Die Textmanufaktur hat ein interessantes Interview mit Frank Wegner geführt, das sehr tief auf Programm, Wünsche, Trends und Ähnliches eingeht (und dazu noch unterhaltsam zu lesen ist):
http://www.text-manufaktur.de/detailseite/items/id-280710-wie-man-einen-verlag-findet-zum-beispiel-klett-cotta.htmlWir bekommen pro Tag so etwa zehn unverlangt eingesandte Manuskripte in der Belletristik. Wir haben unsere Anforderungen und Ausschlusskriterien relativ akkurat auf unserer Website aufgelistet, da hält sich erstaunlicherweise kein Mensch dran, was die Arbeit nicht erleichtert.
Es gibt eine Lektoratskonferenz, die findet institutionalisiert einmal wöchentlich statt, wir sind ja ein relativ kleiner Laden und wir mögen uns auch alle privat gern und sitzen eigentlich ständig beisammen und reden über Bücher. Manchmal kommt es mir wie ein etwas obszönes Glück vor, dass ich dafür bezahlt werde, mit anderen Leuten ganz emphatisch über unsere Leidenschaft zu reden. Das ist eigentlich überhaupt nicht verständlich für mich als Protestant, dass ich dafür auch noch Geld bekomme. (lacht)
Das Entscheidende ist wirklich die Evidenz des Textes. Ich bin überdies sehr dankbar, wenn Aspiranten mit ihrer Selbstbeschreibung nicht so sehr über die Stränge schlagen. Das hat man ja manchmal, dass da 15 joviale Seiten kommen voller Selbstironie und Seitenhiebe und Häme – durchaus brillant, aber das nervt. Und man will auch keine Kritik der Branchengepflogenheiten und der Marktförmigkeit von Literatur. Das weiß man alles selbst, das muss man nicht noch einmal lesen. Kurz und prägnant und mit einer guten Textprobe, das ist der Königsweg.