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Autor Thema: Grammatikalische Kleinigkeiten  (Gelesen 124255 mal)

Lomax

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Re: Grammatikfrage: "sonstwie"
« Antwort #15 am: 21. November 2007, 21:19:12 »
gilt das auch für meine anderen Lieblingswörter: Sonstwo, Sonstwas, sonstwen? Und ist das nur neue Rechtschreibung? Und warum schreibst man dann anderswo, was das gleiche wie sonstwo bedeutet, in einem Wort?
Inhaltlich sind sonst wo und sonstwo ja zwei paar Schuhe.
Im Duden heißt es dazu wörtlich: "Man schreibt "sonst" immer getrennt vom folgenden Wort"
  Bei "anders" ist das anders ;)

Ich habe jetzt noch mal mein "Dudenarchiv" nach der Wortentwicklung durchforstet, und nach alter Rechtschreibung war das noch anders. Seit der Reform ist es nur noch getrennt, und in der neuesten Fassung, nach der Reform der Reform, ist es immer noch getrennt geblieben - im Gegensatz zu manch anderer Getrenntschreibung.
  Wer "sonst wo" also zusammenschreiben will, muss zumindest noch warten. Der dafür eingerichtete "Rat" soll ja wohl alle paar Jahre neue Änderungsvorschläge vorlegen, damit sich auch regelmäßig die neusten Auflagen von Duden etc. verkaufen. Vielleicht wurde das "sonst wo" ja zu diesem Zweck aufgehoben >:(

Offline Ratzefatz

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Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #16 am: 28. Dezember 2007, 15:21:09 »
Ich hoffe, ich falle den versammelten Zirklern nicht allzu lästig! Die Feiertage haben mir ein wenig Luft geschaffen, um mein aktuelles Projekt zu überarbeiten, und da mich meine Fachliteratur bei folgenden Details hängen lässt, hoffe ich, hier Hilfe zu finden:

1) Sind Wörter wie 'runter werfen, sich 'was wünschen, lass mich 'raus, du bist d'ran heutzutage noch mit Apostroph zu schreiben? (Wobei ich ganz gern mit Apostroph schreibe, wenn's also eine Wahlmöglichkeit gibt, ist mir das recht. Nur wenn's verboten ist, möchte ich's wissen!)

2) Wenn ich den Satz mit einer Auslassung beginne, ist dann der erste Buchstabe groß zu schreiben?
Also:
"'nen Hund hat er ihr gegeben", sagte ich.
Oder:
"'Nen Hund hat er ihr gegeben", sagte ich.

3) Wird der Doppelpunkt vor der direkten Rede nur in solchen Fällen angewendet -

Er schrie: "Tod allen Elfen!"

- oder auch in solchen?

Er wandte sich um und grinste: "Tod allen Elfen!"

(Einerseits weiß ich, dass es nicht möglich ist, eine direkte Rede zu grinsen; andererseits wäre bei einem bloßen Punkt nicht ganz so klar, dass derjenige, der grinst, auch der Sprecher ist.)

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!
„Dein Name ist Venko“, raunte Zoya in sein Ohr. „Venko, Venko, Venko.“ Sie gab ihm für jedes „Venko“ einen Kuss und ermahnte ihren Mann: „Vergiss deinen Namen nicht!“
„Wie könnte ich ihn vergessen, meine Zoya“, raunte er zurück, „wenn ihn vergessen auch dich vergessen hieße?“

Barbara Schinko, Ein Mantel so rot, 2017

Shayariel

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #17 am: 28. Dezember 2007, 15:30:24 »
also.. zu 1:
"runter werfen" kenne ich bisehr nur ohen Apostroph, ebenso bei "lass mich raus" und "du bist dran"
bei "sich was wünschen" bin ich mir gerade nicht sicher, aber ich würde es ach ohne schreiben.

zu 2:
Ich würde es groß schreiben, allerdings beginne ich Sätzte so gut wie nie mit einer Auslassung, von daher habe ich mich damit noch nicht wirklich befasst.

zu 3:
Der Doppelpunkt gehört auch vor das "grinste". Denn andersherum würde es auch ja auch heißen: "Tot allen Elfen!", grinste er und wandte sich um. (ich hoffe, ich habe hier nichts Falsches gesagt, aber ich habe das irgendwann mal so gelernt.. aber, bei den dauernden Wechseln der Grammatik und Rechtschreibung der deutschen Sprache blickt man ja irgendwann selbst (oder gerade) als Schüler nicht mehr durch^^")

Offline Coppelia

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #18 am: 28. Dezember 2007, 15:36:38 »
Bei dem letzten Satz muss auf jeden Fall kein Doppelpunkt stehen. Mit Punkt hinter dem Satz ist ausreichend klar, wer spricht.
Es reicht ja auch zu schreiben:

Thomas deckte den Tisch.
Franz nahm einen Keks. "Weißt du schon die Ergebnisse des letzten Spiels?"
"Drei zu Null."


