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Autor Thema: Die Macht des wahren Namens  (Gelesen 553 mal)

Offline Coppelia

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Die Macht des wahren Namens
« am: 14. März 2018, 06:12:06 »
Ich kann mal etwas Brainstorming-Hilfe gebrauchen.

Mein männlicher Protagonist hat die Kunst der Schwarzmagie und Heerführung von seiner Mentorin und Ex-Loverin gelernt, einer Dämonen-Beschwörerin und Generälin. Als er in ihre Dienste trat, hat sie ihn nach seinem Namen gefragt, und naiv wie er war, hat er ihn auch verraten.
Mittlerweile sind sie Konkurrenten um dieselben Ressourcen geworden und kämpfen eher gegen- als miteinander.

Nun ja, jeder weiß ja, dass Beschwörer mit der Kenntnis eines Namens Macht ausüben. Die Wirkung mag bei Dämonen durchschlagender sein als bei Menschen, aber ich bin sicher, dass die Beschwörerin über den jungen Mann immer noch eine gewisse Macht ausüben kann, indem sie seinen Namen kennt.
Leider weiß ich nicht, worin genau sich die ausdrücken könnte. Sie kann ihn offenbar nicht wirklich kontrollieren, sonst würde sie nie dulden, dass er gegen sie arbeitet.

Online Araluen

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #1 am: 14. März 2018, 07:35:44 »
Sie könnte ihm einen Schritt vorraus sein, indem sie ihn dank seines Namens mit Zauberspiegeln oder so ausspioniert.
Sie kann ihn verfluchen bei bedarf, deren Wirkung sie vor allem deshalb entfalten, weil sie seinen Namen kennt.
Sie kann ihm Dämonen auf den Hals hetzen. Dank des Namens haben die eine unfehlbare Fährte.

Offline Zauberfrau

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #2 am: 14. März 2018, 08:08:54 »
Sie könnte sein Umfeld gegen ihn beeinflussen. Gerüchte über ihn in die Welt setzen. Genau das also, was man auch in der realen Welt zur Verfügung hat, wenn man den Namen von jemandem kennt. Da kann man sich als Autor richtig austoben, indem man einfach mal ein bisschen in Richtung Datenschutz denkt. Da ist die reale Welt, glaube ich, ein ganz gutes Vorbild  ;)
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Offline Trippelschritt

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #3 am: 14. März 2018, 08:58:29 »
Der klassische Einfluss auf jemanden, dessen wahren Namen man kennt, ist, dass er gerufen werden kann und in seiner wahren Gestalt erscheinen muss (Wahrer Name - wahre Gestalt). Das weürde ich erst einmal erwarten. Jetzt lässt sich alles Mögliche ausdenken. Zaubersprüche wirken stärker, man kann selber in Verkleidung antreten gegen einen "nackten" Gegner, man kann ihn kurz vor dem ziel abberufen und daher seinen Fortgang verlansamenn.

Sollte die Kenntnis des wahren Namens aber einen ganz anderen Vorteil bringen, würde ich anregen, das sehr gut vorzubereiten, weil es da bereits - spätgestens seit Magier der Erdsee - Erwartungen bestehen können.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Offline Frau S.

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #4 am: 14. März 2018, 10:57:03 »
Vielleicht kann sie in seinen Geist sehen?

Auch wenn sie ihn nicht kontrollieren kann, kann sie ihn möglicherweise beeinflussen, emotional vielleicht? Oder ihm Träume / Visionen schicken?
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Offline Elona

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #5 am: 14. März 2018, 13:04:06 »
Du hast doch bestimmt schon konkrete Dinge, die passieren würden, wenn es normal verliefe, oder? Die würde ich einfach abschwächen.

Beispielsweise:
Sie möchte, dass er irgendwohin geht, er geht ein paar Schritte, wird sich dessen bewusst, ärgert sich und bricht das Verhalten ab.
Sie will jemanden loswerden, er zückt hinter dessen Rücken schon den Dolch, merkt, dass es ja nicht das ist, was er will ... usw.
Oder er sagt Dinge (ist leider schneller, als eine Handlung), die er gar nicht selbst so meint/schlechte Ratschläge/ Peinlichkeiten ...

