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Autor Thema: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht  (Gelesen 465 mal)

Offline FeeamPC

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Die neusten Fortschritte der aktiven Foto- und Filmverfälschung sind schon fast unheimlich. Inzwischen gibt es Software, die Katzen in Hunde umwandeln und statt Sonnenschein Schnee auf der Straße zeigen kann, und zwar soviel, wie es der Kunde wünscht, alles auf einmal und mit einem einzigen Ursprungsvideo oder Foto.
https://blogs.nvidia.com/blog/2018/04/15/nvidia-research-image-translation/
Vielleicht wäre das der Stoff, aus dem das nächste Buch ist ...
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Offline Lasien Faturon

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #1 am: 24. April 2018, 13:22:36 »
Ja. Das ist wirklich unheimlich. Die heutige (und zukünftige) Technik ermöglicht es, unglaubliche und exakte Veränderungen vorzunehmen - oder gar 1:1 Plagiate zu schaffen.
Verwackelte Bilder von UFO's? Pah, Schnee von Gestern. Heute gibt es gestochen scharfe 8k Aufnahmen von Aliens, die am Strang ein Cocktail süppeln und unsere (!) Sonne genießen.   ::)

Online Araluen

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #2 am: 24. April 2018, 13:58:52 »
Letztens hatte ein Tierpark hier in der Nähe als Aprischerz die Aufnahme eines seltenen Schweineigels verkündet - mit Bild versteht sich. Das Bild war so gut gemacht (sah wirklcih aus wie ein kleines Schweinchen mit Igelstacheln), dass ich den Artikel wirklich erst komplett lesen musste, ehe ich den Aprilscherz erkannte.

Offline Churke

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #3 am: 24. April 2018, 14:11:48 »
Ich finde das nicht unheimlich, im Gegenteil. Wenn solche Möglichkeiten (Gefälscht wurden Fotos schon immer!) im Mainstream angekommen sind, schwindet das Vertrauen in Bilder und damit auch die Manipulationskraft von Fälschungen.

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Offline Zitkalasa

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #4 am: 24. April 2018, 16:01:34 »
Wenn Leute aber nicht mehr glauben, was sie sehen bzw. jede Aufnahme und jedes Foto potentiell gefälscht sein kann: Welchen Wert haben Fotos und Videos dann noch? Vielleicht und gerade auch vor Gericht. Überwachungskameras hätten dann wohl ausgedient. Zumindest die digitale Sorte. Statt Fortschritt also ein Rückfall in alte Technik? Staatsfeind No. 1 lässt grüßen.

Offline Churke

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #5 am: 24. April 2018, 16:13:58 »
Überwachungskameras hätten dann wohl ausgedient.

Die Schöne Neue Welt braucht die sowieso nicht. Die weiß schon alles.  ;)
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Online Gizmo

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #6 am: 24. April 2018, 19:27:43 »
Vor einigen Monaten habe ich einen Bericht über eine Forschungsgruppe an einer Uni gesehen, die eine Software entwickelt hat, mit der man Videos in Echtzeit manipulieren kann. Sie lesen das Gesicht eines Menschen ein, und dann kann ein Schauspieler per Motion-Capturing in Echtzeit aufgenommen und übertragen werden, wie er sich als diese Person ausgibt. Der Unterschied war nicht zu erkennen. Das fand ich ziemlich unheimlich.

Wenn Leute aber nicht mehr glauben, was sie sehen bzw. jede Aufnahme und jedes Foto potentiell gefälscht sein kann: Welchen Wert haben Fotos und Videos dann noch? Vielleicht und gerade auch vor Gericht.

Das ist absolut richtig. Die Beweisführung wird immer schwieriger, je besser die Fotomanipulation wird. Ein Foto oder Video hat einen höheren Stellenwert als ein Augenzeugenbericht. Nicht nur, weil der Zeuge lügen kann, sondern weil die Erinnerung von Zeugen so unzuverlässig ist. Aber wenn die Manipulation besser wird, kann irgendwann jeder einfach sagen: "Das war ich nicht, da will mir einer was anhängen!". In unserem Rechtssystem geht es noch, aber in Systemen, die Geschworene einsetzen, ist das schon jetzt ein Problem.

