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Autor Thema: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)  (Gelesen 2715 mal)

Offline Maubel

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Ich hatte mal Lust wieder über etwas Weltenbau zu schnacken, daher ein kleines Leidenschaftsthema von mir.

Die ganz frühen Anfänge des Journalismus findet man im Alten Rom oder in China mit limitierten Auflagen von geritzten Steintafeln und ähnlichem. Mit dem Buchdruck Mitte des 15. Jahrhunderts kamen dann erst mal die Flugblätter auf, um über Events zu berichten, häufig auch mit Bildern aus Kupferstichen und Holzschnitten. Ein Jahrhundert später gabs dann in Italien die erste reguläre (monatlich in dem Fall) erscheinende Zeitung. Zeitungen haben maßgeblich dazu beigetragen, das Lesen und Schreiben in der Bevölkerung zu verbreiten und wie es ihrer Natur entspricht, waren sie eng mit den Events der damaligen Zeit verknüpft.

Aber wie sieht es mit Fantasywelten aus? Oft gibt es zwar Bücher, aber wo sind die Flugblätter und die Zeitungen?

Ich habe ja für Journalismus schon immer eine Schwäche gehabt und bin aktuell dabei auch mein Fantasywerk mit einer schriftlichen Nachrichtenverbreitung auszustatten und irgendwann will ich einmal ein Buch schreiben, dass diesen Rennaissance-Journalismus als Fokus hat. Theoretisch müsste eine Zeitung ja den Plot begleiten, schließlich sind die Plotpunkte doch die Events der Fantasywelt. Der Held kann diffamiert werden oder in hohen Tönen gelobt. Es kann geklatscht, manipuliert und Propaganda vertrieben werden, aber auch sinniert, kritisch hinterfragt und eben berichtet. Dadurch entwickelt sich noch ein ganz eigener Flair und vielleicht sogar ein Druck auf die diversen hohen Fürsten und Königstöchter, Bastarde und Politiker. Ich finde es zumindest spannend.

In Ravenblood gibt es eine Zeitung, die mit Sonderblättern, Straßenjungen und Headline-Schreiern daher kommt. Sie ist unabhängig aber nicht gefeit vor Bestechungen oder interner Korruption. Hauptsächlich benutze ich sie auch als Stimme der Bevölkerung (Panik, Befürchtungen, Wut) und meine Helden müssen durchaus befürchten sich wieder mal kritisch betrachtet auf dem Titelblatt wiederzufinden ("Warum haben die das Problem immer noch nicht im Griff?"). Ich hatte auch mit den Gedanken gespielt, eine meiner Frauen heimlich Kolumnen in der Zeitung zu veröffentlichen, aber der Plotpunkt musste leider anderen weichen. Ich bin jetzt aber noch am Überlegen, wie ich die Zeitung präsenter machen kann, ohne es zu übertreiben.

Hat noch jemand Zeitungen oder ähnliches in seinen Fantasywelten? Wenn ja,
- welche Form nimmt euer Journalismus an (Einzelne Events, regelmäßige Zeitschriften)?
- nehmen eure Zeitungen Einfluss auf den Plot oder sind sie nur Teil des Hintergrunds?
- aus welcher Bevölkerungsschicht stammen eure Journalisten und für wen schreiben sie?
- sind sie objektiv oder haben sie einen gewissen "Bildungs"auftrag?
- wie wird eure Zeitung vertrieben?
- gibt es Besonderheiten in der Herstellung?

Ich bin gespannt, welche Ideen andere dazu verarbeitet haben oder sich vielleicht frisch inspiriert fühlen :)



Liste von Beispielen in der Literatur:
mehrere Autoren - Isrogant-Reihe (Edöer Tageblatt, Isrogant Bote)
Terry Pratchett - Die ganze Wahrheit (Ankh-Morpork Times)
JK Rowling - Harry Potter Reihe (Tagesprophet, Quibbler, anderes)
   

Offline Dämmerungshexe

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #1 am: 25. August 2016, 21:16:50 »
Ich habe ein Setting, das irgendwo zwischen Steampunk und Magie herum Geister, angelehnt an das ausgehende 19. Jahrhundert. Da soll eine Zeitung durchaus eine Rolle spielen und einer der Hauptfiguren gibt sich als Journalist aus. Aber bisher habe ich mir keine großen Gedanken gemacht.