Damit könnte man wirklich ganz tolle Szenen machen.  :vibes:
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Offline Solmorn

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #6 am: 14. März 2018, 13:22:27 »
Mir fällt da spontan ein, dass der "wahre Name" TAMM-TAMM-TAMM ja auch gleichzusetzen wäre mit der grundlegendsten Identität und dem absoluten Fundament der Persönlichkeit. Sie könnte also von diesem Punkt aus - so wie auch andere es schon geschrieben haben - alles beeinflussen, was auf diesem basalen Selbstkonzept aufbaut.
Oder etwas biologischer ausgedrückt: Jedes einzelne Hirnareal, dass sich mit höheren kognitiven Prozessen beschäftigt. Also das gesamte Zwischen- und Vorderhirn.
Das ergibt dann ganz witzige Möglichkeiten, wenn sie ihn nicht direkt in seinem Bewusstsein manipuliert, sondern quasi (ohne dass das so techno-babbelig ausgesprochen wird) einzelne Hirnareale aktiviert und sein Verhalten indirekt beeinflusst. Also beispielsweise:
-Hippocampus (Langzeitgedächtnis); in ihm kochen in den ungünstigsten Situationen wild durcheinander irgendwelche Erinnerungen hoch
-N. accumbens (Belohnungszentrum); er fühlt sich gut bei bestimmten Dingen und andersherum nicht gut bei anderen, also perfekt zum Konditionieren
-Thalamus (Zwischenstation aller Sinne außer Riechen); seine Wahrnehmung verzerrt sich
-Hypothalamus (Hunger- und Sättigungskontrolle, Sexualverhalten); er bekommt aus heiterem Himmel Heißhunger
-Amygdala (Sitz alter Emotionsprogramme); er empfindet vor irgendetwas wahnsinnige Angst oder Wut
-alle möglichen Cortexareale, in denen das "normale Denken" abläuft - oder eben nicht
und so fort... ich spinne hier nur rum, vielleicht fällt mir noch ein bisschen was ein.
"Fair is foul and foul is fair" - William Shakespeare

Offline Mönchen

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #7 am: 14. März 2018, 16:45:45 »
Vielleicht kann sie ihm auch Schmerzen zufügen.
So wie bei Voodoo Puppen, nur dass sie keine Puppe dafür braucht.


Offline canis lupus niger

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #8 am: 14. März 2018, 23:08:08 »
Einen schönen Aspekt zum Thema "Wahrer Name" habe ich in einem bekannten Roman gelesen, weiß aber nicht mehr in welchem (Erdsee? Harry Dresden? Eragon?): Menschen verändern sich, entwickeln ihre Persönlichkeit immer weiter, so dass der wahre Name, den jemand zu einem bestimmten Zeitpunkt besaß, schon nach einiger Zeit nicht mehr hundertprozentig "wahr" ist. Die Wirkung des wahren Namens verliert sich also im Lauf der Zeit immer mehr, wenn der "Benutzer" mit dem Träger des Namens keinen engen Kontakt mehr hat und diesen immer weniger gut kennt.

Vielleicht ist das ein Gedanke, der Dir zusätzliche Ideen oder Inspirationen liefern kann.

Offline Linda

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #9 am: 15. März 2018, 13:33:51 »
Wenn sie seinen wahren Namen kennt, kann sie ihm den magisch nehmen: zB also für einen Gedächtnisverlust/Identitätskrise sorgen.
Lösung wäre dann, dass er schließlich eine neue Identität entwickelt. Er könnte sich sogar von dem ganzen Düsterzeug abwenden. Oder heiraten, oder seinen Kern dann zB als Ehemann oder Vater bezeichnen...
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― Ursula K. Le Guin

Offline Coppelia

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #10 am: 15. März 2018, 15:31:23 »
Ganz herzlichen Dank für eure Ideen! Das meiste ging in die Richtung, die ich mir auch schon überlegt hatte. Wenn eine Beschwörerin mit dem wahren Namen einen Dämon herbeiruft und kontrolliert, würde sie dasselbe wahrscheinlich auch mit einem normalen Menschen können - allerding in abgeschwächter Form und so, dass er selbst mit genügend starkem Willen dagegen angehen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ihn in seiner Vergangenheit zu einigen Dingen gezwungen hat, die er eigentlich nicht wollte.

Wenn sich der wahre Name im Lauf der Zeit verändert - interessantes Konzept - wäre der wahre Name nicht mit dem Namen gleichzusetzen. Das fände ich für meinen Fall etwas schwierig. Es ist aber schon geplant, dass sich der Magier im Lauf des Romans verändert: Er verliebt sich, erkennt, dass er einer verlogenen Ideologie aufgesessen ist, und erforscht vermutlich auch seinen Sinn für Schönheit. Ganz zuletzt wird er wohl sogar seine Magie aufgeben.

