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Autor Thema: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?  (Gelesen 95492 mal)

Offline Lisande

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #30 am: 25. November 2007, 23:12:33 »
Für die Apfelkitsche muss man nicht in den Norden, da reicht der Ruhrpott schon für aus!

Und "Plünn" - ich kenne "Plünnen" = Klamotten, Kleidung
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Offline Julia

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #31 am: 25. November 2007, 23:26:44 »
@ Lisande:

Nee, nee, bei uns sind das keine Klamotten. Das ist so ähnlich wie "Tüddelkram". Aber während letzteres meist den üblichen Kleinkram umschreibt, ist "Plünnkram" eher abwertend gemeint, so wie Krempelkram (aber das kennt doch jeder, oder?). Und der Satz "Das ist doch alles Plünn!" bezeichnet minderwertiges Material oder - nun ja - ganz einfach Schrott.

Aber im Ruhrpott gab es doch die Dötzken, oder?

Liebe Grüße,

Julia
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Offline Grey

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #32 am: 25. November 2007, 23:54:19 »
Also eigentlich hatte ich diesen Thread ja für Wörter gedacht, von denen man *nicht* genau weiß ob sie Dialekt sind oder nun nicht ... nicht für solche, bei denen man sich sicher ist ... ::)
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Offline Julia

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #33 am: 26. November 2007, 14:48:10 »
Also eigentlich hatte ich diesen Thread ja für Wörter gedacht, von denen man *nicht* genau weiß ob sie Dialekt sind oder nun nicht ... nicht für solche, bei denen man sich sicher ist ... ::)

Sorry, Du hast natürlich recht. Also, zurück an die Arbeit  :-X

Liebe Grüße,

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Offline Ratzefatz

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #34 am: 26. November 2007, 18:11:03 »
Zitat
Mein akutes Kopfzerbrechen: knibbeln und pulen.

Sind die im gesamten deutschsprachigen Raum geläufig?

In Österreich? 'Pulen' gerade noch bei Leuten, die viele alte deutsche Kinderbücher gelesen haben. 'Knibbeln' nicht!


Gegenfrage: Kennt ihr Deutschen 'Karotten'?
„Dein Name ist Venko“, raunte Zoya in sein Ohr. „Venko, Venko, Venko.“ Sie gab ihm für jedes „Venko“ einen Kuss und ermahnte ihren Mann: „Vergiss deinen Namen nicht!“
„Wie könnte ich ihn vergessen, meine Zoya“, raunte er zurück, „wenn ihn vergessen auch dich vergessen hieße?“

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Offline Julia

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #35 am: 26. November 2007, 19:20:12 »
@ Ratzefatz:
Karotte = Möhre, Mohrrübe. Klar, ist bekannt, sogar hier im Norden.

Liebe Grüße,

Julia
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Nagi Naoe

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #36 am: 26. November 2007, 19:27:06 »

@Ratzefatz
Also, ich bin Österreicher, und kenne beide Wörter...

Offline Lisande

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #37 am: 27. November 2007, 10:46:32 »

Aber im Ruhrpott gab es doch die Dötzken, oder?



Na klar, im Zweifel auch (jedes Jahr im August/September) die I-Dötzken! *g*
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Offline Maja

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #38 am: 28. November 2007, 16:03:02 »
Bitte zurück zum Thema. Es geht nicht um Wörter, die eindeutig einem regionalen Dialekt entstammen, sondern um Begriffe, bei denen man sich nicht sicher ist - man benutzt sie sein Leben lang, ist ihnen aber noch nie in einem Roman begegnet und hat sie auch von Leuten in anderen Regionen selten gehört.

Ich war zum Beispiel mal völlig perplex, daß die niederrheinische Monica meinen beliebten Ausspruch "Daher der Name Bratkartoffel!" noch nie gehört hatte.

Lomax

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #39 am: 28. November 2007, 18:03:45 »
Ich war zum Beispiel mal völlig perplex, daß die niederrheinische Monica meinen beliebten Ausspruch "Daher der Name Bratkartoffel!" noch nie gehört hatte.
Tja, in meinem ersten Roman kam noch das Wort "Trumm" vor - "Was für ein Trumm", sagte eine Figur. Mir war klar, dass das Umgangssprache ist, und das sollte es auch sein. Immerhin war's ja Figurenrede, und das von einer Soldatin, die muss ja nicht so dudenkorrekt sprechen.
  Überrascht war ich allerdings, als keiner meiner Testleser das Wort verstand, außer vielleicht als "Trommel", was wohl wieder ein kölscher Ausdruck sein muss, der mir nicht bekannt war. So habe ich mich denn schweren Herzens von dem Wort verabschiedet - aber mir war vorher nie klar gewesen, dass es ein süddeutsches Import gewesen sein muss.

Offline Coppelia

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #40 am: 28. November 2007, 18:19:44 »
Also ich kenne Trumm auch - hier in Schleswig-Holstein!
Trumm hieß übrigens mal ein Protagonist von mir.  ;D
     Und da verstand er scharf/bei ihren Worten, dass man sich/nicht alles anhör'n darf .../Man wird sonst doch zum Lich ...

Offline Aryana

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #41 am: 29. November 2007, 12:35:24 »
Trumm kenne ich auch. So in Richtung "Riesenkerl" oder so.

Katzen sind Wörter mit Pelz. Wie die Wörter, so streifen sie um die Menschen herum, ohne sich je zähmen zu lassen. Wörter und Katzen gehören zur Rasse der Nichtgreifbaren. (Erik Orsenna)

Lomax

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #42 am: 29. November 2007, 13:07:22 »
Trumm kenne ich auch. So in Richtung "Riesenkerl" oder so.
Es heißt wohl so was wie "Brocken" und wird in erster Linie verwendet, um auf Größe hinzuweisen. Ich kenne es beispielsweise aus Sätzen wie "Das ist ja ein Trumm Vogel" - als umgangssprachliche Verschleifung von "Das ist ja ein Trumm von einem Vogel."
Aber hier im Rheinland wurden anscheinend alle großen Brocken fortgespült ;)

Offline Felsenkatze

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #43 am: 29. November 2007, 13:37:48 »
Ich stamme aus Baden, bin von einer ziemlich korrekt hochdeutsch sprechenden Mutter aufgezogen worden, und kenne "Trumm" trotzdem. Vielleicht ist es auch eine Generationensache?

Maja: den Bratkartoffelausspruch kenne ich ebenfalls.
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saraneth

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #44 am: 05. Dezember 2007, 11:11:09 »
Hm... also Trumm kenne ich zwar, aber benutze es eigentlich ziemlich selten. Meine Plattdeutsch sprechenden Verwandten verwenden das allerdings öfters. Zuerst war es mir auch fremd, aber seitdem lerne ich wirklich dazu (nur durch zuhören ;)).

Was nun die Ausgangsfrage angeht: Knibbeln und pulen.
Also unter pulen verstehe ich etwas wie sowas wie an abgestorbener Haut "pulen", also rumziehen, damit sie abgeht. Ekliges Beispiel, ich weiß. ::)

Zu "knibbeln" fällt mir immer der Satz aus Hera Linds "Superweib" ein: "Und während mein Gatte in der Karibik Dreizehnteiler drehte, musste ich die festgeklebten Haftpflaster (bin mir gerade nicht sicher, obs das war) vom Boden knibbeln." ;D

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