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Autor Thema: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen  (Gelesen 507 mal)

Offline Yasrena

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #15 am: 07. Oktober 2017, 21:43:27 »
Kannst du das nicht umgehen, indem du ein- für allemal klar machst, dass sie sich auf "Lavit" unterhalten? Dann müsstest du nicht ständig schreiben "sagte er in dessen Heimatssprache".

Im Stil von:
A: "Lass uns auf Lavit wechseln. Falls wir belauscht werden."
B: "Gute Idee. Ab jetzt nur noch Lavit. Immerhin erweitert das meinen Wortschatz."
So in etwa mache ich es ja jetzt im Moment - je nachdem ob längere Passagen oder nur einzelne Sätze gewechselt werden. Aber weil die Truppe da doch eine ganze Weile in dieser Situation fest hängt, in der sie immer wieder wechseln (müssen), wiederholen sich die Formulierungen halt immer wieder und es war die spontane Idee, das mit einer anderen Sprache umgehen zu können. Ich werde es jetzt aber entweder lassen wie es ist, oder auf die "andere-Schriftart-Methode" ausweichen, die Dämmerungshexe und Rasko es vorgeschlagen haben. Muss ich mir mal ansehen, wie das dann wirkt.

Hier gibt es übrigens für sowas einen Thread rund ums Sprachenbastlen.
Stimmt, den hatte ich schon mal gesehen, aber über die erste Seite bin ich mit nachlesen bisher noch nicht hinaus gekommen. Irgendwie gibt es immer was Wichtigeres als sich mit der Sprache zu befassen - so wird die wohl noch eine kleine Ewigkeit dauern, bis ich damit tatsächlich etwas anfangen kann.

Und noch kurz zu HdR: Ich glaube, im Buch selbst wird es nicht erwähnt, aber in Appendix F, II On Translation.
Ah ok, dann weiß ich zumindest, warum ich es mir nicht gemerkt habe  ;) (Nein, das ist eine Ausrede, ich habe generell ein grauenhaftes Gedächtnis für solche Details).

Aber dass ich auf Deutsch gut schreibe, ist nicht sonderlich bewundernswert, ich lebe seit 20 Jahren in deutschsprachigen Ländern :). Aber man muss einfach generell mit der Pauschalisierung vorsichtig sein (ich habe als Kind/Teenie mit Migrationshintergrund Deutschbücher mit dem Titel "Muttersprache" gehabt und auf den Plastikeinband, den man drumherum machen musste, immer mit Edding an der Stelle "Erste Fremdsprache" geschrieben). Es gibt eine Menge Autor*innen mit Migrationshintergrund, die in der Sprache des Ziellandes schreiben.
Ja, da hast Du schon Recht, sorry, wenn sich das dämlich angehört hat. Das kommt wohl daher, dass mich Zweisprachigkeit schon immer fasziniert hat. Meine Freundin ist mit spanisch und dt. aufgewachsen und ich habe als Jugendliche ebenso verzweifelt wie erfolglos versucht, die Sprache von ihr bzw. ihrer Familie zu lernen. Aber klar ist das wieder was anderes, wenn die Leute um einen herum auch alle diese Sprache sprechen. Wobei auch mein Versuch, mein Englisch durch ein Jahr USA zu verbessern, in der Hinsicht komplett in die Hose gegangen ist. Ich bin für so was einfach völlig talentfrei  :seufz:.
Nun frag mich bloß nicht, warum ich dann angefangen habe zu schreiben  ;D. Aber ich war schon in der Schule in Dt. + Physik immer gut, in Engl. + Mathe dafür grauenhaft - obwohl mir jeder erklärt hat, dass es diese Kombination eigentlich nicht geben solle.

Es gibt eine richtig tolle Romanreihe - "Die Chroniken von Chaos und Ordnung" - und dort gibt es die geheime Sprache der Nekromanten. Nur ... in Wahrheit war die gar nicht so geheim :D
 
Ich vermute jetzt mal, das wäre mir in tausend kalten Wintern nicht aufgefallen  ;D