Was ich da spannend fände wäre zum Beispiel die Inhalte so einer Zeitung nicht im Text zusammenzufassen, sondern einfach immer wieder eine Zeitung zweite mit den wichtigen Artikel sozusagen “im Original“ abzudrucken - oftmals sind ja auch die Zusammenstellungen der verschiedenen Themen und Texte auf so einer Seite eine “Botschaft“ (wenn zB ein Artikel über den Herrscher gebracht wird aber eine Randnotiz über einen Affen in Zoo daneben steht, mit Bild).
„So basically the rule for writing a fantasy novel is: if it would look totally sweet airbrushed on the side of a van, it’ll make a good fantasy novel.“ Questionable Content - J. Jacques

Offline Jen

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #2 am: 25. August 2016, 21:17:36 »
Ich erwähne flott mal @heroine und verschwinde wieder.  :vibes: (Ich sag später was dazu)

Offline Maubel

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #3 am: 25. August 2016, 21:34:05 »
Was ich da spannend fände wäre zum Beispiel die Inhalte so einer Zeitung nicht im Text zusammenzufassen, sondern einfach immer wieder eine Zeitung zweite mit den wichtigen Artikel sozusagen “im Original“ abzudrucken - oftmals sind ja auch die Zusammenstellungen der verschiedenen Themen und Texte auf so einer Seite eine “Botschaft“ (wenn zB ein Artikel über den Herrscher gebracht wird aber eine Randnotiz über einen Affen in Zoo daneben steht, mit Bild).

Oh das klingt schön und interessant. Im ersten Band meiner Reihe habe ich eine Botschaft in den Anfangsbuchstaben des letzten Satzes versteckt (der schwerste Satz, den ich schreiben musste) und hatte lange überlegt, ob die Charaktere die Lösung verraten oder nur andeuten, dass es da eine Nachricht gibt und der Leser selber ein wenig rätseln muss, welche den nun. Habe mich dann für letzteres entschieden, aber die Idee durch die Aufteilung der Seite Botschaften oder Meinungen deutlich zu machen, gefällt mir auch. Ich gebe zu, ich habe ja jahrelang Fake-Zeitungen für meine Geschichten geschrieben.
   

Offline Fianna

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #4 am: 25. August 2016, 22:21:25 »
Meine Plots spielen immer vor der Erfindung von Schiesspulver und Buchdruck. Ich lese es aber sehr gerne, wenn die Zeitungsausschnitte einen Mehr-Wert enthalten, also beispielsweise propagandistische Züge tragen oder sonstige Anspielungen auf historisches Zeitgeschehen geben. Wenn man diese nicht nur historisch anlehnt oder ironisch aufgreift, sondern diese Prinzipien und Mechanismen hinter dieser Technologie mit allen Konsequenzen in den Weltenbau einbaut (so dass der Leser nicht direkt an ein prominentes Beispiel denkt, sondern es wirklich organisch eingearbeitet ist), das ist die Königsklasse.
Ich bin aber auch recht leicht zufrieden zu stellen, wenn eine Fehlinformation in der Zeitung den Plot beeinflusst oder einfach zu einem Running Gag in der Interaktion während der Queste wird, das reicht mir auch schon. Vielleicht, weil es so wenige Beispiele gibt, die ich in einer Fantasywelt kenne.

Das einzige, was mir aus Lesersicht nicht gefällt, ist die bloße Informationsverabreichung ohne Mehrwert. Auch wenn es sich nicht zum Infodump auswächst. Das sind verschenkte Möglichkeiten, man kann das so toll ausnutzen, auf so vielfältige Weisen, wenn es nur Informationsverabreichung ist - dann mache ich in meinem Kopf ein Minuszeichen.


Offline canis lupus niger

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #5 am: 25. August 2016, 22:35:30 »
Es ist nicht meine Erfindung, weil ich in der Welt von Isrogant nur ein Quereinsteiger bin, aber da Heero aus Zeitmangel seit Längerem hier viel zu abstinent ist, erlaube ich mir einfach mal, die Presseerzeugnisse von Isrogant vorzustellen.

Der Ursprung der Reihe ist ein altes pen-and-paper-Rollenspiel, das die Isrogant-Erfinder Heero Miketta und Gerhard Ludwig schon als Schüler ins Leben gerufen haben. Der aktuelle Spielstand mit allen Neuigkeiten aus allen Regionen des fiktiven Kontinents Isrogant wurde seinerzeit in Form einer Zeitung, des "Edöer Tageblatts" an die Mitspieler weitergegeben.

Als die Ideen Jahrzehnte später für die inzwischen drei Anthologien und fünf Romane wieder aufgegriffen wurden, bekam auch das "Edöer Tageblatt" seinen Platz darin. Es handelt sich um eine elitäre Zeitung, die isrogant-weit vor allem von Größen aus Politik und Wirtschaft (oder solchen Zeitgenossen, die sich dafür halten) gelesen wird. Als Konkurrenz dazu wurde der "Isroganter Bote" einer eigens gegründeten Nachrichtengilde ins Leben gerufen, ein Informationsmedium auch für das einfache Volke, das nicht nur als Druckwerk an die Leser verkauft wird, sondern auch an bestimmten Plätzen als Wandzeitung veröffentlicht wird. Wie man sich denken kann, wird in diesem Blatt vieles anders dargestellt, als in der Zeitung der Reichen und Schönen. Im letzten Band der Trilogie "Reisende", "Diktatur", müssen sich die handelnden Charaktere auch immer wieder mit den teils heftigen Kritiken an ihrer Politik auseinandersetzen. Andererseits erhalten sie auch immer wieder Hinweise auf bedenkliche Ereignisse und Stellungnahmen aus dem In- und Ausland.

In meinem Isrogant-Roman "Flammen über Drachstaad" erfährt einer der Perspektivträger etwas Wichtiges aus dem "Isroganter Boten", was ihn aufrüttelt, sich endlich in die politische Entwicklung einzubringen. Die Zeitung hat also auch hier eine plotrelevante Bedeutung.

Für den BuCon-Auftritt des Isrogant-Teams 2014 (glaube ich), wurde sogar extra eine Ausgabe des "Isroganter Boten" erstellt, die immer noch über die Facebookseite von Isrogant unverbindlich als pdf heruntergeladen werden kann. Falls jemand mal gucken möchte: https://yadi.sk/i/OYrutJ3lbwdup


Im Zusammenhang mit Journalismus in Fantasy-Büchern möchte ich auch gerne an Terry Pratchetts Scheibenwelt-Roman "Die ganze Wahrheit" erinnern, der sich inhaltlich mit der Einführung der Druckkunst mithilfe beweglicher Lettern und mit der Entstehung einer Zeitung, der "Ankh-Morpork Times, beschäftigt. Die Wahrheit macht frech! (War ursprünglich ein Druckfehler, aber: "Nein, lass es so!")


Offline Maubel

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #6 am: 25. August 2016, 22:47:02 »
Meine Plots spielen immer vor der Erfindung von Schiesspulver und Buchdruck. Ich lese es aber sehr gerne, wenn die Zeitungsausschnitte einen Mehr-Wert enthalten, also beispielsweise propagandistische Züge tragen oder sonstige Anspielungen auf historisches Zeitgeschehen geben. Wenn man diese nicht nur historisch anlehnt oder ironisch aufgreift, sondern diese Prinzipien und Mechanismen hinter dieser Technologie mit allen Konsequenzen in den Weltenbau einbaut (so dass der Leser nicht direkt an ein prominentes Beispiel denkt, sondern es wirklich organisch eingearbeitet ist), das ist die Königsklasse.

Kannst du das noch etwas erläutern? Ich bin mir nicht sicher, dass ich verstanden habe, was du mit einem prominenten Beispiel oder den Prinzipien und Mechanismen meinst. Eine Ahnung, aber ich frage lieber nach.

Ich bin aber auch recht leicht zufrieden zu stellen, wenn eine Fehlinformation in der Zeitung den Plot beeinflusst oder einfach zu einem Running Gag in der Interaktion während der Queste wird, das reicht mir auch schon. Vielleicht, weil es so wenige Beispiele gibt, die ich in einer Fantasywelt kenne.

Das einzige, was mir aus Lesersicht nicht gefällt, ist die bloße Informationsverabreichung ohne Mehrwert. Auch wenn es sich nicht zum Infodump auswächst. Das sind verschenkte Möglichkeiten, man kann das so toll ausnutzen, auf so vielfältige Weisen, wenn es nur Informationsverabreichung ist - dann mache ich in meinem Kopf ein Minuszeichen.

Ja, das finde ich auch wichtig. In meinem Fall hat das tatsächlich maßgeblich den Plot beeinflusst und zwar nicht, weil sie jetzt Infos hatten, sondern eben Hinweise etc. und es hat erheblichen Druck auf die Charaktere ausgeübt, so unter sofortiger Bewertung zu stehen. Aber auch als Atmosphäre finde ich es schön. Der Straßenschreier in der Ecke ...

Als die Ideen Jahrzehnte später für die inzwischen drei Anthologien und fünf Romane wieder aufgegriffen wurden, bekam auch das "Edöer Tageblatt" seinen Platz darin. Es handelt sich um eine elitäre Zeitung, die isrogant-weit vor allem von Größen aus Politik und Wirtschaft (oder solchen Zeitgenossen, die sich dafür halten) gelesen wird. Als Konkurrenz dazu wurde der "Isroganter Bote" der Nachrichtengilde ins Leben gerufen, ein Informationsmedium auch für das einfache Volke, das nicht nur als Druckwerk an die Leser verkauft wird, sondern auch an bestimmten Plätzen als Wandzeitung veröffentlicht wird. Wie man sich denken kann, wird in diesem Blatt vieles anders dargestellt, als in der Zeitung der Reichen und Schönen.

Der Konflikt von verschiedenen Medien ist auch sehr interessant. Wenn ich tatsächlich mal ein Zeitungsfokussierteres Buch schreibe, kommen da bestimmt auch solche Konkurrenzen hin. Ich fände das auch interessant, wenn man als Leser nicht genau weiß, welche Geschichte man denn nun glauben soll und die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt, beide Versionen aber erst mal plausibel klingen.

Für den BuCon-Auftritt des Isrogant-Teams 2014 (glaube ich), wurde sogar extra eine Ausgabe des Isroganter Boten erstellt, die immer noch über die Facebookseite von Isrogant unverbindlich als pdf heruntergeladen werden kann. Falls jemand mal gucken möchte: https://yadi.sk/i/OYrutJ3lbwdup

Schick! Sogar mit Interviews und Kochrezepten. Fehlen ja nur noch die Rätsel ;)
   

Offline Fianna

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #7 am: 25. August 2016, 23:47:10 »
Kannst du das noch etwas erläutern? Ich bin mir nicht sicher, dass ich verstanden habe, was du mit einem prominenten Beispiel oder den Prinzipien und Mechanismen meinst. Eine Ahnung, aber ich frage lieber nach.
Also, mit prominentem Beispiel meine ich, dass ich einen fiktiven Zeitungstext lese und sofort einen Begriff oder ein Ereignis ganz präsent im Kopf habe. Wenn es beispielsweise um Rufmord geht, dann habe ich vielleicht "Die Ehre der Katharina Blum" im Kopf, weil Ursache und Wirkung mehr oder weniger komplett 1:1 übernommen worden sind. Oder die Zeitung wird als Sprachrohr der Regierung dargestellt, aber auf eine solche Art und Weise, das man die vielen anderen historischen Beispiele vergisst und direkt das Wort "Nazi" im Kopf aufblinkt, weil es diesbezügliche Marker gibt, wie das Medium verwendet wurde.
Das finde ich grundsätzlich nicht schlimm, ich mag es, wenn für historisch, klassisch-literarisch oder politisch interessierte Leser eine weitere Verständnisebene auftaucht. (Bei Politik und Literaturklassikern ist mir das auch nicht immer komplett zu erschließen, aber ich mag es, wenn ich einen Text nach ein paar Jahren erneut lese und sich auf einmal neue Bedeutungen auftun.)

Für das andere habe ich kein konkretes Beispiel, denn ich habe ehrlich gesagt noch kein Fantasybuch gefunden, das sich so stark damit auseinandersetzt und es in die Handlung einbindet. Ich fände es übrigens sehr schön, wenn Du Deine Editier-Funktion im Eingangsposting dazu nutzt, veröffentlichte Beispiele zu nennen. Pratchett und Isrogant kann ich mir ja gut merken (ersteres habe ich schon mehrfach gelesen), aber vielleicht kommt ja noch eine Masse an Beispielen. :)

Das hängt stark mit dem Weltenbau zusammen, inwiefern der Autor verschiedene Bausteine zu einer eigenen Welt zusammengebastelt hat. Oft gibt es ja ganz stark eine Leitkultur, die erkennbar ist, oder wenn etwas Neuartigeres konstruiert wird, dann passen die einzelnen Bausteine nicht so ganz zusammen. Wenn man außerhalb von "Der Held läuft hierhin, benutzt jenes und findet dort Hilfe" hinaus denkt, sich das Ganze vorstellt, vielleicht sogar, wie es (laut Plot) über einen langen Zeitraum so als Land / Stadt existiert hat - das passt nicht. Das ist unlogisch.
Ich kann es schwer erklären. Ich finde, Weltenbau hat viel mit einem Uhrwerk zu tun. Wenn alles zusammen passt, dann können sich die Rädchen drehen, aber wenn sie falsch positioniert sind, dann läuft das einfach nicht. Ich benutze das, was Maja mal als Domino-Methode zu ihrem Plotten erklärt hat, als Rückwärts-Probe für meinen Weltenbau. (Dann stelle ich beispielsweise fest, dass ich ein Machtvakuum und dazu einen starken Part, wie z.B. das Militär, habe, und mein Setting nicht funktionieren kann. Denn das für den Plot notwendige Machtvakuum würde gar nicht so lange existieren, weil das Militär würde diese Lücke füllen. Lösung: ich muss diesen Bereich, im Beispiel ein Stadt-Staat, irgendwie entmilitarisieren.)
Das klingt jetzt vermutlich gerade, als würde ich fürchterlich vom Thema abkommen. Aber das ist genau der Punkt, den ich meine: wenn ein Autor auf diese Weise seine Arbeit in den Weltenbau gesteckt hat, und dabei die einzelnen Bausteine richtig miteinander verzahnt hat wie ein Puzzle, dann hat er auch diesen Journalismus-Teil auf eine Art und Weise in seinen Plot eingepasst, dass ich mir nicht denken kann "Ha, Nazi!".
Also, vielleicht denke ich das, aber dann stutze ich, dann fallen mir verschiedene Dinge auf, die nicht passen, und vielleicht andere Sachen, die einen ironischen Anklang bilden oder auf dieses totalitäre Bild reagieren und dann ist das einfach toll umgesetzt, alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die es für den Plot bietet... Weil der Autor beim Weltenbau sich genau überlegt "Wenn A, dann B... Ich habe kein A, sondern C, also verknüpfe ich das mit Z" und dann kommt etwas dabei heraus, was man nicht 1:1 irgendwo anders in der menschlichen Kulturgeschichte wieder findet, weil der Autor die Abhängigkeiten von seinen einzelnen Bausteinen in einen Zusammenhang setzt und sie in einem dynamisches Miteinander verknüpft... dann ist es richtig organisch in die Welt eingebunden und nicht Anklang an irgendwas Bestehendes. (Das soll jetzt nicht abwertend klingen. Ich finde auch historische oder politische Subebenen toll, das habe ich ja schon eingangs geschriebenl.)

Im Bereich Journalismus habe ich das als Leser leider bisher nicht bemerkt, nur bei anderen Elementen. Aber journalistische Texte im Buch selbst als Zitat, das ist ja auch recht ungewöhnlich. Mir fallen gar nicht so viele Bücher ein, die das machen.


Ja, das finde ich auch wichtig. In meinem Fall hat das tatsächlich maßgeblich den Plot beeinflusst und zwar nicht, weil sie jetzt Infos hatten, sondern eben Hinweise etc. und es hat erheblichen Druck auf die Charaktere ausgeübt, so unter sofortiger Bewertung zu stehen. Aber auch als Atmosphäre finde ich es schön. Der Straßenschreier in der Ecke ...
Ja, das habe ich vorhin unterschlagen, aber die Zweitverwertung (mündliche Weitergabe von jemandem, der es gelesen hat - es gibt ja auch angeschlagene Zeitungen, die kann man gar nicht mitnehmen) ist auch ein schönes Detail, was man bei Journalismus verwenden kann.
Oder drei Leute, die dasselbe gelesen haben, aber unterschiedlich verstehen. Z.B. springt einer mehr auf die Absicht an, die mit dem Artikel verfolgt wird (z.B. Ressentiments säen), oder einer pickt sich eine Information raus, die eigentlich vollkommen nebensächlich war... Normalerweise wird so etwas eher auf Ethnien oder Geschlecht hin umgesetzt (jetzt nicht bei Zeitungsartikeln, sondern mit dem 'nebensächlich vermittelte Informationen als wesentlich heraus picken und zum Thema machen'), aber ich stelle mir das ganz lustig vor, wenn eine Person auf einen Beruf oder eine gesellschaftliche Stellung bezogen immer irgend etwas diesbezügliches aus so einem Artikel heraus pickt. Egal, wie wenig es thematisiert ist oder wie wichtig (bzw. unwichtig) es für den Gesamtzusammenhang ist. Oder auch das Fehlen solcher Bezüge. Entweder weil die Person selbst zu dieser Gruppe gehört, oder weil diese gewissermaßen das Feindbild darstellt. Ich habe irgendwie gerade eine Heldentruppe im Kopf, die ihren neuesten Informationsgewinn via Zeitungsartikel bespricht und in die Stille dröhnt einer (so engagiert wie der Vietnam-Typ im Big Lebowski): "Und wo waren die?? [Militärs, Bauern, Großgrundbesitzer, wer auch immer]" und aus der Abwesenheit einer Gruppe, aus der Nicht-Erwähnung im Artikel, um zwei Ecken gedacht auf eine eher absurde Weise einen Bezug zu seinem/ihrem Thema herstellt und darüber wettert...
... ich weiß nicht, ob das außerhalb meines Kopfes auch lustig wirkt. Das wäre für mich, gut umgesetzt, jetzt ein positives Beispiel für einen Running Gag über dieses Medium.
Jetzt warte ich drauf, dass alle anderen sagen, sie verstehen nicht, was daran lustig ist.  ;D

Wir brauchen wirklich eine Liste mit veröffentlichten Büchern, die das Element Journalismus aufgreifen, nun habe ich richtig Lust bekommen, eines zu lesen.


Offline Maubel

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #8 am: 26. August 2016, 07:54:25 »
Bisherige Liste ist im Eingang angehängt. Weitere Vorschläge gerne an mich. Ich finde nämlich auch, dass das ein Aspekt ist, der oft im Weltenbau unter den Tisch fallen gelassen wird (oft zugunsten von Herolden).

Wir brauchen wirklich eine Liste mit veröffentlichten Büchern, die das Element Journalismus aufgreifen, nun habe ich richtig Lust bekommen, eines zu lesen.

Na, dann muss ich schneller schreiben ;)

Danke für die Erläuterungen, @Fianna, dann hatte ich doch richtig gedacht, dass du mit Beispielen zu stark an reale Begebenheiten orientiert meinst. Ich gebe dir übrigens völlig recht, dass auch so eine Zeitung organisch in der Welt drin sein muss und nicht oben aufgesetzt. Dazu finde ich es wichtig sich zu fragen:
- Wer schreibt die Zeitung?
- Welchen Zweck verfolgt die Zeitung? Information, Meinungsbildung, Kritik...
- Aus welchem Grund hat sich die Zeitung entwickelt?
- Aber auch: Hat sich die Zeitung entwickelt? Ist sie womöglich weit abgekommen von ihrem ursprünglichen Thema?

Auch Fragen zur Pressefreiheit und möglicher Zensur sollten bei der Erstellung eine Rolle spielen.

Ach und keine Sorge, ich fände das auch witzig in dem Kontext, wenn sich das auch im Rest des Buches wiederspiegelt.
   

Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #9 am: 26. August 2016, 09:38:02 »
Für mich hängt Journalismus eng mit Pressefreiheit zusammen, ich habe dazu einen tollen Gastartikel von Carmilla de Winter auf dem Weltenschmiede-Blog: Unter anderem mit Terry Pratchet und Harry Potter als Beispiel.

In einer meiner Romanwelten hat eine junge Frau, die Teil einer Untergrundorganisation ist (und später Anführerin wird), eine Exilzeitschrift ins Leben gerufen (in ihrer Heimat illegal, überall sonst kriegt man die). Die Zeitschrift ist dann von einem simplen Flugblatt zu einem größeren Ding herangewachsen, weil Leute angefangen haben, anonym unter Pseudonymen Beiträge einzureichen, in denen sie darüber berichten, wo es sonst noch in meiner Romanwelt Ungerechtigkeit gibt und was man dagegen.
Sobald meine junge Frau dann an der Macht ist, wird das Ganze umgekehrt - und die vorher verbotene Zeitschrift wird das hauptsächliche Staatsmedium.
Ich weiß nicht, wie plausibel das ist, aber vorerst ist das im Weltenbau so drin :)
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Offline canis lupus niger

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #10 am: 26. August 2016, 10:30:35 »
@Evanesca, für mich klingt das nach einer sehr gut machbaren Idee, je nachdem, wie Du die Entwicklung begründest und realisierst.

Grundsätzlich habe ich noch nicht viele Fantasy-Werke gelesen, in denen Journalismus eine Role spielt. Das wird aber vermutlich daran liegen, dass ich überwiegend High Fantasy lese, in die das allein vom kulturellen Kontext nicht hinein passt.

Aber wenn ich über die Aspekte nachdenke, die u.a. von Maubel und Fianna genannt wurden, dann scheint mir, dass man mithilfe von Journalismus wunderbar arbeiten kann. So, wie ich über Dialoge oder Briefe Informationen in meine Geschichte einbringen kann, die einer anderen Person, einer anderen Perspektive entstammen, mit all deren subjektiver Einfärbung, kann ich das auch über eine Zeitung, eine Fernseh- oder Radiosendung oder einen Internet-Post tun. Ich kann quasi eine Parallelwelt zu der Erlebniswelt meines Perspektivträgers darstellen, sei es eine Welt der Normalität gegenüber dem erlebten Wahnsinn, sei es eine Welt des Chaos gegenüber dem persönlichen Versuch, einfach möglichst normal zu leben. 

Ach, in diesem Augenblick fallen mir weitere prominente Beispiele ein. In den Tributen von Panem spielt das Fernsehen eine sehr bedeutende Rolle, von der Unterdrückung der Menschen in den Distrikten über die Gewinnung von Fans und somit Sponsoren für die Tribute bis hin zu der Nutzung des Fernsehens durch den Widerstand. In Stephen Kings Menschenjagd, verfilmt als "Running Man", stellen die gesteuerten Medien den Kandidaten als niederen, verbrecherischen Charakter dar, der es verdient, zur Strecke gebracht zu werden, obwohl er sich aus einer Notlage heraus freiwillig gemeldet hat. Auf diese Weise (und durch die Auslobung einer Kopfprämie) werden die Fernsehzuschauer motiviert, sich als Denunzianten an der Jagd zu beteiligen. Das wird im Film inhaltlich sehr anders dargestellt, die Aussage bleibt aber grundsätzlich die gleiche. In Stephen Kings The last stand versucht die Regierung bis zum letzten Moment eine Mediensperre über die Ausbreitung der Seuche durchzusetzen. Mit allen Mitteln.
Und in einem alten Roman des von mir sehr geschätzten James Clavell, Noble House, ist ein junger Journalist sehr geknickt, weil sein Vorgesetzter ihm verbietet, weiter an einer investigativen Artikelreihe zu arbeiten. Der Hauptcharekter des Romans (mit dessen Tochter der Journalist befreundet ist) rät ihm sich damit zu beschäftigen, warum der Chefredakteur diese Anordnung erteilt hat, wer Vorteile dadurch hat. Den Spruch "cui bono" - Wem nützt es? - habe ich aus diesem Roman gelernt. Ist eher ein Thriller und keine Fantasy und der Journalismus spielt auch nur eine untergeordnete Rolle, ich fand es aber, wie man hier sieht, trotzdem beachtenswert.

