0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

  • Drucken

Autor Thema: Per Pedes odes Teleport? [erledigt]  (Gelesen 388 mal)

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Per Pedes odes Teleport? [erledigt]
« am: 22. Februar 2018, 18:36:36 »
Ihr Lieben,

ich kann gerade mal wieder eure Hilfe brauchen - so schnell wie möglich, denn ich muss mich heute nacht noch an das Ergebnis setzen können. Im Moment schreibe ich mein "Gefälschtes Siegel" neu - keine Überarbeitung, sondern eine neue Fassung auf Basis der alten. Und obwohl ich dachte, ich kenne die Geschichte längst, tun sich immer neue Fragen und Abgründe auf. Konkret dreht es sich um die Frage, wie viel Raum ich einer Überlandreise anräumen muss.

Wir befinden uns im dreizehnten Kapitel (bzw. bei Wortmarke 100.000 oder etwas über zwei Dritteln des Buches) . Im sechsten Kapitel ist meine Heldengruppe aufgebrochen, und wie sich das für High Fantasy gehört, hoch zu Ross. Sie haben in Gasthöfen übernachtet, ein paar Abenteuer erlebt und sich gegenseitig das Leben schwer gemacht. Bis zum zehnten Kapitel habe ich von ihren Überlandabenteuern berichtet, danach kam ein Einschnitt: Sie haben in einem bösartigen Wald ihre Pferde verloren, und Enidin, die Magierin, hat sie gerettet, indem sie endlich mal was gezaubert hat, ein Portal geöffnet, durch das sie in ein Dorf am Fuß der Berge geflüchtet sind. Da waren sie nun die letzten zwei Kapitel lang, und langsam wird es wieder Zeit, aufzubrechen.

Da sie auf dem Weg in die Berge sind und Pferde im Gebirge nicht sonderlich nützlich, verzichten sie darauf, neue Pferde zu kaufen (was eine kluge Idee ist, denn dieses Dorf ist nicht auf Pferdehandelt ausgelegt), was bedeutet, dass sie ihren Proviant und den Rest selbst tragen müssen. Allerdings haben sie im Anderwald auch weite Teile ihres Gepäcks, einschließlich der Zelte und Rucksäcke, verloren. Irgendwas Sackartiges bekommen sie sicher auch hier im Dorf, mit Zelten sieht das wahrscheinlich anders aus, und so oder so - sie müssen das ja alles irgendwie transportieren.

Nur - ich will eigentlich nicht mehr unendlich viel Raum auf Überlandreise vergeuden, es wird langsam mal Zeit, in den Bergen das Portal nach Ailadredan zu finden, wo das letzte Drittel des Buches stattfinden soll. Die Strukturen in der Gruppe sind inzwischen ausgearbeitet, und ich würde gerne den schnellen Vorlauf bemühen - andererseits kann ich auch nicht bei einer vierköpfigen Gruppe, von denen drei überhaupt keine Wildniserfahrung haben und der vierte zwar ein Kämpfer ist und auf dem Land aufgewachsen ist, aber auch nicht der große Survivalexperte, völlig ausklammern, dass sie auf einmal mit buchstäblich nichts zurechtkommen müssen.

Ich könnte ein ganzes Kapitel einbauen, das den beschwerlichen Weg in die Berge beschreibt, das Überleben in der Wildnis, die erste Nacht unter freiem Himmel - aber ich habe das Gefühl, es bringt die eigentliche Handlung des Buches nicht voran, es trägt nichts zur Wahrheitsfindung bei, sie werden im zweiten Band noch genug Zeit unter freiem Himmel verbringen, und so abenteuerlich so eine Outdoor-Experience für meine Helden sein mag, ist es nicht das, worauf der Leser wartet. Und ich hätte eine Möglichkeit, das Ganze abzukürzen: Schließlich haben wir Enidin und ihre Magie. Enidin ist spezialisiert auf Portale. Sie kann sie buchstäblich mit einem Fingerschnipsen aus dem Dorf in die Berge bringen, so wie sie die Gefährten auch aus dem Wald gebracht hat. Ich habe nur Angst, dass das dann zu billig rüberkommt.

