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Autor Thema: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen  (Gelesen 632 mal)

Offline Elena

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Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« am: 26. Dezember 2008, 13:55:23 »
Nachdem mich Jenny-Mai Nuyens frühere Bücher aus verschiedenen Gründe alle nicht so überzeugen konnten, bin ich von Rabenmond endlich begeistert. Die vollständige Rezi:

Zusammenfassung
Seit Jahrhunderten herrschen die Drachen über Wynter - Wesen, die sich in Tiere verwandeln können und keine Gefühle besitzen. Durch die Kraft ihres Verstanden sind sie den Menschen überlegen, weil sie sich nicht von Emotionen leiten lassen, denn Emotionen sind der Quell allen Übels.
So lernt es auch die junge Mion, ein Mädchen, dass mit ihrer Familie in den Ruinen vor Wynter lebt. Doch dann erschießt sie einen der "Korpusse" des Prinzen der Drachen, eine seiner Tiergestalten, und sieht sich plötzlich dem Tod durch die Drachen gegenüber.
Zu ihrer Überraschung wird sie ausgerechnet von Jagu, einem Bürger Wynters gerettet. Als Maler ist er ein Mitglied der Gilden, die die Drachen mit ihren Künsten unterhalten sollen. Er nimmt Mion als Schülerin auf - doch er verfolgt mit ihr ganz andere Pläne, als sie zur Malerin auszubilden ...

Meine Meinung
"Rabenmond" ist ohne Zweifel das mit Abstand beste Buch von Jenny-Mai Nuyen bisher. Endlich bringt sie ihr Talent voll zur Entfaltung. Die Geschichte ist gut komponiert, drei Handlungsstränge laufen parallel und vereinen sich zu einem dichten Ganzen. Die Welt, die Nuyen entwirft, ist zauberhaft und realistisch zugleich, man taucht vollständig in die Welt Wynters ein. Auch ihre Charaktere sind glaubhaft, verfolgen ihre eigenen Ziele und können mit ihren Handlungen immer wieder überraschen, ohne dabei unglaubwürdig zu wirken.
Höhepunkt ist wie immer die bildhafte Sprache, die hier ihren Zauber entfaltet und die Szenen oft wie lebendige Gemälde wirken lässt; etwas, was in dieser Intensität selten zu lesen ist.

Einzig sollte man sich nicht davon stören lassen, dass der Titel nichts mit dem Buch zu tun hat und dass der Name "Drache" für die menschenhaften Herrscher Wynters eher auf deren Macht als denn auf ihre Erscheinung abzielt - mit den großen Flugechsen haben diese Drachen rein gar nichts zu tun.
Aber das sind Dinge, die den Lesegenuss sowieso nicht trüben.

Meinen Respekt - und eine uneingeschränkte Empfehlung!
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Offline Tarah

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #1 am: 26. Dezember 2008, 16:47:27 »
Jenny-Mai Nuyen?
Ist das nicht die Autorin in Nijura?
Bisher haben mir ihre Bücher eigentlich ganz gut gefallen, also kan "Rabenmond" ja nicht schlecht sein, wenn es selbst jemandem gefällt, der die Werke dieser Schriftstellerin weniger gern liest.

Ich hätte nur noch eine Frage zu den drei Handlungssträngen:
Welche drei Personen stehen denn immer im Mittelpunkt?

Lg
Tarah

Offline Elena

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #2 am: 28. Dezember 2008, 13:56:31 »
Hallo,

ja, Jenny-Mai Nuyen hat auch Nijura geschrieben, allerdings finde ich Rabenmond um Längen besser, wie ich bereits erwähnt habe. ;)

Die Handlungsstränge werden in erste Linie von Mion und Lyrian (dem Prinzen der Drachen) erzählt, außerdem steht im dritten Baltibb, eine Freundin von Lyrian, im Mittelpunkt.

Liebe Grüße,

Elena
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Offline Franziska

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #3 am: 16. Juni 2010, 00:04:04 »
ich habe das Buch gerade zu ende gelesen. Da schreibe ich eine Kritik und dann gibt es schon einen Thrad hier.
Deshalb poste ich mal nur meine Kritik, in der Hoffung, dass das hervorkramen dieses Thread noch mehr animiert, das Buch zu lesen.
Ich kann Eleneas Mepfehlung nur voll und ganz zustimmen und jetzt gibt es das Buch auch als Taschenbuch.