Ich habe ja das erste Mal eine eigene Sprache gebastelt, als ich 13 war. Und auch sonst verwende ich ausschließlich eigene Sprachen. Aber das liegt nicht jedem Menschen. Aber ich versuche, sie sparsam einzusetzen - basteln tu ich sie für mich, weil ich Freude daran habe. In Romanen versuche ich, es bei einzelnen Fachwörtern und kurzen Sätzen zu belassen. Eigentlich möchte ich immer auch für die Leser*innen simulieren, ob meine Erzählcharaktere etwas verstehen oder nicht und da bringe ich sie gelegentlich zum Einsatz (und dann ist es egal, wenn die Leser*innen genauso nix verstehen wie die Charaktere, das ist Sinn der Übung).
Da kann ich mit meinen 3 Jahren Sprachbastelei bei weitem nicht mithalten - und so ganz aus Spaß an der Freud heraus ist die auch nicht entstanden. Es fing eigentlich damit an, dass eine Freundin und ich für ein Gemeinschaftsprojekt ein paar elfische Ausdrücke und Grußformeln brauchten, aber aus copyright Gründen nicht auf eine bestehende Elfensprache zurückgreifen wollten. Und von da aus hat es sich dann langsam weiterentwickelt, steckt aber halt immer noch in den Kinderschuhen.

Die zu kennen, ist tatsächlich enorm hilfreich und dürfte den Spaß am Spielen gleich mal potenzieren (so war es jedenfalls bei mir im Studium - vorher habe ich zwar auch schon herumgepanscht und Sprachen erfunden, aber mit Grundlage war es irgendwie fundierter). Wenn du es wirklich möchtest, es dich wirklich interessiert und du eine Passion für Sprachspielereien hast, wird es dir Spaß machen, dich in die Sprachwissenschaft einzulesen. Da gibt es z.B. Grundlagen der Linguistik für alle möglichen Sprachen und die sind auf Amazon oft auch gebraucht günstig zu kriegen.
Ich fürchte so weit bin ich bei weitem (noch) nicht. Ich bin, was das Studium anbelangt, Naturwissenschaftlerin und hatte nach der Schule während meiner kompletten Ausbildung nicht mehr mit Sprache zu tun, als man braucht um sich zu verständigen ;). Ob ich wirklich irgendwann die Energie aufbringe mich damit so Grundlegend zu beschäftigen, das wird sich zeigen. Im Moment würde das leider definitiv nicht klappen. Wie gesagt wurde die Sache mit der eigenen Sprache eher aus der Not heraus geboren und weniger aus Leidenschaft. Und dass es mehr als eine werden wird, bezweifle ich dann doch sehr. Trotzdem wären die Zusammenhänge natürlich interessant und wenn es nur darum geht meine Neugier zu befriedigen.

Ich bastle seit 2006 an meiner und habe erst neulich den Geistesblitz gehabt, dass ich eine wichtige Ausspracheregel übersehen habe, von daher... Nicht klein machen. Dazulernen. Wie gesagt, wenn du für das Thema brennst, eignest du dir das Wissen wie von selbst an.
Danke für die Aufmunterung  :D und in 8 Jahren erzähle ich Dir dann, ob ich meine Ausspracheregeln schon zusammen habe  ;D. Im Moment bin ich ja eher gespannt ob ich bis dahin diesen Roman endlich fertig habe. Es gibt Tage, an denen ich ernsthaft daran zweifle  :seufz: - na an den Sprachen solls auf jeden Fall nicht mehr scheitern.


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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #16 am: 09. Oktober 2017, 14:04:21 »
Festzulegen, dass sie Lavit sprechen, wenn sie nicht belauscht werden wollen und dies dann ggf. durch den Wechsel der Schriftart zu verdeutlichen, finde ich auch am geschicktesten. Zumal dann auch ohne große Erklärungen die blöde Situation entstehen kann, dass jemand die Allgemeinsprache nutzt und damit versehentlich etwas verrät. Ich bin ein großer Freund davon, die Dinge nicht zu Tode zu erklären, was mit einem ständigen "sagte er/sie auf Lavit" passiert.

Zur Frage, wie es wirkt, wenn in einer Fantasywelt eine andere weltliche Sprache auftaucht: Wenn wir ein Buch in unserer Muttersprache lesen (oder in einer, die wir flüssig beherrschen), dann nehmen wir nicht die Sprache wahr, sondern die Geschichte. Sobald eine andere Sprache auftaucht, nehmen wir aber vorrangig die Sprache wahr und verändern unseren Fokus. Es lässt sich quasi nicht vermeiden, dass wir dann darüber nachdenken, warum um Himmels Willen die Zentauren Polnisch sprechen. Wir sind so gepolt, dass wir immer nach Erklärungen suchen. Mich wirft so etwas komplett aus der Geschichte raus (mich wirft aber schon ein falsch gesetztes Komma aus dem Lesefluss), weil ich dann halt den tieferen Sinn suche, was andere ja auch schon angesprochen haben.

