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Autor Thema: Charakterentwicklung eines Teenagers  (Gelesen 332 mal)

Offline Mrs.Finster

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Charakterentwicklung eines Teenagers
« am: 19. April 2017, 20:22:36 »
Hallo,

ich habe ein kleines großes Entwicklungsproblem.  ;D Mein Prota entwickelt sich irgendwie nicht weiter.  :wart: Sie ist eine mutige junge Frau mit einem bockigen Charakterzug. Am Anfang, wie am Ende. Sie ist 18 Jahre jung, die Mutter starb, da war sie gerade mal 16. Der Vater flüchtet sich in Arbeit. Sie macht nahezu alles mit sich alleine aus, den Schein einer heilen Welt erhält sie aufrecht. Das schafft sie, weil sie stark ist, sucht jedoch hinterher einen Psychologen auf, weil sie einfach mal mit jemanden reden muss. Selbst der Freundin vertraut sie sich nicht an. Aber sie verändert sich nicht.

Ich möchte nicht auf die Schiene, hübsches junges Ding, total falsche Selbsteinschätzung (findet sich zu dick/ hässlich), ist schüchtern und entwickelt während der Story ein mega Selbstbewusstsein. Das wäre mir zu platt.

Hätte vielleicht jemand eine Idee? Was könnte zu so einer jungen Frau passen? Gerne auch im Allgemeinen zum Thema Teenager. Für Anregungen bin ich sehr dankbar, weil irgendwie stehe ich gerade gehörig auf dem Schlauch.  :pfanne:

Danke vorab.
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Offline Miezekatzemaus

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #1 am: 19. April 2017, 20:45:28 »
Das klingt nach einer schwierigen Frage. Was macht man da für eine Charakterentwicklung durch ... Hier mal die Vorschläge, die mir spontan einfallen:
- Sie arbeitet in der Schule härter als zuvor, sie arbeitet also, um nicht nachdenken zu müssen, was funktioniert, weil sie dadurch irgendwann einen mentalen Erschöpfungszustand erreicht, der es ihr beispielsweise ermöglicht, ruhig zu schlafen. Hat natürlich viel Ähnlichkeit zum Vater.
- Sie fühlt sich verpflichtet, zu helfen, kümmert sich um alles und erlaubt sich nichts mehr, bis jemand Außenstehendes (eine Lehrerin, die sie bei einem Zusammenbruch auf einer Klassenfahrt beobachtet, ein Freund der Familie, der nach dem Rechten sieht, etc.) mit ihr darüber sprechen will. Besagte Person ist nicht ganz ausgeglichen, es kommt zum heftigen Streit, an dessen Ende die Trotzbarrikade des Mädchens aber unter seiner Trauer bricht, Stück für Stück baut sie (eventuell mit Hilfe besagter Person) ihr Leben wieder auf, obwohl sie nach außen weiterhin die Starke spielt.
- Sie entwickelt für einige Wochen bis Monate anfangs starke Angst vor allem (Wie ist ihre Mutter ums Leben gekommen? Könnte das in einem Zusammenhang stehen?), irgendwann fängt sie sich nach außen. Nach innen ist sie weiterhin zerbrechlich, trägt außen aber eine Maske wie aus Gips, ein nach Belieben einschaltbares Lächeln, aufgesetzte Fröhlichkeit, Härte, die sich mit der Zeit tatsächlich auf sie überträgt. (Und das würde sie tun. Wenn man nur lange genug eine Maske trägt, dann handelt man irgendwann automatisch dementsprechend.)

Ansonsten: Handysucht, Alkohol/Drogen, wird in der Schule schlechter (oder besser), betäubt ihre Gefühle mit Musik, sucht sich Menschen, denen sie bewusst nur die fröhliche, starke Seite von sich zeigt, vertraut sich doch jemandem an (ich weiß, du schreibst, sie vertraut sich nicht einmal einer Freundin an, aber vielleicht geht eine Person mit möglichst viel Distanz? Ein Lehrer, der nur Begleitung auf einer Klassenfahrt ist und den sie nie im Unterricht hat, vor dem sie dann aber zusammenbricht oder so?), sie ritzt sich, um den Schmerz zu kanalisieren und die Entwicklung findet dahingehend statt, dass sie irgendwann erkennt, dass sie dadurch in einer Spirale gefangen ist, die sie dann durchbrechen muss ...
So. Mehr fällt mir nicht ein. Solltest du Teenie-spezifische Fragen haben (auch Jugendsprache oder sowas), kannst du mir gerne eine PM schreiben, ich bin zwar nicht ganz der typische Teenager, aber ich falle da ja in die Gruppe und habe natürlich einen Haufen Teenager in meinem Umfeld. :)
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Offline Maubel

