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Autor Thema: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln  (Gelesen 152 mal)

Offline K.S. Clarke

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Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« am: 16. April 2018, 10:56:36 »
Es tut mir furchtbar Leid, dass ich kein sinnvolles deutsches Wort gefunden habe, aber der Begriff "Unlearning" passt exakt auf das, was ich meine.
Ich meine nämlich das "ent-lernen" bestimmter Verhaltensweisen und Attitüden durch Weiterbildung, Weiterentwicklung oder schlichtweg neuer Lebenserfahrung.

Ich möchte in meinem Buch eine weibliche Protagonistin (20 Jahre alt) zeigen, die seit sie ein Kind ist, mit sehr spezifischen Ansichten unter anderem über ihre Rolle im Leben ihrer Mitmenschen und der Welt und wie sie sich zu verhalten hat, erzogen wird, größtenteils indem man ihr konstante Schuldgefühle macht.
Im Laufe der Geschichte soll für sie klar werden, dass manche der Dinge, die ihr von Anfang an eingetrichtert wurden, vielleicht gar nicht mit ihren Lebensvorstellungen und Wünschen zusammenpassen. Im Großen und Ganzen soll sie lernen, dass sie Entscheidungen für ihr eigenes Leben und ihr eigenes Glück treffen darf und das sie das nicht selbstsüchtig oder undankbar macht. Sie beginnt die Geschichte als jemand, der recht naiv und unerfahren ist. Sie stellt sich selbst und ihre Gefühle oft hinten an und das eine mal, das sie wagt, ihre Wünsche klar zu äußern, endet in einer Katastrophe. Das überzeugt sie noch mehr davon, dass sie sich irgendwo selbst aufgeben muss, um die Menschen, die sie liebt, glücklich zu machen. Im Laufe der Geschichte soll sich das ändern.

Nun die Frage bzw. das Problem.

Wie verhindere ich, dass der Leser bei einem Charakter, der scheinbar offensichtliche Fehler macht (zB mit einem Lächeln zulässt, dass sie, obwohl sie eine erwachsene Frau ist, konstant bevormundet wird) abschaltet oder sich einfach nur darüber ärgert, dass der Charakter sich irgendwie ständig selbst ein Bein stellt? Wo ist die Grenze zwischen "naiv, aber lernt dazu" und unbewusst selbstzerstörerisch?

(Falls hier die Grammatik überhaupt nicht stimmt - tut mir Leid, ich bin heute irgendwie nur schwer aus dem Bett gekommen  ;D)

Offline Aphelion

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #1 am: 16. April 2018, 12:05:32 »
Eine solche Grenze gibt es in dem Fall in meinen Augen nicht. Der Punkt ist doch: Die Protagonistin "muss" dazu lernen, weil ihr Verhalten eben nicht nur naiv, sondern auch selbstzerstörerisch ist. Wenn es nur naiv wäre, wäre es kein ernstzunehmendes Problem.

Wie lässt sich verhindern, dass Lesende entnervt abschalten? Letztlich kommt es auf deinen Stil an und ist schwer pauschal zu beantworten.

Deine Protagonistisch scheint ja schon zu merken, dass sie sich ändern "muss" - insofern könntest du hier erzählerisch ansetzen. Sie lächelt, aber sie hat ein flaues Gefühl im Magen. Sie zuckt mit den Schultern, aber hinterher schließt sie sich für ein paar Minuten im Bad ein, um wieder runterzukommen. Sie lacht über einen Witz, der auf ihre Kosten ging, aber in Gedanken macht sie sich wegen ihres Lachens Vorwürfe oder erwidert in Gedanken etwas, ohne die Worte auszusprechen.

Ich würde diese Darstellungen steigern. Am Anfang zögert die Prota vielleicht nur, später kann sie die ganze Nacht nicht schlafen, weil sie so sauer auf sich selbst ist. Noch etwas später ist sie dann wahrscheinlich sauer, weil sie so "selbstsüchtig" war - oder beides gleichzeitig.