Klar, wer spricht, oder?
     Und da verstand er scharf/bei ihren Worten, dass man sich/nicht alles anhör'n darf .../Man wird sonst doch zum Lich ...

Lomax

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #19 am: 28. Dezember 2007, 16:01:11 »
1) Sind Wörter wie 'runter werfen, sich 'was wünschen, lass mich 'raus, du bist d'ran heutzutage noch mit Apostroph zu schreiben?
Nein. Das sind eigenständige Wortformen, die auch so im Duden stehen, und keine Auslassungen. Wobei "heutzutage" ... ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo das anders war.
2) Wenn ich den Satz mit einer Auslassung beginne, ist dann der erste Buchstabe groß zu schreiben?
Nein.
3) Wird der Doppelpunkt vor der direkten Rede nur in solchen Fällen angewendet ...Einerseits weiß ich, dass es nicht möglich ist, eine direkte Rede zu grinsen; andererseits wäre bei einem bloßen Punkt nicht ganz so klar, dass derjenige, der grinst, auch der Sprecher ist
Wenn der Sprecher wechselt, mach einen Absatz. Sonst geht man auch ohne Doppelpunkt davon aus, dass der letztgenannte der Sprecher ist. Und ein Doppelpunkt sieht hier in der Tat unschön aus, weil man den Eindruck gewinnt, dass er die Worte "grinst".

Offline Ratzefatz

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #20 am: 28. Dezember 2007, 17:09:05 »
Zitat
Nein. Das sind eigenständige Wortformen, die auch so im Duden stehen, und keine Auslassungen. Wobei "heutzutage" ... ich kann mich an keine Zeit erinnern, wo das anders war.
Ich dachte, dass es ursprünglich Auslassungen gewesen wären (herunter, etwas, heraus etc.), die aber möglicherweise schon zu eigenständigen Wörtern "mutiert" seien.

Gehört 'mal sehen auch dazu? (einmal sehen?)

Noch eine Frage: Gibt es das Wort "echoen" im Deutschen, im Sinne von "sie echote [wiederholte] seine Worte"?
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Barbara Schinko, Ein Mantel so rot, 2017

Offline Antigone

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #21 am: 28. Dezember 2007, 18:31:12 »

Noch eine Frage: Gibt es das Wort "echoen" im Deutschen, im Sinne von "sie echote [wiederholte] seine Worte"?

Ja, ja und nochmals ja!!! Wobei es nicht sehr umgangssprachlich ist. Ich hab das neulich mal in einer Kurzgeschichte verwendet, und zwei Freunde von mir haben es gelesen und sind vor lachen fast unter den Tisch gefallen. Du glaubst ja nicht, wieviele Reime ich mir dann anhören musste wie "echote der Kojote" und ähnliches......

Aber trotzdem: das Wort echoen gibt es, und ich verwende es auch. Basta!

Lg, A.

Lord Bane

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #22 am: 28. Dezember 2007, 19:24:46 »

Gehört 'mal sehen auch dazu? (einmal sehen?)


Ich habe "mal sehen" noch nie mit Apostroph gesehen ;D. Ist laut Duden auch nicht erforderlich.


Viele Grüße,
Lord Bane

Lomax

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #23 am: 28. Dezember 2007, 21:26:59 »
Wobei es nicht sehr umgangssprachlich ist.
Zumindest laut Wahrig ist "echoen" schon umgangssprachlich. In einem Prosa-Erzähltext würde ich es also anstreichen. Wenn, dann ist es wohl was für wörtliche Rede oder für einen deutlich "sprechergefärbten" Erzählstil.

Offline Antigone

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #24 am: 28. Dezember 2007, 23:27:20 »
Ähm, mit umgangssprachlich meinte ich eigentlich, dass man es im normalen Sprachgebrauch kaum verwendet, sondern eher nur beim Schreiben. Finde ich zumindest.

Lg, A.

Offline Ratzefatz

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #25 am: 29. Dezember 2007, 17:16:33 »
Ich glaub', das ist gerade das Gegenteil von "umgangssprachlich"!
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Barbara Schinko, Ein Mantel so rot, 2017

saraneth

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #26 am: 29. Dezember 2007, 17:34:36 »
Da stimme ich Ratzefatz zu: Umgangssprache ist die, die im Gebrauch ist; also hauptsächlich gesprochen wird. Und definitiv nicht die Schriftsprache ist, die doch schon mal Dinge beeinhaltet, die man in der Umgangssprache kaum verwendet.

