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Autor Thema: Darf ein Verlag Restbestände eines anderen verkaufen, den es nicht mehr gibt?  (Gelesen 288 mal)

Offline Malinche

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Ich bin gerade etwas verwirrt und kann nicht einschätzen, ob das gerade alles seine Richtigkeit hat oder aber nicht.

2013 hatte ich ja meine beiden Kondorkinder-Romane beim Mondwolf-Verlag veröffentlicht. Als der 2015 seine Pforten schloss, bekam ich einen Aufhebungsvertrag, mit dem alle Nutzungsrechte an mich zurückfielen. Info vom Verlag war, dass die Bücher aus dem Handel genommen und Restbestände vernichtet werden. So weit, so gut.

Jetzt habe ich gerade ein Bild von der Feierey in Eutin bekommen: Offenbar verkauft dort der Wölfchen-Verlag alte Mondwolfbücher - unter anderem meine Kondorkinder. Ich hatte davon keine Ahnung, ich dachte, die Bücher seien wirklich nirgends mehr zu haben.

Wo ich jetzt nicht ganz durchsteige: Darf der das? Dass ich die Rechte zurück habe, sagt ja nichts über den möglichen Verkauf der Restbestände aus - dazu steht auch nichts in meinem Vertrag. Mein bisheriger Stand war nur einfach, dass die Bücher nicht mehr erhältlich sind. Da meine Agentur sich darum kümmern möchte, dass die Kondorkinder ein neues Zuhause finden, weiß ich jetzt auch einfach nicht, ob das ein Problem ist, wenn da noch ein paar Exemplare verhökert werden. Vor allem ist es halt ein komisches Gefühl, darüber auch gar nicht informiert worden zu sein. Aber kann natürlich sein, dass ich das jetzt einfach so hinzunehmen habe. Weiß zufällig jemand mehr zu solchen Konstellationen?
        

Offline Steffi

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Genau diese Konstellation leider nicht. Deadsoft verkauft für mich meine Restbestände der Prints von Incubus, zumindest das geht problemlos. Aber ich habe auch ausdrücklich eingewilligt und es gibt einen entsprechenden Vertrag dazu, von daher kommt mir das mit dem Wölfchen-Verlag doch merkwürdig vor.
Sic parvis magna


Offline Dämmerungshexe

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Vielleicht mal freundlich beim Verlag anfragen, wie diese Situation zustande gekommen ist. Oder auch die Agentur anfragen lassen.


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Offline Alana

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Ich würde mal sagen: Wenn der Wölfchen Verlag diese Bücher gekauft hat, also als Buchhändler fungiert, dann ist das okay, denn es gibt ja auch Buchhandlungen, die noch Bücher verkaufen, die eigentlich nicht mehr erhältlich sind. Wenn er sie aber im Auftrag des Mondwolf Verlags vertreibt, ist das nicht okay. Außerdem fände ich wichtig zu wissen, wann der Wölfchen Verlag die Bücher übernommen hat. Denn wenn der Mondwolf Verlag dir schreibt:

Zitat
Info vom Verlag war, dass die Bücher aus dem Handel genommen und Restbestände vernichtet werden.

Dann dürfen sie danach nicht noch Bücher weitergeben. Ich glaube aber, dass das "aus dem Handel nehmen" sich auf Großhändler bezieht und man nicht verlangen kann, dass sie alle Händler oder Buchhändler kontaktieren.

Ist aber nur meine Meinung, ob das rechtlich so passt, weiß ich nicht. Ich würde bei Wölfchen anfragen, ob sie nur noch ihre eigenen Restbestände verkaufen oder ob sie das im Auftrag machen.


Offline Aryana

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Da würde ich auf jeden Fall beim Wölfchenverlag nachhaken - denn für die verkauften Exemplare müssten dir doch auch Tantiemen zustehen.

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Offline Alana

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Da würde ich auf jeden Fall beim Wölfchenverlag nachhaken - denn für die verkauften Exemplare müssten dir doch auch Tantiemen zustehen.

Nicht, wenn sie die Bücher dem Mondwolf Verlag abgekauft haben. Denn dann hat dieser die Tantiemen bereits an Malinche bezahlt. Aber ja, auch aus diesem Grund ist eine Nachfrage sinnvoll.


Online Fianna

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Hat sich überschnitten.
Vielleicht ist Malinche dafür noch nicht bezahlt worden!

Worst Case wäre, wenn Mondwolf eine Abnahme zum Pauschalpreis mit Wölfchen abgesprochen hat, das aber nicht mehr in Deiner Abrechnung berücksichtigt wurde (weil Du die vorher bekommen hast oder es wegen des Pauschalpreises veegessen wurde)...


Offline Malinche

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Danke für eure Antworten!
Mittlerweile weiß ich etwas mehr, weil ich Sprotte live vor Ort habe. Es sind offenbar Bücher, die Wölfchen vor dem Mondwolf-Ende im Rahmen einer Kooperation übernommen hat (sie haben wohl quasi "getauscht", Mondwolf hat Wölfchen-Bücher in Österreich verkauft und Wölfchen umgekehrt Mondwolf-Bücher in Deutschland). Wie das allerdings im Einzelnen aussah, auch finanziell, weiß ich nicht, da muss ich dann wohl wirklich direkt nachfragen.

Tantiementechnisch mache ich mir wenig Hoffnungen - ich habe von Mondwolf am Ende zwar Geld bekommen, aber (wenn mich meine Erinnerung nicht total im Stich lässt) nie eine Abrechnung. Da lässt sich im Zweifelsfall nichts mehr nachvollziehen.

Jedenfalls verkauft Wölfchen wohl tatsächlich nur die eigenen Restbestände ab. Ich werde mal versuchen, Näheres rauszufinden, ich denke mal, so viele Bücher sind es nicht, aber wäre gut zu wissen, wie viele da noch potenziell im Umlauf sind.
        

Offline Grummel

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Es sind noch eine Handvoll Bücher. Ich glaube je 3 Kondorkinder und im Gespräch gestern hat Alfons mir erzählt, dass nach Aufgabe des Mondwolfverlags eine ordentliche Auf- und Abrechnung stattgefunden hat. Ich fand es sogar richtig schön, die ganzen tollen Cover und Bücher noch einmal präsentiert zu sehen.
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Offline FeeamPC

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Wie die anderen schon geschrieben haben: Hat der Verlag die Bücher regulär für Verkauf übernommen, fungiert er als Buchhändler, und im Zweifelsfall sogar als eine Art modernes Antiquariat, denn die Bücher sind ja bereits einmal verkauft worden und können somit als Second-Hand deklariert werden.
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