Das hat damit zu tun, dass Polnisch (oder welche real existierende Sprache auch immer) in unserer Welt eine Entsprechung hat. Und zwar nicht nur rein sprachlich, sondern wir können sie einem Volk, einem Landstrich und den mit diesem Volk und Landstrich verbundenen Emotionen und Erfahrungen zuordnen. Im schlechtesten Klischeefall fragen wir uns dann, ob Zentauren Kutschen stehlen und gerne Wodka trinken. ;)

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #17 am: 09. Oktober 2017, 18:01:31 »
Naja, gibt es eine "in Character-"Begründung warum alle unsere Fantasy-Protagonisten i.d.R. immer die Muttersprache des Autoren sprechen (auch wenn sie in der Geschichte anders genannt wird)?

Eine logische Begründung wäre in meinen Augen, dass der Autor in dieser Sprache nicht nur überhaupt weiß, was er da zu Papier bringt  ;), sondern auch dass er in seiner Muttersprache über das größtmögliche Sprachgefühl verfügt. Deswegen werden mit Übersetzungen ja auch gerne Muttersprachler (der Zielgruppe) beauftragt.

In meinen Geschichten verwende ich auch immer gerne so etwas wie "... sagte X, zur Sprache zzz wechselnd." oder vollständig nur beschreibend: "X fluchte eine Weile hingebungsvoll in seiner eigenen Sprache."
In der wörtlichen Rede schreibe ich immer deutsch, natürlich. Allerdings setze ich manchmal kurze fremdsprachliche Einsprengsel, wie zum Beispiel den Spitznamen meines Hauptprota, den er in seiner Jugend in der Heimat, und natürlich in seiner Muttersprache bekommen hat. "Hältst du mich für einen Dummkopf, draur vulk?" Diese Einsprengsel entnehme ich in der Regel real existierenden, wenn auch wenig geläufige Sprachen, weil ich durch deren "Klang" Assoziationen zu erzielen hoffe, und bin in dieser Hinsicht ganz nah bei @chaosqueen. Leo-Übersetzer ist mir in dieser Hinsicht eine große Hilfe.  ;) Wenn jetzt jemand canis lupus niger von Latein in Deutsch und dann von Deutsch in Russisch übersetzen möchte ... ;D

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass auch J.R.R.Tolkien seine fiktiven Sprachenauf der Grundlage realer, wenn auch alter Sprachen entwickelt hat: Altfinnisch, Altwalisisch, etc., die er allerdings als Professor für alte Sprachen in Qxford fließend beherrschte.

Offline Yasrena

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #18 am: 09. Oktober 2017, 19:41:01 »
Festzulegen, dass sie Lavit sprechen, wenn sie nicht belauscht werden wollen und dies dann ggf. durch den Wechsel der Schriftart zu verdeutlichen, finde ich auch am geschicktesten. Zumal dann auch ohne große Erklärungen die blöde Situation entstehen kann, dass jemand die Allgemeinsprache nutzt und damit versehentlich etwas verrät. Ich bin ein großer Freund davon, die Dinge nicht zu Tode zu erklären, was mit einem ständigen "sagte er/sie auf Lavit" passiert.
Ihr habt mich von dieser Variante überzeugt, an die ich sonst ziemlich sicher gar nicht gendacht hätte. Dafür Dir und allen anderen nochmal ein ganz dickes Danke! Das hat mir super weitergeholfen.

Dazu ist mir aber noch eine Frage eingefallen:
Wie macht ihr das dann, wenn es mehrere verschiedene Fremdsprachen gibt? Also das ist jetzt eine eher theoretische Frage, denn alle anderen existierenden Sprachen kommen bei mir (zumindest bis jetzt) nicht in einem Umfang vor, dass da mehr als eine kurze Erwähnung nötig wäre. Aber wenn es nun evtl. zu einem anderen Zeitpunkt dazu käme, dass noch eine weitere Sprache regelmäßig vorkommt - würdet ihr dann noch einen 3. Zeichensatz verwenden, oder ist das dann endgültig zu viel des Guten?

