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Autor Thema: Auf Inspiration warten oder einfach tippen, selbst wenn es kacke ist?  (Gelesen 542 mal)

Offline Silvasurfer

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Ich bin mir sicher, dass Schreibblockade bisher Thema war.
Allerdings rückt dieses Thema Schreibblockaden in ein ganzes bestimmtes Licht, welches eure Schwarmintelligenz gegebenenfalls ein wenig mehr erleuchten kann für mich. Quasi ein Rahmen der Diskussion.

Wir alle kennen das Gefühl der Schreibblockade, ich muss es nicht umschreiben. Was passiert aber, wenn man nicht deshalb nicht schreibt, weil man ganz und gar blockiert ist. Man könnte sie bekämpfen, man weiss wie es geht, stez dich einfach hin und tu was getan werden muss. Man hat ein Layout man hat mehrere gute Ideen, und tippt einfach täglich weiter oder soll man nicht vielleicht doch warten? Hat das warten einen tieferen Sinn, ist Perfektionismus nicht doch etwas schönes, ein notwendiges übel auf dem Weg zum Meisterwerk???

Was ich meine ist, nun würde man sich normalerweise ärgern aber was passiert jetzt, wenn man zum Beispiel, einen Text von Charles Bukowski vorgelesen bekommt, der einem klipp und klar in sehr schönen Worten sagt: Schreib nicht irgendeinen Mist, wenn dir nichts einfällt, bring dich selbst und den Leser nicht zum gähnen, so wie viele andere Schriftsteller, von denen sich Charles Bukowski an dieser Stelle mit diesen Tipp abhebt, während Stephen King ganz klar sagt, Schreib jeden Tag und in einem Jahr ist deine Novelle fertig! Beides grossartige Schriftsteller also wird etwas an diesen scheinbar gegensätzlichen herangehensweisen dran sein...

Und wie ihr lesen könnt, ist meine Lieblingsweisheit "let it be!" insofern: Soll man sich wirklich gegen eine Schreibblockade wehren, sollte man nicht loslassen, es mit Gemütlichkeit probieren und einfach Hakuna Matata??! Oder darf man, wie Mufasa zu Simba sagt niemals vergessen wer man ist... Soll man quasi sich selbst sein lassen und einfach tippen auch wenn es sich kacke anfühlt nur um zumindest schonmal das Manuskript zu haben, es abzusenden und Wenigstens auf eine Absage mit Begründung zu hoffen, die man sofort als Konstruktive Kritik in sein Beta Manuskript einbauen kann? Oder ist die Schreibblockade notwendig, hätte Simba vielleicht seinen Onkel Scar niemals besiegen können und musste ins Exil gehen, nur um am Ende herauszufinden, wer er wirklich ist und zum Helden zu werden.

Also meine Frage ist nicht, wie besiegt man Schreibblockaden sondern eher ganz klar eine ja, nein oder jaein Frage, zum Thema soll man sie überhaupt bekämpfen oder sich ihr hingeben? Sind sie nicht vielleicht eine einmalige Chance die man sich entgehen lässt sein Buch zu etwas ganz besonderen zu machen, inden man die Reise des Helden ins Wunderland der Schreibblockade sozusagen geht oder sind sie einfach wirklich ein innerer Dämon der ganz klar bekämpfen muss und den man gar nicht erst die Chance geben darf die Überhand zu gewinnen??? Und was das angeht, Strategien sind wirklich nicht das wonach ich frage sondern, welche Entscheidung in diesem Rahmen eurer gesammelten Intelligenz nach gefällt werden sollte, beziehungsweise, wer einen Mittelweg kennt, grauzonen beziehungsweise bunte Regenbögen sind mir auch  lieb es muss nicht immer Schwarz oder Weiss sein... Schwarz, Weiss, Regenbogen, Grau... Farben eines Malers, mehr nicht...
Sie sagen: "Wenn du denkst, dein Protagonist habe genug gelitten, lass deinen Helden noch ein wenig mehr leiden!" Ich weiß nicht wer es zuallererst gesagt hat. Aber er oder sie hat verdammt nochmal recht!

Offline Fianna

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Was ich meine ist, nun würde man sich normalerweise ärgern aber was passiert jetzt, wenn man zum Beispiel, einen Text von Charles Bukowski vorgelesen bekommt, der einem klipp und klar in sehr schönen Worten sagt: Schreib nicht irgendeinen Mist, wenn dir nichts einfällt, bring dich selbst und den Leser nicht zum gähnen, so wie viele andere Schriftsteller, von denen sich Charles Bukowski an dieser Stelle mit diesen Tipp abhebt,
Ich kenne diesen Mann nicht. Die Frage wäre hierbei, an wen er sich richtet: professionelle Schreiber, die die ersten Phasen ihrer Entwicklung hinter sich gebracht haben, oder Anfänger / Schreibschüler / Menschen, die wirtschaftlich unabhängig von ihrem schriftstellerischen Output sind? Der Adressat ist bei solchen Tipps ganz wichtig, finde ich, da unterschiedliche "Gruppen" von Autoren diese Tipps unterschiedlich umsetzen. Wenn Du zu einem professionell arbeitenden Autor / Berufsautor sagst, er solle bei Blockaden an Projekt X folgendes tun, wird dieser ganz anders damit umgehen als eine Person, die nicht täglich schreiben muss und / oder es sich nie angewöhnt hat, täglich zu schreiben.