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #2 am: 19. April 2017, 20:50:58 »
In dem Fall muss ich sofort an eine Zusammenbruchsgeschichte denken. Du sagst, sie ist stark, aber es gibt da zum Beispiel diesen sehr berührenden Satz zu Depressionen: Ich habe Depressionen, weil ich zu lange stark sein musste. Das heißt, irgendwann droht vielleicht der Zusammenbruch und die Fassade bröckelt. Eine passende Entwicklung wäre dazu, dass sie sich ihrer Familie und Freunden endlich anvertraut und lernt, dass man auch mal schwach sein darf :)

Offline Czara

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #3 am: 19. April 2017, 20:52:27 »
ich habe ein kleines großes Entwicklungsproblem.  ;D Mein Prota entwickelt sich irgendwie nicht weiter.  :wart: Sie ist eine mutige junge Frau mit einem bockigen Charakterzug. Am Anfang, wie am Ende. Sie ist 18 Jahre jung, die Mutter starb, da war sie gerade mal 16. Der Vater flüchtet sich in Arbeit. Sie macht nahezu alles mit sich alleine aus, den Schein einer heilen Welt erhält sie aufrecht. Das schafft sie, weil sie stark ist, sucht jedoch hinterher einen Psychologen auf, weil sie einfach mal mit jemanden reden muss. Selbst der Freundin vertraut sie sich nicht an. Aber sie verändert sich nicht.

Mir sind Deine Angaben zu dem Charakter etwas zu schwammig. Zumindest habe ich noch nicht so ganz den Überblick bei Deinem eigentlichen Problem. Also, Dein Prota ist eine junge, mutige Frau, die mit 16 ihre Mutter verloren hat. Darauf hin hat sich der Vater in Arbeit geflüchtet. Sie macht alles mit sich selbst aus, um den Schein einer heilen Welt aufrecht zu erhalten. Selbst ihrer Freundin sagt sie nichts und hinterher (was ist passiert?  ???) sucht sie jedoch einen Psychologen auf, weil sie endlich mit jemanden reden muss?!

Wo genau spielt Deine Geschichte? Wo und und wie lebt Dein Prota?

Ich möchte nicht auf die Schiene, hübsches junges Ding, total falsche Selbsteinschätzung (findet sich zu dick/ hässlich), ist schüchtern und entwickelt während der Story ein mega Selbstbewusstsein. Das wäre mir zu platt.

Allein, dass Du Deinen Prota als mutig und stark beschreibst, setzt ja schon ein gewisses Selbstbewusstsein voraus, so dass glaube nicht die Gefahr besteht, auf dieser "platten" Schiene zu landen.

Mit den Angaben die ich derzeit von Dir habe, kann ich Dir bezüglich der Charakterentwicklung auch nur mehr oberflächlich antworten, da ich nicht weiß, wohin die Reise von Deinem Prota noch gehen soll. Letzten Endes sind wir alle geprägt von unseren Erfahrungen, guten wie schlechten. Der Tod der Mutter ist ja schon ein harter Schicksalsschlag, vor allem wenn man einem Alter wie Dein Prota ist, wo man das auch alles mit erlebt. Je nachdem welches Verhältnis sie zu ihrer Mutter zu Lebzeiten gehabt hat, wird sie das auch dem entsprechend verarbeiten. Was hat Dein Prota für Träume und Wünsche, was will sie erreichen? Das kann auch oftmals Ansporn sein sich zu verändern. Wie erlebt sie die Situation seit dem Tod der Mutter zu Hause? Wie ist ihr Verhältnis zu ihrem Vater?


Offline Mrs.Finster

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #4 am: 19. April 2017, 21:40:25 »
Oh, das sind schon viele tolle Ansätze. Dankeschön  :vibes:

@ Maubel/ Mieze: Wie könnte so ein Zusammenbruch aussehen? Also realistisch für einen Teenager?