Enidin nutzt ihre Magie nicht leichtfertig und nicht aus Bequemlichkeit. Deswegen sind meine Helden vier Kapitel lang durch die Gegend geritten, statt das Abenteuer mit dem Durchschreiten eines Portals zu beginnen. Seitdem sie das erste Mal in Lebensgefahr geraten ist, sieht sie die Dinge etwas anders und ist jetzt auch eher bereit, Magie zu wirken und ein Portal zu öffnen, und sie versteht durchaus, dass es lebensgefährlich ist, ohne alles in die kalten, nebligen Berge zu marschieren. Bereitschaft, ein Portal zu öffnen, wäre also da. Ich kann mich nur nicht entscheiden, wie die Leser auf sowas reagieren:

A) Sie nehmen die Abkürzung und gehen durch das Portal: Denken dann die Leser "Wie billig! Diese faule Sau von Autorin will sich vor der Arbeit drücken, wo ich mich schon auf spannende Wildnisabenteuer gefreut habe!"?

B) Sie machen sich zu Fuß auf den beschwerlichen Weg in die Berge: Denken dann die Leser "Warum zum Henker teleportieren sie nicht? Das hat beim letzten Mal doch auch geklappt! Ist die Autorin doof, oder was?"

Erwähnenswert ist noch: Sie werden danach ein fest installiertes Portal durchschreiten (von Enidin flottgemacht) und das mysthische Land Ailadredan betreten, wo Enidins Magie nicht funktioniert. Ihre Portalmagie ist also nicht für den Rest des Buches das Allheilmittel ("Ey, Alte, mach ma Portal!"), und Portale sind buchstäblich das Einzige, was Enidin kann. Wie soll ich mich entscheiden? Was nehmen die Leser mir übler? Danke für eure Hilfe!

Online Araluen

  • Blaustern
  • *****
  • Beiträge: 2.350
  • Geschlecht: Weiblich
  • KEKSE!
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #1 am: 22. Februar 2018, 18:49:20 »
Ich würde mich als Leser schon fragen, warum die Magierin kein Portal öffnet, wenn sie schon bewiesen hat, dass sie es kann. Kommt aber natürlich auch auf die Wirkung der Portalmagie an. Da weiß ich nun nicht, wie das bei dir funktioniert. Was mir persönlich jetzt gefallen würde, wäre mit einem Portal abzukürzen, aber es nicht hundertprozentig gelingen zu lassen (wenn dein Magiesystem das zulässt). Die Magierin vertut sich etwas oder die Macht der Berge verwischt den magischen Pfad, dem das Portal folgt, wie auch immer das sich bei dir erklären lässt. Jedenfalls kämen sie an der falschen Stelle raus und müssten noch ein Stück zu Fuß weiter, vielleicht einen Tagesmarsch mit kurzer dramatischer Episode, ehe sie ihr Ziel erreichen. Dann hüpfen sie nicht von einer Tür zur nächsten, die Portalmagie ist nicht allmächtig und ein Wenig Zeit für Survival bleibt auch noch.

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #2 am: 22. Februar 2018, 18:52:08 »
Sie werden auch mit Portal drei Tage + durch die Berge irren, weil sie nicht genau wissen, wo das Portal nach Ailadredan ist. Es geht vor allem um ungefähr zwei, drei Wochen Wanderung, bis sie diese Berge überhaupt erst erreicht hätten.

Online Layka

  • Elite
  • ******
  • Beiträge: 2.559
  • Geschlecht: Weiblich
  • a soul in tension, that's learning to fly
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #3 am: 22. Februar 2018, 19:10:16 »
Wie wäre es so: Sie versuchen erst, zu Fuß zurechtzukommen, weil Enidin noch immer etwas Skrupel ist. Dann geraten sie aber direkt in eine gefährliche Situation und Enidin beschließt, doch das Portal zur Verfügung zu stellen, bevor sie wieder wirklich in Lebensgefahr schweben. Vielleicht wäre etwas in die Richtung ein guter Mittelweg, der dich nicht so viel Erzählzeit kostet wie eine ganze Reise und trotzdem nicht zu schnell wirkt?
   Death likes meeting people and likes to travel.
(Peter Gabriel, 1974)