Ich tendiere inzwischen dazu, dass Gelegenheitsschreiber sich an so etwas nicht halten sollten. Viele Zirkler oder generell Autoren sagen doch immer: wenn Du nichts hast, hast Du nichts, aber wenn Du irgendwas schreibst, hast Du eine Grundlage zum Arbeiten.

Außerdem finde ich persönlich es wichtig, dass man gewissermaßen "auf Knopfdruck" schreiben kann. Nicht nur, wenn die Atmosphäre stimmt und die Laune richtig ist und alles Drumherum stimmt.
Es kommt natürlich darauf an, was man erreichen will.
Ich habe so einen Berg an grob geplotteten Skripten, ich muss einfach in die Hufe kommen, um das jemals alles umsetzen zu können.  Und bei mir wirkt Schreiben ganz subtil entspannend.
Unter anderem deswegen möchte ich kein Stimmungsschreiber sein, also bin ich ganz klar im Lager: einfach schreiben, Blockaden überwinden, notfalls das Projekt wechseln.  Das setze ich zwar selbst nicht immer um (im Moment mal wieder gar nicht), aber es ist mein Ziel. Derzeit arbeite ich selbst daran, eine Schreibblockade zu überwinden.

Ein professionell arbeitender Autor, der Verträge, Abgabetermine und so weiter hat, wird vielleicht in so einer Situation anders handeln - weil dieser es schon gelernt hat, quasi jederzeit zu schreiben und bei ihm ein solcher Hänger wirklich projektbezogen / problembezogen ist und dieser vielleicht auch schneller "nachproduzieren" kann, wenn der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten wird. Weil er kein substantielles Problem hat (wie z.B. fehlende Schreibroutine) sondern ein kleines projektbezogenes Problem.

Ich finde, die Antwort auf diese Frage hängt stark davon ab, ob es ein projektbezogenes Blockadenproblem ist oder ein generelles, was mit dem Schreibverhalten zusammen hängt. Bei projektbezogenen Hängern würde ich vermutlich auch zum Tee trinken raten. Mir hat es bei Projekten schon geholfen, diese liegen zu lassen. Allerdings habe ich ebenfalls ein Schreibroutine-Problem, daher lasse ich Projekte nur bei Plotproblemen oder Rechercheproblemen liegen und versuche, eine Schreibblockade durch Projektwechsel zu überwinden. Für jemanden, der keine Schreibroutine hat, ist komplett aussetzen keine Option. Ich finde, solche Autoren müssten zumindest das Projekt wechseln und nicht einfach nichts mehr schreiben, weil das vielleicht zu ihrer schriftstelletrischen Entwicklung dazu gehört: durchbeißen und so neue Arbeitsweisen / -mechanismen entdecken.


Aber ich glaube, zu diesem Thema gibt es Dutzende verschiedener Meinungen - auf sich selbst übertragbar sind diese nur, wenn man auch den Hintergrund zu dieser Meinung kennt. Berufsautoren antworten ganz anders als diejenigen, die zusätzlich zum normalen Job Abgabetermine haben, und erst recht als Autoren, die zum bloßen Vergnügen schreiben können oder die sich am Anfang einer Entwicklung befinden.
  "Egal, wie nahe zwei Menschen sich kommen: die Entfernung zwischen ihnen bleibt unendlich." Harry Morgan, "Dexter".

Offline Ezi

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Hey Silvasurfer,

das ist mal ein interessanter Ansatz den du da verfolgst, oder sollte ich sagen Ansätze?! Wie dem auch sei, ich mag auf beides mal kurz eingehen. Immerhin hast du die Frage ja nicht ohne Grund hier gestellt.

Zum Thema ganz allgemein gesagt, behaupte ich einfach mal das es nie die richtige Entscheidung gibt. Es gibt nur Entscheidungen mit denen wir am ehesten Leben können. Was auf das eigene Leben zutrifft kann ja auch beim Schreiben nicht verkehrt sein. Manchmal muss man einfach auch mal den "Mut zur Lücke" haben um daraus möglicherweise etwas größeres zu erschaffen. Ich hatte in den vergangenen Wochen öfter mal das Problem mit einer Schreibblockade, nicht weil es mir an Ideen Mangeln würde, doch keine erschien Richtig zu sein. In solchen Momenten kommt dann mein innerer "Fauler Hund" raus und legt auch gerne mal ganze Projekte auf Eis.

