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Autor Thema: Interpretationsfreiheit  (Gelesen 2864 mal)

Kalderon

  • Gast
Interpretationsfreiheit
« am: 19. Januar 2007, 20:23:53 »
Hallo Zirkler,


ich bin grad ein wenig am zweifeln. Ich habe jetzt relativ umfangreich und mühsam Informationen zu Kleidung in der Bronzezeit gesammelt, wie einige sicher mitbekommen haben. Ursprünglich hatte ich dies getan, um die Beschreibung einer Rüstung zu ändern. Ich ließ nämlich einen Text im Federfeuer rösten und erwähnte darin die Rüstung mit folgendem Satz:
"Nein, seine Hose war braun, ebenso seine Lederrüstung. Er zog daran. Sie saß stramm."

Daraufhin kamen Kommentare wie:
"Normalerweise besteht eine Lederrüstung aus gekochtem, gehärtetem Leder und sie ist steif und hart. Bei dir klingt es, als stellst du dir unter einer Lederrrüstung eine Art Biker- oder Sado-Maso-Montur vor  Oder meinst du ein Lederwams, auf das Metallplättchen aufgenäht sind?"

und

"Sehr toll fand ich in diesem Zusammenhang auch die eng anliegende Lederrüstung, die er ein Stück vom Körper wegzieht und dann zurückflitschen lässt...rrrrrr..."


Jetzt die Frage: Sind meine Angaben ausreichend, wenn die Rüstung später keine weitere Bedeutung hat? Kann ich mir in diesem Zusammenhang ein bisschen Interpretationsfreiheit erlauben?



Liebe Grüße: Kalderon

Breanna

  • Gast
Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #1 am: 19. Januar 2007, 21:06:33 »
Ich fand die Formulierung in Ordnung, einzig das "stramm" ist vielleicht etwas störend und missverständlich. Besser wäre meiner Meinung nach hier etwas wie "saß wie angegossen", "passte wie eine zweite Haut", usw. Eine detaillierte Kleiderbeschreibung würde ich auf keinen Fall geben, das stört nur. Gönn dir das bisschen Interpretationsfreiheit.  ;)

Offline Moni

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Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #2 am: 19. Januar 2007, 21:09:48 »
Ich schließe mich Breanna da mal an. Die Formulierung "saß stramm" ist etwas unglücklich gewählt und kann unfreiwillige Assoziationen wecken...  :engel:  Aber mit "saß wie angegossen" fährst du eigentlich ganz gut.

Als Fantasyautor sollte man sich immer genug Freiheit lassen, damit man sich nicht selber unnötig einengt. Besonders was das Aussehen von Charakteren und die Beschaffenheit vom Kleidern und/oder Waffen angeht.

Lg
Moni
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Aneirin

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Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #3 am: 20. Januar 2007, 10:37:19 »
Ich kann mich den anderen beiden nur anschließen, das "stramm" ist nicht ganz so glücklich gewählt. Ich würde vorziehen, dass die Rüstung eng sitzt.

Grüße
Aneirin

Tesla

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Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #4 am: 21. Januar 2007, 10:08:36 »
Stimmt. Die Inrerpretationsfreiheit kannst du ruhig lassen, aber stramm stehen Soldaten und andere Sachen *hihi+

Offline Stefan

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Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #5 am: 24. Januar 2007, 09:30:16 »
Hihi, wieder dieses Lederthema...

Nee, mal im Ernst, eine stramm sitzende Lederrüstung ist bestimmt nicht so das wahre, ich würde da auch ein "saß wie angegossen" oder "behinderte ihn nicht in seiner Bewegungsfreiheit" oder so drauß machen.
"Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann."

Mark Twain

Kalderon

  • Gast
Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #6 am: 24. Januar 2007, 17:47:29 »
Hm... komisch. "Saß wie angegossen" würde ich nie im Leben verwenden. Der Satz ist extrem abgedroschen und eine Rüstung sitzt nie wie angegossen. Sicher, stramm ist auch nicht das ware Wort. Ich überlege mir etwas passendes.

Danke noch mal für die Tipps. Damit wäre das Thema durch.


Liebe Grüße: Kalderon

Offline Duana

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Re: Interpretationsfreiheit
« Antwort #7 am: 24. Januar 2007, 17:54:03 »
"Saß perfekt"
"Wie maßgeschneidert"
"wie eine zweite Haut"
"lag eng am Körper an"

Das fällt mir dazu ein. Aber, sehr viel anders sind die nun auch nicht, als die bereits gemachten Vorschläge...


THDuana
Je lauter du schreist, desto tauber wirst du.

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