So gesehen wäre z.B. auch mithilfe von mehr oder weniger unabhängigem Journalismus darstellbar, wie mächtig, ein Charakter oder ein Regime ist, wie weit zu gehen bereit, oder aber im Gegenteil wie hilflos ausgeliefert jemand sein kann.

Offline Maubel

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #11 am: 26. August 2016, 10:45:36 »
Grundsätzlich habe ich noch nicht viele Fantasy-Werke gelesen, in denen Journalismus eine Role spielt. Das wird aber vermutlich daran liegen, dass ich überwiegend High Fantasy lese, in die das allein vom kulturellen Kontext nicht hinein passt.

Ich muss dir da mal ein wenig widersprechen. Sicher passt es nicht in jedes High Fantasy Werk aber wie ich im Eingangspost schon erwähnt habe, war unser Mittelalter und dann natürlich vor allem die frühe Neuzeit nicht frei von Medien. Es gab Holzschnitte und Kupferstiche und früher auch Steintafeln, die auf Plätzen aufgestellt wurden. Laut Wikipedia hatten die Chinesen im dritten Jahrhundert sogar Mitteilungen auf Papier. Sicher ist das mit dem heutigen globalen Journalismus nicht zu vergleichen, aber ich finde, es gibt der Welt noch mal ein wenig mehr Geschmacksfarbe.

Journalismus in Urban Fantasy oder anderen modern angelegten Romanen möchte ich in dieser Diskussion übrigens ausklammern. Von echten Parallelwelten/gesellschaften wie Harry Potter abgesehen. Hier geht es um den Journalismus als konkreten Teil des Weltenbaus, nicht die Rolle der Presse in Büchern.
Panems Pitch beruht ja auf Casting Show vs Gladiatorenkämpfe - Die Verwendung und Manipulation ... die ganze Show hinter der Sendung und natürlich auch Politik ist wirklich interessant, und ein gutes Beispiel, wie so ein Medienfokus im Plot aussehen kann, wenn er mir als Fernsehshow jetzt auch zu modern ist.
   

Offline canis lupus niger

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #12 am: 26. August 2016, 15:00:57 »
Sicher passt es nicht in jedes High Fantasy Werk aber wie ich im Eingangspost schon erwähnt habe, war unser Mittelalter und dann natürlich vor allem die frühe Neuzeit nicht frei von Medien. Es gab Holzschnitte und Kupferstiche und früher auch Steintafeln, die auf Plätzen aufgestellt wurden.

Ja, klar gab es Wege der Informationsverbreitung, aber in den der HF vergleichbaren Zeitaltern in der der Realität konnte die breite Masse der Bevölkerung nun mal nicht schreiben. Da fand Informationsweitergabe nicht in Schriftform statt, sondern in Form von verbaler Sprache und Bildern. Ausrufer für öffentliche Bekanntmachungen, Verbreitung populärer Ereignisse in Form von Schauspielen oder Balladen durch Schausteller, nicht zu vergessen die Predigten in der Kirche. Bildstöcke in Kirchen oder an anderen öffentlichen Plätzen zeigten ebenfalls die Sicht auf Ereignisse, die von der Oberigkeit gewollt war.

Natürlich muss sich kein Fantasy-Autor an eine Realität der europäischen oder anderen Geschichte halten und kann seine Welt so gestalten, wie er das möchte. Aber in sich muss diese Welt schon stimmig sein, und mit der Fähigkeit der Bevölkerung zu lesen und zu schreiben verliert eine staatliche oder religiöse Obrigkeit ihr Wissensmonopol. Oder sie muss sich dieses durch den Verbot privaten Bücherbesitzes sichern. In einer Welt, in der es Zeitungen gibt, können die Menschen lesen, sonst wäre die Presse sinnlos. Dann muss aber eine Regierung entweder so freiheitlich sein, dass sie ihren Bürgern erlaubt, diese Zeitung nach Belieben zu lesen, oder sie muss die Kontrolle über das haben, was in der Zeitung steht. Oder sie bekämpft die Verbreitung unzensierter Nachrichten und die Journalisten arbeiten illegal.  Illergale Druckerzeugnisse sind mit relativ wenig Aufwand herzustellen und zu verbreiten. Niemand weiß, wer das Erzeugnis schon alles gelesen hat, oder woher es kommt. Jeder kann den Inhalt der Nachricht aufnehmen und das Erzeugnis weitergeben oder vernichten. Nachrichtenfluss zu kontrollieren ist schwierig in einer Welt, deren Bewohner lesen können.