Man könnte sich jetzt auf Charles Bukowski berufen und sagen, "Gut Ding will Weile haben". Also hier ganz klar den Ansatz zu verfolgen, sich von neuen Dingen inspirieren zu lassen. Auch wenn dies bedeutet mit seiner Geschichte mal für drei Monate zu pausieren. Es gibt hier sicherlich Fälle in denen es gut ist sich auf genau so etwas einzulassen. Ich denke da gerade Spontan an Walter Moers, der seit geraumer Zeit auf den dritten Teil der Buchreihe Die Stadt der Träumenden Bücher warten lässt. Woran dies genau liegen mag kann ich nicht zu sagen, aber vielleicht liegt es daran, dass alles nicht gut genug erscheint und Er erst einmal Abstand zu der Idee braucht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er sich an dem ersten Teil und dem eher mäßigen zweiten Teil auf andere Dinge konzentrieren will. Das mag jetzt alles nur Mutmaßung sein, aber es ein gutes Beispiel für die Theorie auch mal warten zu können/müssen um sich von den anderen abzuheben.

Dem entgegen steht die Aussage, man solle möglichst erst mal alles runter schreiben egal wie gut oder schlecht, der Feinschliff kommt dann beim nächsten Schritt und man schafft es die ein oder andere Stelle doch noch zu verbessern, umzubauen oder gar zu streichen. Einen Vorteil hat man hier sicherlich, man bringt auf jeden Fall die Geschichte zu einem Ende. Hat man das erst einmal geschafft, kommt der Feinschliff und sicherlich kommt auch noch der ein oder andere hinzu, der einem Feedback gibt um etwas zu verbessern. Leider habe ich hier kein Konkretes Beispiel parat, aber ich denke es wird klar worauf ich damit hinaus will. Ob jedes Buch nun so ist wie der Autor es sich am Anfang seiner Idee vorgestellt hat, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube auch nicht das jeder Autor damit zufrieden ist, was er am ende vor sich liegen hat, doch dafür gibt es ja die weiteren Prüfinstanzen - ob nun Handverlesen bei SP, oder durch den Verlag.

Nun zu meiner Einschätzung zu dem ganzen Thema. Ich persönlich fahre da zweigleisig. Wenn ich nicht permanent weiterschreibe komme ich nicht zu dem Ende unter dem Manuskript. Ich möchte aber auch nicht jeden Blödsinn in der Geschichte haben, nur um fertig zu werden. Ich habe über die Jahre festgestellt - und auch erst vor kurzem wieder, nach Durchsicht meiner alten Ideen - dass ich doch an mancher Stelle ein Deus Ex Machina oder einfach plumpe Szenen eingebaut habe, nur um vorwärts zu kommen. Seit etwa zwei Jahren hab ich ein System für mich entwickelt mit dem ich gut fahre. Es mag banal klingen, wenn ich jetzt sage, dass ich mir einfach zwei Dateien anlege in denen ich schreibe. Ich kopiere mir entweder die Ursprungsidee und schreibe darin weiter, oder aber ich hab einfach ein leeres Dokument vor mir, in dem ich alles Sammle was nicht ganz ausgereift scheint. Manchmal kommen mir so auch neue Ideen wie ich etwas in meinem Text besser oder anders umsetzen kann.

In Bezug auf deine "Frage" kann ich also eindeutig mit JEIN antworten. Es gibt Phasen in denen man Abstand von dem Text braucht um wieder daran schreiben zu können, aber ganz aufhören zu schreiben ist irgendwie auch keine Option. Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne oder in unserem Fall "Wörter, Absätze und Kapitel". Braucht man die Pausen beim konstruieren der Geschichte? Ich denke ja, aber das ist eine persönliche Sache. Sollte man auch einfach mal, trotz guter Ideen etwas liegen lassen? Warum nicht, man kauft ein Auto ja auch nicht so aus einer Laune raus oder weil es einem gefällt sofort. Vielleicht gibt es da noch das Quäntchen mehr, wenn man wartet. Doch zu langes Warten kann einen auch völlig aus dem Thema bringen.