Zur Frage, wie es wirkt, wenn in einer Fantasywelt eine andere weltliche Sprache auftaucht: Wenn wir ein Buch in unserer Muttersprache lesen (oder in einer, die wir flüssig beherrschen), dann nehmen wir nicht die Sprache wahr, sondern die Geschichte. Sobald eine andere Sprache auftaucht, nehmen wir aber vorrangig die Sprache wahr und verändern unseren Fokus. Es lässt sich quasi nicht vermeiden, dass wir dann darüber nachdenken, warum um Himmels Willen die Zentauren Polnisch sprechen. Wir sind so gepolt, dass wir immer nach Erklärungen suchen. Mich wirft so etwas komplett aus der Geschichte raus (mich wirft aber schon ein falsch gesetztes Komma aus dem Lesefluss), weil ich dann halt den tieferen Sinn suche, was andere ja auch schon angesprochen haben.
Das ist ein interessanter Ansatz - und wenn ich recht überlege, gings mir mit den erwähnten deutschsprachigen Zwergen ähnlich. Wobei ich mich immer noch wundere, wie lange ich gebraucht habe, um überhaupt zu bemerkten, dass da in einem englischen Text plötzlich etwas in deutsch auftaucht. Wäre nicht dieser seltsame Satzbau gewesen - ob nun absichtlich oder nicht - hätte ich vielleicht sogar komplett darüber hinweg gelesen.
Ich muss allerdings sagen, wenn ich so richtig drin stecke in einer Geschichte, dann merke ich gar nichts mehr. Wenn falsch geschriebene Wörter dann trotz allem ohne groß nachzudenken erkennbar sind, oder ein falsches Komma nicht dazu führt, dass ich einen Satz nicht verstehe, dann überlese ich das komplett. Wenn ich solche Dinge finde, dann meistens bei Geschichten, die zwar ganz nett sind, mehr aber auch nicht ;). Wobei Kommas .. ja ... *hüstel*  :versteck:

Das hat damit zu tun, dass Polnisch (oder welche real existierende Sprache auch immer) in unserer Welt eine Entsprechung hat. Und zwar nicht nur rein sprachlich, sondern wir können sie einem Volk, einem Landstrich und den mit diesem Volk und Landstrich verbundenen Emotionen und Erfahrungen zuordnen. Im schlechtesten Klischeefall fragen wir uns dann, ob Zentauren Kutschen stehlen und gerne Wodka trinken. ;)
Ja, ich verstehe was Du meinst ... aber das mit dem Wodka ... da könnte man drüber nachdenken  ;D

In meinen Geschichten verwende ich auch immer gerne so etwas wie "... sagte X, zur Sprache zzz wechselnd." oder vollständig nur beschreibend: "X fluchte eine Weile hingebungsvoll in seiner eigenen Sprache."
So ähnlich mache ich es derzeit auch. Nur wenn es gehäuft auftritt wird es bei mir dann gerne entweder holprig oder es wiederholt sich ständig.

In der wörtlichen Rede schreibe ich immer deutsch, natürlich. Allerdings setze ich manchmal kurze fremdsprachliche Einsprengsel, wie zum Beispiel den Spitznamen meines Hauptprota, den er in seiner Jugend in der Heimat, und natürlich in seiner Muttersprache bekommen hat. "Hältst du mich für einen Dummkopf, draur vulk?" Diese Einsprengsel entnehme ich in der Regel real existierenden, wenn auch wenig geläufige Sprachen, weil ich durch deren "Klang" Assoziationen zu erzielen hoffe, und bin in dieser Hinsicht ganz nah bei @chaosqueen. Leo-Übersetzer ist mir in dieser Hinsicht eine große Hilfe.  ;) Wenn jetzt jemand canis lupus niger von Latein in Deutsch und dann von Deutsch in Russisch übersetzen möchte ... ;D
Also уныние (unyniye) klingt irgendwie nett ;) - allerdings ist das jetzt mit google übersetzt.
Diese Einsprengsel habe ich auch. Ich verwende dafür meistens meine selbst kreierte Sprache - was ein Risiko ist, da sie ja im Moment alles, nur noch nicht fertig ist. Zumindest für alle elfischen "Nettigkeiten", aber auch z.B. für Begrüßungen. Ich glaube ich werde mir auch noch eine Schimpfwortdatei für andere Sprachen zulegen, ist vielleicht manchmal ganz praktisch.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass auch J.R.R.Tolkien seine fiktiven Sprachenauf der Grundlage realer, wenn auch alter Sprachen entwickelt hat: Altfinnisch, Altwalisisch, etc., die er allerdings als Professor für alte Sprachen in Qxford fließend beherrschte.
Ja *seufz*. Aber so als gelernte Technikerin, die ihr Leben lang mit Sprachen nicht viel am Hut hatte, ist das für mich so weit entfernt, wie der nächste Spaziergang auf'm Mond. Ich wurschtel mich halt so durch und kann nur hoffen, dass ich mich nicht allzu dämlich dabei anstelle.
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Offline canis lupus niger