Alle Beispiele sind natürlich nur sinngemäß. Kurz: Mach die Ambivalenz sichtbar. (Wenn die Prota keine Ambivalenz verspürt, hat sie keine Motivation, sich zu ändern! Wo soll die Änderung dann herkommen? Fremdbestimmte Selbstbestimmung gibt es nicht.) Es gibt zahlreiche erzählerische Tricks, so etwas umzusetzen.  Die obigen Beispiele zeigen nur eine Möglichkeit. Wie gesagt, es kommt auf deinen Stil an. :)

Wichtig wäre mir als Leserin, dass die Weiterentwicklung sichtbar ist - und zwar möglichst schnell, zumindest am Anfang. Später darf es gern Rückschritte geben - aber wenn du 20 Seiten lang einen passiven Boxsack beschreibst, würde zumindest ich nicht davon ausgehen, dass sich da noch etwas ändern wird, und würde das Buch eventuell weglegen.

Ich würde maximal eine Situation ohne jegliche ambivalente Gefühle schildern. Nicht nur, um die Lesenden bei Laune zu halten, sondern weil jede Szene einen Mehrwert bieten sollte. Wenn du zwei solcher Szenen schreibst, wäre z.B. eine harmlose Situation am Anfang und eine heftige Situation darauf denkbar.

Offline zDatze

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #2 am: 16. April 2018, 13:22:40 »
Aphelion zeigt schon viele wichtige Punkte auf, aber ich glaube, der wichtigste ist tatsächlich, dass es einen sichtbaren Impuls gibt, wodurch sich deine Prota ändern kann. Zum Beispiel eine neue Bekanntschaft, die sie macht und durch die sie auch lernt einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Ein krasser Gegensatz zu ihrem eigenen (naiven) Charakter würde da eine ordentliche Kluft aufzeigen - und deine Figur sicherlich auch die Option näher bringen, dass sie nicht immer einstecken und still sein muss.

Etwas, das mir auch noch dazu einfällt, ist, dass wir als Menschen auch extrem von unserer Umgebung abhängig sind - und das gleich ja auch bei unseren fiktiven Figuren der Fall ist. Wenn die Situation für deine Figur also untragbar wird, wird sie auch nach einem Ausweg suchen und dabei weniger naive Wesenszüge an den Tag legen. (Vielleicht indem sie noch immer vorgibt naiv zu sein, aber eigentlich schon an einem Fluchtplan arbeitet?)

Auf jeden Fall ist das eine sehr interessante Frage, die du hier aufwirfst. Danke für den Thread!
     Keep on writing.

Online Churke

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #3 am: 16. April 2018, 13:37:35 »
Du stellst die Frage abstrakt, und so will ich auch eine abstrakte Antwort geben.

Zunächst einmal denke ich, dass dein Begriff des „Unlearnings“ irreführend ist und dich auf die falsche Spur führen kann. Es geht um die Entwicklung und nicht Rückentwicklung einer Figur. 

Figuren entwickeln sich generell durch die Erfahrungen, die sie machen, und die Probleme, anderen Lösungen sie wachsen.
Nimm den Klassiker der Heldenreise: Am Anfang könnte der „Auserwählte“ (TM) den Oberschurken niemals besiegen. Die dafür notwendigen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften lernt er erst durch das, was er auf dem Weg zum Schurken erlebt.

Was du also braucht, sind Wendepunkte, konkrete Anlässe, bei denen deine Figur ihre Sichtweise verändert. Das können Triumphe sein, aber auch große Enttäuschungen. Wenn sie zum Beispiel jemand, dem wie vertraut hat, im Stich lässt.
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Offline K.S. Clarke

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #4 am: 16. April 2018, 14:13:34 »
Zunächst einmal denke ich, dass dein Begriff des „Unlearnings“ irreführend ist und dich auf die falsche Spur führen kann. Es geht um die Entwicklung und nicht Rückentwicklung einer Figur. 

Ich weiß nicht, ob ich dir da zustimmen kann. Klar soll der Charakter sich nicht "zurückentwickeln", aber das ist Unlearning auch nicht. Es geht vielmehr darum, bestimmte Verhaltensweisen, die einem eingebläut wurden, zu analysieren und jene, die nicht dienlich sind, loszuwerden.

Beispiel: Ich denke die meisten Leute, natürlich auch abhängig von ihrer Umgebung, wurden als sie aufgewachsen sind mit gewissen Denkensweisen oder Ideologien konfrontiert. Man nehme zum Beispiel Sexismus. Vorurteile gegen Frauen und negative Attitüden gegen Frauen können einem von Kindesbeinen an von Familie und Medien eingetrichtert werden und vielleicht will man sich von diesen "angelernten" Vorurteilen, sobald man etwas selbstreflektierter wird, wieder distanzieren. Das ist dann ja auch kein "Rückschritt" sondern eher eine Befreiung von früher als status quo angenommenen Sachverhalten.