Man sollte ruhig mal eine Idee länger betrachten, wenn man sich nicht ganz schlüssig ist, oder die Sätze nicht so locker von der Hand gehen wie man es sich wünscht. Aber wenn es Sprudelt, dann schreib drauf los und mach einfach damit weiter, auch da hat man mal nur halbgare Ideen. Und wenn alles nichts mehr hilft dann muss man ab und an auch mal Müll schreiben. Und wer weiß, vielleicht liegt die Antwort auf die Lücke oder das schwache Kapitel im Folgenden, weil man dafür schon eine bessere Idee hat man jedoch nicht weiß wie es dazu kommt.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute. =)
Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern nichts mehr weglassen kann! - Antoine de Saint-Exupéry

Offline Lina Franken

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Ich bin definitiv für Schreiben, auch wenn es nicht perfekt ist. Ein Marathon-Läufer gewinnt immerhin auch keine Olympia-Medalie, nachdem er sich drei Mal im Jahr von der Couch gerollt hat  ;) Da heißt es täglich trainieren, auch wenn es schmerzt und blutige Blasen bringt. Die Übung macht schließlich den Meister. Hat man einen schlechten Text, dann kann man mit ihm arbeiten, ihn ändern etc. Hat man gar nichts, dann hat man gar nichts! Mit "gar nichts" kann man auch nicht üben und nicht auf Schwachpunkt-Suche gehen. So kann man bei einem schlechten Text immerhin aus seinen Fehlern lernen.
Aber vor allem ist es eine gute Übung, konzentrierter und auch unter schwierigen Umständen zu arbeiten, statt wie eine Mariah Carey nur dann divenhaft aus der Garderobe zu treten, wenn der (Schreib-)Weg mit weißen Blütenblätern ausgelegt ist.  :d'oh: Das war jetzt augenzwinkernd gemeint, aber Tatsache ist, Bestseller, die genug in die Kasse spülen, dass man für den Rest des Jahres die Beine hochlegen und Cocktails schlürfen kann, sind ein schwer erreichbarer Traum. Die meisten Autoren müssen auch ein wenig wirtschaftlich denken und im Hinblick darauf auch ein bisschen an die Quantität denken. Da ist es hilfreich, wenn man das schnelle und konzentrierte Arbeiten schon aus dem FF kann und "nur noch" an der Qualität etc. feilen muss.
Ich bin jetzt auch ziemlich müde, gehe jetzt aber trotzdem etwas Schrott schreiben, dann habe ich zumindest später beim Überarbeiten was zum Lachen!
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Offline Zitkalasa

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Ich denke, dass viele Schreibblockaden keine Blockaden sind sondern auf Menschen zurück zu führen sind, die im Status Quo/ Hamlet festhängen: "Soll ich schreiben oder soll ich nicht schreiben?". Meiner Erfahrung nach nützt es nichts, sich bei einer tatsächlichen Blockade zu zwingen. Da hilft bei mir nur aufstehen und frische Luft schnappen, manchmal auch im übertragenen Sinne. Es fehlen also Eindrücke. Manchmal sind auch meine geistigen Speicher einfach erschöpft, dann guck ich Serien oder geh schlafen. ;D
"Be strong in the moments where you want to be weak cause life itself is worth living for. If you are not living the life that you want, you fight for that life." by Jensen Ackles"Wear your heart on the page, and people will read to find out how you solved being alive."
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Offline Klecks

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Um die Threadtitel-Frage zu beantworten: beides!  ;D  Ich habe sehr, sehr oft die Erfahrung gemacht, dass solche kleinen Blockaden nur dann wieder verschwinden, wenn ich die Zähne zusammenbeiße und weiter mache, als wäre nichts - egal, wie anstrengend es ist, egal, wie qualitativ der Text ist. Irgendwann läuft es dann wieder gut.

Andererseits gehöre ich durchaus zu denen, die manchmal auf Inspiration warten. Das passiert zum Beispiel, wenn es an irgendeiner Stelle im Projekt nicht weiter geht. Meistens hat mir dann nur eine Idee dafürgefehlt, wie die Szene ausgehen könnte. Generell denke ich aber, dass "Augen zu und durch" - für mich persönlich - die beste Vorgehensweise bei Blockaden ist. Und am besten gar nicht zu viel darüber nachdenken, dass man gerade eine Blockade hat.  :D

Offline Trippelschritt

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Ich bin auch für beides. Je nach Lage. Allerdings gehöre ich zu den Glücklichen, die keine wirkliche Schreibblockade haben. (Nicht mehr) Es sei denn das Alltagsleben verhindert es von außen. Für mich sind Schreibblockaden = Denkblockaden. Durch einige kann man sich hindurchschreiben und es hilft gewaltig, wenn man sich jeden Tag hinsetzt und schreibt und dann wird es schon irgendwie laufen. Und wenn ich am Ende feststellen muss, dass es nicht lief, kann ich auch wieder streichen. Aber nur ganz selten kann ich gar nichts davon gebrauchen.