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #4 am: 22. Februar 2018, 19:25:18 »
Das Problem mit dem Vorschlag ist: Enidins Magie ist hochintellektuell. Sie muss anhand der Koordinaten von Start und Ziel genau berechnen, wie das Portal aussehen muss, welche Knotenpunkte wie zu bewegen sind, um die Linien entsprechend miteinander zu verbinden. Das in ener Stressituation machen ist möglich, aber genau ide Situation hatten wir schon im Anderwald. So oder so braucht sie mehrere Stunden, wenn das Portal lang genug halten soll, damit vier Leute hindurchgehen können.

Dass sie ohne Unterschlupf unter freiem Himmel in der Wildnis in Lebensgefahr geraten können, auch ohne dämonischen Einfluss, sollten sich die drei eigentlich an einer Hand abzählen können - und das müsste auch Enidin sehen können. Was ich tun kann, ist sie einen Tag auf die Straße zu schicken, ohne sie direkt in Lebensgefahr geraten zu lassen (das fände ich einfach zu dick aufgetragen) und sie nach der ersten völlig durchfrorenen Nacht erkennen lassen, dass sie in der Konstellation den Weg unmöglich schaffen können. Aber danach kommen sie in den Bergen dann wieder in die Bedrouille, bis sie das Tor nach Ailadredan gefunden haben, und wiederholen will ich mich natürlich auch nicht.

Offline Aphelion

  • Forengott
  • *****
  • Beiträge: 760
  • Kind der Sterne
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #5 am: 22. Februar 2018, 19:44:33 »
Müssen die Protas unbedingt in dieses Dorf oder könnte die Magierin die Gruppe nicht gleich mit dem ersten Portal auf den Berg bringen? Wenn das ihr Ziel ist, hat sie die Koordinaten vielleicht ohnehin und es wäre sogar einfacher?

Oder könntest du einen vorherigen Plotpunkt nach hinten verlegen, damit die Reise nicht nur Füllstoff ist?

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #6 am: 22. Februar 2018, 19:53:54 »
Das erste Portal - das sie in das Dorf gebracht hat - ist aus einer Notlage entstanden: Die Strecke durfte nicht zu weit sein, weil keine Zeit für längree Vorbereitungen blieb, und Enidin hat sich auf der Landkarte das erstbeste Dorf hinter dem Wald rausgesucht. In dem Dorf sind auch durchaus relevante Dinge passiert (die das Dorf als Schauplatz voraussetzen), weswegen ich die Szenen behalten möchte - und in dem Dorf bekommen sie neue Vorräte. Sonst teleportieren sie direkt aus dem Wald in die Berge, haben nichts außer dem, was sie am Leib tragen (und der Tasche mit Enids Büchern, die sie retten konnten), und überleben nicht lang genug, um das Tor zu finden. :)

Offline Denamio

  • Forengott
  • *****
  • Beiträge: 703
  • Inkompatibel
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #7 am: 22. Februar 2018, 19:54:39 »
Persönlich bin ich kein Freund von Wandersegmenten, aber das ist wohl wesentlich auch eine persönliche Sache. Wenn aber das Wandersegment die Entwicklung/Story/etc nicht großartig weiterbringt, außer die Helden von a nach b zu bringen, dann würde ich das als Leser kritisieren. Lustigerweise wäre das Wandersegment für mich Zeichen von Faulheit, getreu dem Motto "na da fiel wohl keine Handlung mehr ein und es mussten Seiten geschindet werdet". Also persönlich: Weg mit der Wanderung, dann lieber Szenen mit ordentlich Rumms und Inhalt. Selbst eine umfänglich kürzere Geschichte wäre der Polsterung mit Wildnis vorzuziehen. Aber: Natürlich bin ich da vorgezeichnet durch meine Abneigung, also halt den Salzstreuer zur Hand.

