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Autor Thema: Altertümer  (Gelesen 8816 mal)

Offline Manja

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Re: Altertümer
« Antwort #15 am: 01. März 2006, 11:27:54 »
Und da hast du ein altertümliches Wort geliefert, Arielen:
Tagelöhner.

Heute nennt man das Aushilfsjobber.
     

Onyx

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Re: Altertümer
« Antwort #16 am: 01. März 2006, 15:55:37 »
Ich habe auch noch ein paar altertümliche Worte ausgegraben:

Kötter – von „Käter“, d.h. armer Bauer, der in einer kleinen Hütte (Kate) wohnt
Flachsröster – altertümlicher Beruf, der heute anscheinend schon ausgestorben ist
schwarze Herrentorte – antiquierte Bezeichnung für Schokoladentorte
Aschenkreuz – ein alter katholischer Brauch, bei dem den Leuten am Aschermittwoch ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gemalt wurde
Eisenbeis – Bezeichnung für einen besonders „harten“ Burschen
Wasserclosett – daher der Name WC
Couchkartoffel – Faulpelz
salbadern – dumm daherreden
Lizeum – Gymnasium
Stube -Zimmer

Ach ja, und ein ganz typisches altmodisches Wort ist „wohlfeil“.

Zu den französischen Begriffen, die früher noch „in“ waren sind mir noch eingefallen:
Portemonaie, Trottoir und Baggage...


Offline Maja

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Re: Altertümer
« Antwort #17 am: 01. März 2006, 17:16:04 »
Ähem... die Häfte meine Vorfahren sind/waren Kötter.
Und hier im Münsterland bekam heute immer noch jeder anständige Katholik sein Aschenkreuz auf die Stirn.
Und "Couchkartoffel" ersetzt den antiquierten Faulpelz - nicht umgekehrt...

Offline Moni

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Re: Altertümer
« Antwort #18 am: 01. März 2006, 19:24:59 »
Aschenkreuz – ein alter katholischer Brauch, bei dem den Leuten am Aschermittwoch ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gemalt wurde

...
Zu den französischen Begriffen, die früher noch „in“ waren sind mir noch eingefallen:
Portemonaie, Trottoir und Baggage...


Das Aschenkreuz ist definitiv kein Altertümchen, denn es wird heute noch genauso auf die Stirn gezeichnet, wie früher. 

Das Portemonaie: so nenn ich meine "Geldbörse" eigentlich immer noch und ich kenne auch eine Menge anderer Leute, die das sagen...  kommt vielleicht auf die Gegend Deutschlands an? Hier am Niederrhein jedenfalls noch genauso gebräuchlich wie das ... Aschenkreuz ...  ;)
Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
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Onyx

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Re: Altertümer
« Antwort #19 am: 02. März 2006, 09:17:28 »
Zitat
Und "Couchkartoffel" ersetzt den antiquierten Faulpelz - nicht umgekehrt...

Ähm... sorry, war mein Fehler. Ich meinte natürlich umgekehrt. Wobei ich eigentlich beide Bezeichnungen noch verwende...

Zitat
Und hier im Münsterland bekam heute immer noch jeder anständige Katholik sein Aschenkreuz auf die Stirn.

Zitat
Das Aschenkreuz ist definitiv kein Altertümchen, denn es wird heute noch genauso auf die Stirn gezeichnet, wie früher.

Uih, das wusste ich nicht. Ich habe das mit dem Aschenkreuz gerade erst erklärt bekommen und dachte, es wäre ein alter Brauch. Aber interessant, dass es das heute noch gibt. Zugegeben, ich kenne mich mit katholischen Bräuchen kein bisschen aus <schäm>

Zitat
Das Portemonaie: so nenn ich meine "Geldbörse" eigentlich immer noch und ich kenne auch eine Menge anderer Leute, die das sagen...  kommt vielleicht auf die Gegend Deutschlands an? Hier am Niederrhein jedenfalls noch genauso gebräuchlich wie das ... Aschenkreuz ...

Ich schätze, das kommt wirklich auf die Gegend Deutschlands an. Hier in Franken ist wohl mehr eine evangelisch geprägte Gegend (wenn ich das richtig verstanden habe) und das Aschenkreuz deshalb anscheinend nicht mehr gebräuchlich, in den katholisch geprägten Gegenden aber offenbar schon. 
Portemonaie... das sagte meine Oma auch immer, genauso wie Trottoir und Baggage. Ich benutze manchmal ein noch antiquierteres Wort: „Geldkatze“. ;)



Offline Arielen

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Re: Altertümer
« Antwort #20 am: 02. März 2006, 19:07:17 »
Lyzeum war übrigens nicht nur ein anderer Begriff für Gymnasium sondern bezeichnete vor allem die Mädchengymnasien, die eine etwas "minderwertigere" Bildung als die der Jungs boten - sprich frau war nicht so sehr auf wissenschaftliche Themen ausgerichtet und lernte auch mehr weibliche Tugenden.
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Offline Manja

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Re: Altertümer
« Antwort #21 am: 02. März 2006, 19:48:33 »
Abiturientenstufe nannte man übrigens Oberprima.
     

