Ich habe keine Lieblingsprämisse und ich arbeite auch nicht bewusst damit. Da meine Geschichten meistens einfach plötzlich in mir sind und ich sie nicht suchen/konstruieren muss, gebe ich ihnen auch keine Prämisse vor.
Vermutlich könnte man in ihnen eine suchen.
Wenn es um eine Art Lebensmotto geht, so könnte ich vielleicht für mich etwas definieren:
Für jedes Problem gibt es eine Lösung, für jede Frage eine Antwort, und sie wird sich einstellen, wenn es an der Zeit ist. (Was von mir einiges an Geduld verlangt, sich aber bewährt hat.)
Wenn es mir nicht gut geht, so hilft es mir weiter, dass ich einmal den stolzen Satz aufgenommen habe:
Eine Stuck geht nicht unter! (Meine Mutter ist eine geborene Stuck.) Es bedeutet im Grunde so viel, dass man sich selbst treu bleiben muss, dann geht man nicht unter. Man mag scheinbar verlieren, aber solange man bleibt, wer man ist, hat man nicht wirklich verloren. Was das allerdings hilft, wenn man dabei das Zeitliche segnet sei dahin gestellt, aber lieber im Widerstand zu Grunde gehen, als sich selber nie wieder im Spiegel betrachten können! Seltsamerweise hilft es dabei, den Kopf wieder zu heben, den Problemen die Stirn zu bieten, und innere Stärke zu finden und nicht aufzugeben.
Was mir mein Vater mal auf den Weg gegeben hat, was aber wohl keine echte Prämisse ist, war:
Lächeln ist die beste Art, seinem Feind die Zähne zu zeigen! Es erleichtert den Umgang mit unangenehmen Zeitgenossen erheblich!
In meinen Geschichten gibt es also keine bewusste Prämisse. Wenn man sie als Moral versteht schon mal gar nicht. Ich denke, dass man solche Aussagen auch selten verallgemeinern kann, da es auf den einzelnen ankommt, was für ihn geeignet ist. Ich möchte aber nicht ausschließen, nein, eher vermute ich, dass sie - unbeabsichtigt - eine Kernaussage haben.
Moralisierend auftreten kann ich nicht ausstehen. Wer kann schon wirklich sagen, was immer gut und richtig ist? Wer hat das Recht, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben und diejenigen abzuurteilen, die es nicht tun? Dass es natürlich gewisse Regeln gibt, an die sich alle zu halten haben, weil ein Miteinander sonst nicht möglich ist, ist dabei nicht die Frage. Aber - wenn niemand Schaden nimmt, weil jemand so ist wie er ist? Aber nun wird es hier zu abgehoben. Daher höre ich lieber auf.