Und es ist ja nicht nur, dass die Manipulationen besser werden, die zugehörigen Programme werden auch immer einfacher zu bedienen und erschwinglicher. Es tauchen also auch immer häufiger Manipulationen auf.
"Appears we just got here in the nick of time. What does that make us?"
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- Joss Whedon's "Firefly", Episode 5, "Safe"

Offline Merlinda

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Re: Man kann seinen Augen nicht mehr trauen- und Fotos erst recht nicht
« Antwort #7 am: 27. April 2018, 17:59:19 »
Ich bin bei diesem Thema ein bisschen zwiegespalten.
Einerseits finde ich es mega spannend und faszinierend, was heute alles mit der Technik angestellt werden kann.
Andererseits ist es auch irgendwie unheimlich. Wie gesagt man kann alles manipulieren und in das verwandeln, was man gerne sehen / haben möchte. Ob das jetzt im Positiven oder im Negativen gemacht wird, sei mal dahin gestellt. 
Wie Churke schon sagte, das gibt der Glaubwürdigkeit der Bilder / Videos eine ganz neue Bedeutung. Sie werden fast schon bedeutungslos, weil sie ja abgewandelt oder gefälscht worden sein könnten.
Andererseits finde ich es auch nützlich und wie gesagt richtig spannend. Eine Freundin von mir ist Grafikdesignerin. Sie brauchte Fotos für ein Projekt und da niemand anderes verfügbar war, bzw niemand fotografiert werden wollte, stand ich vor ihrer Kamera. Im Endergebnis war ich absolut nicht mehr zu erkennen. Sie hatte aus mir einen völlig anderen Menschen gemacht. Für bestimmte Zwecke bestimmt hilfreich und nicht schlecht, andererseits ist das auch mit Vorsicht zu genießen ...

Offline Weberin

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Mir ist das auch unheimlich. Aber vielleicht hat es auch den positiven Effekt, dass reale Begegnungen und Erlebnisse wieder mehr an Wert gewinnen.

Offline Peftrako

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In der Filmwelt verschwimmen die Grenzen schon so stark, dass man einen Unterschied zwischen Echt und Falsch nur noch daran festmachen kann, was realistisch oder unrealistisch ist. Ein Alien am Strand: Kann nicht sein. Ein Mann, der sich selbst einen Finger abhackt: Wird wohl kein Schauspieler machen. Doch sicher sein, können wir uns nicht mehr. Als Schauspieler für Film, Kino und Fernsehen hätte ich inzwischen gewaltige Sorgen, dass ich in 10 oder 20 Jahren nicht mehr gebraucht würde. Da wird dann nicht mehr die schauspielerische Leistung auf der Leinwand zählen, sondern nur noch das Gesicht und der Körper. Spielen tun das dann irgendwelche billigen Komparsen, auf deren Oberfläche dann das teure Abbild projeziert wird. Di Caprio kann dann 10 Filme gleichzeitig drehen, indem er sein Bild entsprechend lizenziert.

Das große Problem damit: Es gibt keine Möglichkeit, diese Art von "Manipulation" zu entlarven. Dem Betrachter entzieht sich gänzlich, ob er nun Wahrheit, Lüge oder etwas im Zwischenbereich sieht. Nordkorea schießt in den Nachrichten Seoul in Schutt und Asche? Wahrheit? Lüge? Wir könnten es den Bildern bereits heute nicht ansehen...

Wir werden dorthin zurückkehren, wo wir her kamen: Nur was wir selbst oder ein Mensch unseres Vertrauenes gesehen haben, das werden wir glauben.

     Phantasie ist eine gläserne Blume. Sanft zu berühren, zerbrechlich und filigran. Durchsichtig kaum wahrnehmbar für die einen. Strahlend schön in schillernden Farben für die anderen. Je nach Licht, in welchem sie betrachtet wird.

Offline Angela

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Nur was wir selbst oder ein Mensch unseres Vertrauenes gesehen haben, das werden wir glauben.

Da bin ich mittlerweile ohnehin angekommen. Ich habe in einige wenige Dinge ein wenig Einblick und sehe und höre, wie wir ständig manipuliert werden, diese Sachen anders zu betrachten, als sie sich mir darstellen. Wenn offensichtlich gefakte, zusammengestückelte Bilder mit hochpolitscher Aussage bei irgendwelchen ach so wichtigen Wettbewerben gekürt werden, fördert das mein allgemeines Misstrauen enorm.

Wobei Bilder oder Filme ja auch nichts über den Zusammenhang aussagen. Das bekannte Foto aus dem Vietnamkrieg, bei dem der eine dem anderen in den Kopf schießt. Was ist vorher geschehen, bestimmt ja, warum es damals dazu kam.



Offline Sascha

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Wir werden dorthin zurückkehren, wo wir her kamen: Nur was wir selbst oder ein Mensch unseres Vertrauenes gesehen haben, das werden wir glauben.
Waren wir da mal? Dann dürfte es keine Religionen geben, denn spätestens, als die Zeit- und Weggenossen von Buddha, Jesus, Mohammed usw. tot waren, hätte sich das erledigen müssen.
Die Leute glauben, was sie glauben wollen. Glaubhafte Beweise brauchen sie dazu nicht. Mehr noch, sie lehnen sogar Tatsachen ab, wenn sie ihrem Weltbild widersprechen (z.B. die Kreationisten, aber ebenso die ganzen Pegidesen).
»Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.«
Dalai Lama

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