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Autor Thema: Wohin mit dem ersten Roman?  (Gelesen 1003 mal)

Offline Maja

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Re: Trendwende?
« Antwort #15 am: 26. Februar 2018, 17:29:33 »
Wobei ich Leuten, die ihren ersten Roman schreiben, von solchen Marketingüberlegungen erstmal eher abraten würde. Nicht, weil man sich dann zu sehr verbiegen muss - ich stimme Alana zu, dass man einen Stoff, den man liebt und unbedingt schreiben will, so tweaken kann, dass er besser zu den Bedürfnissen des Marktes passt, ohne dass einem ein Zacken aus der künstlerischen Krone bricht - aber weil man als Erstautor dann zu leicht die Illusion bekommt, dass sich das Buch dann auch verkaufen muss - Hab doch alles richtig gemacht, meine Marktforschung sagt das auch, warum kauft das dann keiner?

Dieses Marktbarmachen empfehle ich für Autoren, die schon veröffentlicht haben und die ihre Zielgruppe und die eigene Marke kennen. Ich gehe an eine neue Idee nicht nur ran mit der Frage "Wem kann ich das anbieten, und wie" oder "Welche Schalter muss ich noch umlegen, um besser in meine Nische zu passen", sondern auch "Hat das Buch den Maja-Faktor, und wenn nein, wie bringe ich ihn rein?" Mir ist wichtig zu wissen, dass nur ich meine Bücher schreiben kann. Es macht es deutlich einfacher, mit den miesen Verdiensten als Schriftsteller zu leben, wenn ich mich nicht fragen muss, warum ich mir das antue und nicht irgendeinen anderen Deppen meine Bücher schreiben lasse. Weil das die anderen Deppen eben nicht können, und irgendwer muss meine Bücher ja schreiben ...

Offline Amber

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Re: Trendwende?
« Antwort #16 am: 26. Februar 2018, 18:01:15 »
http://www.e-book-news.de/indie-lounge-matthias-herbert-im-interview/

Zum Thema Marketingagentur. Dieser Autor hat sich ein Bein ausgerissen und die Webseite mit seinem Fantasy-Epos ist nicht mal mehr erreichbar. Er hat richtig übel viel Geld versenkt, wie viel, kann ich leider nicht googeln, stand vermutlich in seinem Blog. Ich bilde mir ein, dass es ein Betrag von 30.000 war, aber mit Vorsicht zu genießen.

Eine Werbeagentur bringt es nicht im Selfpublishing. Jedenfalls kenne ich niemanden, der damit etwas auf die Beine gestellt hätte.

Ich glaube, ich kenne die Leute, die für diesen Autor Marketing gemacht haben bzw. zumindest daran beteiligt waren. Bist du sicher, dass das alles so stimmt?

Offline Maja

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Re: Wohin mit dem ersten Roman
« Antwort #17 am: 26. Februar 2018, 18:37:25 »
Ich habe diesem Thread einen neuen Titel gegeben. "Trendwende" war schon am Anfang zu nichtssagend, hatte dann mit der Entwicklung des Threads nichts mehr zu tun.


@Protoxin
Wenn du neue Threads eröffnet, achte bitte auf einen aussagekräftigen Namen. Du hast eine Tendenz dazu, deinen Threads Ein-Wort-Titel zu geben, bei denen man dann raten muss, was du damit sagen willst. In einem Forum mit über 20.000 Threads darf es ruhig ein wenig konkreter werden als "Blog" oder "Trendwende". ;)

Offline PrincessEstelle

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Re: Wohin mit dem ersten Roman?
« Antwort #18 am: 26. Februar 2018, 20:18:02 »
Ich bin momentan in einem ähnlichen Stadium wie du, Protoxin, und mein Eindruck ist, dass das Abgreifen der SPler durch die Verlage eine einfache und zeitsparende Methode für die Verlage ist, begabten Nachwuchs zu finden. Sie nutzen einfach eine Entwicklung aus, die sich seit ein paar Jahren immer mehr verstärkt, nämlich, dass im Endeffekt jeder, der was schreibt, es auch im Internet veröffentlichen kann. Im Endeffekt ist da aber der Konkurrenzdruck noch höher als wenn man über den klassischen Weg geht.  SP würde ich nur empfehlen, wenn du Bock auf Selbstvermarktung, Unabhängigkeit und Interaktion mit Fans hast. Als Strategie, um in einen Verlag zu kommen, ist es ungeeignet.

Ich bin jetzt einige Zeit in einer Facebook-Gruppe, bei der man bei bestimmten Verlagen Manuskripte einreichen kann mit der Garantie, dass sie die auch lesen. Vorraussetzung ist, dass man die Lektoren überzeugt, die dort die Schreibgruppen betreuen. Ist mir gelungen, mit zwei Manuskripten sogar, allerdings habe ich für beide eine Absage gekriegt. Warum weiß ich nicht, der eine Verlag hat gar keine Begründung geliefert, der andere Kleinigkeiten, also hat wahrscheinlich einfach die Idee nicht gefallen und/oder nicht zum Programm gepasst. Gute Strategie, funktioniert hats trotzdem nicht. Für Anfänger ist es schwierig abzuschätzen, was die Verlage wollen bzw. was gerade im Trend ist. Zuerst einmal muss man auch erst mal rausfinden, was man eigentlich selbst so schreibt. Das Genre ist schnell gefunden, aber dahinter wartet ja ein weites Meer an Möglichkeiten. Und bevor man das nicht in mindestens zwei, drei Manuskripten erkundet hat, ist es auch schwierig auf irgendwelche Trends einzugehen. Dann kommen die Absagen und man weiß nicht, ob es daran lag oder weil man einfach noch nicht gut genug ist.

Die beste Strategie, so erscheint es mir momentan, ist so viele wie möglich Bücher fertig(!) zu schreiben und sich damit zu bewerben. Ich kann auch deinen Eindruck nicht bestätigen, dass eine normale Manuskripteinreichung nicht mehr möglich ist. Im Gegenteil. Es gibt halt nur nicht mehr den einen Weg und wenn SP nichts für dich ist, würde ich komplett die Finger davon lassen, auch von den diversen Abzweigungen, und mich auf klassischen Bewerbungen bei Verlagen und Agenturen konzentrieren. Da gibt es auch noch genug zu lernen.


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