum und verdient Millionen damit... es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt!
Grundsätzlich muß man natürlich zwischen Kunst und Unterhaltung unterschieden.

Joah, aber es gibt so viele Leute, die mit "Scheiße" Geld verdienen, z.Bsp. Dieter Bohlen mit dummen Sprüchen und schlechter Musik oder die unsäglichen Firmen, die den Kids die Kohle mit bekloppten Handy-Anwendungen aus der Tasche leiern. Meine "Lieblingswerbung" auf dem Sektor ist die "Finde-einen-Namen-für-euer-Baby" Anwendung:

Gib deinen Namen und den Namen des Vaters ein (als ob die sich daran erinnern könnten, mit wem sie rumgenudelt haben :darth:) und schon schicken wir dir den Namen eures Kindes. Endlich nicht mehr nachdenken!
Über dieses "Endlich nicht mehr nachdenken!" könnte ich mich jedes mal wegschmeißen, ja ja, denken tut weh! :d'oh:

LoneRanger


ZitatDie strenge Einhaltung einer (personalen) Perspektive gehört zum Lehrkanon der Schreibbibeln und ihrer emmsigsten Jünger. Die Literatur hat sich um so etwas nie geschert.

Dieser Satz hat meinen Tag gerettet, auch wenn er mich natürlich der Einschränkung gemahnt, dass ich noch nicht "Literatur" bin und mich besser um die "richtige" Perspektive kümmere.

Trotzdem  :jau:

Linda

@Lone Ranger

Gern geschehen! Gibt viel zu viele Jede-Regel-Einhalter da draußen.

Was ich eigentlich sagen wollte - man sollte sich gut überlegen, ob man seine Texte gleich für den kleinsten gemeinsamen Nenner zurechtschneidert und sich damit auch anspruchsvollere Techniken (zB auktoriale Erzähler) abgewöhnt.
Oder ob man nicht dazu beitragen will, dass phantastische Literatur auch ein Stück literarisch sein und bleiben kann.

Gruß,
Linda

Tenryu

#13
@ Stefan: Mit "berühmt" meinte ich, berühmt unter seinesgleichen. Es gibt ein gewisses "Kulturestablishment", wo sich die Leute gegenseitig kennen und unterstützen. A sitzt im Verlag X, B sitzt im Kuratorium der Kulturstiftung Y, und C arbeitet für das Feuilleton der Zeitung Z, und jeder schanzt sich gegenseitig die guten Aufträge und Preise zu.
Das ist im Grunde dasselbe wie in der Privatwirtschaft, wo die Konzernchefs auch alle in etlichen Aufsichtsräten sitzen und dafür sorgen, daß sie sich gegenseitig unterstützen und horrende Boni bekommen.

Habt ihr euch noch nie gefragt, warum in Tageszeitungen, die von 200'000 Leuten gelesen werden, ausschließlich Bücher besprochen werden, die kaum 1000 Expl. Auflage haben? und populäre Werke oder Genres totgeschwiegen werden?
Warum die meisten elitären Autoren mehr Geld durch Preise, Stipedien und Interviews als den Verkauf ihrer Werke verdienen?

Es geht letztlich um das Dazugehören. So wie Dieter Bohlen in seinen Kreisen dazugehört und zu jeder Party eingeladen wird und in jeder dritten TV-Show als Promi auf der Couch sitzt, so werden diese vielleicht 30-50 berühmten Autoren zu jedem Mist interviewt und sitzen bei jedem Staatsanlaß in der zweiten Reihe hinter dem Kanzler.

Das witzige ist, daß diese Leute letztlich überhaupt keine Bedeutung haben.
Ein Karl May hat mit seinen Büchern mehr zu Toleranz und Völkerverständigung beigetragen, als jeder Nobelpreisträger. Weil seine Bücher von Millionen Menschen gelesen wurden und ihr Denken verändert haben,  im Gegensatz zu den Werken, die von ein paar tausend Intellektuellen gelsen werden, die am liebsten doch nur sich selber reden hören. Intellektuelle reden gern, aber keine hört auf sie, weil sie vom Volk abgeschnitten sind.

Das wirklich tragische sehe ich darin, daß ein echter Volksschriftsteller heute keine Chance mehr auf eine Veröffentlichung hat, weil es eben praktisch nur noch elitäres Gebrabbel gibt, oder triviale massentaugliche Unterhaltung.
Aber Bücher, die sich an ein breites Publikum richten und dennoch entweder ein Botschaft vermitteln oder eine neue Form der Darstellung versuchen, passen eben nicht auf den Markt.

Eine Frage: Wer von euch hat schon ein Werk der neuen Nobelpreisträgerin gelesen?

Lavendel

Zitat von: Tenryu am 09. Oktober 2009, 21:34:37
Das witzige ist, daß diese Leute letztlich überhaupt keine Bedeutung haben.
Nein? Satre ist bedeutungslos? Yeats? Hemmingway? Kipling? Camus? Böll? Beckett? Toni Morrison, Harold Pinter, Günther Grass? Alle nur von ein paar tausend Menschen gelesen?

Zitat von: Tenryu am 09. Oktober 2009, 21:34:37
Eine Frage: Wer von euch hat schon ein Werk der neuen Nobelpreisträgerin gelesen?
Ich. Ich habe mehrere gelesen. Manche konnte ich nicht so gut leiden, manche fand ich gut.

Und davon abgesehen geht es in diesem Thread nicht über den Sinn und Unsinn des Literaturnobelpreises. Wenn du, Tenryu, keine Lust auf diesen elitären Firlefanz hast, dann ist das deine Sache. Aber in einem ernstgemeinten Thread mit haltlosen Behauptungen um sich zu werfen, nur um ein bisschen auf die Schlechtigkeit der literarischen Welt zu schimpen, finde ich persönlich ziemlich daneben.