@ Czara: Ich weiß, es ist schwer die wichtigen Infos zu filtern. Ich wollte einen Infodump vermeiden. Das Ganze spielt in der Großstadt in der Gegenwart. Sie will das Bild wahren, sprich die Beziehung zu ihrem Vater, die in Wahrheit die totale Katastrophe ist. Sie sehen sich kaum, reden nicht. Er enttäuscht sie am laufenden Band sagt Treffen ab etc.. Ich könnte sie wohl als harmoniebedürftig bezeichnen. Vielleicht ist das auch ein guter Punkt. Sie könnte ihren Vater hassen und ihm das auch zeigen. Aber er ist ja Schuld. Nicht sie.  Er versucht auch später sich zu bessern. Also liegt die Entwicklung wieder mehr beim Vater  :schuldig:
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Offline Miezekatzemaus

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #5 am: 19. April 2017, 21:49:40 »
@ Maubel/ Mieze: Wie könnte so ein Zusammenbruch aussehen? Also realistisch für einen Teenager?
Grundsätzlich: Ich würde erstmal nach einem Auslöser dafür suchen. Das kann ein Bild der Mutter sein, ein Traum von ihr, eine Erinnerung, die schon halb vergessen war, etwas geht kaputt, was der Mutter gehörte, jemand sagt etwas Falsches, sie ist unendlich enttäuscht von ihrem Vater, um das mal aufzugreifen, weil er irgendwas vergessen hat, weil er ihre Mutter irgendwie mit Worten angegriffen hat, in die Richtung könnte das gehen. Das wäre also der Auslöser. Dann würde ich schauen, ob sie vor jemandem zusammenbricht oder allein. Wenn sie vor jemandem zusammenbricht: Weinkrampf, Wutanfall, sie wirft mit Dingen um sich, sie macht etwas kaputt (Vase, Geschirr, eben irgendwas, was in Scherben zerbrechen kann). Wenn sie allein zusammenbrechen soll, um hinterher die Erkenntnis zu haben, dass sie irgendwas ändern muss, um nicht vollständig daran kaputtzugehen: Sie schleppt sich durch die Auslöser-Szene, versucht weiterhin, die Normalität zu spielen, bricht dann heimlich zusammen, darauf bedacht, dass niemand etwas merkt. Abgrundtiefe Verzweiflung halte ich da für wahrscheinlicher als einen Wutanfall, weil der ja eher im Affekt sofort in der Auslöse-Szene stattfinden würde, demnach Weinkrampf, eventuell verletzt sie sich selbst, sie entwickelt vielleicht wegen irgendetwas eine Art Selbsthass, möglicherweise hat sie auch eine Panikattacke, kann sich nicht mehr bewegen, etc. - die Tage danach könnten ein tiefes Loch bilden, an dessen Ende sie sich Methoden sucht, um herauszukrabbeln, anschließend könnten weitere Zusammenbrüche in abgeschwächter Form vorkommen, die sie dann besiegt, weil du ja eine Entwicklung haben willst. Am Ende sieht sie aber ein, dass sie das allein nicht immerzu schaffen kann, dass sie sich professionelle Hilfe suchen muss und deswegen geht sie zum Psychologen. Das muss natürlich nicht so ablaufen, aber das wären so meine Grundgedanken dazu.
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Offline traumfängerin

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #6 am: 19. April 2017, 21:58:41 »
@ Czara: Ich weiß, es ist schwer die wichtigen Infos zu filtern. Ich wollte einen Infodump vermeiden. Das Ganze spielt in der Großstadt in der Gegenwart. Sie will das Bild wahren, sprich die Beziehung zu ihrem Vater, die in Wahrheit die totale Katastrophe ist. Sie sehen sich kaum, reden nicht. Er enttäuscht sie am laufenden Band sagt Treffen ab etc.. Ich könnte sie wohl als harmoniebedürftig bezeichnen. Vielleicht ist das auch ein guter Punkt. Sie könnte ihren Vater hassen und ihm das auch zeigen. Aber er ist ja Schuld. Nicht sie.  Er versucht auch später sich zu bessern. Also liegt die Entwicklung wieder mehr beim Vater  :schuldig:
Aber das muss doch nicht so sein, dass die Entwicklung nur beim Vater liegt. Vielleicht möchte sie die Beziehung zu ihrem Vater ja nicht nur deshalb haben, weil sie den Schein wahren will, sondern auch deshalb, weil jedes Kind sich einen Vater wünschst. Das hast du mit dem harmoniebedürftig ja schon angedeutet. Ihre Entwicklung würde dann sein, dass sie anfangs eben immer noch hofft, jedes Mal, vor jedem Treffen, dass jetzt alles anders ist, dass sie eben noch dieses Kindliche in sich hat, das Bedürfnis danach einen Vater zu haben, und dann aber langsam erwachsen wird. Dass sie Enttäuschungen beginnt einzukalkulieren, dass sie sich innerlich von ihrem Vater lossagt, und dass sie die Erkenntnis gewinnt, dass sie ihn nicht braucht, um glücklich zu werden. Er selbst kann sich dann ja gerne auch noch bessern, aber das heißt überhaupt nicht, dass bei ihr keine Entwicklung stattfindet. Und sich von seinen Eltern zu emanzipieren ist etwas, das jeder Teenager auf die eine oder die andere Art und Weise durchmacht.

