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Autor Thema: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?  (Gelesen 643 mal)

Offline Mrs.Finster

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #30 am: 12. Oktober 2017, 19:51:11 »
Also das kommt mir jetzt vor wie ein Outing, aber wenn es gut gemacht ist, mag ich Cliffhanger. Weil gerade die animieren mich weiter zu lesen. Der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, aber z.B. wenn die Serie abrupt endet, dann würde ich manchmal am liebsten ins Kissen :happs: , aber was mache ich? Weiter gucken  :)
Glück ist, wenn die Katastrophen in meinem Leben endlich mal eine Pause einlegen :-)

Offline Trippelschritt

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #31 am: 13. Oktober 2017, 13:37:18 »
Wenn ich dem zustimmen sollte, würde es bedeuten, dass man den Folgeband so gut wie fertig haben muss, bevor ein Buch auf den Markt kommt.

Ich meine: Umgekehrt wird ein Schuh daraus.
Wenn ich den Plot in Bd. 1 richtig zu Ende führe, dann brauche ich in Band 2 keine Nacherzählung. Das schließt einen Cliffhanger nicht aus. Der Leser muss nur wissen, wieso der Held an den Klippen hängt, und nicht, warum er den Schurken geküsst und die Prinzessin genagelt hat.  ;)
Als Autor nutze ich meine Möglichkeiten, um das zu steuern.

Und deshalb stimme ich dem auch nicht zu, was canis lupis niger fordert. Aber dass wir beide in diesem Punkt einen ähnlichen Standpunkt vertreten habe ich schon früher feststellen können. Und ich habe auch keine Bedenken meine Leser mit einem cliffhanger ein drei Viertel Jahr warten zu lassen. Wem eine solche Wartezeit etwas ausmacht, sollte immer nur abgeschlossene Reihen kaufen. Und es gibt viele, die es genau so halten. Jeder kann sich frei entscheiden: Der Leser, ob er kauft oder nicht, der Autor, ob und wie er Zusammenfassungen schreibt, und der Verlag, der darüber mitentscheidet, wie schnell das Manuskript rauskommt. Deshalb verstehe ich in diesem Zusammenhang auch den Begriff fair nicht. Und ich halte meinen Standpunkt auch nicht für unfair, nur weil canis lupus niger einen anderen Standpunkt hat. Ich würde nie ihren Standpunkt einnehmen, weil ich der Meinung bin, dass ihr Vorgehen die Qualität eines Buches senkt. Aber das ist sicher ebenfalls diskutabel und deshalb habe ich auch kein Problem andere Standpunkte zu akzeptieren, solange von mir nicht erwartet wird, dass ich sie übernehmen muss.

In diesem Sinne :)
Trippelschritt
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Offline canis lupus niger

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #32 am: 13. Oktober 2017, 15:49:39 »
Und deshalb stimme ich dem auch nicht zu, was canis lupis niger fordert. Aber dass wir beide in diesem Punkt einen ähnlichen Standpunkt vertreten habe ich schon früher feststellen können. Und ich habe auch keine Bedenken meine Leser mit einem cliffhanger ein drei Viertel Jahr warten zu lassen. Wem eine solche Wartezeit etwas ausmacht, sollte immer nur abgeschlossene Reihen kaufen. Und es gibt viele, die es genau so halten. Jeder kann sich frei entscheiden: Der Leser, ob er kauft oder nicht, der Autor, ob und wie er Zusammenfassungen schreibt, und der Verlag, der darüber mitentscheidet, wie schnell das Manuskript rauskommt. Deshalb verstehe ich in diesem Zusammenhang auch den Begriff fair nicht. Und ich halte meinen Standpunkt auch nicht für unfair, nur weil canis lupus niger einen anderen Standpunkt hat. Ich würde nie ihren Standpunkt einnehmen, weil ich der Meinung bin, dass ihr Vorgehen die Qualität eines Buches senkt. Aber das ist sicher ebenfalls diskutabel und deshalb habe ich auch kein Problem andere Standpunkte zu akzeptieren, solange von mir nicht erwartet wird, dass ich sie übernehmen muss.

Bei meinem Statement handelt es sich ja auch tatsächlich nur um eine Meinung, nicht um eine Forderung. Ich selber mag es einfach nicht, ein Buch nach einer nur halb erzählten Geschichte aus der Hand zu legen und unbestimmte Zeit auf die Fortsetzung warten zu müssen. Ein dreiviertel Jahr ist dabei kein Problem, vor allem, wenn diese Frist schon bekannt ist oder wenigstens abzuschätzen.

