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Autor Thema: Alexander Lohmann: Geschichtenerzähler  (Gelesen 1384 mal)

Offline Maja

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Offline Moni

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Re: Alexander Lohmann: Geschichtenerzähler
« Antwort #1 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Ich fange mal mit dem an, was mir besonders gut gefallen hat. Ich finde die Perspektive des Mädchens sehr gelungen, wie sie während des Zuhörens das sieht, was der Geschichtenerzähler beschreibt.
Und interessant fand ich auch den Schlußdialog zwischen ihr und dem Vater. Es läßt Raum für Spekulationen, was ich bei Prologen immer als positiv empfinde.
Zitat
Sie ging zu ihrem Vater.
»Wer war der Mann?«, fragte sie.
»Das war kein Mann«, gab der Vater zurück, ohne von seiner Arbeit aufzusehen.



Merkwürdig fand ich allerdings die Begegnung zu Beginn und der Dialog zwischen dem Geschichtenerzähler und dem Bauern. Vielleicht liegt es an der ungwöhnlichen Redeweise des Bauern, keine Ahnung.  Ich hatte auch eher erwartet, daß er den Geschichtenerzähler zum Teufel jagt, denn scheinbar hält er nicht viel von alten Erzählungen.
Natürlich weiß ich jetzt nicht, was dahinter steckt, vielleicht hat der Bauer guten Grund, so abweisend zu reagieren - ich gehe davon aus, daß es in den folgenden Kapiteln geklärt würde?

Interessanterweise hatte ich nicht wirklich das Gefühl, einen Prolog zu lesen, sondern eine Art Kurzgeschichte. Vielleicht lag es auch zu einem Großteil am Ende des Prologes, das sich für mein Empfinden prima für eine Kurzgeschichte eignen würde.

Jetzt würde ich gerne den Epilog dazu lesen... vielleicht sollten wir eine Kategorie Epiloge aufmachen, dazu werd ich Maja mal eine Mail schicken... ^^

LG
Moni
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Offline Lomax

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Re: Alexander Lohmann: Geschichtenerzähler
« Antwort #2 am: 01. Januar 1970, 01:00:00 »
Hallo Yuvis,

vielen Dank für deinen Kommentar.

Zitat
Ich fange mal mit dem an, was mir besonders gut gefallen hat...



Es freut mich zu hören, dass der Text jetzt schon eine gewisse Wirkung hat. Er kommt aus meiner umfangreichen Sammlung von Fragmenten. Wenn ich eine Idee für einen Roman habe, ist sie oft schon mit bestimmten Szenen und Eindrücken Verbunden, oder ich habe schon die Anfangsszene im Kopf, wie in diesem Fall. Das alles schreibe ich dann zusammen mit dem Exposee auf, damit die Bilder nicht verloren gehen.

Aber bearbeiten oder mir weitere Gedanken dazu machen, das tue ich erst, wenn ich mich des Themas ernsthaft annehme. Diesen Prolog - wie alle anderen Auszüge aus unfertigen Fragmenten - kann man also eher als Entwurf, als erste Skizze und Gedankenstütze werten, nicht als abgeschlossenen Text. Da ist natürlich immer sehr zweifelhaft, wie er auf andere wirkt - wenn ich ihn lese, sehe ich die Bilder wieder vor mir, die ich beim aufschreiben hatte. Die Idee wird lebendig. Aber was ein anderer Leser damit anfangen kann, da bin ich mir nie so sicher. Ehe dieser Prolog mal in einem veröffentlichungsbereitem Roman steht, werden noch mindestens drei Bearbeitungsschritte folgen - und deine Meinung werde ich bei der Frage, wieviel ich daran noch ändern muss, gewiss im Hinterkopf halten  ;)

Zitat
Jetzt würde ich gerne den Epilog dazu lesen... vielleicht sollten wir eine Kategorie Epiloge aufmachen...



Tja, ob der Epilog zu diesem Prolog da dann landen würde, ist noch sehr zweifelhaft. Denn der Epilog beinhaltet ein Resümee des gesamten Romans und verrät eigentlich zu viel, obwohl er formal die "Antwort" auf den Prolog ist. Ich denke, es ist immer leichter, Prologe freizugeben als Epiloge, weil ein Prolog ja auch der Anfang ist, den der Autor für die Geschichte vorsieht. Den Epilog alleine lesen zu lassen, ist irgendwie so, als würde der Leser zuerst die letzte Seite lesen. Ich weiß, in Praxis geschieht das sowieso - aber für den Autor und seine Vorstellung von der Gesamtkomposition ist das schon eher ein Albtraum  ;)

Was die Lücken betrifft - ein Prolog soll ja in erster Linie neugierig machen, aber die Erklärungen folgen in der Geschichte. Die Fragen, die du aufwirfst, beantworten sich aus der Kultur, in die die Geschichte eingebunden ist. Die kann ich im Prolog nur voraussetzen, aber natürlich noch nicht beschreiben.
   "Whatever happened to me in my life, happened to me as a writer of plays... I watched my life as if it were happening to someone else. And Prospero and Miranda, Caliban and Gonzalo ... all of them are more real to me than ... the good citizens of Stratford" (Shakespeare in Neil Gaimans "Sandman")