Ich meine... wer redet schon im Präteritum, wenn er statt "Er kam" auch "Er war gekommen" sagen kann. Das Letztere wird einfach häufiger verwendet und das gilt auch für Abkürzungen wie "Er war dran" oder "Lass mich raus". Diese Sätze sind also eindeutig der Umgangssprache zuzuordnen.

Zur Schriftssprache in Bezug auf die gesprochene Sprache sagt wikipedia:

Zumindest in der Rechtschreibung ist die geschriebene Sprache eine normierte Sprache, Unterschiede in der Aussprache, wie sie der gesprochenen Sprache (Dialekte, Idiolekte) zueigen sind, fallen also weg.

Da stelle ich mir persönlich drunter vor, dass man statt "raus", "heraus" schreibt. Natürlich liegt es wohl im Ermessen des Autors, wieviel Schriftsprache er verwenden möchte. Immerhin wirkt der Text lebendinger, wenn man eben die Umgangssprache zum Teil mit einfließen lässt.


Zu 1)
Also ich kenne die alle ohne Apostroph. Nur bei Sätzen wie "Gib mir 'nen Apfel" würde ich ein Apostroph verwenden.

Zu 2)
Das würde ich auch groß schreiben. Könnte ja jetzt nicht begründen, aber mein Gefühl sagt das so.

Offline Ratzefatz

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #27 am: 29. Dezember 2007, 17:42:18 »
Vielen lieben Dank für die bisherigen Rückmeldungen!

Nach ausführlicherem Studium des Duden und des Österreichischen Schulwörterbuchs bin ich noch auf folgende weitere Fragen gestoßen:

1) Beide Bücher sind sich einig, dass das Schluss-e bei Verben wie

ich hör, ich hätt, ich wär
...

nach der neuen Rechtschreibung auch ohne Apostroph "entbehrlich ist". Heißt das, ich darf kein Apostroph verwenden, oder ich muss nicht? (Ich nehme an, das gilt für alle Verben außer denen, wo ohne Apostroph nicht erkenntlich ist, um welche Zeitform es sich handelt; zB geben beide Bücher das Beispiel das Wasser rauscht', das Wasser schwoll an.)

2) Und wenn ich zB

ich hätt's getan

schreibe, ist dann vor dem Apostroph ein Leerzeichen zu setzen, oder nicht? Im Duden findet sich das Beispiel wie du 's haben willst (mit Leerzeichen), aber ich bin nicht sicher, ob das auch für ein 's nach Verben gilt.
„Dein Name ist Venko“, raunte Zoya in sein Ohr. „Venko, Venko, Venko.“ Sie gab ihm für jedes „Venko“ einen Kuss und ermahnte ihren Mann: „Vergiss deinen Namen nicht!“
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Barbara Schinko, Ein Mantel so rot, 2017

saraneth

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #28 am: 29. Dezember 2007, 17:47:28 »
Zu 2)
Also ich bin mir momentan nicht mal sicher, ob man "Ich hätt's getan" überhaupt so schreiben darf. Das Apostroph wird bei "hätt's" meiner Meinung nach falsch gesetzt. Wenn ich richtig liege ist dieses 's nur im Englischen für das angehängte is zu verwenden. Nicht im Deutschen. Ich habe mal gehört, dass man dann "hätts"  oder eben "hätte es" schreibt. Naja, ich kann auch falsch liegen. Bin mir - wie gesagt - nicht sicher.

Offline Coppelia

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Re: Die leidige Grammatik
« Antwort #29 am: 29. Dezember 2007, 19:53:40 »
Du liegst falsch. ;)

Der Apostroph wird in Englisch hinter Personen(namen) gesetzt, wenn man anzeigen will, dass der Person etwas gehört.
dad's car, Thomas' book ...
Er wird auf deutsch nirgendwo in dieser Art gesetzt, weder bei Personen, denen etwas gehört, noch (erst recht nicht) im Plural. Diese Art Apostophsetzung ist auch als "Deppen-Apostroph" bekannt. ;) Es gibt sogar eine eigene Internetseite, die sich mit dem Thema beschäftigt. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Wenn du das überhaupt meintest, wenn nicht, tut's mir Leid. ;D
"hätt's" ist völlig richtig. Denn das e von es ist weggefallen. Daraus kann man nicht einfach ein Wort machen. "hätte es" wäre natürlich auch richtig.
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