Offline jokergirl

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #5 am: 16. April 2018, 14:22:05 »
Mal ein paar Gedanken meinerseits, da ich das Problem auch zur Genüge kenne...

Das grösste Problem liegt zumindest in meinem eigenen Schreiben oft darin, die Protagonistin trotz offensichtlicher Fehler sympathisch zu machen. Speziell, wenn die Fehler Vorurteile sind, die einem in der Kindheit eingebläut wurden, oder wo man einfach das eigene Verhalten nicht sieht. (Deswegen sieht man ja auch in der Literatur statt echter Charakterschwächen so oft "Non-Flaws" wie Tollpatschigheit...)

Eine gute Möglichkeit, das ein bisschen auszubügeln, ist entweder zu zeigen, dass die Protagonistin gleich am Anfang anfängt, etwas dazuzulernen ("das ist ja gar nicht so, wie ich gedacht habe"), oder ihr einen Mentor zur Seite zu stellen, der/die gleich am Anfang auf das Verhalten hinweist und um dessen Meinung sich die Protagonistin wirklich kümmert.

Das heisst natürlich nicht, dass die Prota später keine Fehler machen darf! Es muss nur gezeigt werden, dass sie sich dessen bewusst ist und daran arbeitet.
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Offline canis lupus niger

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #6 am: 16. April 2018, 14:26:55 »
Menschen verändern sich immer weiter durch die gemachten Erfahrungen, zum Guten wie zum Schlechten. Wenn Deine Dame lernt, sich NICHT zu emanzipieren, musst Du das entsprechend plausibel begründen, zum Beispiel durch traumatische Erfahrungen, oder sie lässt sich zwingen (nicht mit einem lächelnden Schulterzucken!) zum Beispiel durch Erpressung (sie verzichtet, um ihren Kindern oder einem anderen geliebten Wesen nicht zu schaden). Oder die Entwicklung ist so langsam, dass sie in Deiner Geschichte nicht abgeschlossen wird, sondern nur z.B. durch ihre Gedanken angedeutet. Eine Unterdrückung der eigenen Interessen wider besseres Wissen führt langfristig zu Depressionen, Aggressionen oder anderen psychologischen Problemen, je nach charakterlicher Veranlagung.

Als Beispiel, wie ich so was versucht habe, guck mal hier: https://www.grimoires.de/buch/1273/Flammen-ueber-Drachstaad/

Offline Gizmo

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #7 am: 16. April 2018, 14:28:27 »
Die Anderen haben schon wichtige Punkte angesprochen, die ich teile, deshalb möchte ich vor allem eines ergänzen:
Für mich als Leser wäre es wichtig, dass du das Umfeld deiner Protagonistin gut ausarbeitest. Ich stelle es mir von deiner Schilderung her so vor, dass ihr Umfeld die Schuldgefühle als ein Kontrollinstrument benutzt. Wenn du das gut darstellen kannst und die Art zeigst, in der sie manipuliert wird, bin ich als Leser schon geduldiger mit ihr, wenn sie sich nur schwer aus dieser Situation befreien kann. Mich stören Fehler des Protagnisten hauptsächlich dann, wenn ich eben nicht verstehe, warum sie gemacht werden.
Auf jeden Fall muss klar werden, dass sie sich ihrer Fehler bewusst ist, auch wenn sie zu Anfang noch nichts daran ändern kann (s. Aphelions Beitrag). Ich glaube, die meisten kennen das Gefühl, dass sie im Begriff sind einen Fehler zu machen, aber sich selbst nicht daran hindern können.

EDIT: Da war jokergirl schneller als ich.  :)
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Offline K.S. Clarke

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #8 am: 16. April 2018, 14:42:59 »

Für mich als Leser wäre es wichtig, dass du das Umfeld deiner Protagonistin gut ausarbeitest. Ich stelle es mir von deiner Schilderung her so vor, dass ihr Umfeld die Schuldgefühle als ein Kontrollinstrument benutzt. Wenn du das gut darstellen kannst und die Art zeigst, in der sie manipuliert wird, bin ich als Leser schon geduldiger mit ihr, wenn sie sich nur schwer aus dieser Situation befreien kann. Mich stören Fehler des Protagnisten hauptsächlich dann, wenn ich eben nicht verstehe, warum sie gemacht werden.