Onyx

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Re: Altertümer
« Antwort #22 am: 03. März 2006, 09:42:15 »

Lyzeum war übrigens nicht nur ein anderer Begriff für Gymnasium sondern bezeichnete vor allem die Mädchengymnasien, die eine etwas "minderwertigere" Bildung als die der Jungs boten - sprich frau war nicht so sehr auf wissenschaftliche Themen ausgerichtet und lernte auch mehr weibliche Tugenden.

Wenn man bedenkt, wie stolz meine Oma immer war, dass sie aufs Lyzeum gegangen ist...  :-\



Ach ja, ich hab noch ein ganz nettes Wort gefunden:
Rotvoß - Fuchs

"Der Rotvoß schnürt durchs Gras"

Ja, und dann die Barden: in den alten Bardenliedern (siehe Walther von der Vogelweide u.a.) findet man auch immer wieder ganz brauchbare Archaismen:

"Oh holde Maid"
"Blumen gebochen"
"einen Kranz gewunden"
usw.

Ich meine damit, man könnte die Worte aus dem Mittelhochdeutschen auch einfach ins Hochdeutsche übersetzen und dann hätte man auch eine ganz brauchbare antiquierte Sprache.

War nur nochmal so eine Idee...  :)

Jules

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Re: Altertümer
« Antwort #23 am: 04. März 2006, 17:09:02 »
Ich bin evangelisch getaufter Deeist mit lauter evangelisch oder katholisch getauften Freunden und wir sagen alle meistens Portmone, auch wenn's niemand schreiben kann. Ich hab noch nie jemanden Geldbörse sagen gehört. Eigentlich habe ich das eher für ein Altertum gehalten. Nja. Vermutlich wirklich orthographisch.

Ich gehe auf ein Gymnasium, das früher ein Lyzeum war und es hat jetzt auf jeden Fall einen besseren Ruf, als das ehemalige Jungegymnasium. Auch wenn ich's jetzt nicht so überragend finde. Will nicht wissen, wie die andere ist. -.-

Escandril

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Re: Altertümer
« Antwort #24 am: 22. März 2006, 23:15:07 »
Auf der Seite http://www.odins-raben.de habe ich folgende altertümliche Redewendungen gefunden und mich gut amüsiert (einige sind Neuschöpfungen).


War das Essen nicht gut? = Was rülpset und furzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket? (ein Zitat von Martin Luther, soweit ich weiss)
Feuerzeug = Taschendrachen
Faxgerät = magischer Pergamentkarren
Vorzüglich, gut = trefflich
Kaffee = maurischer Bohnensud
Da hinten fährt der Rettungsdienst = Sehet dort, eine Abgesandtschaft des Ordens vom Roten Kreuze
Wieviel Uhr ist es? = Welch´ Stund würd wohl die Stundenkerze angezeiget haben?
Zigarette = Tabakröllchen
Applaus = Handgeklapper
Haben Sie Zettel und Stift? = Führt Ihr Federkiel und Pergament mit Euch?
Geldbeutel = Geldkatz(e)
Fair = rechtens
Unfair = nicht rechtens/ wider die Regeln
O.K. = Nun gut, wohlan
Stop! = Haltet ein!
Trick = Kunststück, Kunstgriff
Sport = Ertüchtigung
Brille = Augenrädlein
Machste mir schnell ne Gemüsepfanne? = Herr Wirt tischt auf geschwind vom gesottenen Gemus, ich bitt.
begehren, erbitten = um etwas heischen
wohlgesonnen, zugetan = hold
Euro = Silberling, Goldrandtaler, Gulden, Dukaten, Thaler
Cent = Scheibling
Schmuck = Geschmeide
Stoff = Tuch
Handwerk = Gewerk
Zum Abschied = Fahret denn wohl, Gehabt Euch wohl
Begrüßung = Seyd mir willkommen
Essen = Atzung
Internet = Magische Seiten
Musiker = Troubadure
Handy = Hexe im Kasten

Offline Möchtegernautorin

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Re: Altertümer
« Antwort #25 am: 24. März 2006, 15:07:52 »
Mal davon abgesehen, dass mir die altertümlichen Worte hier zum großen Teil bekannt vorkommen, muss ich zugeben, dass ich da nun keinen so großen Unterschied gemacht habe <kopfkratz> Ich meine… ich spreche immer vom Portemonaie oder eben auch meiner „Geldkatze“ <zu Onyx schiel :)> Aber als Alt habe ich das nie empfunden. 