Das andere Problem sehe ich aber bei Portal, denn als Leser käme zwangsläufig die Frage auf: Warum teleportiert sie nicht? Wenn die Antwort dann "will nicht" ist, dann käme ich mir als Leser womöglich auf den Arm genommen vor - außer es sind tiefsitzende Traumata oder ähnliches die überwunden werden wollen.
Aber die Lösung hast du ja eigentlich schon, wenn sie die genauen Koordinaten braucht, dann muss sie diese erst irgendwie erhalten. Vielleicht hat sie ein Buch oder eine Notiz wo diese drinstehen, aber sie muss das entschlüsseln/übersetzen/entmcguffinisieren. Weil sie nicht sicher ist, ob sie das entschlüsseln kann, bricht die Truppe einfach schon einmal auf und Madame Portalia findet dann die nötige Koordinate raus.

Offline Aylis

  • Inaktiv
  • ***
  • Beiträge: 350
  • Geschlecht: Weiblich
  • Manchmal laut, manchmal sanft, manchmal beides.
    • Blendingur
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #8 am: 22. Februar 2018, 20:10:00 »
Also, wenn im Rest des Buches logisch begründet wird, dass das Portal kein Allheilmittel ist und du dir dadurch nicht alles kaputt machst,
sehe ich kein Problem darin, an diesem Punkt der Geschichte eine Ausnahme zu machen. Nach so vielen Wanderabenteuern und Enidins Einlenken würde ich mich auch wundern,
wenn sie es nicht wenigstens versuchen würde. Du kannst den Charakter ja auch daran zweifeln lassen und zeigen, dass sie es nur sehr ungern macht und vielleicht sogar, dass sie es als Ausnahme sieht, wie gut es funktioniert hat (vielleicht ist es ja auch gar nicht so einfach, mitten in die Berge zu teleportieren?).
Dementsprechend wäre ich dafür, dass du ein Portal benutzt.
Es ist nichts wie es scheint.

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #9 am: 22. Februar 2018, 20:24:25 »
Danke für eure Anregungen! Ich sehe, dass meine Überlegung durchaus berechtigt war und dass diverse Punkte auch für eine Überlandreise sprechen, aber ich werde sie jetzt durch das Portal schicken.

Im fertigen Buch kann das dann wieder ganz anders aussehen. Das Buch ist verkauft, die Neufassung ist der letzte Schritt vor dem Lektorat (weil die alte Fassung dem Lektor nicht gut genug war, um mit dem Lektorat zu beginnen), und es kann gut sein, dass mein Lektor die ganze Portalsache komplett über den Haufen werfen wird. Zu der gegenwärtigen Form des Buches passen die Portal jedenfalls besser, denke ich.

Wo man das mit den Portalen wirklich übertrieben hat, war im "Rad der Zeit"-Zyklus. Da haben die Helden Buch über Buch auf der Landstraße verbracht - und danach wurden zig Möglichkeiten eingeführt, das ganze Abzukürzen, was soweit ging, dass die Hauptfigur willkürlich und ohne große Vorbereitung an jedem Punkt der Welt aufploppen konnte. Da will ich wirklich nicht hin. Aber da Enidin das letzte Drittel des Buches in der Überzeugung verbringen wird, nutzlos zu sein (Spoiler: Sie ist es nicht), sollte sie zumindest im Mittelteil mal ein bisschen was zu tun haben.

Offline Sanjani

  • Blaustern
  • *****
  • Beiträge: 1.371
  • Geschlecht: Weiblich
  • Bücher sind wie Pralinen
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #10 am: 23. Februar 2018, 15:44:07 »
@Maja
Das Buch ist verkauft

Das heißt, man wird es bald kaufen können! Darauf warte ich, seit ich die Urfassung damals beta gelesen habe :jau:
Wollt ich nur mal loswerden :)
Die einzige blinde Kuh im Tintenzirkel :)