Aber zum Beispiel kam der letzte Band des Liedes von Eis und Feuer, in dem Jon Schnee ermordet wurde, schon 2012 heraus und seit fünf Jahren hängt der Tote jetzt sozusagen an der Klippe, ohne dass abzusehen währe, was der Autor mit ihm noch vorhat. Das ist für meinen Geschmack zu lange, und ich vermute, dass es zumindest einigen anderen Lesern ähnlich geht. Falls die Fortsetzung jemals heraus kommt, müsste ich nachlesen, was genau in den vielen verschiedenen Erzählsträngen zuvor passiert ist, denn Martin gibt eben keine Informationen in seinen Folgebänden, um den Anschluss herzustellen. Innerhalb von fünf Jahren habe ich Dutzende anderer Geschichten gelesen und außerdem die deutlich von Martins Geschichte abweichende Fernsehserie gesehen. So gut ist mein Gedächtnis nicht. Wenn Deines das ist, @Trippelschritt, dann gratuliere ich Dir!  ;)

Fair gegenüber dem Leser bedeutet für mich im Zusammenhang mit der Gestaltung von Fortsetzungsromanen, dass ich (als Autorin) dem Leser nichts zumuten möchte, was mir selber missfallen würde. Aber das ist, wie gesagt, nur meine persönliche Meinung, die jeder andere für völlig abwegig halten darf. Und natürlich sind die Ansprüche von Leser zu Leser verschieden, und ebenso von Autor zu Autor und von Verlag zu Verlag. Darin gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Und ich finde es gut, dass es Autoren gibt, die verschiedene Ansichten über das Bücherschreiben haben, denn so gibt es auch verschieden gestaltete Romanreihen für die verschiedenen Ansprüche der Leser und Verlage.   :vibes:

Offline Trippelschritt

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #33 am: 14. Oktober 2017, 08:03:46 »
Das hast Du jetzt schön formuliert und damit kann ich prima leben, denn wenn man diskutiert und unterschiedlicher Meinung ist, sollte man die andere Meinung wenigstens respektieren, wenn man sie schon nicht teilt. Und das sehen wir beide ja ähnlich. Es ist halt immer gefährlich mit Begriffen wie fair oder gerecht zu argumentieren, weil sie eine moralische Wertung beinhalten. Aber das ist ja jetzt auch geklärt. Und mein Gedächtnis? Darüber reden wir besser nicht. Da stört mich ein Cliffhange nicht, weil ich ihn nach drei Tagen vergessen habe.  :rofl:

Ich wünsche Dir noch einen schönen und sonnigen Tag
Trippelschritt
Schreiben ist nichts anderes als seine Ideen zu Tisch zu bitten

Offline Aphelion

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #34 am: 14. Oktober 2017, 13:21:54 »
Wenn es sich um eine Reihe handelt, finde ich es dem Leser (und Kunden) gegenüber fair, jeden Band so zu schreiben, dass er auch für sich allein gelesen werden kann.
Das sehe ich anders. Ich finde es fair, Reihen und Serien als solche zu kennzeichnen, damit der Leser weiß, woran er ist.

Nicht immer erlaubt die Struktur einer Geschichte, verschiedene Bände wirklich einzeln zu betrachten. Natürlich kann man nur solche Geschichten schreiben, bei denen das geht - und das müssen auch keine schlechten Geschichten sein. Aber es sind nicht die einzig möglichen Geschichten, insofern sehe ich das als Selbstbeschränkung.

Offline Solmorn

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #35 am: 14. Oktober 2017, 15:43:28 »
Wenn es sich um eine Reihe handelt, finde ich es dem Leser (und Kunden) gegenüber fair, jeden Band so zu schreiben, dass er auch für sich allein gelesen werden kann.
Das sehe ich anders. Ich finde es fair, Reihen und Serien als solche zu kennzeichnen, damit der Leser weiß, woran er ist.

Nicht immer erlaubt die Struktur einer Geschichte, verschiedene Bände wirklich einzeln zu betrachten.

Ich finde es auch bei gekennzeichneten Reihen und Serien fair, die Bücher entweder einigermaßen alleinstehend zu schreiben, oder ausreichend Hintergrundinformation zu geben.
Natürlich erlaubt die Struktur und schiere Größe der "Lied von Eis und Feuer"-Reihe es nicht, jedes Buch völlig alleine und losgelöst zu schreiben - aber so wie Martin jahrelange Pausen zu machen und dann völlig selbstverständlich davon auszugehen, dass man natürlich noch alle Namen und Entwicklungen im Kopf hat, ist auch nicht besonders leserfreundlich. Wenn (falls!) der nächste Band irgendwann doch mal erscheinen sollte, muss ich eigentlich alle zehn anderen vorher lesen, um wieder im Bilde zu sein, woran die Handlungsstränge anschließen.
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Offline Fianna

