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Autor Thema: Gesichter beschreiben  (Gelesen 16198 mal)

Lastalda

  • Gast
Gesichter beschreiben
« am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ich weiß, dass wir schon einen Thread zum thema Personenbeschreibungen haben, allerdings geht es dort ja eher darum,w ie man solche Beschreibungen einbaut.

Ich würde das ganze gern aus einem anderen blickwinkel angehen: wie beschreibt man eigentlich eine Person  so, dass es auch bildlich wirkt?

Wenn ich menschen um mich rum beobachte (in der Straßenbahn oder so), sehe ich ja, dass jedes Gesicht einzigartig ist. Aber wenn ich versuche, jemanden zu beschreiben, komme ich nicht wirklich über Größe, Figur, Haltung, Haarfarbe, Frisur und vielleicht noch Augenfarbe hinaus. Aber ein Mensch (besonders ein Gesicht) ist doch viel individueller als das!

Ich kann mir ansehen, dass eine Nase so und so geformt ist, oder ein Kinn, oder was auch immer. Aber ichfinde keien Worte um das "soundso" zu etwas Vorstellbarem, Plastischen zu machen.

Letztendlich führt das dazu, dass ich in meinen Geschichten selten großartige Beschreibungen vom Aussehen der Figuren habe. An sich ist das auch in ornung, da ich selbst ungern seitenlange Beschreibungen lese, aber wenigstens ein bisschen wäre ja manchmal ganz nett... Besonders wenn ich dann mal eine sehr detaillierte Vorstellung habe und sie in Worte fassen möchte.

Wie macht ihr das? Legt ihr Wert auf detaillierte beschreibungen? Wie findet ihr die Worte, um das zu beschreiben, was euch vorschwebt?

Offline Steffi

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Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #1 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Gar nicht, das ist auch mein größtes Problem...  ::)
Sic parvis magna


Dorte

  • Gast
wzryseqv
« Antwort #2 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
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Rei

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #3 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Hmm, wie mache ich das...? Meist versuche ich, so Allerweltsworte wie zum Beispiel "schön" zu vermeiden. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, und wenn mein Charakter ne schiefe Nase toll findet, muß der Leser das noch lange nicht.

Ich versuche, jedem Gesicht etwas Einmaliges zu geben, sei es eine besondere Nase, mandelförmige oder verschiedenfarbige Augen, Grübchen, eine kleine / große Narbe... wenn ich denn mal ein Gesicht genau beschreibe. Meist überlasse ich alles, was nicht gerade handlungswichtig ist, dem Leser, manchmal (zum Beispiel in Szenen, in denen sich Charaktere verlieben) greife ich aber schon ein und beschreibe genau, was der eine beim anderen sieht. Das finde ich dann in der Situation wichtig.

Lastalda

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #4 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Dass man das in den meisten Fällen weglassen bzw. aufs Wesentliche beschränken kann, ist mir klar.
Aber was mache ich denn in so einem Fall, wenn ich es gern genau haben will und mir wieder einmal einfach keine beschreibenden Worte einfallen?

Zealot

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #5 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
ich denke in dem Fall tuen es auch "östliche Augen" ich denke jeder wird wissen was damit gemeint ist. In HDR sind die "Ostlinge" ja auch mehr so japanisch angehaucht gewesen....

Schelmin

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #6 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ah, das ist eine gute Idee! :D

Astrid

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #7 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Nußknackergesicht; aufgedunsene Haut, Säufernase, verbrauchtes Gesicht, hager, kantig, müde, feist, Frettchen, verschlagenes Fuchsgesicht, Gesicht wie mit einer Axt aus dem Holz gehauen; er zog die Augenbauen hoch, was komisch aussah, da er keine hatte; unbenutztes Gesicht ohne Falten und Ausdruck; fahles Leichengesicht; schlaffe, verquollene Teigmasse... versuch doch, anhand des Gesichts den Charakter zu beschreiben, dann müßte dir eigentlich etwas einfallen.

Aneirin

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #8 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Hallo Lastalda,

ich beschreibe selten Personen genau und Gesichter auch nicht. Hat jemand allerdings etwas besonderes im Gesicht, z. B. zusammengewachsene Augenbrauen, die ihm ein finsteres Aussehen verleihen, auch wenn er ein fröhlicher Typ ist oder eine Narbe, eine besonders große Nase oder einen markanten Leberfleck erwähne ich das natürlich.

Eine genaue Beschreibung halte ich nicht für wichtig und früher haben mich diese Beschreibungen bei Karl May vom Scheitel bis zur Sohle immer ausgeregt.

Ich halte es mit Dorte, dass sich ein Gesicht eh nicht genau beschreiben. Meistens ist das genaue Aussehen auch nicht wichtig für die Geschichte und es spielt keine Rolle, ob der Leser sich nun Stirnfalten und Koteletten vorstellt oder nicht.

Grüße
Aneirin

Rei

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #9 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Das mit dem Gesicht aus einer Zeitung habe ich anfangs gemacht, als ich in jeder Geschichte jeden Charakter genau vorgestellt habe. Und dazu einfach Gesichter genommen habe, die ich richtig vor mir sehen konnte. Inzwischen bin ich davon abgerückt, alles genau zu beschreiben (außer wie oben gesagt bei Ausnahmen). Und fremde Gesichter brauche ich inzwischen auch nicht mehr, ich hab jetzt meine eigenen genau vor meinem inneren Auge.

