Ich glaube, wir reden da etwas aneinander vorbei.
Leistungsbereitschaft bedeutet für mich nicht Bewegungsfreude - die ist hochgradig individuell und wesentlich mehr an Rassespezifika und am Alter festzumachen als am Geschlecht. Eine Araberstute dürfte praktisch immer bewegungsfreudiger sein als ein Kaltbluthengst. ;-)
Leistungsbereitschaft bedeutet für mich nicht mehr und nicht weniger als die Bereitschaft des Pferdes, etwas für den Reiter zu leisten. Und die ist bei Wallachen nunmal mehr vorhanden, da sie nicht sosehr dazu tendieren, mit ihren Reitern Rangordnungsdiskussionen zu führen, wie Hengste.
Man kastriert Hengste übrigends auch nicht, nicht damit sie ruhiger werden, sondern damit sie kooperativer werden, also um ihre Leistungsbereitschaft zu erhöhen.
Meine Informationen hab ich übrigends aus mehr als 30 Jahren Erfahrung als Reiterin, Züchterin, Hengsthalterin und Ausbilderin von Pferden aller Geschlechter.
Niemand - auch ich nicht - hat behauptet, dass Hengste per se bösartig sind. Das ist natürlich Humbug. Aber sie sind nunmal wesentlich schwieriger zu händeln als Stuten oder Wallache. und werden schneller gefährlich, wenn sie in Laienhände geraten.
Ein vernünftig ausgebildeter und erzogener Hengst vergisst sich nicht nur weil eine rossende Stute daher läuft.
Leider habe ich schon eingie Fälle erlebt, wo angeblich gut ausgebildete Hengste genau das eben doch getan haben. Was vermutlich auch damit zu tun hat, dass es im Zuge des Hengstmodebooms eine ganze Menge Reiter gibt, die sich, was ihre Qualifikation als Ausbilder ihrer Hengste angeht, doch ziemlich selbst überschätzen.
Die Hofreitschule geht diesem Problem aus dem Weg, indem sie ihre Hengste während der Arbeitsphase erst gar nicht in die Nähe von Stuten lässt.
weil das Thema darum ging, das man Hengste angeblich nur in Einzellhaft halten kann.
Wie du zu diesem Schluss kommst, entzieht sich meiner Kenntnis.

Es gibt übrigends nur 2 Arten wirklich artgerechter Hengsthaltung.
Die Haltung in reinen Männergruppen für Junghengste und die dauerhafte Haltung mit Stuten für ausgereifte Hengste.
Hengste, die so gehalten werden, sind tatsächlich bemerkenswert sozialvertäglich. Mein Herdenhengst jedenfalls war ein recht unkompliziertes Tier, da er aus Erfahrung wusste, dass ihm Hufe um die Ohren flogen, wenn seine Stuten nicht rossig waren.
Das ist jetzt aber ein Widerspruch. Wenn Wallache leistungsbereiter sind, müsste es im Spitzensport dann extra wenig Hengste geben... 
Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Zum einen gibt es im Spitzensport immer noch relativ wenig Hengste. Zum anderen solte man auch nicht vergessen, dass natürlich die absoluten Spitzentiere als Vererber äußerst gefragt sind und man dann die Unannehmlichkeiten eines Hengstes in Kauf nimmt, damit er halt seine überragende Leistung auch an seine Nachkommen weitergeben kann. (Zumal sich im Spitzensport natürlich auch Reiter bewegen, dei nun wirklich gut geneug sind, auch mit schwierigen Exemplaren klar zu kommen.)

Wenn Hengste so überlegen wären, wie der Mythos behauptet, dürfte es ja eigentlich nur Hengste im Spitzensport geben. Dies ist aber bekanntlich keineswegs der Fall.