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Autor Thema: Die ultimative Plotmethode  (Gelesen 1182 mal)

Offline Yamuri

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #15 am: 18. Januar 2018, 15:05:17 »
Ich hab gar nicht mehr damit gerechnet, dass hier noch Antworten kommen. So viel Input. :) Ich bin ja selbst eigentlich mehr eine aus dem Bauch raus Schreiberin. Angesichts der Fülle an unterschiedlichen Methoden, wollte ich einfach eine Art Best Of zusammenstellen und vernetzen. Daraus entstand diese Methode. Daher auch teilweise Angaben wie "300 Wörter". Ich würde so eine Methode auch nicht zu eng gefasst sehen, sondern mehr als eine Art Richtlinie, eine Art roter Faden den man nutzen kann, wenn man irgendwo hängt und nicht weiter kommt. Manches kann man, je nach Bedarf auslassen, anderes genauer konzipieren.

Die Motivation erscheint mir besonders für Menschen wichtig zu sein, die sich leicht durch Kommentare Anderer verunsichern lassen. Mir sind Menschen begegnet, die Schreiben um des Schreibens willen, die aber weniger Wert auf die Zeichensetzung/Rechtschreibung oder eine klare Konzeption legen, weil es ihren Augen einfach ein Hobby ist das Spaß macht, die aber sehr demotiviert wirkten, als sie Kritik erhielten, die eigentlich mit ihrem Anspruch nichts mehr zu tun hat. Sich vorher im Klaren zu sein, was will ich mit meiner Geschichte, kann helfen in so einem Fall mit Kritik besser umzugehen. Für eine Fanfiction brauche ich keine perfekte Aufbereitung oder eine perfekte Rechtschreibung. Will ich mein Werk aber vermarkten, dann sind die Ansprüche der Leserschaft zweifellos höher. Beides vergleichen sollte man nicht und doch geschieht es manchmal. Insofern ist das mit der Motivation für Jene, die etwas brauchen um sich daran festzuhalten. Denn manche Menschen sind einfach sensibler und lassen sich zu schnell einschüchtern, obwohl ihre Geschichte eigentlich gut gewesen wäre. Kennt man aber seine eigenen Ansprüche, könnte ich mir vorstellen, ist es leichter die Ansprüche Anderer, die immer auch mit deren Motivation zusammenhängen, objektiver zu betrachten und nicht so nah an sich heran zu lassen.

Ultimativ habe ich die Plotmethode nur genannt, weil sie eine Art Best Of verschiedener Methoden darstellt und weil die Bezeichnung cool klingt. ;) Es hat nichts damit zu tun ob sie nun wirklich ultimativ ist. Ja, es mag auf manche provokativ wirken, aber ich finde die Bezeichnung einfach schön und kenne keinen deutschen Begriff, der ähnlich Emotionen bei mir auslösen würde wie der Begriff ultimativ oder episch in diesem Zusammenhang, auch wenn mir bewusst ist, dass ich damit den Begriff zweckentfremde. Vielleicht wäre es glücklicher gewesen Anführungszeichen zu setzen, um damit zu zeigen, dass der Begriff hier willkürlich basierend auf einer persönlichen Eigeninterpretation genutzt wird. Natürlich hätte ich auch eine Wortneuschöpfung machen können oder Best Of Plotmethode schreiben, was aber nicht so schön klingt. Letztlich spielt es aber denke ich keine Rolle ob man sie nun ultimativ nennt oder best of oder nur Plotmethode. ;)

Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte und dass ihr euch Gedanken über die Methode gemacht habt. Ich selbst habe sie bisher auch nur in Teilen verwendet, und nutze sie eher 'frei' im Sinne von, ich lasse Aspekte durchaus aus, wenn ich das Gefühl habe, das passt hier nicht. Zu streng denke ich, sollte man Methoden nicht sehen.

Offline A9

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #16 am: 23. Januar 2018, 12:36:00 »
"Rock your Plot"
Ja ähm, hab´s mal gegogglt. Das ist ja alles nur in englisch. Gibt es so etwas auch in für mich verständlichem Deutsch?
Manchmal, wenn ich Ruhe brauche, setze ich mich in meine Bonbonniere und ein Gummibärchen hält mir die Hand.  :knuddel:

Offline Araluen

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #17 am: 23. Januar 2018, 13:25:22 »
Leider nicht @A9. Auf Deutsch kann ich von meiner Seite her empfehlen: "Plot & Struktur - Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen" von Stephan Waldscheidt. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass er Gott ist und du... tja Nichts ;) Cathy Yardly ist da etwas netter, aber eben nur auf englisch.

Offline A9

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #18 am: 24. Januar 2018, 09:47:22 »
Danke für den Tip, Araluen.
Das Buch hat ja schlichtweg fast nur gute Kommentare bei "amazon" bekommen.
Aber, der eine Stern vom 31.12.2017 und die Kritik dazu stimmen mich etwas nachdenklich.  :hmmm:
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Offline Trippelschritt

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #19 am: 24. Januar 2018, 10:31:24 »
Ich empfehle immer "Story" von McKee. Gibt es in deutscher Übersetzung. Es ist ein Handbuch fürs Drehbuchschreiben. Aber lass dich dadurch nicht täuschen. Drahbuchschreiber sind die, die das meiste von Plots verstehen. Zwangsläufig, weil ihnern ein wichtiges Werkzeug des Romanciers fehlt: Der Monolog.