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #19 am: 10. Oktober 2017, 18:00:56 »
Dazu ist mir aber noch eine Frage eingefallen:
Wie macht ihr das dann, wenn es mehrere verschiedene Fremdsprachen gibt? Also das ist jetzt eine eher theoretische Frage, denn alle anderen existierenden Sprachen kommen bei mir (zumindest bis jetzt) nicht in einem Umfang vor, dass da mehr als eine kurze Erwähnung nötig wäre. Aber wenn es nun evtl. zu einem anderen Zeitpunkt dazu käme, dass noch eine weitere Sprache regelmäßig vorkommt - würdet ihr dann noch einen 3. Zeichensatz verwenden, oder ist das dann endgültig zu viel des Guten?

Irgendwie müssen die Charaktere in Deiner Geschichte sich ja untereinander verständigen - mehr oder weniger flüssig in einer Sprache, die der jeweilige Gesprächspartner auch versteht. Am einfachsten ist es, wenn es eine "Lingua Franca" gibt, eine Sprache, die in der betreffenden Gegend "jeder" versteht, weil sie aus verschiedenen Gründen grenz- und kulturübergreifend in mehreren Ländern verwendet wird (wie heutzutage das Englisch oder Arabisch). Ob Du für jede andere Sprache einen eigenen Zeichensatz verwendest, musst Du selber wissen. Vielleicht reicht es ja auch aus, immer dann kursiv zu schreiben, wenn jemand in einer anderen als der üblichen Sprache spricht.

Offline Rakso

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #20 am: 10. Oktober 2017, 20:32:14 »
Dazu ist mir aber noch eine Frage eingefallen:
Wie macht ihr das dann, wenn es mehrere verschiedene Fremdsprachen gibt? Also das ist jetzt eine eher theoretische Frage, denn alle anderen existierenden Sprachen kommen bei mir (zumindest bis jetzt) nicht in einem Umfang vor, dass da mehr als eine kurze Erwähnung nötig wäre. Aber wenn es nun evtl. zu einem anderen Zeitpunkt dazu käme, dass noch eine weitere Sprache regelmäßig vorkommt - würdet ihr dann noch einen 3. Zeichensatz verwenden, oder ist das dann endgültig zu viel des Guten?
Kommt für mich auf das Setting an. Historisch ist es ja so, dass es normal war für eine Einzelperson, mehrere Sprachen sprechen zu können. Das gilt natürlich oder auch gerade für Kulturen die keine Schrift kannten. Das heißt zwar nicht, dass man dann die Sprachen in der Umgebung alle auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, sondern dass sich in bestimmten Kommunikationssituationen verständigen kann, etwa beim Handeln. In vielen afrikanischen Länder ist das noch heute so.
Es wäre auch abhängig davon, wo sie die Figuren befinden. Wenn sie Sprache A und B sprechen, sich aber in einer Stadt/Region befinden in der C gesprochen wird wäre ein Lingua Franca vorteilhaft. In einer großen Stadt etwa kann man davon ausgehen, dass es eine (oder mehrere) offizielle oder vorherrschende Sprachen gibt.
Eine andere alternative wäre ein Pidgin, grob gesagt, eine vereinfachte Variante einer Sprach, meist durchsetzt mit Wörter aus anderen Sprachen. Als Sprecher der Grundsprache kann man zwar anfangs nicht alles verstehen, aber wenn man weiß worauf man achten muss geht es eigentlich ganz gut. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass auch J.R.R.Tolkien seine fiktiven Sprachenauf der Grundlage realer, wenn auch alter Sprachen entwickelt hat: Altfinnisch, Altwalisisch, etc., die er allerdings als Professor für alte Sprachen in Qxford fließend beherrschte.

