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Autor Thema: Das Ding mit der Anrede  (Gelesen 12240 mal)

Offline Churke

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Re: Das Ding mit der Anrede
« Antwort #45 am: 01. April 2018, 21:42:15 »
Eine Figur beim Nachmamen zu nennen, ist ein Stilmittel, mit dem ich als Autor ein bewusste Distanz zur Figur aufbaue. Die Frage ist also nicht, ob es ins Setting passt, sondern, ob dieser Effekt vom Autor beabsichtigt ist.
Cupitorum spes omnis Circus est maximus.
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Offline Araluen

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Re: Das Ding mit der Anrede
« Antwort #46 am: 02. April 2018, 00:28:02 »
Holmes und Watson sind für mich auch ein prominentes Beispiel. Allerdings lässt es ich nicht auf meine Fragestellung anwenden. Denn bei Sherlock Holmes erzählt Watson die Geschichten. Er ist der Erzähler und gleichzeitig eine Person, die Holmes nahe steht. Mein Erzähler ist keine näher definierte Person. Er ist eben der Erzähler, der die Geschichte aus Sicht des Protas erzählt, ohne dieser zu sein. Wie die anderen Figuren mit meinem Prota umspringen und wer da wen wie und warum anredet, das weiß ich. Ich bin mir eben nur nicht sicher, wie der Erzähler über den Prota redet.
Für mich gehören Nachname und Distanz bzw. größerer Respekt allerdings auch zusammen. Ja, Holmes und Watson sind Freunde, aber auch Kinder ihrer Zeit und sie haben den größten Respekt voreinander. Deshalb bleiben sie selbst in Situtationen, bei denen sie fest überzeugt sind, dass es zu Ende geht beim Nachnamen (und vermutlich beim Sie, aber das lässt sich schwer nachvollziehen, weil das Englische da anders gestrickt ist).
Im Großen und Ganzen tendiere ich auch dazu, den Prota vom Erzähler beim Vornamen zu nennen. Gestolpert bin ich darüber, weil nun eine andere Figur aufgetaucht ist, die ich für mich natürlich immer beim Vornamen nenne, die in der Geschichte aber natürlich erst einmal mit ihrem Titel und Nachnamen eingeführt wird. Die beiden müssen sich erst näher kennen lernen, ehe wir da zum Vornamen kommen.

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