Viel Erfolg
Trippelschritt
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Offline Araluen

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #20 am: 24. Januar 2018, 10:34:17 »
Beim Waldscheidt? Also ich fands wirklich gut. Wie gesagt, der Autor hält sich für Gott, aber seine Tipps sind hilfreich. Mir haben vor allem die vielen Beispiele aus Film und Roman gefallen. Und die Kritik ist ja nun... etwas kleinkariert ;) Ich muss zugeben, die aufgezeigten Fehler sind mir nicht aufgefallen, bzw. ist der erste Punkt kein Fehler. Da war der Rezensent nicht aufmerksam genug beim Lesen, ganz einfach.
Ähm, da wir uns hier gerade ein wenig OT bewegen: Wenn du noch Fragen hast zu dem Buch oder so, dann schreib mich doch an :) Oder gibts hier einen Sammelthread für Schreibratgeber? Dann könnte man das da weiterbesprechen.

Kann mich trippelschritt nur anschließen. Waldscheidt bezieht sich auch sehr aufs Drehbuchschreiben.

Offline Zitkalasa

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #21 am: 24. Januar 2018, 10:38:59 »
Ich bezweifel, dass der Monolog im Film nicht vorkommt. Allein die Anfangsszene von Adaptation (Film) ist ein reiner Monolog.

Offline Trippelschritt

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #22 am: 24. Januar 2018, 12:34:35 »
Dann hast du eine der seltenen Ausnahmen gefunden, die Regisseure sonst zu vermeiden suchen. Die Stimme aus dem Off ist eine andere Verlegenheitslösung. Ist ja auch klar. Der Film lebt von den Bildern und Bilder und Monolog - ob gesprochen oder gedacht - gehen nur sehr schwer zusammen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Offline zDatze

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #23 am: 24. Januar 2018, 12:36:51 »
Es gibt durchaus einen Sammelthread für Empfehlungen zu Schreibratgebern. Wobei es auch einige Einzelempfehlungen gibt, aber ich hab grad nicht die Zeit die alle zusammen zu suchen.

Um zum Threadtitel noch ein kurzes Statement hinzu zu fügen: Ich finde, dass gerade für uns Autoren und Autorinnen es durchaus wichtig ist, passende Bezeichnungen zu finden. In meinem Buch gebe ich mich in der Regel auch nicht mit der zweitbesten Bezeichnung zufrieden, warum sollte ich es also bei einem Thread anders handhaben? Aber ja, das ist meine persönliche Sichtweise zu dem Thema und soll kein Angriff auf jemanden sein.

Aber ich möchte mich auf jeden Fall auch dafür bedanken, dass du (@Yamuri) bzw ihr (@Plotgruppe) so viele Methoden und Ansätze zusammengetragen habt und auch hier zur Verfügung stellt. Gerade wenn ein Projekt stockt ist es durchaus hilfreich auch andere Optionen und Zugänge zu haben, wie man sich einem Projekt noch annähern kann.
Und weil wir schon bei der ultimativen Methode sind ... die einzige ultimative Methode, die für mich existiert ist: Funktioniert XY für dich? Ja? Dann mach es. Nein? Dann lass es. Jeder hat seinen eigenen Schreib- und Entstehungsprozess und das ist auch gut so.
     Keep on writing.

Offline Barra

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Re: Die ultimative Plotmethode
« Antwort #24 am: 21. April 2018, 20:15:42 »
@zDatze: Genau. Nimm mit, was dir hilft.  :engel:
@ Ultimativ-Wort: nie, niemals, immer, einzige, ultimativ - ist euch mal aufgefallen, wie oft wir so was im Alltag 'versehentlich' benutzen?
Ich halte solche Worte auch oft für überbenutzt. Tatsächlich müsste der Thread demnach eher: "Multi" statt "Ultima" benannt werden, weil es eine Zusammenfassung (teils mit deutlichen Überschneidungen) mehrerer Methoden ist, die wir genau nach dem Prinzip: Was könnte denn so alles nützlich sein? - zusammengefasst haben. Hier in dem Fall würde ich als Synonym: "intensiv" vorschlagen statt "nicht mehr verbesserungswürdig".  ;)

Für mein letztes Projekt habe ich tatsächlich einiges aus den zusammengesammelten Tipps ausprobiert. In der Plotgruppe hatten wir zum Beispiel auch die Schneeflockenmethode angesprochen (aber ich will hier nicht ins Detail gehen über die verschiedenen Methoden), mit der kam ich so gar nicht klar.

Hingegen war die Herangehensweise des: "Starte mit dem schwärzesten Moment" und bau die einzelnen Steps rund herum drauf auf und schau dir dann an, wie das Ganze linear wirkt, recht gut. Ich hatte am Anfang das Gefühl, mir fehlt unheimlich viel. Dann habe ich erst Mal angefangen zu schreiben, jene Szenen die ich eh schon im Kopf hatte. Was dazu führte, dass ich meine 'Vorgaben' ändern musste. Nicht das was ich schreibe!
-> Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Egal wie viel du vorbereitest, dieser 'Plot' soll sich mir und meinen Figuren anpassen und nicht anders herum.
Klar, ich hatte und habe noch immer so meine Hakler und Problemchen mit dem Plot und dem 'Runterschreiben'. Es lag aber auch einfach an meiner Art: Ich wollte mich kurz fassen, aber für 'kurz' war da schon zu viel Plot zusammengekommen.

An dem besagten Projekt habe ich jetzt drei Wochen nichts geschafft. Ich bin mal gespannt, wenn ich das jetzt wieder aufnehme, ob ich dann doch mit Hilfe meiner Vorarbeiten wieder auf Kurs kommen kann.
Ich betrachte das ein wenig wie einen Feldversuch. Mal schauen, was ich wirklich benutzen will und kann und ob es nach einem Päuschem am Text genau das tut, was ich hoffe das es tut: Dass ich wieder reinfinde.

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