Das ist auch nur logisch. Grundlegend ist es "einfacher", wenn man sich einige Sprachen zum Vorbild nimmt um eine Neue zu entwickeln. Es geht natürlich auch ohne direkte Vorbilder, aber selbst dann wird in den meisten Fällen etwas rauskommen, was es irgendwo und/oder irgendwann in unserer Welt schon gegeben hat. Angefangen von Silbenstrukturen bis hin zur Syntax. All das unterliegt bestimmten, zugegebener Maßen jedoch sehr weitläufigen, Beschränkungen. Zumindest wenn man von Menschen als Sprechern ausgeht.
Für meine Sprachen nehme ich mir auch Vorbilder, etwa klanglich oder grammatikalisch. So nehme ich mir etwa das syntaktische Phänomen X aus Sprache A und kombiniere es mit einem morphologischen Y aus Sprache B. Meist funktioniert das dann auch, wenn ich an die Ausarbeitung gehe. Bisher scheitere leider nur an der ästhetischen Seite des Sprachenbastelns.
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Offline Evanesca Feuerblut

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #21 am: 15. Oktober 2017, 23:45:19 »
@Yasrena
Zitat
Ja, da hast Du schon Recht, sorry, wenn sich das dämlich angehört hat. Das kommt wohl daher, dass mich Zweisprachigkeit schon immer fasziniert hat. Meine Freundin ist mit spanisch und dt. aufgewachsen und ich habe als Jugendliche ebenso verzweifelt wie erfolglos versucht, die Sprache von ihr bzw. ihrer Familie zu lernen. Aber klar ist das wieder was anderes, wenn die Leute um einen herum auch alle diese Sprache sprechen. Wobei auch mein Versuch, mein Englisch durch ein Jahr USA zu verbessern, in der Hinsicht komplett in die Hose gegangen ist. Ich bin für so was einfach völlig talentfrei  .
Ist doch kein Problem, wollte nur freundlich stupsen :).
Und niemand ist talentfrei - das waren eben nicht DIE Methoden, mit denen du gut lernst. Und "ein Jahr in die USA gehen und versuchen, Englisch zu verbessern" ist nicht "in einem fremden Land keinen Menschen verstehen und es darum irgendwie lernen müssen, weil man sonst als kleines Kind schon in die Röhre guckt" - ich hatte die Wahl zwischen Schwimmen oder Ertrinken. In so einer Extremsituation braucht es kein Talent, um es zu lernen.

Zitat
Da kann ich mit meinen 3 Jahren Sprachbastelei bei weitem nicht mithalten - und so ganz aus Spaß an der Freud heraus ist die auch nicht entstanden. Es fing eigentlich damit an, dass eine Freundin und ich für ein Gemeinschaftsprojekt ein paar elfische Ausdrücke und Grußformeln brauchten, aber aus copyright Gründen nicht auf eine bestehende Elfensprache zurückgreifen wollten. Und von da aus hat es sich dann langsam weiterentwickelt, steckt aber halt immer noch in den Kinderschuhen.
Es ist egal, wie du reingerutscht bist, solange du jetzt dabei bist und Spaß daran hast. Das ist das Wichtigste.
Ich habe mal verbloggt, was man als angehende*r Conlanger*in alles wissen/mitbringen soll und welche Fehler gemacht werden. In Kurzform: Solange es dir Spaß macht, tu es. Auch wenn es langsam vorangeht und eigentlich aus der Not geboren war. Wenn du magst, was du tust, dann passt das schon. Dauert bisschen länger, aber irgendwann wird eine Sprache daraus.

Zitat
Ich bin, was das Studium anbelangt, Naturwissenschaftlerin und hatte nach der Schule während meiner kompletten Ausbildung nicht mehr mit Sprache zu tun, als man braucht um sich zu verständigen .
Dann bist du darin geschult, analytisch zu denken und dir systematisch Dinge zu erarbeiten. Das reicht als Voraussetzung völlig aus.

Zitat
Wie macht ihr das dann, wenn es mehrere verschiedene Fremdsprachen gibt? Also das ist jetzt eine eher theoretische Frage, denn alle anderen existierenden Sprachen kommen bei mir (zumindest bis jetzt) nicht in einem Umfang vor, dass da mehr als eine kurze Erwähnung nötig wäre. Aber wenn es nun evtl. zu einem anderen Zeitpunkt dazu käme, dass noch eine weitere Sprache regelmäßig vorkommt - würdet ihr dann noch einen 3. Zeichensatz verwenden, oder ist das dann endgültig zu viel des Guten?
Also ich schon :D. Ne, ich habe tatsächlich eine Welt, in der das der Fall ist. Und es hat mir eine diebische Freude gemacht, den Zeichensatz für diese Sprache auszuarbeiten und dann ellenlange Tabellen mit Namen zu machen, die in der einen Schrift so und in der anderen so geschrieben sind (um reinzukommen). Sprache 1 basiert auf den Lauten des Französischen, Sprache 2 auf denen des Ukrainischen.
Aber ich bin in der Hinsicht eine Nerdine und erwarte nicht zwingend von allen so viel Hingabe.