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #36 am: 14. Oktober 2017, 17:48:59 »
Mir ist gerade in einer Fernsehserie ein sehr schlechter Rückbezug untergekommen. Ich mag es nicht, wenn eine Person etwas vollkommen Absurdes sagt, was man nie in dieser Situation sagen würde, nur damit der Zuschauer / Leser eine Information bekommt.
Z.B. hat in The Musketeers 3. Staffel
Spoiler (click to show/hide)

Argh!  :wums:
Als ich die Stelle gerade gesehen habe, musste ich an diese Diskussion denken. Das ist mir in letzter Zeit, auch in Büchern, relativ oft begegnet. Anstelle von "Weißt Du noch?"-Gesprächen wird einer Person eine Aussage in den Mund gelegt, die vollkommen out of character ist und auch gar nicht zu dieser Situation passt. Das finde ich auch fürchterlich.

Aber bei dem Ende der 3. Staffel dieser Serie hatte ich ohnehin den Eindruck, dass die Autoren ihre Besetzung gewechselt haben müssen. Oder sie waren alle krank und auf irgendeinem seltsamen Medikamentenmix, weil das Skript eben fertig werden musste. Die letzte Folge ist überall so kurios.


Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Der Folgeband- Wie viel Wiederholung?
« Antwort #37 am: 14. Oktober 2017, 20:02:00 »
Zitat
Ich arbeite bei meiner Reihe so, dass ich bewusst erstmal alle Bände schreibe, bevor ich einen veröffentliche.
Das erleichtert mir die Arbeit und verhindert später, dass Leser all zu lange auf einen Folgeband warten müssen.
Die Bände werden zum Teil Cliffhanger haben, da es im Grunde eine lange Geschichte ist, die auf mehrere Bände verteilt ist und die ich einfach nicht in einem Band von 400-500 Seiten unterbringe, sondern eher 4 Bänden von eben dieser Länge.
Das ist exakt meine Vorgehensweise, nur dass es bei mir ein Neunteiler ist und es um ca. 1500 Normseiten (derzeit stehen 1200 davon) geht. Die einzelnen Bände erzählen zwar in sich abgeschlossene Episoden, haben aber  zusätzlich einen übergeordneten Spannungsbogen und funktionieren ausschließlich als Ganzes. Derzeit überarbeite ich Band neun, dann bin ich grob inhaltlich drüber und muss nur noch Band 1 bügeln, weil ich da einen historischen Fehler drinhabe, ehe ich mich um die Sprache kümmere.
Auch wenn bei jeder Überarbeitung was dazukommt, sind die Bände jeweils recht kurz und ein "Was bisher geschah" bisher nicht vorgesehen (vielleicht überlege ich mir das noch anders). Aber ich beziehe mich regelmäßig auf Ereignisse und Erkenntnisse  aus vorigen Bänden ("Wenn Lemorlion Yaelles Vater nicht ermordet hätte, dann ..." ) und dadurch, dass bei mir alles entsteht, ehe ich überarbeite, kann ich die Bände nachträglich auch in Hinblick auf (Symbol-)Sprache, Metaphorik und andere Dinge ineinander verzahnen. Und ich nutze gerne unauffällige Cliffhanger: Auf den ersten Blick wirkt alles hübsch aufgeräumt und eingetütet. Aber noch während man die rührende Bestattungsszene liest, schleichen sich Zweifel ein, weil doch der eine oder andere Strang noch nicht aufgelöst ist ...

Meine Reihen würden  nicht für sich jeweils funktionieren, trotz in sich abgeschlossener Story pro Band, weil ich dann ja jedes Mal das Worldbuilding etc. einführen müsste und naja, es geht mir schon auf den Keks, wenn ich das als Leserin antreffe. Da will ich das NICHT als Autorin tun.

Positivbeispiel: "Darkover" - es gibt viel Wordbuilding, aber das wird dezent eingebaut und man bekommt pro Band so viel Info, dass man sich auch als Neuling zurechtfindet, ohne gelangweilt zu werden. Aber die Darkoverromane sind meist weniger kompakt als meine (wobei es auch einige sehr kompakte Bände gibt in der Reihe).

Zitat
Nicht immer erlaubt die Struktur einer Geschichte, verschiedene Bände wirklich einzeln zu betrachten. Natürlich kann man nur solche Geschichten schreiben, bei denen das geht - und das müssen auch keine schlechten Geschichten sein. Aber es sind nicht die einzig möglichen Geschichten, insofern sehe ich das als Selbstbeschränkung.
Genau das.


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