Warum ich das Buch so toll finde ist zunächst, dass ich schon lange kein Fantasy-Buch mit so hohem Anspruch gelesen habe. Da ist zum einen Jenny Mai-Nuyens Stil. So einen flüssigen Stil habe ich überhaupt noch nie gelesen. Es gibt im ganzen Buch vielleicht zwei Sätze über die ich gestolpert bin. Sie erzeugt mit zahlreichen Methaphern und Vergleichen eine dichte Athmosphäre und lässt tief in die Seelen der Charaktere blicken. Diese sind keine heroischen Helden, sondern mit Schwächen behaftet, jede Figur, auch die Nebenfiguren haben einen Hintergrund und einen vielschichtigen Charakter.
Und dann sind da die Themen, die angesprochen werden, es geht vor allem um die Macht und Abgründigkeit von Liebe, aber auch um das Überwinden eigener Schwächen und Hinterfragen der eigenen Weltsicht. Dazu kommt dann noch eine gesellschaftskritische und philosophische Ebene.
Die Revolution am Ende, so viel sei verraten, ist nicht heldenreich, sondern blutig und zerstörerisch. So bleibt die Handlung realistisch.
Einzige Kritikpunkte sind, kürzere Längen in der Mitte, aber die Spannung bleibt trotzdem erhalten. Und dass die Hauptcharaktere, besonders Mion etwas zu passiv sind. Zum Ende hin war mir die Handlung etwas zu theatralisch. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen.

Ich würde das Buch aber erst ab ca 14 empfehlen, wegen der düsteren Stimmung, sehr vielen blutigen Szenen und sexuellen Anspielungen, auch wegen des hohen Anspruchs

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #4 am: 17. Juni 2010, 15:10:41 »
Die Revolution am Ende, so viel sei verraten, ist nicht heldenreich, sondern blutig und zerstörerisch.


Ja, das habe ich auch gelesen. Bis dahin wollte ich mir das Buch eigentlich auch irgendwann mal holen, aber wenn das Ende so blöd und traurig ist würde ich wahrscheinlich enttäuscht sein und mich Ärgen dafür Geld ausgegeben zu haben. :-\
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Offline Franziska

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #5 am: 17. Juni 2010, 19:11:38 »
dsa war eigentlich nicht als Kritik gemeint. Ich fand das Ende eben realistisch und nicht verklärt. Es ist zwar blutig, aber so sind Revolutionen nun einmal und die Gewalt ist auch nicht detailliert beschrieben. Es ist traurig, aber auch hoffnungsvoll.
Wenn man allerdings nur Bücher mit super Happy-End lesen möchte, sollte man sich was anderes suchen.

Offline Tastentänzerin

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #6 am: 17. Juni 2010, 20:13:01 »
Wenn man allerdings nur Bücher mit super Happy-End lesen möchte, sollte man sich was anderes suchen.


Na ja, ein super kitschiges Zuckerwatte-Happyend muss es jetzt nicht sein. Das Ende muss zur Geschichte passen und sollte nicht unlogisch oder übermäßig rosa sein. Sicher mag ich glückliche Enden lieber als offene oder unglückliche. Ich mag es nur nicht, wenn am Ende des Buches ein wehmütiges Gefühl zurückbleibt.
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Offline Wollmütze

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #7 am: 20. Juni 2010, 15:03:07 »
Huhu,

Hab das Buch noch nicht gekauft aber die Leseprobe auf der Seite von Random House gelesen. Von Jenny hab ich bisher nur Nijura gelesen und,- hab irgendwann abgebrochen. War irgendwie nicht mein Ding. Der Einstieg war klasse, aber als dann die eigentliche Protagonistin auftauche…die mocht' ich nicht  :no:
Rabenmond hingegen klingt sehr spannend. Ich finde sie hat einen tollen, dichten Schreibstil. Sie benutzt starke Substantive und Verben und erzeugt in meinem Kopf klare Bilder. Besonders der kurze Prolog hat es mir total angetan.  :jau:
Da ich selbst jegliches kitschige Ende verabscheue und ihr mich mit euren Eindrücken noch gespannter gemacht habt, werde ich wohl nach den drei Büchern, die noch auf meinem Tisch liegen, Rabenmond lesen  :vibes:
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-Victor Hugo

Offline Alia

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Re: Rabenmond - Jenny-Mai Nuyen
« Antwort #8 am: 16. August 2010, 19:52:34 »
Sicher mag ich glückliche Enden lieber als offene oder unglückliche. Ich mag es nur nicht, wenn am Ende des Buches ein wehmütiges Gefühl zurückbleibt.


Das Buch habe ich auch verschlungen. Nach den letzten Seiten habe ich das Buch aber fast in die Ecke gepfeffert. Ich mag auch Bücher ohne Happy End, aber das Ende hat mich dann doch ziemlich mitgenommen. Was aber auch wieder für die Autorin spricht. Wen man am Ende so richtig trauert und wütend ist und verzweifelt, bedeutet es letztlich, dass sie sich ins Herz des Lesers geschrieben hat.  :pompom: