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Autor Thema: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt  (Gelesen 14168 mal)

Offline Nadine

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #30 am: 16. April 2015, 22:29:33 »
Um noch einmal auf das Thema SF zurückzukommen: http://www.piper.de/aktuelles/news/science-fiction-bei-piper
;)
Piper richtet eine ganze neue Sparte ein und plant Plakatwerbung. Dazu auch noch in den Branchennews: http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2015/04/16/mehr-platz-fuer-die-zukunft.htm

Edit: Dazu noch der Verweis auf die Diskussion zur Pressemitteilung bei SF-Fan.de: http://forum.sf-fan.de/viewtopic.php?f=25&t=8826
Knaur und Fischer haben ja ebenfalls ein SF-Programm angekündigt.
:haj: Hai-Fantasy ist immer Trend!
Wenn der Wind das Leben durcheinanderwirbelt, ist man vielleicht auf der silbernen Blattunterseite der Pappel.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #31 am: 16. April 2015, 22:58:12 »
Oh, das ist ja interessant Nadine. Warum bin ich eigentlich bei jedem Trend zu spät? ::)
Es gibt ja kaum Agenturen, die SF annehmen. Vielleicht ändert sich das ja jetzt. SF war ja ziemlich lange sehr klein hier abseits von Kleinverlagen.
Es ist natürlich fraglich, ob sie auch noch nicht so etablierte Autoren in Programm nehmen werden.

Was Fantasy betrifft habe ich das Gefühl, das im Moment wirklich die interessanten Bücher in Kleinverlagen erscheinen. Es wurden in den letzten Jahren ja einige interessante Verlage gegründet, wo viele Tizis ja auch schon fleißig veröffentlichen.
Aber trotzdem sehe ich auch ab und zu, dass Debutautoren eine Chance gegeben wird.

Lauren Mandrake

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #32 am: 02. September 2015, 21:44:22 »
Ich grabe den Thread auch noch mal raus.

Es gab da kürzlich auf lovelybooks eine schöne Diskussion, die Aileen P Roberts "losgetreten" hat.
Da geht es auch darum, ob die "deutsche Fantasy" stirbt.

http://www.lovelybooks.de/autor/Aileen-P.-Roberts/Das-Reich-der-Dunkelelfen-494784304-w/buchverlosung/1144016157/

Ich kann meine fünf Cents nur ganz subjektiv dazugeben:
Ich habe einige der deutschen Neuerscheinungen gelesen und muss sagen, dass ich sie bisher nicht wirklich gut fand.
Thurner (Der unrechte Wanderer) schreibt dem Gritty Fantasy-Genre "hinterher" und auch Tom Jacuba... bei dem Buch hatte ich das Gefühl dass es eher SciFi hätte werden sollen.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #33 am: 02. September 2015, 23:10:23 »
Der Artikel ist aber auch schon etwas älter. Ich habe auch etwas das Gefühl, dass im Moment nicht unbedingt die Bücher erscheinen, die Fantasy-Leser gerne lesen würden. Ich denke, das geht eher in Richtung Game of Thrones. Aber da fehlt bisher eine deutsche Version. Ich habe noch nicht viele der neueren Bücher gelesen, daher kann ich da keine Qualität beurteilen.
Ich glaube, dass ein deutscher Autor, der wirklich gut schreibt im Moment durchaus Chancen hat, einen Verlag zu finden, man sieht es ja an einigen hier, dass es auch klappt. Aber dass die Verkäufe nicht so sind, dass die Autoren dann davon leben können ist glaube ich immer noch so. Fantasy ist wieder eher ein kleineres Genre geworden. So einen großen neuen Trend sehe ich da immer noch nicht und finde das eigentlich auch immer noch ganz gut. So bleibt es vielfältiger. Ich habe allerdings den Eindruck, dass es insgesamt noch weniger Veröffentlichungen gibt, noch weniger Debuts, hauptsächlich Fortführungen von Reihen und von etablierten Autoren, außerdem hat man das Gefühl, die Verlage müssen ihre Lizenkäufe loswerden, die sie in Paketen gekauft haben, sonst weiß ich nicht, warum sie Bücher veröffentlichen, die kaum Rezensionen haben und wenn dann schlechte und kaum bekannt sind.  ::) Früher war es so, dass ich kaum hinterherkam bei den ganzen Veröffentlichungen, so viel wollte ich davon lesen, jetzt gibt es kaum was, was mich anspricht.

Was gerade erschienen ist/erscheint:


Die Traumknüpfer: von Carolin Wahl (Debut)
Nebelsilber von Tanja Heitmann
Imperium des Lichts: von Torsten Fink
Frostseelen: von Natalie Speer
Sieben Heere: von Tobias O. Meißner
Der Winter der schwarzen Rosen von Nina Blazon
Lord Limbus von Stephan Russbült
Nebelmacher, Bernhard Trecksel
Gesa Schwartz - Nacht ohne Sterne
T.S. Orgel Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun

ansonsten hat sich meine Ansicht nicht geändert, dass viel bei den Kleinverlagen stattfindet, man sieht es ja an den weiterhin vielen Zirklern dort. In Frabe und Bunt, Ohneohren, Papierverzierer ... nur dass deren Bücher natürlich leider selten in den Buchhandlungen liegen.

Bei SF war ich ein bisschen überrascht, dass es da tatsächlich einige recht erfolgreiche deutsche Autoren gibt, allerdings im SP. Wie das bei Verlagen derzeit aussieht, weiß ich nicht, bei Piper habe ich da auch noch nicht viel gesehen.

Lauren Mandrake

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #34 am: 02. September 2015, 23:19:20 »
Ja, Franziska, da hast du recht.
Also damit, dass im Moment irgendwie nichts dabei ist, was den Leser wirklich hibbelig macht.

Ich habe zwar die "Blausternkriege" und "Traumknüpfer" vorbestellt, aber irgendwie hab ich auch das Gefühl, es hakt gerade in der Fantasy. Also im 'Mainstream'. Klar, irgendwie findet jeder Autor einen eigenen Ansatz, aber wenn man's dann so liest ist es doch irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch.
Es tröstet zwar nicht wirklich, aber auch die englische Fantasy ist im Moment nicht besonders aufsehenerregend. Klar, ja, Game of Thrones, und das Hibbeln auf den neuesten Rothfuss... aber sonst?
CL Wilson hat da jetzt so eine Dilogie rausgehauen, die mehr als mittelmäßig war, von "Queen of Tearling" war ich jetzt auch weniger begeistert und auch generell...

Deshalb, auch wenn der Artikel alt ist: dort wird immer noch bei lb diskutiert und das zeigt auch, dass die Krise von Lesern wahrgenommen wird. Klar, viele sagen: Ja, aber Fantasy stirbt nie!
(Weil, rein theoretisch, ... waren schon die alten Schöpfungsmythen Fantasy...)

Irgendwie will man sich an Innovation gerade übertrumpfen, weil jahrelang auf "das ist ja eine Tolkien-Fanfiction!" rumgehackt wurde, nun hat sich das Ganze irgendwie ins Gegenteil verkehrt.
Ich muss zugeben, mein letztes richtig gutes Fantasybuch ist ewig her... Leider.

Offline FeeamPC

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #35 am: 03. September 2015, 01:13:00 »
Gutes Fantasybuch, da hat wohl jeder so seine eigene Definition. Ich zum Beispiel liebe actionreiche, derbe, exotische Welten und verzichte gerne auf softe Romanzen. Aber nach den Zahlen, die ich habe, verkaufen sich die Romanzen besser (außer man heißt George R.R. Martin).
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Offline Silvia

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #36 am: 03. September 2015, 21:38:19 »
Ich lese seit Monaten hauptsächlich Selbstverleger und Kleinverleger :D Da gibt es echt jede Menge Perlen zu entdecken. Im Buchladen war ich nur, weil ich den letzten Lukianenko haben wollte. Ansonsten finde ich im Regal momentan auch nicht besonders viel, was mich neugierig macht.
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Offline Aljana

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #37 am: 03. September 2015, 21:41:12 »
Ich lese seit Monaten hauptsächlich Selbstverleger und Kleinverleger :D Da gibt es echt jede Menge Perlen zu entdecken. Im Buchladen war ich nur, weil ich den letzten Lukianenko haben wollte. Ansonsten finde ich im Regal momentan auch nicht besonders viel, was mich neugierig macht.

Dem kann ich nur zustimmen

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Lauren Mandrake

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #38 am: 07. September 2015, 15:54:44 »
Ich lese seit einiger Zeit auch viel Fantasy über den Kindle, aber beim Selfpublishing hapert es halt oft am Lektorat oder auch an der Formatierung der eBooks.
Auf der anderen Seite schaffen es ja schon ein paar vom Selfpublishing in die Verlage... hm, ich finde es immer schwierig, wirklich eine "Perle" zu finden.
Ich glaube, ich habe damals Uschi Zietsch auf dem kindle gelesen und fand es super, aber ich weiß es nicht mehr genau. Kann auch sein dass ich mich irre und ich ihre Bücher ausgeliehen hatte  :pfanne:

Offline Kaeptn

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #39 am: 16. September 2015, 11:07:26 »
treogen hat mir auf dem MantiCon so eine Statistik des deutschen Buchhandels gezeigt, nach der Phantastik (Fantasy, SF und ich glaube auch noch Horror) gerade mal 7,6% der verkauften Bücher ausmachen. Wenn man da dann noch Game of Thrones und andere US-Bestseller rausrechnet, kann man sich vorstellen, wie dünn der Markt für heimische Fantasy-Titel geworden ist.