Was Einsprengsel angeht, habe ich ein separates Dokument, in dem ALLE Einsprengsel drin sind. Falls ich also eine Grammatikregel ändere und dadurch irgendwas machen muss, kann ich leicht nachschauen und mit der Volltextsuche die Stelle finden.

Zitat
Aber so als gelernte Technikerin, die ihr Leben lang mit Sprachen nicht viel am Hut hatte, ist das für mich so weit entfernt, wie der nächste Spaziergang auf'm Mond. Ich wurschtel mich halt so durch und kann nur hoffen, dass ich mich nicht allzu dämlich dabei anstelle.
Mach dich nicht klein. Ich habe mich mit 16 auch so durchgewurschelt, während der Lateinkurse an der VHS, die mich einfach inspiriert haben wie sonstwas. Ich hatte noch keine Ahnung von nichts, aber das hatte ich mit viel Leidenschaft und gutem Willen. Trotzdem musste ich nahezu die ganze Grammatik und VIELE Vokabeln von damals wieder raus- und umschmeißen. Aber es ist wie beim Schreiben - hast du nix, kannst du nix überarbeiten.



Offline Yasrena

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Re: (real existierende) Fremdsprachen in Fantasy-Universen
« Antwort #22 am: 17. Oktober 2017, 20:36:00 »
Irgendwie müssen die Charaktere in Deiner Geschichte sich ja untereinander verständigen - mehr oder weniger flüssig in einer Sprache, die der jeweilige Gesprächspartner auch versteht. Am einfachsten ist es, wenn es eine "Lingua Franca" gibt, eine Sprache, die in der betreffenden Gegend "jeder" versteht, weil sie aus verschiedenen Gründen grenz- und kulturübergreifend in mehreren Ländern verwendet wird (wie heutzutage das Englisch oder Arabisch). Ob Du für jede andere Sprache einen eigenen Zeichensatz verwendest, musst Du selber wissen. Vielleicht reicht es ja auch aus, immer dann kursiv zu schreiben, wenn jemand in einer anderen als der üblichen Sprache spricht.
Jop, hab ich :). Der Arbeitstitel ist "Handelssprache" aber ich mag das Wort nicht. Bisher ist mir nur noch nichts Besseres dafür eigefallen.
Bei den Zeichensätzen geht es mir aber eher um Sitiationen, in denen jemand spricht, der eben nicht will, dass Außenstehende ihn verstehen, der - aus welchem Grund auch immer - keine Handelssprache spricht, oder der erst mal nicht weiß, dass sein Gegenüber seine Sprache nicht versteht.

Kommt für mich auf das Setting an. Historisch ist es ja so, dass es normal war für eine Einzelperson, mehrere Sprachen sprechen zu können. Das gilt natürlich oder auch gerade für Kulturen die keine Schrift kannten. Das heißt zwar nicht, dass man dann die Sprachen in der Umgebung alle auf muttersprachlichem Niveau beherrscht, sondern dass sich in bestimmten Kommunikationssituationen verständigen kann, etwa beim Handeln. In vielen afrikanischen Länder ist das noch heute so.
Hm, das wäre ein interessanter Ansatz als Ersatz für eine gemeinsame "Handelssprache". Für die aktuelle Geschichte ist es aber glaube ich zu spät, das noch umzubauen. Für mein nächstes Projekt, das mir schon ewig im Kopf rumschwirrt, würde es aber super passen. Das darf nur noch nicht raus, so lange das andere nicht endlich fertig wird  :wart:

Eine andere alternative wäre ein Pidgin, grob gesagt, eine vereinfachte Variante einer Sprach, meist durchsetzt mit Wörter aus anderen Sprachen. Als Sprecher der Grundsprache kann man zwar anfangs nicht alles verstehen, aber wenn man weiß worauf man achten muss geht es eigentlich ganz gut. Kann ich aus eigener Erfahrung sagen.
Das hört sich zwar durchaus gut und auch nachvollziehbar an, ist aber bestimmt nicht ganz einfach umzusetzen. Ich glaube, da würde ich mich im Moment noch nicht rantrauen, meine Story hat auch so schon genug "Himmel wie schreibe ich das"-Baustellen ;)