Super Hinweis, deswegen würde ich gerne noch ein paar Infos geben:

Zu Anfang besteht die "Gruppe" aus drei Leuten: der Protagonistin, ihrem deutlich älteren Bruder und einer neuen Freundin, welche so ein bisschen Mentorenstatus für die Protagonistin bekommt, weil sie in ihrem Leben radikal andere Erfahrungen als die Protagonistin gemacht hat (also zB statt in Reichtum und Sicherheit aufzuwachsen vor Krieg und Armut fliehen musste) und versucht, der Protagonistin (teilweise auch aus Eigeninteressen) zu helfen.

Ihr Bruder ist da so der Gegenpol und möchte eher den "status quo" erhalten und ist definitiv jemand, der die Protagonistin kontrolliert und emotional unter Druck setzt; zum einen weil der denkt, dass es so am Besten für sie ist, und zum Anderen weil er selbst auch sehr tief in den Verhaltensmustern drin steckt, aus denen die Protagonistin versucht sich mit Hilfe ihrer neuen Freundin und der später diazustoßenden Love Interest zu retten.

Die Themen Kontrolle und Abhängigkeit sollen bedeutende Motive der Geschichte sein. So soll erst mal gezeigt werden, wie die Protagonistin kontrolliert wird, dann wie sie erkennt dass sie kontrolliert wird und wie sie sich schließlich, durch die Erfahrungen, die sie macht, und die Menschen, die versuchen ihr zur Seite zu stehen, aus dieser Kontrolle befreit.

Auf der anderen Seite soll auch gezeigt werden wie die Menschen, die sie kontrollieren, insbesondere der Bruder und ein bisschen der Love Interest, versuchen, diesen Kontrollzwang und den Zwang, andere Menschen "zu ihrem Besten" zu entmündigen, abzustreifen (und darin vielleicht letzten Endes scheitern).

Offline Trippelschritt

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #9 am: 16. April 2018, 14:47:10 »
Unlearning heißt auf Deutsch Verlernen, aber mit diesem Wort stellst Du Dir selbst ein Bein, weil Du eine Perspektive wählst, die bei Lesern nicht beliebt ist. Im Gegenteil: Es geht um Lernen, denn erfolgreiches Lernen ist eine Verhaltensänderung. (Hat Churke auch so ähnlich formuliert, wenn ich mir das richtig gemerkt habe)

Wie man das jetzt schreibt, ist schwer zu beantworten, weil das, was Du möchtest, etwas ist, das man durch kleine Details erreicht. Gefährlich ist nur der Anfang, wenn Deine "Loserin" und ihre Situation eingeführt wird. Da könnte es helfen, an der einen oder anderen Stelle eine Kleinigkeit einzubauen, die darauf hinweist, dass nicht alles verloren ist und irgendwo ein Keim des Widerstandes steckt. Oder sonst so etwas. Denn dann wartet der Leser hoffentlich auf das, was gelernt wird und wie es gelernt wird und all das Zeugs, das letztlich die alte Welt verdrängt und durch eine neue ersetzt.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Schreiben ist nichts anderes als seine Ideen zu Tisch zu bitten

Offline K.S. Clarke

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Re: Unlearning - Wenn Charaktere sich verwandeln
« Antwort #10 am: 16. April 2018, 14:56:47 »
Unlearning heißt auf Deutsch Verlernen, aber mit diesem Wort stellst Du Dir selbst ein Bein, weil Du eine Perspektive wählst, die bei Lesern nicht beliebt ist. Im Gegenteil: Es geht um Lernen, denn erfolgreiches Lernen ist eine Verhaltensänderung. (Hat Churke auch so ähnlich formuliert, wenn ich mir das richtig gemerkt habe)

Ich verstehe was du meinst. Es soll natürlich kein Stillstand oder Rückschritt passieren. Vielleicht eher ein "Ersetzen" alter, subjektiv negativer Verhaltenseisen und Charakteristika durch neue Erfahrungen etc.?

Ich mochte deine Formulieren vom Ersetzen der alten Welt durch eine Neue.
So stelle ich mir das abstrakt auch vor. Eine große, bunte, neue Welt, zu der sich die Protagonistin Zugriff verschafft und wofür sie ihre starre, enge alte Welt zurücklässt.

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