Hmm, versuch doch mal Folgendes: Nimm Dir ein Blatt Papier und mach eine sogenanntes MindMapping. Dazu einfach das Wort "Gesicht" in die Mitte schreiben, dann umkringeln. Jetzt ein paar "Äste" von dem Kringel ausgehend zeichnen und dort dann eintragen, was Dir einfällt, von Formen des Gesichtes (rund, eckig, herzförmig, oval, kantig...), Gesichtsausdruck (froh, traurig, mißtrauisch...), über Formen von Augenbrauen, über Augenfarben, über Besonderheiten, die man im Gesicht haben kann (Warzen, Pickel, Narben, Muttermale...)... Und um jeden Punkt wieder einen Kringel und eventuell einen oder mehrere Äste zeichnen. So hast Du eine Sammlung von Beschreibungen immer griffbereit, die Dir vielleicht in einigen Situationen weiterhilft. Du mußt einfach nicht mehr nachdenken, sondern kannst nachschauen.

Wie wärs mit "mandelförmige Augen"?

Aneirin

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #10 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Zitat
ich denke in dem Fall tuen es auch "östliche Augen" ich denke jeder wird wissen was damit gemeint ist. In HDR sind die "Ostlinge" ja auch mehr so japanisch angehaucht gewesen....


Das geht gerade auch nicht, denn das setzt ja voraus, dass ein bestimmter Typ Menschen in dieser Welt auch im Osten wohnt und außerdem, dass man diesen Typ schon vorher mal beschrieben hat. Das ist keine Lösung, sondern verlagert das Problem nur und ist außerdem ein schrecklicher Ausdruck. Schräg stehende Augen tun es doch.

Grüße
Aneirin

Zealot

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #11 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
klar ist das nicht das Optimo, vor allem weil es ja auch Geographisch einschraenkt, aber fuer den Anfang ist es doch okay, weil die meisten sich halt und Oestlichem Aussehen Asiaten vorstellen

Aneirin

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #12 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Zitat
... aber fuer den Anfang ist es doch okay, weil die meisten sich halt und Oestlichem Aussehen Asiaten vorstellen


Warum nicht gleich für den Anfang das Beste wollen und sich ausreichend Gedanken machen, statt eine Wischiwaschi-Bezeichnung zu verwenden, die beim Leser ein bestimmtes Verständnis voraussetzt oder gewisse Erfahrungen, die längst nciht jeder hat. Ich bin immer mehr für präzise Beschreibungen und wenn man jemanden beschreiben will, der wie ein Chinese aussieht, dann sollte man sich das Bild eines Chinesen anschauen und sein Gesicht beschreiben.

Grüße
Aneirin

Linda

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #13 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Zitat


Warum nicht gleich für den Anfang das Beste wollen und sich ausreichend Gedanken machen, statt eine Wischiwaschi-Bezeichnung zu verwenden, die beim Leser ein bestimmtes Verständnis voraussetzt oder gewisse Erfahrungen, die längst nciht jeder hat. Ich bin immer mehr für präzise Beschreibungen und wenn man jemanden beschreiben will, der wie ein Chinese aussieht, dann sollte man sich das Bild eines Chinesen anschauen und sein Gesicht beschreiben.

Grüße
Aneirin



Zeig 5 Zeugen das Bild eines Verbrechers, und sie werden 8 verschiedene Phantombilder davon anfertigen!
Es gibt keine "Realität" oder absolute Tatsachen. Die Welt entsteht im Kopf eines jeden Menschen(und damit Lesers)  immer wieder neu und subjektiv

Also ich persönlich finde nichts langweiliger als nach Photos angefertigte Gesichter- oder Figurenbeschreibungen. Dabei nicke ich regelmäßig ein und lese drüber weg.

Wichtig ist doch nur, dass man mit einem gelungenen Bild (sprachlichen Bild) die wichtigsten Eckdaten eines Menschen erfasst, um sie weiterzugeben. Einen Eindruck vermitteln, der am besten auch noch mit Emotion verknüft wird. Das bleibt haften, aber keine endlose Aufzählung einzelner Charakteristika.
Der Leser macht sich sowieso sein eigenes Bild (s.o)... Ausführliche Personenbeschreibungen sind nicht nur langweilig sondern auch überflüssig, und sollten meiner Meinung nach der Verbrechensbekämpfung vorbehalten bleiben.

Gruß,
Linda

Lastalda

  • Gast
Re: Gesichter beschreiben
« Antwort #14 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
*nick* Ich finde solche detaillierten Beschreibungen in geschichten auch sehr langweilig und überfliege die nur, aber nichtsdestotrotz würde ich Gesichter gern beschreiben können. Warum bringen die einem sowas eigentlich nicht in der Schule bei, das wär doch mal was... (Wir hatten mal Beschreibungen, aber da ging's immer nur um Gegenstände...)

@Rei:

das Mindmap ist ne gute Idee!

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