Und "ein Jahr in die USA gehen und versuchen, Englisch zu verbessern" ist nicht "in einem fremden Land keinen Menschen verstehen und es darum irgendwie lernen müssen, weil man sonst als kleines Kind schon in die Röhre guckt" - ich hatte die Wahl zwischen Schwimmen oder Ertrinken. In so einer Extremsituation braucht es kein Talent, um es zu lernen.
Da hast Du natürlich vollkommen Recht. Das erinnert mich daran - das ist natürlich nur ein schwacher Abklatsch davon - aber als ich so um die 3 Jahre alt war, sind meine Eltern von Bayern nach Hessen gezogen. Mein Dad hat mir später erzählt, dass ich am ersten Nachmittag, an dem ich mit den anderen Kindern im Haus spielen sollte, tränenüberströmt rein kam mit den Worten "Papa, de san olle so bled, de verstengan mi goar ned!" Ich habe da selber keine Erinnerung mehr dran, es ging ja auch nur um Dialekte - aber aufgezogen wurde ich damit noch Ewigkeiten. Pha. ;)

Es ist egal, wie du reingerutscht bist, solange du jetzt dabei bist und Spaß daran hast. Das ist das Wichtigste.
Ich habe mal verbloggt, was man als angehende*r Conlanger*in alles wissen/mitbringen soll und welche Fehler gemacht werden. In Kurzform: Solange es dir Spaß macht, tu es. Auch wenn es langsam vorangeht und eigentlich aus der Not geboren war. Wenn du magst, was du tust, dann passt das schon. Dauert bisschen länger, aber irgendwann wird eine Sprache daraus.
Danke Dir, das muntert definitiv auf  :vibes:

Also ich schon :D. Ne, ich habe tatsächlich eine Welt, in der das der Fall ist. Und es hat mir eine diebische Freude gemacht, den Zeichensatz für diese Sprache auszuarbeiten und dann ellenlange Tabellen mit Namen zu machen, die in der einen Schrift so und in der anderen so geschrieben sind (um reinzukommen). Sprache 1 basiert auf den Lauten des Französischen, Sprache 2 auf denen des Ukrainischen.
Aber ich bin in der Hinsicht eine Nerdine und erwarte nicht zwingend von allen so viel Hingabe.
Ich habe neulich auch einen Artikel gefunden, in dem es heißt, dass man sich entweder an die bestehenden Laute einer existieren Sprache anlehnen und daraus Silben basteln soll, oder aber direkt Silben übernehmen und nur ggf. verändern. Das ist auch alles irgendwie nachvollziehbar, nur, wie kommt man eigentlich an diese Laute bzw. Silben? Die Frage mag sich für Dich jetzt echt naiv anhören, aber ich steh da wirklich auf'm Schlauch. Ich habe im Internet einen Wortgenerator gefunden, und bei diesem einige Listen - die man aber natürlich nur mit Genehmigung des Erstellers verwenden darf und zudem ist die Sprache, die ich suche auch gar nicht dabei.
(Das geht aber schon lange über das eigentliche Thema hinaus - ist die Frage hier überhaupt noch o.k.?)

Was Einsprengsel angeht, habe ich ein separates Dokument, in dem ALLE Einsprengsel drin sind. Falls ich also eine Grammatikregel ändere und dadurch irgendwas machen muss, kann ich leicht nachschauen und mit der Volltextsuche die Stelle finden.
Gute Idee :). Ich hatte mir bisher immer nur die Seiten aufgeschrieben in denen so etwas vorkommt. Das ging bis jetzt noch ganz gut, da es nur wenige waren, aber auf Dauer funktioniert das nicht wirklich fürchte ich - zumindest nicht sinnvoll.

Mach dich nicht klein. Ich habe mich mit 16 auch so durchgewurschelt, während der Lateinkurse an der VHS, die mich einfach inspiriert haben wie sonstwas. Ich hatte noch keine Ahnung von nichts, aber das hatte ich mit viel Leidenschaft und gutem Willen. Trotzdem musste ich nahezu die ganze Grammatik und VIELE Vokabeln von damals wieder raus- und umschmeißen. Aber es ist wie beim Schreiben - hast du nix, kannst du nix überarbeiten.
Vielleicht wäre so ein Sprachkurs mal wieder gar nicht schlecht, auch wenn ich mehr zu spanisch als zu latein tendieren würde - aber ein besseres Gefühl für einen Sprachaufbau gäbe es allemal. Wenn ich nur wüsste WANN ... argh ... manchmal müsste man sich echt klonen können :gähn:.
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