Sprachen ... dass ich hierzu noch nichts geschrieben habe.

In den Anfangstagen meiner Fantasywelt (und meiner Ur-Göttersteine) habe ich sehr begeistert begonnen eine Sprache zu basteln, bei der ich annahm, dass sie für einige Szenen notwendig werden würde. Das war Dunaisch. Ich war erstmal nur in der Wortfindungsphase und machte mir noch nicht so viele Gedanken über die Grammatik.
Dann begann ich mit dem Studium und war fasziniert von Sprachwandel und Sprachgeschichte. Da ich in der Zeit auch sehr intensiv an meiner Hintergrundwelt bastelte, beschloss ich also, die Vorstufe von Dunaisch zuerst zu erfinden, damit Dunaisch eine gewachsene Sprache werden würde. Ich habe damals lange mit großer Begeisterung Wurzeln und Wortstämme konstruiert, daraus Vokabeln für die besagte Vorstufe entwickelt und Lautveränderungsgesetze erstellt. Außerdem habe ich begonnen, die Grammatik für die alte Sprache zu basteln und auch diese schrittweise zu verändern, um so irgendwann zu Dunaisch zu kommen.
Leider hielt diese Begeisterung nicht ewig an, und Dunaisch ist immer noch weit davon entfernt, "fertig" zu sein. Ich habe viele Wörter, die alle einen historischen Unterbau haben und kann auch mittlerweile recht flott neue entwickeln. Die Grammatik besteht in Grundzügen. Ich kenne die Wortbildungsgesetze von Dunaisch und kann auch ganz gut Komposita etwa für Städtenamen bilden, aber ganze Sätze sind (noch) nicht drin.
Und auf etwa dieser Stufe bin ich bei den meisten meiner Sprachen. Ich kenne sie gut genug, um Wörter bilden zu können und dementsprechend Ortsnamen (mit einer Bedeutung) und ähnliches zusammenbasteln zu können. Ganze Sätze könnte ich aber nicht schreiben, und das war bisher in meinen Romanen auch noch niemals notwendig.
Aber ich finde es gut zu wissen, welche Sprachen in welchen Ländern gesprochen werden, wie sie untereinander verwandt sind, wie sie in etwa klingen und wie ich mir da neue Wörter zusammenbastle. Auch für Charakternamen ist mir so etwas wichtig.
Schwierig ist es oft in den Romanen, wenn Figuren aus unterschiedlichen Sprachgebieten aufeinander treffen und ich mich immer frage: Wie können die sich nun verständigen? Wer von ihnen spricht die Sprache des anderen? Wie gut spricht er die und ist es überhaupt logisch, dass er eine Fremdsprache gelernt hat? Das ist manchmal nicht ganz einfach, aber das ist es ja in der realen Welt auch nicht, wenn man Figuren mit verschiedenen Muttersprachen hat.

Übrigens habe ich vor einiger Zeit durch das Graecum wieder Inspiration fürs Sprachenbasteln bekommen. Allerdings "ungesunde" Inspiration, da mich die zig Ausnahmen und der ziemlich irre Formenreichtum des Altgriechischen fasziniert haben. Es ist nicht unbedingt mein Ehrgeiz, die Grammatik einer meiner Sprachen ähnlich kompliziert zu gestalten. Aber Altgriechisch hat mir einfach wieder gezeigt, wie unregelmäßig natürlich gewachsene Sprachen mitunter sein können. Und ein ähnliches Gefühl möchte ich auch bei meinen Sprachen haben. Auch wenn es durchaus natürliche Sprachen gibt, die tatsächlich sehr genau ihren Gesetzen folgen und kaum Ausnahmen beinhalten. Aber mein Herz schlägt eher für die "chaotischen" Sprachen (also mein Sprachenbastel-Herz - zum Lernen finde ich sie nicht so toll).