Offline Weberin

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #11 am: 19. März 2018, 12:53:25 »
Ich muss in diesem Zusammenhang an die Homöopathie denken. Dort gibt es inzwischen eine Richtung, die meint, für jeden Menschen gäbe es genau ein Mittel, das für ihn hundertprozentig passt und für alle Beschwerden hilfreich ist. Mir geht es hier nicht darum, diese doch sehr schwer nachvollziehbare Theorie als richtig oder falsch hinzustellen, es geht mir um eine Parallelität zum "wahren Namen". Wenn man solche ein Mittel kennt, das ein Mensch braucht, so ahnt man extrem viel über ihn (es gibt Bücher "Materia Medica" in denen die Eigenschaften, die durch Erfahrungen zu einem Mittel gehörig gefunden wurden, verzeichnet sind - nicht jedes Symptom muss im einzelnen Fall zutreffen, doch sind es oft sehr viele):
Das umfasst sowohl Gemütssymptome wie z.B. ängstlich oder draufgängerisch, romantisch oder materialistisch, fürsorglich oder verantwortungslos, aber auch körperliche Symptome: Anfälligkeit für Krankheiten, Arten der Schmerzen, aber auch Essensvorlieben, Unverträglichkeiten, ob kälte- oder hitzeempfindlich usw. usw. Bekannt sind auch Merkwürdigkeiten, wie "das Gefühl, Häuser würden auf ihn stürzent" oder "meint rechts sitzt ein Engel auf seiner Schulter und rät ihm Gutes zu tun, und links einer, der ihm rät, Böses zu tun" oder "Der Körper vergrößert sich", "Angst vergiftet zu werden". Ebenso sind typische Träume bekannt.
In der Homöopathie wird ein Patient oft mit dem Namen des Mittels bezeichnet, das er braucht (natürlich nur unter Homöopathen, nicht gegenüber Unkundigen), so spricht man von einem "Sulfur" wenn er Schwefel braucht, von einem "Nux vomica" wenn er die Brechnuss braucht, oder von "Lachesis" wenn er das Gift der Buschmeisterschlange braucht. Man könnte in dem Zusammenhang hier auch so ein Mittel (es gibt davon tausende) als des Patienten wahren Namen bezeichnen. Er enthüllt seine Schwächen und Stärken, seine Hoffnungen und Ängste, seine Verletzlichkeit, seine Unsicherheit usw.
So könnte ich es mir auch mit dem "wahren Namen" in einer Fantasy-Geschichte vorstellen: wer ihn kennt, weiß um die Verletzlichkeiten und die emotionalen und körperlichen Vorlieben und Schwächen seines Gegenübers - und hat damit einen riesigen Vorteil. Denn oft werden ja gerade Ängste und Schwächen gut getarnt und überspielt, und man würde sie überhaupt nicht in einer anderen Person vermuten. Der wahre Name aber deckt sie auf...

Offline FeeamPC

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #12 am: 19. März 2018, 14:56:41 »
Es würde bereits reichen, wenn der wahre Name es ihr ermöglichst, seine Schwächen besser zu kennen. Eventuell sogar besser als er selbst. Dann hätte sie auf jeden Fall einen Vorteil
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Offline Asterya

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #13 am: 19. März 2018, 16:19:25 »
Eventuell muss sie gar nicht mal selbst aktiv werden. Sie könnte ihn auch nur drohend daran erinnern, dass sie ja seinen wahren Namen kennt und das reicht dann schon, damit er bei jedem kleinen Wehwehchen oder Rückschlag direkt panisch wird, weil er glaubt, sie habe ihm irgendein Übel an den Hals gezaubert. Sie muss sich nicht mehr um ihn kümmern und kann gelassen zusehen, wie er immer paranoider wird und dadurch irgendwann Fehler begeht.

Um bei dem Gedanken mit dem Herbeirufen zu bleiben: Sie könnte ihn rufen, doch da er kein Dämon ist, zwingt ihn das nicht automatisch sich ihr zu zeigen. Allerdings hört er die gesamte Zeit über ihre Stimme, die seinen Namen ruft.  Sehr nervig, vor allem, wenn man versucht, zu schlafen oder in Ruhe über etwas nachzudenken. Bis zu einem gewissen Punkt kann er das vielleicht ausblenden, aber irgendwann treibt ihn das in den Wahnsinn oder zu ihr, damit er endlich Ruhe hat.
You wake up every morning to fight the same demons that left you so tired the night before. And that, my love, is bravery.

Offline Coppelia

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Re: Die Macht des wahren Namens
« Antwort #14 am: 22. März 2018, 17:12:38 »
@ Weberin
Das kann ich mir für diesen Roman zwar nicht vorstellen, aber es ist echt cool. Ich hätte Lust, ein Magiesystem drauf aufzubauen!

@ FeeamPC
Das werde ich mir merken, lässt sich vielleicht machen.

@ Asterya
Das auch! Der psychologische Effekt ist sicher nicht zu unterschätzen. Ich habe schon geschrieben, dass er ihr Näherkommen usw. spürt, aber eventuell bildet er sich das ja auch nur ein.
Sogar, dass sie ihre Stimme hört, habe ich schon geschrieben. Das passt doch gut. Dass ihn das allmählich zermürbt, finde ich einen super Aspekt.

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