Hey, ein Thema für mich.
Ich bin ja auch der absolute Dialog-Fan, schreibe ich wirklich fast am liebsten.
Vor allem, weil man im Dialog den Charakter auch so schön ausarbeiten kann und ich es auch mag, wenn es menschelt. :-)
(Ist Streitgespräche zu Schreiben nicht einfach göttlich *fg*)
Was Papiervogel gesagt hat unterschreib ich sofort, da wollt ich eigentlich auch was sagen:
Lebensnah kann sich ja auf zweierlei beziehen:
1. auf's Sprachliche, also darauf, dass die Personen so reden, wie unsereins auch im täglichen Leben redet. Dass man also nicht sagt "Ich hielt dich für tot!", weil kein Mensch das sagen würde.
2. auf's Inhaltliche. Dazu gehört natürlich, dass eine Unterhaltung "Und, was gibt's Neues?" usw., in der keine interessante Information vorkommt, im allgemeinen eher vermieden werden sollte.
Da gibt es aber auch Ausnahmen. Oft sind es gerade die Banalitäten mit dem hohen Wiedererkennungswert ("Genau so ist es immer, wenn meine Mutter anruft!"), die zum Reiz eines Buches beitragen. Vielleicht seltener in der Fantasy als bei Büchern wie "Herr Lehmann" oder "Die Soapfabrik". Aber auch Pratchett lebt zwischendurch von sowas, gerade durch den Kontrast zur hochgestochenen Prinzen-und-Drachen-Fantasy.
Gerade Punkt 1 finde ich total wichtig - in Filmen / Fernsehen / auf der Bühne wie auch beim Lesen. Da hänge ich nämlich echt oft. Gerade was die wörtliche Rede angeht, wenn sie sich auf's Vergangene bezieht, zum Beispiel:
Figur A fragt Figur B nach ihrem gestrigen Erlebnis. Figur B war im Dorf und hat die Großmutter besucht.
In Film und Fernsehen, erst recht im Theater, und auch in manchen Büchern sagt dann Figur B tatsächlich "Ich ging ins Dorf, um meine Großmutter zu besuchen."
Ich würde ja am liebsten schreiben: "Ich bin ins Dorf gegangen, um meine Großmutter zu besuchen."
[Natürlich könnt sie auch sagen "Ich war bei meiner Großmutter" - aber dann funktioniert dieses Beispiel nicht! Ich denke, ihr wisst, was ich meine).
Naja, jedenfalls bin ich mir manchmal nicht sicher, was besser ist.
Denn Option 2 klingt für mich lebensnaher, Option 1 zu gestelzt.
Andererseits kann Option 2 aber auch mit der Zeit echt nervig klingen.
Vielleicht ist das Laut Vorlesen echt ein guter Tipp!
Dann rutscht man ggf. auch nicht zu sehr ins Dramatische ab...
Wie löst ihr das mit der Vergangenheit?