Offline Maja

  • Staatsanwalt des Teufels
  • Obermotz
  • ******
  • Beiträge: 24.343
  • Geschlecht: Weiblich
  • Plot is a four-letter-word
    • Autorenseite Maja Ilisch
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #11 am: 23. Februar 2018, 17:03:24 »
Na ja "bald" ist ein bisschen relativ - den Vertrag habe ich seit über drei Jahren, seitdem kämpfe ich mit dem Lektorat. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das Buch im kommenden Jahr auf den Markt kommt. Zwischendurch habe ich so bitter bereut, dass ich es dem Verlag überhaupt angboten habe. Erst war ich im siebten Himmel - Klett-Cotta ist einfach mein absoluter Traumverlag, und ich habe fast fünfzehn Jahre lang versucht, dort ein Buch unterzubringen. Aber dann kam vom Lektor der Kommentar, dass das Buch zu große strukturelle Schwächen hat, als dass er auch nur mit dem Lektorat anfangen könnte, und dann brach mein Manuskript buchstäblich vor meinen Augen auseinander. Von den drei Jahren habe ich die ersten zwei damit verbracht, überhaupt erst mal einen Ansatz reinzubringen, wie ich es besser machen kann, letztes Jahr habe ich erst angefangen, es zu überarbeiten, ohne weit zu kommen, und dann im Januar gemerkt, dass ich das Buch offenbar schneller neu schreiben kann, als jetzt an der alten Fassung zu kleben und zu versuchen, die besser zu machen.

Jetzt gehe ich Kapitel für Kapitel durch, schaue, wie viel vom alten Text ich übernehmen kann, und schreibe ansonsten alles neu. Das tut dem Buch gut, und mir auch - das letzte Jahr war wirklich ein Krampf voller Schuldgefühle, bei dem ich in Panik ausgebrochen bin bei der Vorstellung, der Lektor könnte mir auch nur eine Mail schreiben. Zum Glück hat der sich auch nie gemeldet, aber dieses Jahr machen wir den Sack zu. Meine Agentin hilft mir bei der Neufassung, der Lektor weiß Bescheid, dass es vorangeht, und freut sich auf das Manuskript, und ich kann endlich wieder in Ruhe schlafen.

Offline Golden

  • Forengott
  • *****
  • Beiträge: 801
  • Geschlecht: Männlich
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #12 am: 23. Februar 2018, 18:43:17 »
Wenn das Dorf am Gebirge liegt, sollten die Bewohner ja auch Ausrüstung fürs Gebirge haben. Zur Not liegen irgendwo Eisenminen in der Nähe, sodass die Bewohner über Ausrüstung, Leuchten und Packesel verfügen. Dann kann sich dein Team alles notwendige kaufen und du schickst sie noch ein Kapitel durch die Berge.
Zwei mal so schnell nacheinander ein Portal zu verwenden, wäre irgendwie komisch. Auf der anderen Seite würde es bestimmt funktionieren, wenn die Magierin glaubwürdig ihre Schwankung bezüglich des Magieeinsatzes begründen würde. Ist sie vielleicht frisch aus der Magier-Akademie, da erste Mal auf Abenteuer und schwerst schockiert von dem fiesen Wald? ;D

[OT]
Generell frage ich mich, ob die Magierin denn einen guten Grund hat, weshalb sie keine Magie leichtfertig nutzen möchte? Gehört jetzt nicht hier her, aber es wäre ja schon effizienter gewesen, wenn sie sich ab Anfang an vor das Gebirge geportet hätten. (aber irgendeinen Malus wird die Magie schon haben?)
   Eure Signatur, Sire.

Offline canis lupus niger

  • Forengott
  • *****
  • Beiträge: 1.092
  • Geschlecht: Weiblich
  • Tintenzirkel Rulez!!!
    • canis lupus niger
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #13 am: 24. Februar 2018, 13:19:37 »
Wow, Maja, bei Klett-Cotta hätte ich aber auch sofort unterschrieben! In so einer Art Glücks-Trance und ohne nachzudenken. Klasse, dass Du diese Chance hast, weil die ja nicht nur das Renommee, sondern auch das Marketing-Budget haben, dass Dein neues Werk den ganz großen Sprung schaffen kann. Ich bin soo sehr dabei, Dir die Daumen zu drücken! Und klasse finde ich auch, dass Du jetzt noch die Chance hast, Dein ja bereits verkauftes Buch noch so sorgfältig zu optimieren. Ebenfalls ein Vorteil eines so großen Verlags. Die haben die Ressourcen, darauf zu warten, dass ein gutes Manuskript zu einem hervorragenden reift.