Und dann gibt es die andere Situation, wenn ich nicht schreiben kann, weil ich etwas noch nicht richtig durchdrungen habe. Wenn ich feststellen muss, dass mir da noch etwas Denkarbeit fehlt. In solchen Fällen - und ich bin gerade in einer solchen Phase - lese ich viel und schreibe ich vor allem Einfälle auf oder sonstige Notizen über etwas, das fehlt oder was an der Struktur nicht stimmt. Und so verliere ich das Gefühl nicht, dass es weitergeht. Und darauf kommt es mir an. Das ist für mich wichtig.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Schreiben ist nichts anderes als seine Ideen zu Tisch zu bitten

Offline Christopher

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Ein klares Jein auch von mir. Es kommt immer auf die Situation an und was denn die Gründe für deine "Blockade" sind. Da gibt es ja unterschiedliche.
Keine Ideen? Dann kannst du gar nicht drauf los schreiben.
Keine Ruhe, keine Zeit, keine Stimmung fürs Schreiben? Sorg für Ruhe, nimm dir die Zeit und fang an - durch die gewohnte Tätigkeit kommt die "Schreibstimmung" meiner Erfahrung nach nach den ersten 1.000 Wörtern von alleine.

Solange du weisst, wo du hin willst und was du schreiben willst, solltest du dich einfach ransetzen und es machen. Die "Blockade" kommt meistens bei den ersten Wörtern wo man sich sagt: "Ist doch Mist was ich hier schreibe, das ist nicht gut genug, das entwickelt sich nicht dahin, wo ich hin will..." Dieses Gefühl sollte man dann nach Hemingway betrachten ("The frist draft of everything is shit") und einfach weitermachen. Wie Klecks schon sagte: Damit kann man dann arbeiten.

Wenn dir die Ideen fehlen kann ich leider keine besonders guten Tipps geben, wie es besser wird. Der Brainstorming-chat bietet sich an, da kommen mehrere Leute zusammen die dir bei der Ideenfindung helfen können, mit anderen Leuten drüber sprechen und deren Perspektive mal ansehen kann helfen, oder generell der TiZi in vielen Bereichen, je nach Lage des Problems ;)
"Jedem Moment folgt der Rest des Lebens."
"Change yourself and the world changes with you." Terra
  

Offline Leann

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Wenn ich auf Inspiration warten würde, dann würde ich niemals schreiben.

Aber das gilt für mich. Es gibt so viele unterschiedliche Autoren wie Sand am Meer. Jeder hat eine andere Arbeitsweise. Was für den einen passt, geht für den anderen gar nicht. Du kannst dir ansehen, wie andere es machen, dir Tipps holen, und dann ausprobieren, was für dich persönlich am besten geht. Also versuche ruhig mal eine Zeitlang, täglich zu schreiben, auch ohne Inspiration, und schau dir an, wie das Ergebnis ausfällt.

Zitat
Soll man quasi sich selbst sein lassen und einfach tippen auch wenn es sich kacke anfühlt nur um zumindest schonmal das Manuskript zu haben, es abzusenden und Wenigstens auf eine Absage mit Begründung zu hoffen, die man sofort als Konstruktive Kritik in sein Beta Manuskript einbauen kann?
  Also dazu sage ich klar nein. Ein Manuskript, mit dem man nicht zufrieden ist, sollte man meiner Meinung nach nicht abschicken. Es kann aber natürlich überarbeitet werden, ruhig auch mit Hilfe von Betalesern. Verlage sind keine Betaleser. Verlage sollten nur Texte erhalten, von denen du überzeugt bist.
Was du aber hast, wenn du einfach was runtertippst: Einen Entwurf, mit dem du arbeiten kannst. Das ist wesentlich besser als nichts, oder? Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass nichts so "kacke" ist, wie es einem beim Schreiben vorkommt. Aber das kannst du wiederum nur durch Ausprobieren feststellen. 

Zitat
Was passiert aber, wenn man nicht deshalb nicht schreibt, weil man ganz und gar blockiert ist. Man könnte sie bekämpfen, man weiss wie es geht, stez dich einfach hin und tu was getan werden muss.
Tja. Wenn das mal so einfach wäre. Da empfehle ich, erst mal herauszufinden, was die Gründe für die "Nicht-ganz-und-gar-Blockade" sind. Ist es die Angst, eine tolle Idee zu verhunzen? Selbstzweifel? Mangelnde Planung? Zu viel Planung? Etc. etc. Perfektionismus ist eine gute Sache, solange sie einen nicht völlig handlungsunfähig macht. Dann wartet man 50 Jahre auf die Inspiration zum "Meisterwerk" und hat schließlich gar nichts geschaffen. Ich frag auch mal ganz ketzerisch: Muss es denn immer gleich ein epochales Meisterwerk sein? Reicht nicht auch mal ein Roman, der die Leser unterhält und der vor allem auch dem Autor Spaß beim Schreiben macht?

Offline Slenderella

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Ich muss auch gestehen: Weiter schreiben. Selbst wenn man so gar keinen Bock hat. Selbst wenn einem gerade alles voll mies vorkommt. Hauptsache da steht etwas, Hauptsache die Geschichte geht voran. Solange man "drin" ist hat man nämlich trotz stockender Tendenz einen gewissen Schreibfluss der ungemein hilft und dann macht es auch bald wieder Spaß und Freude. Kommt man aber ganz raus ist es deutlich schwerer wieder reinzukommen. Ich hab ja bei konstantem Schreiben schon manches mal ein Problem, wenn ich am Wochenende nicht da bin und dann montags mein Dokument aufmache.