Allerdings hatte ich in unserer Unibibliothek hier ein Wörterbuchn gefunden mit Übersetzungen alter Worte. Das fand ich sehr schön. Leider habe ich jetzt auf Anhieb keinen Titel oder Link gefunden, sonst hätte ich das eingestellt.
Manchmal sind alte Wörterbücher für so etwas ohnehin ganz nützlich :)
Her plants and flowers, they're never the same - Blue and silver, it's all her gain
flying dragons, an enchanted would - She decides, she creates
It's her reality
Within Temptation - "World of Make Believe"

Zealot

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Re: Altertümer
« Antwort #26 am: 01. April 2006, 23:38:53 »
Das Aschenkreuz kenne ich auch!!
Ausserdem muss man, (hier in Köln zumindest noch nen klaren Korn dazu trinken  :d'oh: ). Ich glaube das kommt ein weinig von den alten Bräcueh naus der Bibel.
Weil man früher als zeichen der Buße sich Asche ins Gesicht geschmiert oder auf den Kopf gestreut hat. Daher auch die Redewendung: Asche auf mein Haupt....

Offline Manja

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Re: Altertümer
« Antwort #27 am: 02. April 2006, 15:24:14 »
Die Asche aufsd Haupt ist auch heut noch sehr gebräuchlich...

(wir gleiten ein wenig ins OT ab...)
     

Offline Arielen

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Re: Altertümer
« Antwort #28 am: 02. April 2006, 21:26:10 »
Auf der Seite http://www.odins-raben.de habe ich folgende altertümliche Redewendungen gefunden und mich gut amüsiert (einige sind Neuschöpfungen).


War das Essen nicht gut? = Was rülpset und furzet Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket? (ein Zitat von Martin Luther, soweit ich weiss)
Feuerzeug = Taschendrachen
Faxgerät = magischer Pergamentkarren
Vorzüglich, gut = trefflich
Kaffee = maurischer Bohnensud
Da hinten fährt der Rettungsdienst = Sehet dort, eine Abgesandtschaft des Ordens vom Roten Kreuze
Wieviel Uhr ist es? = Welch´ Stund würd wohl die Stundenkerze angezeiget haben?
Zigarette = Tabakröllchen
Applaus = Handgeklapper
Haben Sie Zettel und Stift? = Führt Ihr Federkiel und Pergament mit Euch?
Geldbeutel = Geldkatz(e)
Fair = rechtens
Unfair = nicht rechtens/ wider die Regeln
O.K. = Nun gut, wohlan
Stop! = Haltet ein!
Trick = Kunststück, Kunstgriff
Sport = Ertüchtigung
Brille = Augenrädlein
Machste mir schnell ne Gemüsepfanne? = Herr Wirt tischt auf geschwind vom gesottenen Gemus, ich bitt.
begehren, erbitten = um etwas heischen
wohlgesonnen, zugetan = hold
Euro = Silberling, Goldrandtaler, Gulden, Dukaten, Thaler
Cent = Scheibling
Schmuck = Geschmeide
Stoff = Tuch
Handwerk = Gewerk
Zum Abschied = Fahret denn wohl, Gehabt Euch wohl
Begrüßung = Seyd mir willkommen
Essen = Atzung
Internet = Magische Seiten
Musiker = Troubadure
Handy = Hexe im Kasten


Wobei davon auch vieles "Neu-Mittelalterlich" ist. Musiker sind auch Spieleute, Jonglares (als Begleiter eines Troubadours). Aber wenn man so schaut sind inzwischen viele Berufsbezeichnungen auch schon Altertümchen, weil die Berufe aussterben. Ich staune immer, wenn sie über aussterbende Berufe berichten - was man früher alles gemacht hat.
Alles liegt im Auge des Betrachters

Zealot

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Re: Altertümer
« Antwort #29 am: 29. April 2006, 20:16:53 »
ich hab mal eine ziemlich blöde Frage (obwohl es ja angeblich keine Blöden fragen gibt) Kann man das WOrt "Okay" in einer Welt, die sich ungefähr kurz vor dem Schritt zur "industriellen Revulution" befindet, benutzen??

Ich hab mal bei Wiki nachgeguckt (da findet man ja echt zu allem etwas :o )
Und da stehen verschiedene Ursprungs "Legenden" für dieses Wort
http://de.wikipedia.org/wiki/Okay

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