Wenn ich darf, würde ich Dir gerne meine Gedanken zu Deinem Reiseproblem darlegen. Ob Du sie noch brauchen kannst, weiß ich nicht. "Heute nacht" ist schließlich schon vorbei. Wie andere, v.a. Golden, auch, finde ich es sinnvoll, dass Deine Magierein zunächst noch kein neues Portal öffnet. In meiner eigenen Reihe hat der Prota ebenfalls Gründe, Magie nicht oder nur im Ausnahmefall zu verwenden. Einer der Gründe ist, dass Magie Lebensenergie als Ressource verbraucht und dadurch so eine Art Umweltschädigung verursacht, etwas, das mein Prota aus Überzeugung und übler Erfahrung ablehnt. Ein weiterer Grund ist, dass das Wirken von Magie (wie in Deiner Geschichte) sehr sorgfältig durchgeführt werden muss, um nicht die Kontrolle darüber zu verlieren und mehr Schaden als Nutzen zu bewirken. Sowas macht man nicht "mal eben so". Auch Wanja ist lieber lange zu Fuß oder Pferd unterwegs, als für etwas, das er auch anders erreichen kann, Magie zu wirken. Insofern kann ich Dein Konzept sehr gut nachvollziehen.

Meine Idee, die Du vermutlich nicht mehr brauchen kannst ( ;)), wäre, dass es im Verlauf einer zunächst konventionell fortgesetzten Reise zwingend erforderlich werden könnte alle Bedenken beiseite zu lassen. Wie wäre es mit einem Unfall? Einer der Gefährten könnte so schwer verletzt werden, dass er nicht mehr folgen kann, aber auch in der unwirtlichen Umgebung nicht ihne Hilfe zurück gelassen werden kann. Oder die Weiterreise ist mit den verfügbaren, konventionellen Mitteln gnerell nicht mehr fortsetzbar. Ein bisschen wie in HdR, Band 1, bei diesem Schneesturm im Gebirge, der die Gefährten letztlich zwingt, doch den Weg durch Moria zu wählen. Ob Du solche Bedingungen schaffen kannst und willst, kannst natürlich nur Du selber beurteilen. Die schwierige Entscheidungsfindung könntest Du eventuell durch einen Streit darstellen zwischen der Magierin, die ihrer Überzeugung unbedingt treu bleiben will, und ihren Gefährten, die ihr vorwerfen, ihre Grundsätze über das Leben eines/aller Gefährten, bzw. den Erfolg der Mission zu stellen. Und warum mussten sie eigentlich die ganze zeit für die lange Reise zu Pferd gergeuden, das hätten sie sich schon nach der ersten Portalbenutzung gefragt. Du könntest an dieser Stelle also genau die Bedenken, die gegen die Wahl der "billigen" Lösung sprechen, für den Leser aufbereiten. Diese Diskussion wäre bestimmt viel spannender als ein bis zwei weitere Kapitel voller Reisebeschreibung.

Für die folgenden Kapitel würde diese erneute Rettung des einen, verletzten Gefährten, oder der ganzen Gruppe durch Deine Magierin sogar noch einen krasseren Unterschied zur vermeintlichen "Nutzlosigkeit" erzeugen: Erst ist sie diejenige, die schon zweimal alle Probleme lösen konnte, und dann glaubt sie zu versagen. 

Wie gesagt: Dies sind nur meine Gedanken zur vorangegangenen Diskussion.


Offline Sternsaphir

  • Blaustern
  • *****
  • Beiträge: 1.313
  • Geschlecht: Weiblich
  • Realitätsflüchtling
Re: Per Pedes odes Teleport?
« Antwort #14 am: 24. Februar 2018, 23:23:10 »
Wie leben denn die Einheimischen?
Haben sie denn keine gebirgstaugliche Ausrüstung, die die Abenteurer erwerben können?
Und welche Fortbewegungsmittel haben diese? Vielleicht keine Pferde, aber dafür Esel, Lamas, Bergziegen etc., die die Lasten tragen könnten?
Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus kriegt den Käse.

  • Drucken