Offline Churke

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Eine länger werdende Geschichte kommt nicht notwendigerweise voran.  :-\
So lange ich nicht unter Zeitdruck stehe, schreibe ich nur mit Inspiration. Ich sitze nicht gerne vor einem misslungenen Text und suche nach der genialen Idee, die den Gordischen Knoten durchschlägt.
Cupitorum spes omnis Circus est maximus.
- Ammianus Marcellinus

Offline Witch

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Oh, Bukowski, der alte Zyniker. Man könnte an dieser Stelle auch fragen, was meint er mit "wenn dir nichts einfällt"? Meint er damit, wenn einem keine Geschichte/der nächste Schritt einfällt oder wenn einem gerade nicht die richtigen Worte einfallen? Das ist nämlich ein Unterschied. Wenn einem nicht die Worte einfallen, kann man auch mit einem minimalen Wortschatz vorwärts kommen, das Zauberwort heisst dann: Überarbeitung. ;) Hakt es an der Geschichte bzw. deren Fortsetzung, sieht es schon anders aus. Dann finde ich auch, dass muss ich auch alles erst einmal reifen lassen, bevor ich es niederschreiben kann. Insofern bin ich im Lager "beides".
Es kommt auf die Situation an. Heisst Blockade, ich bin missmutig und unmotiviert, aber ich weiss, was ich schreiben will? Dann kämpfe ich mich durch, denn, wenn ich in jeder solchen Phase aussetzen würde, käme ich nirgends hin. Gerade gestern hatte ich so einen Tag und ich habe mich gezwungen und doch 800 Wörter zustande gebracht, die ganz in Ordnung sind. Besser als nichts. Liegt es jedoch an der Geschichte (was Fianna sagt, projektbezogene Probleme), ist es meistens, weil ich nicht weiss, wie ich etwas gestalten soll oder wohin der Plot sich entwickelt. Dann hilft mir spazieren gehen, vielleicht auch mal ein paar Wochen aussetzen, bis mir die rettende Idee kommt. Und die kommt immer, denn Inspiration finden, kann man trainieren. Ich versuche, während dieser Zeiten doch immer etwas zu machen, z.B. Recherche für andere Projekte o.ä., einfach um nicht das Gefühl zu haben, stehen zu bleiben.

Zu King. "Schreib jeden Tag" mag er sagen, aber er sagt auch: In erster Linie bin ich ein Mann der Familie, der Freundschaften und der Gemeinde (sprich, des Lebens in der Gemeinde), denn ohne all das, könnte ich auch nicht schreiben. (Ungefähr). Daran halte ich mich auch. Ohne Leben, keine Ideen, keine Inspiration. An manchen Tagen wollte ich erst nicht aus dem Haus gehen, weil ich habe ja zu tun, so schreib- und blogtechnisch. Doch dann bin ich trotzdem gegangen, habe eine tolle neue Erfahrung gemacht und ein paar wunderbare Menschen kennengelernt. Danach schreibt es sich meistens auch wieder besser. ;)

Als Autor, der davon lebt und Abgabetermine hat, kann man sich Auszeiten auch weniger leisten als als Hobbyschreiber und findet, wahrscheinlich, gezwungenermassen andere Wege. Aber auch die brauchen ihre Regenerationsphasen. Ich weiss nicht mehr, von wem das ist, aber ich habe mal das Zitat gelesen: "Ich schreibe jeden Tag. Auch wenn das bedeutet, stundenlang die weisse Wand anzustarren." Das hat mir sehr gefallen, weil siehe oben. :) Man muss es halt auch wollen, wenn man denkt, dass die nächste tolle Idee einen auf magische Art und Weise packt, wird es wohl nichts. Wenn man sie aber sucht und nach ihr Ausschau hält, kommt sie früher oder später.

Weil du gerade den "König der Löwen" erwähnst, @Silvasurfer, das ist ein gutes Beispiel, aber die These von Simba, der sich mit einem Leben im Exil abfindet, läuft ins Leere, finde ich. Es ist ja genau die Botschaft des Filmes, dass er das eben nicht tut und Scar letztendlich, wenn auch nach langem Zögern, doch noch besiegt. (Ich gehe jetzt mal davon aus, alle hier kennen den Film und eine Spoilerwarnung ist nicht nötig.  ;)). In diesem Film wird mit Archetypen gearbeitet. Scar stellt den Schatten dar, den Simba überwinden muss, um zu seiner Bestimmung zu finden. Bei uns ist es natürlich ein bisschen komplizierter, weil wir unsere Bestimmung selber bestimmen und erst einmal herausfinden müssen, was diese ist (im Gegensatz zu Simba, dem es in die Wiege gelegt wird).

