0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

  • Drucken

Autor Thema: Sprachgebrauch  (Gelesen 10481 mal)

Offline Aryana

  • Samtpfote
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 21.223
  • Geschlecht: Weiblich
  • Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.
    • Tina Alba
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #15 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Hi!

Uh...bei der Beschreibung solcher Dinge tu ich mich auch immer schwer... und wenn sich Charaktere dann auch noch selbständig machen, auweia!

Was mich wirklich bei geschichten stört, die in mittelalterlichem Setting spielen, sind "moderne" Wörter wie zum Beispiel "Okay" als Ausdruck der Zustimmung. Ich finde, gerade Anglizismen haben da nichts zu suchen - also auch weg mit "cool" oder "wow". :-)

Aryana

Katzen sind Wörter mit Pelz. Wie die Wörter, so streifen sie um die Menschen herum, ohne sich je zähmen zu lassen. Wörter und Katzen gehören zur Rasse der Nichtgreifbaren. (Erik Orsenna)

Lastalda

  • Gast
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #16 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
*nick*

Das Problem, das Maja da beshcreibt, kenne ich aber auch. Da hatte ich doch neulich ne Geschichte (habe sie immner noch, weil die Schlüsselszene nach wie vor nicht funktioniert, aber egal), da hab ich meine Hauptfigur sowas von erniedrigt... Tja. Nur leider fand ich heraus, dass man sich an beschönigende Ausdrucksweisen gewöhnt. und zwar ziemlich.

So hässliche Wörter wie kotzen vermeide ich normalerweise aus Prinzip. Mit reihern kann ich leben, aber das andere... nein. Ist nicht. Als Fluch muss im allgemeinen "verdammt" (in welcher Abart auch immer) herhalten, und Leute verflucht werden eigentlich meistens nur stichelhaft.

Und was mach ich nun mit einer Figur, dier am liebsten der ganzen Welt entgegenschreien würde, dass sie sie nicht nur zum kotzen findet sondern sie ihn auch am Allerwertesten (und DAS Wort würde sie sicher nicht verwenden) lecken und krepieren gehen kann? Wie lasse ich sie über ihren Peiniger schimpfen, wenn mir nichts Besseres als "Bastard" oder "Dreckskerl" einfällt (wie niedlich)?

Das hat man also nun davon, dass man sich an gehobene Sprache gwöhnt...

Lastalda

Shaevairc

  • Gast
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #17 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ja, das Problem kenne ich auch. Ich hatte mal einen Charakter, der ziemlich aufbrausend war und die Leute mit den schillerndsten Schimpfnamen bedachte. Blöd nur, dass mir selbst kaum welche eingefallen sind.
Ich finde es in Fantasy-Romanen aber immer lustig, wenn es spezielle Schimpfwörter oder Flüche gibt, die man hierzulande gar nicht verwenden würde. Zum Beispiel bei Robersons Schwerttänzer-Zyklus "Bei den Hoolies!" oder "Bist du sandkrank?" Ich hab mich immer so gekringelt vor lachen...

Offline Moni

  • Schattentochter
  • Blaustern
  • *****
  • Beiträge: 13.269
  • Geschlecht: Weiblich
  • Auf den Gebrauch der SHIFT-Taste-Hinweiserin.
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #18 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Zitat
Ja, das Problem kenne ich auch. Ich hatte mal einen Charakter, der ziemlich aufbrausend war und die Leute mit den schillerndsten Schimpfnamen bedachte. Blöd nur, dass mir selbst kaum welche eingefallen sind.
Ich finde es in Fantasy-Romanen aber immer lustig, wenn es spezielle Schimpfwörter oder Flüche gibt, die man hierzulande gar nicht verwenden würde. Zum Beispiel bei Robersons Schwerttänzer-Zyklus "Bei den Hoolies!" oder "Bist du sandkrank?" Ich hab mich immer so gekringelt vor lachen...


Oh ja, der Sandtiger und seine  Flüche...  ;D

Ehrlich gesagt, Schimpfen oder Fluchen finde ich gar nicht schwierig zu schreiben. Ich überlege immer, was ich in einer Situation, die einen oder zwei Kraftausdrücke vertragen kanne, sagen würde... und das schreib ich dann... auch wenn es nicht immer "gehobener Stil" ist. Aber eigentlich schreibe ich in Dialogen ja auch keinen gehobenen Stil, bin schließlich nicht T.Mann, sondern versuche die Leute normal sprechen zu lassen. Klar, Wörter wie "OK", "krass" oder das böse F-Wort finden sich bei mir nicht, das ist die "Jugensprache" unserer Zeit, aber es gibt auch zeitlose Kraftausdrücke!


Deutsch ist die Sprache von Goethe, von Schiller...
und im weitesten Sinne auch von Dieter Bohlen

Stefan Quoos, WDR2-Moderator
   »Gegenüber der Fähigkeit, die Arbeit eines einzigen Tages sinnvoll zu ordnen,
ist alles andere im Leben ein Kinderspiel.«

Johann Wolfgang von Goethe

Lastalda

  • Gast
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #19 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
nur müssten die einem einfallen... ::)

Hoolies... Ja, genau so fühle ich mich! *g*

Das Dumme ist, dass ich selbst selten stark fluche. Ich schimpfe und meckere ganz gerne mal, aber wirklich starke Kraftausdrücke kommen mir auch da nicht in den Sinn - und vor allem keine sehr phantasievollen. Und genau das wird mir hier zum Verhängnis.

Offline Arielen

  • Elite
  • ******
  • Beiträge: 1.382
  • Geschlecht: Weiblich
  • Alles liegt im Auge des Betrachters...
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #20 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ich versuche in meinem Texten einfach Wiorte, die mir persönlich zu "modern" erscheinen, oder zu gebildet für den Charakter durch entsprechende Umschreibungen zu ersetzen, aber ansonsten stimme ich auch Lomax zu. Je unverkrampfter man an die Sache rangeht, desto besser ung glaubwürdiger klingt es dann auch!
Alles liegt im Auge des Betrachters

Schelmin

  • Gast
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #21 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Wartet mal.... das zu Schreiben hat mich doch ein bißchen nachdenklich gemacht, ich mache daraus mal einen neuen Thread, um Euch das Problem genauer zu schildern...

Ehana

  • Gast
Very nice woman
« Antwort #22 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Realy this girl is very nice?
As you consider?  Answer, please.

Offline Arielen

  • Elite
  • ******
  • Beiträge: 1.382
  • Geschlecht: Weiblich
  • Alles liegt im Auge des Betrachters...
Re: Sprachgebrauch
« Antwort #23 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Na ja, bei den fremdsprachlichen Ausdrücken bin ich auch vorsichtig, meistens verwende ich Vetter und Base, um einmal dein Beispiel zu bringen. Aber ich glaube, es kommt auch darauf an, wie lange das eingedeutschte Wort schon verwendet wird. Überflutet worden ist die deutsche Sprache ja erst mit Anglizismen in den letzten 20 Jahren, was teils notwendig war (Computer/INternet), teilweise aber auch sinnlos. Und diese Worte versuche ich wie auch Fremdwörter zu vermeiden, auch Worte wie "akzeptieren" und "tolerieren" versuche ich weitestgehend zu vermeiden. Bei mir "achtet" jemand den Glauben oder die Einstellung des anderen.
Alles liegt im Auge des Betrachters

  • Drucken