Ich bin also kurz davor, mir das Programm zuzulegen.
Wie gesagt: Schreib mal eine Weile damit. Geht mit der Testversion ja problemlos. Es gab zwar Leute, bei die bei irgendwelchen wirklich komplizierten Konvertierungen Probleme hatten; und solche, die sich an den Eigenarten bei Änderungen verfolgen gestört haben (also muss es so eine Funktion auch geben, sonst hätte sich ja niemand über die Ausgestaltung derselben beschweren können

). Aber wenn ich den Gesamttenor der Meinungen berücksichtige, habe ich das Gefühl, dass Papyrus auf diesen Gebieten keine auffälligen Schwächen hat.
Wenn es irgendwas gibt, was du vermissen würdest, findest du das wahrscheinlich bei der täglichen Arbeit im Detail, und vor allem, wenn du Texte formatierst und umformatierst. Da liegen auch die größten Unterschiede zu Word und SO.
Ich habe am Anfang gar keine Probleme bemerkt, sondern erst, als ich wirklich eine ganze Weile damit geschrieben hatte - dann aber an Stellen, wo ich gar nicht auf die Idee gekommen wäre, die überhaupt zu prüfen, weil ich sie als selbstverständlich angesehen hätte.
Wenn du das Programm also nicht sowieso allein schon für die Rechtschreibprüfung kaufen willst (was vermutlich schon eine Überlegung wert ist), sondern nur dann, wenn es als ernsthafter Allrounder taugt, dann nutze die Testphase. Tu alles damit, was du jetzt mit deiner Textverarbeitung machst. Vor allem nicht nur tippen und konvertieren, sondern auch formatieren und bearbeiten.
Dann wirst du am ehesten sehen, ob die gravierenderen Besonderheiten solche sind, über die du wirklich stolperst, oder ob sie Funktionalitäten betreffen, die du eh nicht benutzt.
Die speziellen Autorenfunktionen sind ... nützlich. Nicht der große Wurf, aber dafür sind ein paar Dinge dabei, die man sonst beim Überarbeiten wirklich leicht übersieht. Viele dieser Markierungen würde ich durchaus eher als Spielerei ansehen. Aber allein die Wortwiederholungen sind ein guter Hinweis - auch wenn man da, sobald man die Sachen im Detail durchgeht, eine Menge Dinge findet, die den praktischen Nutzen wieder einschränken.
Das Problem ist, dass es schwer ist, die "Feinheit" der Stilhilfen so zu konfigurieren, dass möglichst alle Dinge markiert werden, auf die man auch aufmerksam gemacht werden will - ohne dass so viele Markierungen drin stehen, dass sie insgesamt wertlos werden. Denn es ist ja so: Wenn alles markiert ist, ist das de Facto so, als wäre nichts markiert

Ich hab das Gefühl, in die Konfiguration dieser Werkzeuge muss man erst mal eine Menge Arbeit investieren, bis man wirklich den optimalen Nutzen herauskitzeln kann. Da ist wohl auch noch ein wenig Feintuning an den Einstellmöglichkeiten für die späteren Versionen gefragt.
Na ja.
Vermutlich werde ich das Programm kaufen.
Wenn es eine Möglichkeit gibt, mal eben ein paar Formateinstellungen zu ändern, um das komplette Dokument von Bildschirm- auf Manuskriptseitenformat zu bringen, oder zurück. Wenn es eine Möglichkeit gibt, mit einer schnellen Tastenkombination markierte Kommentare in den Text zu schreiben und in den Fließtext zurückzuschalten. Wenn es eine Möglichkeit gibt, die nervige Funktion abzuschalten, die längere kursive Passagen bei jedem Absatzwechsel wieder "zurückschaltet". Wenn ich den Effekt abstellen kann, dass er mir manchmal, wenn ich mit Ctrl-V kopierte Passagen einfüge, das als Bild tut und nicht als Text. Und noch ein paar andere Dinge dieser Art. Und noch ein paar andere Dinge dieser Art.
Nett wäre auch, wenn's ne Autokorrektur für zwei Großbuchstaben am Wortanfang gäbe, denn das passiert mir ständig, und ich bin eigentlich nicht damit zufrieden, wenn das Programm nur unterkringelt, was es eigentlich auch stillschweigend beheben könnte.
Die Entscheidung fällt mir jedenfalls nicht so leicht wie damals die bei der Umstellung von Word auf Star Office, denn die Umstellung beim täglichen Arbeiten ist auf jeden Fall deutlich größer. Das sollte man im Blick behalten.