Offline Maubel

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #7 am: 19. April 2017, 22:11:46 »
Oh solche Zusammenbrüche können natürlich vielfältig sein. Angefangen vom simplen "plötzlich in Tränen ausbrechen und unfähig damit aufzuhören (für Stunden)" über solche, die anderen mehr schaden, a la "schlägt um sich" bis hin zur völligen Apathie (krankenhausreif). Natürlich können sich solche Zusammenbrüche auch schon vorher abzeichnen oder sie kann andere Extreme ausprobieren, um sich vorher unter Kontrolle zu kriegen - Image/Stylingwechsel, selbstverletzendes Verhalten o.ä. Kommt halt drauf an, was für eine Geschichte du erzählen möchtest.

Offline Denamio

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #8 am: 19. April 2017, 22:54:19 »
Hm, ist doch ein gutes Entwicklungspotential? Eventuell hilft es schon wenn man das mal umformuliert:
Zitat
Sie macht nahezu alles mit sich alleine aus, den Schein einer heilen Welt erhält sie aufrecht.

Das ist ihr Entwicklungspotential. Sie klammert sich an das Idyll einer Welt, die so nicht funktioniert. Also wäre von meinem Blickpunkt geradezu der zentrale Entwicklungspfad: Sie merkt, dass sie auf diese heile Welt nicht angewiesen ist.

Ich bin mal so frech und lese deinen Charakter mit meiner Brille. *brille auf*
Ihre Bezugsperson ist ihr Vater, der sich in Arbeit stürzt. Anders formuliert: Er "funktioniert". Tiefer geschaut versucht er scheinbar mit dem funktionieren eine heile Welt aufrecht zu erhalten. Arbeit ist eine Welt die er logisch nachvollziehen kann. Etwas, was seine Tochter dann genauso macht.
Du sagst sie ist stark, ich lese daraus: Sie funktioniert. Wie ihr Vater. Und wie beim Vater der damit schlussendlich nicht zurechtkommt und alles verkehrt macht, gerät auch sie an ihre Grenzen. Egal wie sehr sie der Außenwelt klarmacht: "ICH FUNKTIONIERE!", umso mehr bricht das mit der Zeit zusammen. Das kann sich dann in Szenen äußern wo sie nicht mehr funktioniert. Mal vergisst sie was, dann lässt sie wen stehen oder schreit eine Freundin an - und fühlt sich auch noch gut dabei. Schlussendlich gesteht sie sich ein, dass sie Hilfe braucht.
Da ist deine Entwicklung. An dem Punkt realisiert sie nämlich, dass sie nicht mehr funktioniert. Anders als ihr Vater erkennt sie ein Problem. Am Ende braucht sie die falsche heile Welt nicht mehr. Wo ihr Vater stehenbleibt, da geht sie im Leben weiter - ihren eigenen Weg. Und heilt dabei ihre Wunden. Am Ende ist sie einfach sie selbst. *brille ab*

So lese ich aus deiner Beschreibung deinen Charakter und sehe da ganz viel Entwicklung drin. Vom Bewältigungsmechanismus auf Teufel komm raus eine heile Welt aufrecht zu halten, zum Versuch das Verhalten des Vaters zu imitieren (siehe funktionieren), womöglich auch unbewusste Abscheu wenn sie gleiche Muster zwischen ihm und ihr entdeckt (bockig werden), hin zum Moment wo sie realisiert, dass sie Hilfe braucht.
Ich glaube da hat dich die vermeintliche Stärke deines Charakters geblendet, wie sehr sie leidet und sich entwickelt. :P

/edit: Fast vergessen, dieses stark sein wollen kann womöglich auch daher kommen, dass nach dem Tod zuviele ihr gesagt haben: Du bist so stark. Das war Zuspruch den sie gebraucht hat, aber je mehr der Tod der Mutter zurückliegt, umso weniger findet sie diese Aussagen. Andere erwarten dass sie längst darüber hinweg zu sein hat - ist ja lange her und sie ist ja so stark. Also prescht sie vorraus und tot so als ob.
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Offline Mrs.Finster

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #9 am: 20. April 2017, 17:33:36 »
Vielen Dank ihr Lieben  :knuddel: Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich denke es wird dieses: "Ich muss stark sein"-Ding, mit anschließendem Nervenzusammenbruch, um dann zu der Erkenntnis zu gelangen, dass es so nicht weitergeht. Das würde sich auch gut in den bisherigen Storyverlauf eingliedern.

