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Autor Thema: "Verlagsdeutsch"  (Gelesen 786 mal)

Offline Felsenkatze

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"Verlagsdeutsch"
« am: 11. November 2006, 10:37:28 »
Ich habe eine Frage, sozusagen ein "Übersetzungsproblem".

Ein namenhafter Jugendbuchverlag hat sich auf mein Exposé hin per E-Mail gemeldet. In dieser Mail fallen Worte wie "großartig", "wir waren begeistert" und der Satz "Wollen wir so schnelll wie möglich in unser Programm aufnehmen".

Nun meine Frage an die "verlagserfahreneren" Leute hier: Wie ernst kann ich solch enthusiatstische Äußerungen nehmen? Ist das eine Art, mich anzuspornen, das Buch zu schreiben (die Lektorin weiß, dass es noch nicht fertig ist, da ich dieses Exposé auf ihren ausdrücklichen Wunsch erarbeitet habe), um dann sich das Ding mal anzusehen? Ich bin schließlich Erstautorin, eigentlich denke ich nicht, dass ich erwarten kann, eine definitive Zusage zu bekommen, bevor sie das gesamte Manuskript gesehen haben.
Oder ist ein solcher Tonfall nicht Standard und ich kann mir da jetzt was drauf einbilden?

Ich weiß wohl, dass ich es nicht als definitve Zusage werten sollte, ich wüsste nur gerne, wo meine Chancen auf der Skala so stehen. Ich hasse nichts so sehr, als mir unnötig Hoffnungen zu machen.

Wäre dankbar für jede Meinung.  :)
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Offline Linda

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #1 am: 11. November 2006, 12:39:51 »
Hi,

einerseits sind E_Mails recht unverbindlich. Andererseits würde ich es auf alle Fälle als positives Zeichen sehen. Wenn sie schon so begeistert waren, dass sie ein Exposee wollten, und von diesem auch wieder sehr angetan sind, dann würde ich die Beine in die Hand nehmen und den Roman fertigschreiben. Im Allgemeinen wird niemand ermutigt, ein grottiges Werk weiterzuschreiben oder einzusenden. Allerdings steckt die ganze Sache ja noch in einem frühen Stadium und ich würde noch nicht gleich Champagner kaufen gehen.
Vermutlich wirst du trotzdem erst mal das komplette Script einsenden müssen, ehe es einen Vertrag gibt.
Verträge nur nach Exposee und Leseprobe kenne ich sonst nur von Reihen wie DSA. Und als Erstautorin wird das vermutlich nicht einfacher sein.

Wenn du dir ein geschicktes Verhandeln zutraust, kannst du natürlich auch versuchen, einen Vertrag bereits im Vorfeld anzusprechen. Denn, es kann viel passieren. Verlage werden verkauft, Lektorinnen wechseln oder gehen in Mutterschutz ... und dann ist der gute Kontakt möglicherweise futsch und du stehst wieder am Anfang. Merke, ein Manuskript ist immer nur so viel wert, wie der Lektor im Verlag, der es durch die Konferenzen boxt. Ohne Fürsprecher gelten auch mündliche Zusagen plötzlich nichts mehr.  >:(

Gruß,

Linda
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Offline Coppelia

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #2 am: 11. November 2006, 18:01:51 »
Für mich klingt das ziemlich gut, so gut hat mir noch kein Verlag geantwortet.
Andererseits habe ich auch schon Absagen bekommen, obwohl mich der Verlag gelobt hat.

Wenn dir ein Verlag aber sowas schreibt, glaube ich schon, dass du dich reinhängen solltest.

Ich kenne es allerdings schon, dass mit dem Verlag vor Fertigstellung eines Manuskriptes gehandelt wird - nicht vom DSA-Verlag, sondern von einer anderen Autorin. Allerdings ist ihr Manuskript nach Fertigstellung abgelehnt worden, obwohl der Verlag vorher Interesse geäußert hatte. Das zeigt, dass es wahrscheinlich nur selten vorher definitive Zusagen geben kann. Bei Autoren, von denen bekannt ist, dass sie ihre Arbeit gut machen, kann ich es mir aber schon vorstellen (leider gehöre ich noch nicht zu dieser etablierten Sorte *g*).

Immerhin weißt du jetzt, dass du gut genug bist. ;)
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Offline Termi

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #3 am: 11. November 2006, 18:12:55 »
Nimm es als ansporn und knie Dich rein. Und selbst wenn es eine Absage wird, so hast Du sicher nicht umsonst gearbeitet. Ist bestimmt ein gutes Ohmen. Ich drück Dir die Daumen. :jau:

LG
Termi
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Offline Felsenkatze

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #4 am: 12. November 2006, 09:55:16 »
Vielen Dank für eure Antworten.

Dass ich das mache, war keine Frage. Ich hab mich nur nicht getraut, mich richtig zu freuen. Ich hab auch zuerst geglaubt, die müssen die Mail an jemand Falschen geschickt haben.  ;D
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Offline Astrid

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #5 am: 12. November 2006, 12:18:17 »
Welcher Verlag war es denn? Grundsätzlich klingt es natürlich prima - sei nur vorsichtig, dass es eben wirklich der "richtige" große Verlag ist und nicht irgendein DKZV, der sich lediglich durch Einfügung eines Bindestrichs oder so an den großen Namen dranhängt...

Gibt so viele miese Ratten da draußen.  :-X

Offline Felsenkatze

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #6 am: 12. November 2006, 12:29:58 »
Astrid: Nein, das ist der Arena-Verlag. Da ich den ja zuerst angeschrieben hatte (wegen eines ganz anderen Exposés) und ich die Adresse aus meinem Autorenjahrbuch habe, bin ich mir ziemlich sicher, dass es der Richtige ist  :vibes:
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Offline Astrid

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Re: "Verlagsdeutsch"
« Antwort #7 am: 15. November 2006, 19:10:50 »
Jaaaaa - dann nichts wie ran.  ;D Ich drück dir die Daumen!