Was du tun musst oder sollst, kannst du letztendlich nur selber herausfinden. Aber ich hoffe, wir können dir ausreichend Input geben, damit du deine Antwort bekommst.
"Be who you are and say what you feel, because those who mind don't matter and those who matter don't mind." - Dr. Seuss

Offline Silvasurfer

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Wow danke für die vielen Antworten, habe gar nicht damit gerechnet heute aufzustehen und so viele unterschiedliche und teilweise auch für mich absolut neue Gedanken lesen zu dürfen. Mein dank ist unabhängig ob ihr euch da Ja-, der Nein- oder Jaeinfraktion angeschlossen habt, ich möchte in alle Richtungen klar formulierte Denkanstöße bekommen. Das so viele bereits über Nacht und den nächsten Morgen hinweg auf das Thema eingegangen sind, bedeutet aber auch ich kann mich nicht bei jedem einzelnen bedanken, der geschrieben hat. Auf ein paar Kommentare möchte ich dennoch eingehen und beginne bei denen die wirklich ausschweifend darauf eingegangen sind: 

@Fianna:
Zitat
Ich finde, die Antwort auf diese Frage hängt stark davon ab, ob es ein projektbezogenes Blockadenproblem ist oder ein generelles, was mit dem Schreibverhalten zusammen hängt
Großartiger Anstoss so habe ich es noch gar nicht unterschieden. Der Gleiche Gedanke taucht ein paar andere Male ebenfalls auf und wird von Witch noch einmal sehr deutlich gemacht. Da diese Betrachtungsweise neu ist für mich, ist sie definitiv sehr ermutigend, vor allen Dingen weil meine Blockeden keine Ideen Blockade ist, weil das Layout fertig ist und ich genau weiß, welche Szene als nächstes kommt. Es ist also Schreibverhalten und insofern hat dieser Tipp echt geholfen ;)

Und da ich gerade von diesem ausführlichen Kommentar sprach, @Witch:
Ich kann nicht auf ein Zitat eingehen, da du mehrere Punkte benennst die sehr hilfreich waren. Was Bukowski angeht, hast du ihn glaube ich richtig eingeschätzt. Er scheint sich einfach vieles von seiner Seele zu schreiben, er sagt dass ersetzt seinen Psychiater und er wolle kein Geld dafür er würde dir 10000 $ geben, wenn er dafür ein Jahr lang weiter schreiben dürfte ;) Und auch wenn das mehr Rhetorik zu sein scheint, so zeigt es, dass er definitiv zu der Sorte gehört die einfach weiter schreiben aber eben schlechte Ideen sterben lassen, wie er selber ins einem Interview sagt: "die Vergangenheit ist vergangen. Ich halte mich nicht mit alten Texten auf, die ich verbessern muss. ein Text den ich geschrieben habe ist tot!" Damit ließe er sich wohl auch zur Jaein-Fraktion einordnen und meint wohl damit, dass gute Ideen weiter an dir nagen und schelchte Ideen irgendwann sterben, weil sich die Geschichte ihren Zauber verliert und sich nicht mehr weiter schreibt und zwar einfach, weil es einen nicht mehr inspiriert, weder in Wörtern noch in Ideen! So nach dem Motto: Begrabe deine schlechten Einfälle, wenn nichts mehr kommt und Schreib an irgendwas anderem weiter! Und insofern, unterstützt das wirklich das was du und Fianna sagen: mach einen Unterschied zwischen der Idee und deinem Schreibrythmus sozusagen.
Was deinen Punkt Leben angeht bin ich voll und ganz bei dir und deshalb auch hier in dieser Diskussion und räume dann eben mein Zuhause auf, geh spazieren, mach Yoga und sowas halt, Leben. Von mir aus betrink ich mich auch und weine in mein Kopfkissen, aber ganz so der hardcorezyniker bin ich dann auch nicht, das negative akzeptieren weiter wie die Motte ins Licht gehen, archetypisch gesprochen.

@Leann Ich glaube du mißsverstehst mich. Ich würde niemals etwas abschicken, was ich selbst nicht mindestens stellenweise genial wenn nicht sogar richtig oberaffengeil finde, allerdings möchte ich mich nicht der Illusion ergeben, dass es ein Meisterwerk ist, sonst würde ich im Status Quo meine Fähigkeiten hängen bleiben und daher meine Aussage. Ich habe lediglich gehört dass man meistens erst Absagen bekommt und hoffe wenigstens in meinem Realismus der meinen Optimismus ein wenig bremst auf Feedback, damit es keine Vollbremsung wird ;)
@Christopher hat an der Stelle ein schönes Zitat von Hemmingway eingebracht.