Mal angenommen, die Masse der Bevölkerung könnte nicht lesen. Jede Information müsste mündlich auf Treffen (Schule, Gottesdienste, Versammlungen, Geheimtreffen, einzeln hinter vorgehaltener Hand etc.) weitergegeben werden. Jeder, der die Information bekommt, weiß im Prinzip, von wem er sie bekommen hat, bzw. wer sie mit ihm bekommen hat. Er könnte es weiter erzählen, zum Beispiel einem Polizisten. Eine Art Medium, um gesprochene Nachrichten zu verbreiten (Fernsehen, Radio, Funk, Kristallkugel) wäre aufwändig, und illegal möglicherweise nur schwierig zu benutzen. Schwieriger zumindest als eine Druckerpresse, stelle ich mir vor. Aber das wäre von der jeweiligen Welt abhängig. Vielleicht besitzt jeder Haushalt ein Empfangsgerät/eine Kristallkugel und es braucht nur einen fähigen Telepathen oder Magier, um die Nachricht dort hinein zu bekommen. Vielleicht aber auch besteht ein Monopol auf die Mittel, wie man die Nachrichten in die Empfangsgeräte hinein bekommt. Ein Autor müsste sowas halt alles genau überlegen und ausarbeiten.



Offline Maubel

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #13 am: 26. August 2016, 15:15:55 »
Mit dem Lesen hast du natürlich recht, allerdings konnten zum Zeitpunkt, an dem das in Europa mit den Zeitungen los ging, nämlich im 16. Jahrhundert noch sehr wenige lesen. Was dann passierte, waren natürlich mehrere parallele Prozesse. Zeitungen gab es mit geringer Auflage. Mehr Menschen lernten lesen. Bildung wurde wichtiger. Mehr Zeitungen wurden gebraucht. Bis wir aber da ankommen, wo tatsächlich 90% lesen können und Zeitungen Massenware, sind mehrere Jahrhunderte vergangen. Als Fantasyautor kann man aber ruhig einen Punkt in diesem Prozess auswählen. So eine High Fantasy Welt sollte ja auch nicht unbedingt statisch sein. Aber du siehst schon, ich entwickel meine Fantasywelten lieber mit Blick auf die Neuzeit.  ;D
Dieses Zeitalter der Entdecker, der Aufklärung und des Aufbruchs finde ich besonders spannend. Aber auch viele andere Autoren bewegen sich ja durchaus zwischen den Zeiten, wenn es darum geht, ihre Welt zusammen zu bauen - das muss natürlich in sich logisch sein. Zeitungen, die keiner lesen kann, sind Unsinn. Literaturzirkel, wenn es nur in der Kirche Bücher gibt, bringen es jetzt auch nicht.
Und die Religion mag zwar ihr Wissensmonopol verlieren und ihren EInfluss auf 100% der Bevölkerung, aber wie man heutzutage sieht, gibt es durchaus auch in der Moderne Religion mit großem Einfluss, aber das ist ein anderes Thema.

Um es noch mal hervor zu heben: es muss nicht jeder lesen können, um eine Zeitung sinnvoll einzubinden.
Aber es geht wohl einher damit, dass die Verbreitung von Schriftlichem zu einer Entwicklung im Bildungssystem führt, zumindest für die, die es sich leisten können erst mal.
   

Offline canis lupus niger

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Re: Journalismus in Fantasywelten (Flugblätter, Zeitungen und Co.)
« Antwort #14 am: 26. August 2016, 20:42:48 »
Dieses Zeitalter der Entdecker, der Aufklärung und des Aufbruchs finde ich besonders spannend. Aber auch viele andere Autoren bewegen sich ja durchaus zwischen den Zeiten, wenn es darum geht, ihre Welt zusammen zu bauen - das muss natürlich in sich logisch sein. Zeitungen, die keiner lesen kann, sind Unsinn. Literaturzirkel, wenn es nur in der Kirche Bücher gibt, bringen es jetzt auch nicht.
Damit hast du natürlich zu 100% recht. So ähnlich ist es in Isrogant auch, nur dass es dort in den verschiedenen Regionen noch zusätzlich verschieden fortschrittliche Kulturen und verschieden moderne, bzw. tolerante Staaten gibt. Deshalb passt da auch so etwas wie Journalismus hinein.

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