@ Denamio: Deine Brille würde ich mir mal gerne ausleihen. Vielleicht sehe ich das nächste Mal dann klarer  :rofl:
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Offline Matthias

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #10 am: 25. April 2017, 11:35:48 »
Mir gefällt der Ansatz "Zusammenbruch" spontan auch sehr gut. Vielleicht schlummern gerade bei Personen, die alles mit sich selbst ausmachen und selbstbewusst auftreten, verborgene und starke Konflikte. Durch die Vatergeschichte und den Ansatz deiner Protagonistin einen Psychologen aufzusuchen, drängt sich dieser Gedanke förmlich auf. Viel Erfolg dabei. :-)
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Offline kathy

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #11 am: 25. April 2017, 22:58:30 »
Wenn sie probiert die heile Welt nach außen hin weiterzuerhalten, muss sie ja auch selber den Haushalt übernehmen, wodurch sie Verantwortung übernimmt. Vielleicht spiegelt sich das später zum Beispiel in der Schule wieder in dem sie viel Verantwortung übernimmt und anderen Leuten hilft und noch mehr Verantwortung übernimmt ohne über die Folgen nachzudenken. Das führt dann irgendwann dazu, dass sie sich von anderen Leuten und Freunden abschotten muss um all ihre Aufgaben noch meistern zu können. Vieleicht hat sie auch nur so viele Aufgaben aufgenommen um ihrem Vater zu beweisen, dass sie so viel schaffen kann. Aber der sieht sie immer noch nicht und zeigt ihr gegenüber ja keine Anerkennung.
Vielleicht bekommt sie durch die ständige Überlastung und möglichen Schulstress psychische Probleme wie Probleme die ihr irgendwann so zusetzten, dass sie komplett zusammenbricht (Weinkrämpfe, Ritzen,...) und am Ende beschließt, dass sie nicht mehr länger nur funktionieren möchte und ihr Leben beenden möchte.
Was dann zum Psychologin führt.

Offline Cailyn

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #12 am: 13. Mai 2017, 17:42:27 »
Es könnte zu ihr passen, dass sie nie gelernt hat, sich von anderen helfen zu lassen, aber irgendwann merken muss, dass es nicht schadet, wenn man sich helfen lässt. Das könnte sich in einer Freundschaft zeigen oder auch in einem Subplot mit einer Lovestory.

Offline Franzi M.

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Re: Charakterentwicklung eines Teenagers
« Antwort #13 am: 15. Mai 2017, 07:56:13 »
... ich plauder mal ein bisschen aus dem Nähkästchen, weil bei mir zuhause auch nicht alles Gold war was glänzt. Speziell im Kindes- und Teenageralter. Was mir extrem geholfen hat damals - von einer zu perfektionistischen, labilen Person zu einem stärkeren Menschen zu werden - war mein längerer Auslandsaufenthalt. Nicht um selbstständig zu werden, dass war ich vorher schon. Nein, einfach der Distanz wegen. Ich hab gelernt mal nur auf mich zu schauen, meinen Wünschen zu folgen und den Tag so zu leben wie ich das will. Keiner hat einen beeinflusst, man musste sich nicht ständig rechtfertigen und der AHA-Effekt kam, als ich gemerkt habe, dass um mich rum die Welt nicht zusammenbricht nur weil ich mal nicht so funktioniere wie man es gewöhnt ist. Ich habe auf diese Art und Weise meine Umwelt zu meinen Gunsten umerzogen. Vielleicht könnte deine Prota ja auch zusehen, dass sie etwas egoistischer wird und ihrem Vater eine Art "Denkzettel" verpassen bzw. ihn umerziehen.
"Dieser komische Moment, wenn du ein Wort korrekt schreibst, es aber falsch aussieht und du es so lange anstarrst, bis du seine bloße Existenz infrage stellst." (von unbekannt)

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