@Zitkalasa: Deinen Post musste ich mehrfach lesen, da ich zuerst deiner Aussage zum Status Quo widersprechen wollte insofern, dass ich glaube dass viele Menschen Präsenz, Hakuna Matata, Let it be missverstehen und glauben, dass es bedeutet, man solle den Status Quo akzeptieren und stecke im Hamlet fest. Dabei bedeutet es das Gegenteil weil dieses ES welches man sein lässt, die Gegenwart, die wir akzeptieren sich ständig ändert, Sommer- Herbst- Winter Frühling, heute back ich, morgen brau ich und übermorgen stehle ich der Königin ihr Kind! Dann ist mir jedoch aufgefallen dass deine Strategie genau das berücksichtigt insofern hat es mir geholfen zu sehen, dass auch andere einfach mal eine Zeit lang spezieren gehen oder so und sich dann aber zurücksetzen und etwas zu Papier bringen, danke dafür. 

@Ezi
Zitat
Wo gehobelt wird, da fallen auch Späne oder in unserem Fall "Wörter, Absätze und Kapitel"
Das hast du gut ausgedrückt und insofern wird jetzt weiter gehobelt, und entweder fallen Spähne oder in meinem Kopf entsteht endlich eine Fanfiction meiner eigenen Szene, so oder so die Routine muss stehen bleiben... Und insofern reihe ich mich den Jaeins ein, wass allerdings niemanden überraschen sollte^^ An sich betrachte ich auch das hier im Titnezirkel sein als hobeln, conscious learning und nicht nur learning by doing, dadurch wiederholt man nämlich nur eigene Fehler. Und insofern, willkommen, lese nämlich gerade erst deinen Willkommensthread, da ich wie du dir denken kannst die letzten Tage off war, um meinen Kopf gegen die Wand zu hämmern und bei jedem Wort das ich tippte am liebsten weinen wollte und sogar buchstäblich beinahe musste...

Okay und jetzt nachdem ich ein paar Leuten geantwortet habe, steht zumindest mein Entschluss fest den Mist weiterzuschreiben und dann einfach tot sein zu lassen, wenn es mich nicht mehr inspiriert, bis irgendwann mal was vernünftiges zu Papier kommt. Aber definitiv muss weiter geschrieben werden, denn zwischen der Idee und den Texten zu unterscheiden ist wirklich ein kleines Aha-Erlebnis gewesen für mich in diesem Zusammenhang. Falls ihr jedoch noch Gedanken zu diesem Thema beitragen wollt, seid gewiss, dass sie gelesen werden, jeder Senf ist willkommen, da eine ganze Novelle letzten Endes eine ganz schön lange Bratwurst sein wird ;)
Sie sagen: "Wenn du denkst, dein Protagonist habe genug gelitten, lass deinen Helden noch ein wenig mehr leiden!" Ich weiß nicht wer es zuallererst gesagt hat. Aber er oder sie hat verdammt nochmal recht!

Offline Alana

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Okay und jetzt nachdem ich ein paar Leuten geantwortet habe, steht zumindest mein Entschluss fest den Mist weiterzuschreiben

Davon würde ich dir aus Erfahrung abraten und ich glaube auch nicht, dass die anderen das sagen wollten. Ich bin der Meinung, dass man sich durch so eine Blockade durchbeißen und weitermachen muss. Aber nicht einfach wie bisher, denn die Blockade hat einen Grund und der geht auch nicht davon weg, dass man sich durchquält. Such nach der Ursache, behebe sie und schreib dann weiter. Das kann heißen: such nach dem Problem im Manuskript, besorg dir Schreibratgeber, plotte neu, lerne neue Techniken, die dir vielleicht helfen. So mache ich das jedenfalls. Begib dich auf die Suche nach dem Problem und löse es. Dann schreib weiter. Eine Frage, die mir oft hilft: Warum macht es mir keinen Spaß, das zu schreiben? Was brauche ich, damit es besser läuft? Die Antwort kann sein: mehr Spannung, mehr Liebesgeschichte, mehr Konflikt. Bei mir sind es eigentlich immer Probleme am Plot, die mich daran hindern, mit Spaß weiterzuschreiben und sobald ich das Problem gelöst habe, geht es wieder. Viel Erfolg!


Offline Christopher

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Ich stimme Alana da zu. Wenn ich lese "den Mist weiterschreiben!" dann ist das was völlig anderes als "weiter Mist schreiben."
Das erste zeigt deine Überzeugung, dass das Projekt als ganzes nicht gut ist, das zweite, dass dein jetziger Satz und vielleicht auch die nächsten Absätze und Seiten nicht so toll sind. Beim zweiterem unbedingt weiterschreiben, siehe Hemingway, bei ersterem unbedingt erst hinsetzen und gucken, was das große Problem ist.
"Jedem Moment folgt der Rest des Lebens."
"Change yourself and the world changes with you." Terra
  

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