Gerade die klassische Fantasy a la Tolkien hat es mMn gerade extrem schwer. Schaut man z.B. bei LovelyBooks auf die "besten Neuerscheinungen 2015" findet man hauptsächllich Romantasy und Urban-Titel. Selbst Heitz' Zwerge 5 (ok, der war auch sehr mau) schafft es gerade mal auf Platz 38 - und mich würde sehr interessieren, wie hier die Verkaufszahlen im Vergleich zu Zwerge 1&2 aussehen, die damals ja sogar die Spiegel-Bestsellerlisten stürmten.
Auch in den Buchhandlungen sind die Fantasy-Regale bzw Auslagen schmaler geworden und werden von Game of Thrones, weiteren US-Autoren (Brett, Rothfuss, Weeks, Sanderson) und den altbekannten deutschen Autoren (Heitz, Hennen, Hohlbein, Marzi...) schon gefüllt. Selbst sowas wie "Der letzte Krieger" oder "Flammenwüste" haben es da schon schwer, überhaupt ein Plätzchen zu ergattern bzw. es mehr als 1-2 Wochen nach Release zu behaupten. So sieht es leider aus :(
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Offline Amber

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #40 am: 16. September 2015, 13:34:32 »
Das hat aber auch damit zu tun, dass der Buchmarkt als Ganzes so umkämpft ist. Sieht man sich dagegen z.B. die Kino- und Serienlandschaft an, finde ich schon, dass man merkt, dass Fantasy-SF an Akzeptanz gewonnen haben.

Offline Zitkalasa

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #41 am: 18. September 2015, 19:15:50 »
 :hmmm: Ob das dann ein Problem des Lesens ist? So ein Film liefert natürlich (wenn gut gemacht) super Bilder und ist mit 1,5 bis 2h auch schneller verdaulich als ein Buch. Wobei ich mich gerade an die Mara-Geschichte erinnere, die wir gerade erst in einem anderen Thread hatten (treogens Beitrag dazu). Was ich damit sagen will: Deutsche Autoren haben es schon schwer, aber deutsche Filmemacher im Genre noch schwerer. Aber vor allem sind Kinogänger ungleich Leser. :/ Heißt auch: Nur weil es im Kino besser läuft, muss noch lange nicht der Buchmarkt nachziehen.

Offline Kaeptn

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #42 am: 18. September 2015, 23:02:53 »
Wobei aber auch im Kino gilt: Klassische Fantasy a la Tolkien sieht man sehr selten bis gar nicht. Derzeit sind ja vor allem SF-angehauchte Dystopien in (Tribute, Divergent. Die Auserwählte, Die 5. Welle...) und richtige SF (Der Marsianer, Oblivion, Edge of Tomorrow...), dazu natürlich die Superhelden. Aber wenn ich jetzt außer dem Hobbit eine tolkieneske Fantasy-Geschichte in einem Kinofilm benennen sollte .... hm. Wenn man zwei Augen zudrückt, geht Seventh Son noch als solche durch, aber mehr fällt mir nicht ein.

Im TV sieht es besser aus - aber die TV-Serien kosten glaube ich eher Leser, als sie welche bringen, weil sie unheimlich viel Zeit fressen. Game of Thrones hat wohl im Buchmarkt auch vor allem George Martin geholfen, nicht aber dem Genre als ganzem.
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Offline FeeamPC

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #43 am: 19. September 2015, 00:53:19 »
Es bleibt wohl so- wir sind ein Nischen-Genre, und jedes Buch bei einem Kleinverlag, das die magische Grenze von 200 Stück im Verkauf knackt, darf als Erfolg gewertet werden. Bei Großverlagen dürfte erst dann Freude herrschen, wenn deutlich über 5000 Bücher verkauft wurden, schätze ich.
Aber wenn man das mit Romanzen und Krimis vergleicht, sind das alles kleine Größen.
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Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #44 am: 19. September 2015, 03:10:19 »
Das ist wohl leider so. Mit wenigen Ausnahmen, es gibt ja durchaus einige sehr erfolgreiche deutsche Autoren, Markus Heitz, Kai Meyer, Cornelia Funke ... aber soweit ich das verfolgte habe, kam lange niemand neues, der daran anknüpfen konnte.
Wie ich schon mal schrieb, ich sehe da aber immer wieder recht erfolgreiche Selfpublisher, vor allem bei Jugendbüchern oder Romantasy. Die werden wohl mehr als ein paar hundert, eher tausende Bücher verkaufen. Einige können auch davon leben.

Ich sehe langsam auch einen Trend Richtung SF Space Opera. Auch wenn ich nicht denke, dass es ein großer Trend wird. Zum Beispiel hat Bernd Perplies unter Psuedonym eine Serie gestartet. Die Justifiers-Reihe von verschiedenen Autoren wurde andererseits eingestellt, weil sie nicht gut genug lief.

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